Unternehmen Wirtschaftsforscher glauben an leichten Aufschwung

Es geht bergauf, wenn auch nicht steil: Das ist offenbar das Fazit der Frühjahrsprognose der Institute. Für 2010 sind die Wissenschaftler etwas optimistischer als die Regierung. Auch Inflationsgefahr und Kreditklemme machen ihnen angeblich wenig Sorgen.

Führende Forschungsinstitute erwarten in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum in Deutschland von rund 1,5 Prozent. Das geht nach übereinstimmenden Medienberichten aus dem Frühjahrsgutachten hervor, das am Donnerstag in Berlin vorgestellt wird. Für 2011 schwanken die Angaben derzeit noch zwischen 1,4 und 1,5 Prozent.

In jedem Fall in die Top-Ökonomen für 2010 etwas optimistischer als die Bundesregierung. Diese rechnet bisher mit einem Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 1,4 Prozent. Auch die Institute selbst waren in ihrem Herbstgutachten noch zurückhaltender gewesen: Sie gingen damals von einem Wachstumsplus von nur 1,2 Prozent aus.

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Im Gegensatz zu der früheren Prognose empfehlen die Institute der Europäischen Zentralbank (EZB) nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters keine Zinssenkung mehr. „Das war kein Thema mehr“, hieß es. Im Herbst hatten die Forscher der Zentralbank geraten, wegen der anhaltend niedrigen Kapazitätsauslastung eine Kappung des Schlüsselzinses auf 0,5 Prozent zu erwägen. Die EZB behielt jedoch das historisch niedrige Zinsniveau von 1,0 Prozent bei.

Aus mit den Gutachter-Beratungen vertrauten Kreisen hieß es laut Reuters zudem, die Experten schätzten die Inflationsgefahr niedrig ein. Auch werde keine flächendeckende Kreditklemme befürchtet. Die Forscher sind damit offenbar optimistischer als die
Staatsbank KfW: Aus Furcht vor einer Kreditklemme zum Jahresende plädiert sie für eine Verlängerung der Konjunkturprogramme.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur rechnen die Institute für das kommende Jahr mit einer leichten sinkenden Arbeitslosigkeit. Die Ökonomen gingen für 2011 von einem Rückgang der Arbeitslosenzahl auf 3,313 Millionen aus. Für dieses Jahr erwarten sie 3,382 Millionen Erwerbslose nach 3,423 Millionen im vergangenen Jahr.

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