Unternehmen Zehn neue Geschäftsideen

Begehbare 3-D-Welten, coole Einkaufsbeutel, maßgeschneiderte Kinderlieder oder edler Pfeffer aus Kambodscha: zehn Startups mit Potenzial.

 

Ich bin ein Star!

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Sie wollten schon immer mal in einem Videoclip mitspielen? Kein Problem! Das Berliner Startup Personology entwickelte eine Technik, die jeden zum Star macht: Nutzer können im Internet ihr Bild hochladen und etwa in einen Werbespot einbauen. „Unseren ersten Großauftrag bekamen wir von Vodafone“, sagt Bert Szilagyi, der die Firma mit Maximilian Modl

im August 2010 gründete. Die Idee kam so gut an, dass mit Myparfuem gleich der nächste namhafte Kunde bereitstand. „Unser Wachstum haben wir bisher immer aus dem Cashflow bezahlt“, sagt Szilagyi. Die Berliner wollen 2012 ihre Produktpalette ausbauen: Sie planen, einzelne Markenprodukte in bestehende Videos einzubauen oder personalisierte Grußvideos anzubieten. Zudem soll ein animiertes Videofotobuch unter dem Namen Clipando auf den Markt kommen. So viel Elan überzeugt: Personology belegte beim Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg 2011 den ersten Platz.

Vorlaufzeit: 2 Monate

Startkapital: 4000 Euro

www.personology.de

Virtuelle Hausbesichtigung

Michael Beyhs, Moritz Luck und Thomas Schander lassen Wohnträume wahr werden: Die Gründer von Inreal Technologies bauen am PC digital jeden beliebigen Ort in 3-D nach. „In der ersten Phase haben wir uns auf die virtuelle Nachbildung von Häusern konzentriert“, sagt Beyhs. Mit ihrem Produkt können zum Beispiel Bauherren schon vor dem ersten Spatenstich ihr künftiges Heim betreten und per Mausklick Fußbodenbeläge, Tapeten und sogar Möbel aussuchen. Rund 19.000 Euro soll das Inreal-Terminal inklusive Videobrille, Controller, Computer, Stativ und 3-D-Bildschirm kosten. „Die Hardware können etwa Architekten von uns leasen“, so Beyhs. Das Team ist seit dem Start im Oktober 2011 auf acht Mann angewachsen und erhält finanzielle Unterstützung durch das Exist-Förderprogramm. 2013 wollen die Karlsruher ihre virtuellen Welten auch Herstellern von Massivhäusern anbieten.

Vorlaufzeit: 1 Jahr

Startkapital: 40.000 Euro

www.inreal-tech.com

Tut gar nicht weh

Injektionen, Infusionen, Transfusionen – viele Patienten zucken schon beim Gedanken an den Nadelstich zusammen. Abhilfe verspricht der Pain Reduction Tourniquet (PRT) von Med4life, der ab März in der Praxis getestet wird. Tobias Weigl, Martin Mücke und Johannes Weigl haben ihn in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Bonn entwickelt. Der Venenstauer ist mit Elektroden ausgestattet, die schwache elektrische Impulse aussenden und so die Schmerzweiterleitung blockieren. „Damit wird das Schmerzempfinden deutlich reduziert“, sagt Tobias Weigl. Die Gründer sind sicher: Auch bei Personen mit Phantomschmerzen, Tumorschmerzen oder Wundschmerzen kann das Verfahren für Linderung sorgen. Zudem können die Elektroden in Bandagen eingebettet werden, wie sie zum Beispiel Sportler tragen. „Ab dem Frühjahr testen wir diese Variante in Kooperation mit drei Fußballvereinen“, sagt Weigl. 2013 sollen die ersten Med4life-Produkte im Handel erhältlich sein.

Vorlaufzeit: 18 Monate

Startkapital: 30.000 Euro

keine Website

Ein Song nur für dich

Kathrin Schubert und Jens Schmidt sind Musiker aus Leidenschaft: Wenn sie nicht als Musikpädagogen unterrichten, stehen sie im Tonstudio und nehmen speziell für Kinder komponierte Songs auf. „Jeder Kindername wird von uns einzeln im Tonstudio eingesungen. Das ist viel Arbeit, verleiht unserer Namenslieder-CD aber die persönliche Note“, sagt Schmidt. Mehr als 850 Versionen haben die Hessen auf Lager. Für 16,80 Euro erhalten Kunden eine CD mit acht Songs, in denen immer wieder der gewünschte Kindername vorkommt. „Taufe, Geburtstag oder Einschulung sind typische Anlässe, zu denen die CD verschenkt wird“, so der 32-Jährige. Bis zu 30 Bestellungen gehen pro Tag ein. Schon im ersten Geschäftsjahr schrieb Namenslieder.de schwarze Zahlen. Nun wollen die beiden ihren Vertrieb ausbauen. Schmidt: „Und wir sind auf der Suche nach weiteren Kooperationspartnern.“

Vorlaufzeit: 1 Jahr

Startkapital: 20.000 Euro

www.namenslieder.de

Wo der Pfeffer wächst

In Kambodscha stieß Sebastian Brimmers auf seine Geschäftsidee: Kampot-Pfeffer. Eine Delikatesse, die nach alter Tradition in Handarbeit und rein biologisch angebaut wird. Nur rund 3,5 Tonnen des Gewürzes gelangen jährlich in den Export – wovon sich das Kölner Jungunternehmen Hennes‘ Finest im ersten Geschäftsjahr rund 600 Kilo sicherte. „Wir haben jedes Gramm selbst per Hand abgefüllt und etikettiert“, sagt Mitgründer Martin Gompelmann. Im Laden oder via Internet gibt’s gut 30 Gramm zum Preis von 10 bis 13,50 Euro. „Ein namhafter Versandhändler hat gleich 600 Sets bestellt – das war unser erster Großauftrag“, sagt Mitstreiter Bastian Stollwerk. In den nächsten Monaten wollen die drei Gründer den Bekanntheitsgrad ihrer Marke auf Messen und Events weiter steigern. Und dann Spanien, Italien oder auch Schweden und Norwegen erobern.

Vorlaufzeit: 10 Monate

Startkapital: 8000 Euro

www.hennesfinest.com

Schlabberbeutel im Designer-Look

Eigentlich suchte Sebastian Schmidt im Sommer 2010 nach einem Baumwollbeutel für seine Einkäufe. Er fand aber keinen, der seinem Geschmack entsprach. Mit Textilstiften und Fotokarton-Schablonen designte der 26-Jährige kurzerhand sein eigenes Modell. Freunde waren begeistert, und die Geschäftsidee für Jutebeutel war geboren. Heute bietet der Kölner 15 Motive an, vom Coco-Chanel-Fake bis zum Spruch „Ist das Kunst oder kann das weg“. Der hauptberufliche Realschullehrer bedruckt seine Taschen und Shirts inzwischen mit einer Siebdruckmaschine. „Sie hat rund 500 Euro gekostet und war meine bisher größte Anschaffung“, sagt Schmidt. Bisher verkauft er via Facebook und das Shoppingportal Dawanda. Nun soll ein eigener Onlineshop her.

Vorlaufzeit: einige Wochen

Startkapital: keins

www.facebook.com/jutebeutel

Mein Spitzenjahrgang

Man benötigt wirklich keinen eigenen Weinberg, um einem guten Tropfen seinen Namen zu geben. Es reicht, einfach auf der Internetseite www.dein-eigener-wein.de ein Foto hochzuladen und den entsprechenden Text zu schreiben – schon ist der „Hauswein“ mit selbst entworfenem Etikett fertig. „Vor allem Privatkunden bestellen bei uns“, sagt der Gründer Christian Eilmes. Aber auch Unternehmen ordern, um Geschäftspartnern ein individuelles Präsent zu machen. Die Weine kommen aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Argentinien. „Wir bestellen nur bei kleinen und mittelgroßen Winzern, deren Sorten nicht in jedem Weingeschäft erhältlich sind“, sagt Eilmes. 10 bis 50 Euro kostet eine Flasche. Mit seinem Onlineshop schreibt der Jorker schon schwarze Zahlen. Das gibt den Mut und das Kleingeld, um einen zweiten Shop aufzubauen: Mein-Bier.de heißt der.

Vorlaufzeit: 1 Jahr

Startkapital: 3000 Euro

www.dein-eigener-wein.de

Kissenschlacht

Susann Berthold und Jörn Reinhold, Gründer der Kisseria GmbH, bieten Maßarbeit: Ihre Internetkunden wählen unter rund 700 verschiedenen Stoffen, elf Reißverschlussvarianten, diversen Nähten und Füllungen – und erhalten individuell designte Kissen. Der Preis: ab 29 Euro. „Wir legen Wert auf Qualität und bieten hochwertige Stoffe an“, sagt Reinhold. Das Nähen übernimmt ein Fachbetrieb. Die Lieferzeit beträgt zehn Werktage. „Nach der Startphase zählten wir monatlich bis zu 100 Bestellungen“, so der Gründer. Für Mitte 2012, knapp ein Jahr nach Eröffnung des Onlineshops, plant er den Breakeven. Damit das gelingt, wird die Produktpalette von Kisseria erweitert: „Ab dem Frühjahr wollen wir zum Beispiel Sitzkissen für Gartenmöbel auf Maß anfertigen.“

Vorlaufzeit: 9 Monate

Startkapital: 50.000 Euro

www.kisseria.de

Hübsch verpackt

Schwarz, wohin man guckt. Das muss nicht sein, dachten sich Klaus Wegener und Marvin Amberg und gründeten im März 2010 Caseable. Auf der Website der Firma, die in New York startete, können Kunden Hüllen für Laptops, E-Reader, Handys und iPads kreieren und dazu sogar eigene Fotos, Grafiken oder Texte verwenden. Finanziert wurde der Start über einen Business-Angel: David Eisenbeiss, ein Verwandter von Wegener und Besitzer von zwei Druckereien in den USA. „Als immer mehr Kunden aus Deutschland bestellten, haben wir auch in Berlin eine Niederlassung eröffnet“, sagt Wegener. Produziert wird im hessischen Lauterbach. Maximal eine Woche dauert es, bis die Hülle beim Kunden ankommt. „In den USA liefern wir sogar noch schneller aus“, sagt der 39-Jährige. Seit dem Jahreswechsel wirft Caseable Gewinn ab, dennoch soll der Vertrieb weiter ausgebaut werden. „In Deutschland arbeiten wir zum Beispiel mit Libri und Euronics zusammen – jetzt suchen wir weitere Geschäftspartner.“

Vorlaufzeit: 1 Jahr

Startkapital: 100.000 Dollar

www.caseable.com

Eins, setzen!

Schon als Schüler hat Stefan Maushammer gern Nachhilfe gegeben, vor allem in Latein und Griechisch. Während des Studiums machte er dann mehr daraus und gründete ein Unternehmen. Unter der geschützten Marke Note Eins vermittelt er Schüler, Studenten und Lehrer an Hilfe suchende Pennäler. Derzeit sind bei ihm 2000 Nachhilfegeber und -nehmer gelistet. Das Besondere: Der Unterricht findet beim Schüler zu Hause statt. Die Kosten: eine einmalige Vermittlungspauschale (rund 50 Euro) und ein Monatsbeitrag, der auch von der Stundenzahl abhängt. Maushammers Lehrer müssen fachlich wie pädagogisch kompetent sein: „Bevor wir sie an einen Kunden vermitteln, müssen sie eine Fortbildung in Sachen Didaktik und Lernkonzepte absolvieren.“ Seit Sommer 2011 bietet er auch Online-Nachhilfe an. „Die Internet-Videokonferenzen kommen vor allem bei Jungs sehr gut an.“ Maushammer denkt nun darüber nach, über Rosenheim hinaus aktiv zu werden. Vorzugsweise als Franchisegeber. Zur Umsetzung sucht er noch einen Investor.

Vorlaufzeit: 10 Monate

Startkapital: weniger als 5000 Euro

www.noteeins.de

Hinweis

Aus dem Magazin
Dieser Beitrag stammt aus der impulse-Ausgabe 03/2012.

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