Finanzen + Vorsorge Zögernde Umstellung auf neues Zahlungssystem alarmiert Banken

© Deutsche Bundesbank / Gabriele Guha

Knapp einen Monat vor dem Start des europäischen Zahlungssystems Sepa schlagen die Banken Alarm. Denn viele Unternehmen haben Überweisungen und Lastschriften noch immer nicht umgestellt. Der Bundesverband deutscher Banken spricht von einer "besorgniserregenden" Lage.

Knapp einen Monat vor dem Start des europäischen Zahlungssystems Sepa schlagen die Banken Alarm. Viele Unternehmen in Deutschland hätten die notwendige Umstellung von Überweisungen und Lastschriften noch nicht vollzogen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken, Michael Kemmer, in Berlin. „Es gibt keinen Plan B. Wer noch nicht umgestellt hat, sollte dies lieber heute als morgen tun.“

Vom 1. Februar 2014 an müssen Unternehmen, Vereine und die öffentliche Verwaltung gemäß EU-Verordnung das Sepa-System anwenden. Kreditinstitute dürfen Lastschriften und Überweisungen von Unternehmen und Vereinen in Euro dann nur noch im Sepa-Format mit der internationalen Kontonummer IBAN verwenden – auch innerhalb eines Landes. Wenn Firmen Lastschriften nutzen wollen, brauchen sie eine Gläubiger-ID, eine Identifizierungsnummer, die es bei der Bundesbank gibt.

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„Die Lage ist noch immer besorgniserregend“, sagte Kemmer. In Deutschland würden täglich 35 Millionen Lastschriften ausgeführt. Es sei alarmierend, dass immer noch 90 Prozent davon nach dem alten Verfahren realisiert würden und nur 10 Prozent mit Sepa-Standard.

Bundesbank-Vorstand: Wer sich nicht vorbereitet, geht erhebliche Risiken ein

Auch die Bundesbank warnt vor massiven Folgen, wenn Unternehmen nicht rechtzeitig auf das neue System umstellen. Wer sich darauf nicht vorbereite, gehe erhebliche Risiken für die Abwicklung von Zahlungen ein, sagte jüngst Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele. Das könne zu kurzfristigen Liquiditätsengpässen führen. Etwa Zahlungen von Gehältern könnten nicht mehr rechtzeitig abgewickelt werden, wenn die Zahlungsdaten nicht im Sepa-Format bei der Bank eingereicht werden.

Der Einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum (Sepa) besteht aus den 28 EU-Staaten und weiteren Ländern wie Island, Liechtenstein, Norwegen, der Schweiz und Monaco. Ziel der Umstellung ist unter anderem, dass Überweisungen ins Ausland schneller werden. Für Transaktionen müssen Bankkunden sich an Kontonummern mit 22 Stellen gewöhnen. Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen werden standardisiert und nach dem gleichen System abgewickelt – egal ob sie ins Inland oder über Grenzen gehen.

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