Unternehmen Wirtschaftsweise erwarten 2013 kaum Wachstum in Deutschland

Mit der Fastpleite Zyperns ist die Schuldenkrise im Euroraum neu aufgeflammt. Der Sachverständigenrat rechnet deshalb 2013 nur mit geringem Wachstum. 2014 soll die Wirtschaft den Prognosen zufolge allerdings wieder an Fahrt gewinnen.

Die fünf Wirtschaftsweisen rechnen im laufenden Jahr nur noch mit einem Miniwachstum in Deutschland. Vor allem wegen des schwachen Schlussquartals 2012 hat der Sachverständigenrat seine Konjunkturprognose für Deutschland für das laufende Jahr kräftig von bisher 0,8 Prozent auf nun 0,3 Prozent gesenkt – das Bruttoinlandsprodukt war im vierten Quartal 2012 überraschend deutlich um 0,6 Prozent zum Vorquartal geschrumpft.

Positive Wachstumsimpulse erwarten die Wirtschaftsweisen in diesem Jahr ausschließlich aus dem Inland, wie der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung am Montag in Wiesbaden mitteilte. Vor allem die privaten Konsumausgaben dürften sich angesichts der anhaltend guten Situation auf dem Arbeitsmarkt weiter robust entwickeln.

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Schwache Investitionstätigkeit

Die Investition bleiben nach der Prognose hingegen zumindest in der ersten Jahreshälfte schwach, die Wirtschaftsweisen rechnen im Gesamtjahr mit einem Rückgang um 3,0 Prozent. „Wir sehen den Aufwärtstrend bei den Geschäftserwartungen, aber in den harten Fakten wie beim Auftragseingang ist noch keine Belebung erkennbar“, sagte ein Mitarbeiter des Sachverständigenrats.

Gerade auf Investitionsgüter wie Maschinen und Anlagen habe sich die gute Stimmung noch nicht durchgeschlagen. Schon 2012 hatten viele Unternehmer ihre Investitionen auf Eis gelegt, weil sie durch die europäischen Schuldenkrise verunsichert waren. Die Unsicherheit sei zuletzt wieder gestiegen.

Auch der Außenhandel wird nach Einschätzung der Sachverständigen im Jahresdurchschnitt keinen Wachstumsbeitrag liefern. Insgesamt dürften die Importe demnach stärker zunehmen als die Exporte.

Mit der nach unten korrigierten Prognose sind die Wirtschaftsweisen etwas pessimistischer als die Deutsche Bundesbank, die ein Plus von 0,4 Prozent erwartet. Die EU-Kommission hatte ihre Prognose Ende Februar auf 0,5 Prozent reduziert.

Widersprüchliche Prognosen

Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) erwartet hingegen ein kräftiges Plus von 1,3 Prozent, das Rheinisch-Westfälische Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) hatte seine Wachstumsprognose für 2013 jüngst von 0,3 auf 0,6 Prozent angehoben.

Einig sind sich die Institute aber darin, dass die Konjunktur allmählich wieder anziehen und der Aufschwung der deutschen Wirtschaft 2014 an Fahrt gewinnen wird. So erwartet das RWI 2014 ein Plus von 2,1 Prozent, das IWH sogar von 2,4 Prozent.

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