Unternehmen Winklevoss-Zwillinge rudern zurück

Jahrelang musste sich Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gegen Ideenklau-Vorwürfe seiner ehemaligen Kommilitonen wehren. Jetzt geben die Winklevoss-Zwillinge auf. Zuckerbergs ehemaliger Holzpellets-Händler fordert dagegen 80 Prozent des sozialen Netzwerks.

Mark Zuckerbergs Streit um die Facebook-Gründung mit den Winklevoss-Zwillingen scheint endgültig beendet. Tyler und Cameron Winklevoss haben aufgegeben und werden nicht wie geplant vor das Oberste Gericht der USA ziehen, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht.

Die Zwillinge, die mit Zuckerberg in Harvard studierten, wollten einen Vergleich aus dem Jahr 2008 annullieren lassen, der ihnen damals 65 Mio. Dollar eingebracht hatte. Sie warfen Facebook vor, sie bei der Einigung über den Tisch gezogen zu haben und hätten gern ihre Ideenklau-Vorwürfe wieder aufgegriffen.

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Zuckerbergs angeblicher Ideenklau

Allerdings scheiterten sie vor einem Berufungsgericht bereits im April mit ihrer Klage gegen den Vergleich. Anschließend lehnte es das Gericht ab, sich noch einmal in größerer Runde mit ihrem Fall zu beschäftigen.

Beim Obersten Gericht war nicht einmal sicher, ob es sich überhaupt der Sache annehmen würde: Die Richter wählen meist Fälle aus, in denen es um grundsätzliche Verfassungsfragen geht. Die Winklevoss-Anwälte führten ins Feld, dass die Entscheidung des Berufungsgerichts im Widerspruch zu Präzedenzfällen stehe.

Die Winklevoss-Zwillinge hatten zu Studienzeiten ihren Kommilitonen Zuckerberg als Programmierer für eine eigene Website engagiert, die sie zusammen mit ihrem Partner Divya Narendra aufbauen wollten. Zuckerberg, so behaupten die Winklevoss-Brüder, habe ihnen jedoch ihre Idee gestohlen und heimlich sein eigenes Soziales Netzwerk namens Facebook aufgezogen – heute ein Unternehmen mit einem geschätzten Wert zwischen 50 und 100 Mrd. Dollar. Auch der Wert des Vergleichs stieg durch den Aktienanteil inzwischen auf deutlich mehr als 100 Mio. Dollar.

Streitigkeiten sollen möglichst bald beendet werden

Nach dem Ende dieses jahrelangen Streits muss sich Zuckerberg aber noch weiter gegen Vorwürfe eines ehemaligen Holzpellets-Händlers wehren, der Anspruch auf bis zu 80 Prozent an Facebook erhebt. Der Mann behauptet, als Partner Zuckerbergs die Arbeiten an einer Seite mit dem Namen „The Face Book“ finanziert zu haben. Facebook bezeichnet einen Vertrag und E-Mails, die er präsentierte, laut Medienberichten als Fälschung.

Für Facebook ist es wichtig, die Streitigkeiten um die Anfänge des weltgrößten Online-Netzwerks in den kommenden Monaten endgültig aus der Welt zu räumen. Für kommendes Jahr wird mit einem Börsengang von Facebook gerechnet.

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