Management Working Moms: 10 Dinge, die sie nicht hören wollen

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© tollabox.de

Ein Twitter-Dialog brachte impulse-Bloggerin Béa Beste auf die Idee, alles zu sammeln, was "Working Moms" lieber nicht von Vorgesetzten, Mitarbeitern oder Kunden hören wollen. Diese Patzer sollten sie in der Zusammenarbeit mit arbeitenden Müttern vermeiden.

Dieser Blogpost ist inspiriert von einem Twitter-Dialog, den ich abfing:
@werdenundsein: Meine Lieblingsfrage, wenn ich erzähle, dass ich arbeite: „Und die Kinder?!“ #Vereinbarkeit
@Mamatanzt: „Arbeiten im Bergbau.“ Hab ich tatsächlich mal gesagt. 🙂

Ich kam auf die Idee, in einigen Social Media Kanälen zu fragen, was berufstätige Mütter an Äußerungen zu diesem Thema auf die Nerven geht.  Auf meine Frage nach den Dingen, die Working Moms nicht hören wollen, bekam ich über 400 Antworten. Ich habe in ein Wespennest gestochen.

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Was sich hier lustig anhört, zeugt von viel Frust. Den müssen erwerbstätige Mütter ständig herunter schlucken. Ich gehe übrigens davon aus, dass ich an dieser Stelle keine Vorurteile abbauen muss – sondern lediglich helfe, einige Unbeholfenheiten auszumerzen. Wer erst davon überzeugt werden muss, dass Mütter wertvolle Arbeitskräfte sind, sollte einen anderen Blogpost, der hier erschienen ist, lesen. Für alle anderen, die es gut meinen und richtig machen wollen, kommt hier die Top 10 Liste der Patzer, die eine Frau, die Beruf und Familie in Einklang bringen will, nur demoralisieren und unnötig ärgern – mit Erklärung und, wenn angebracht, einer respektvollen Ersatzfrage oder einem respektvollen Ersatzstatement:

1. Eigentlich schon der Begriff „Working Mom“ – oder „arbeitende Mutter“

Ich weiß. Steht im Titel. Schon mal was von SEO gehört? Richtig, diese Gedanken sollen mit Hilfe von Suchmaschinen gefunden werden können.

Eigentlich ist dieser Begriff unfair. Es ist auch Arbeit, wenn man Kinder großzieht und den Haushalt schmeisst … (Übrigens, beim Thema Hausfrau lauert eine andere Falle, und die nennt sich „Dem Mann den Rücken frei halten“. Ganz großer Patzer, aber das ist heute nicht das Thema.) Das Fazit hier bringt Isa Grüterin alias @hauptstadtmutti auf den Punkt: „Wir sind doch normale Frauen, die einfach Kinder haben.“ Schreiben Sie sich das hinter die Ohren.

2. „Wie bringen Sie Ihre Familie und den Job unter einem Hut?“
Abgesehen davon, dass die Redewendung ein alter Hut ist: Stellen Sie sich mal vor, das würde jeder Vater gefragt! Wenn eine Frau sich entschieden hat, zu arbeiten, hat sie sich alles zu Kinderbetreuung und Arbeitszeiten gut überlegt. Wenn Sie wirklich neugierig sind, fragen sie besser genau danach – ohne Unterton bitte: „Wie organisieren Sie sich mit Beruf und Familie?“ Sie erfahren auch ganz nebenbei, welches Logistik-Talent Sie gerade vor sich haben.

3. „Wie schaffst du das nur?“ oder „Wie machen Sie das?“
Ähnlich zu Punkt 2, hier steckt aber weniger Inquisition drin. Oben schwingt schon der Unterton mit, dass es eigentlich unmöglich ist. Hier ist mehr Bewunderung und Verblüffung drin – eigentlich ein Kompliment. Trotzdem: Besonders Andera Gadeib will das nicht mehr hören. 3 Kinder und 3 Firmen wuppt die Unternehmerin, die als @anderagadeib twittert und unter www.trudy-talks.de bloggt.  Das scheint außerhalb der Vorstellungskraft Vieler zu liegen. Gadeib: „Viel lieber würde ich ein <Herzlichen Glückwunsch> hören, wie man es in den USA meist als Erstes hört. Kein Unverständnis sondern Freude an der Selbstwirksamkeit. Meine Antwort inzwischen auf die Frage, die ständig kommt: „Ich versuche nicht ständig perfekt zu sein!“

4. „Wozu bekommt man eigentlich Kinder, wenn man keine Zeit mit ihnen verbringen möchte?“
Den bekommt Frau seltener direkt ins Gesicht geklatscht, der wird eher getuschelt. Vergessen Sie nicht, Mütter haben sensible Ohren und sind besoderes trainiert, Getuschel zu verstehen. Diese Frage ist eine pure Unverschämtheit, und eine gemeine dazu. Macht sich in der Ich-Formulierung auch nicht besser:

5. „Für mich wäre das nichts, so wenig bei meinem Kind zu sein.“
Dies kommt eigentlich gehäuft von Menschen, die gar keine Kinder – also auch keine Ahnung haben. Gern auch als Zukunftsvision geäußert: „Wenn ich mal Kinder kriege, dann will ich mich auch selbst um sie kümmern!“ – „Als kümmere ich mich nicht“, meint Twitterin @alasKAgirl26. Von Menschen mit Kindern, insbesondere älteren Jahrgängen, kommt eher „Hast du manchmal ein schlechtes Gewissen? Die Kinder brauchen dich doch!“ Das stellt Christine Finke fest, deren Blog sehr eingängig heißt: Mama arbeitet. Auch Äußerungen wie „Tagesmutter kam für mich nicht in Frage“ sind fehl am Platz. Und „Also mir war Karriere noch nie so wichtig!“ findet die Bloggerin „Muttis Nähkästchen“ ziemlich provozierend.

6. „Und wie kommen deine Kinder mit der Fremdbetreuung klar?“
Das kann wirklich Interesse ausdrücken, nicht? Was befremdet ist die kleine Präposition vor der Betreuung: Fremd. „Als wenn im Kindergarten oder Hort lauter Fremde arbeiten würden … “ stellt die dreifache Mutter Sophie Lüttich fest, die als @NetWorkingMom tweetet und bloggt (www.networkingmom.de)

7. „Schaffen Sie das denn auch, mit den Kindern und so?“
Vorzugsweise wird das im Zusammenhang mit Projekten oder neuen Jobs gefragt. Hier schwingt auch ganz viel Unterstellung mit, finden Sabrina vom vereinbarkeitsblog.de und Ulrike Sosalla, die als @DenkenistLuxus tweetet. Auch hier gebe ich Ihnen die Empfehlung, neutraler zu fragen und echtes Interesse zu zeigen, wie bei Punkt 1.

8. „Wir haben das Meeting auf 17:00 verschoben, das ist doch kein Problem, oder?“
Doch, das ist ein Problem. Achten Sie einfach bei allen Kollegen und Mitarbeiter auf die vereinbarten Arbeitszeiten. Egal ob sie Teilzeit arbeiten, weil sie Kinder haben, kranke Angehörige oder einem Künstlerjob nachgehen. Praktische Einmischungen wie: „Warum melden Sie Ihre Tochter nicht im Hort XY an? Da kann sie bis 18 Uhr bleiben!“ sind da bei Anette Göttlicher von http://goefot.wordpress.com NICHT willkommen.
Noch eine Spur unfairer sind solche Aussagen:

9. „Du bist ja nie da.“
Was sich hier wie ein eifersüchtiger Ehemann oder nöliges Kind anhört, gibt es tatsächlich auch von einfühlungsarmen Kollegen. „Als ich offiziell 30 h / Woche arbeitete, de facto 40“ ergänzt eine Mutter fast mit Resignation. Und auch die Twitterin @schrumberger findet Sprüche der Sorte: „Sie, mit Ihrer VERKÜRZTEN Arbeitszeit…!“ ziemlich unmöglich.

10. „Meinst Du nicht, dass Du mit 3 Kindern schon genug zu tun hast? Dein Mann verdient doch genug Geld!“
Schon mal davon gehört, dass Arbeit auch eine Zufriedenheitsquelle sein kann? Simone von www.kiko-slevents.de gehen solche Fragen extrem auf den Keks. Mutmaßungen zu Familieninterna und Motivation zu Arbeiten gehen gar nicht. Eine andere Mutter gibt eine ähnliche Genervtheit wieder: „Als geschiedene Alleinerziehende mit mehreren kleinen Kindern zu hören <Wieso arbeitest du denn, dein Ex zahlt doch?!> …  NEIN, der zahlt(e) noch nie und tut auch sonst nichts für die Kinder, ich arbeite also für den Lebensunterhalt. Und Spaß macht es auch noch!“

Liebe Chefs, Kollegen, Mitarbeiter, Kunden und andere Menschen, die mit Müttern zu tun haben, jetzt sind Sie hoffentlich sensibilisiert genug. Wenn Sie sonst noch wissen wollen, was für ein Mega-Job berufstätige und nicht berufstätige Mütter zu Hause leisten, schauen Sie sich diese Jobbeschreibung „Mutter“ an. Dann wissen Sie Bescheid.

Den lustigsten Tweet zum Thema habe ich von @werdenundsein abgefangen:
Okay, wer von euch war das? Suchbegriff im Blog: „Mama geht arbeiten und alle heulen rum“

In diesem Sinne: Lasst uns alle weniger heulen und mehr Respekt zeigen!

32 Kommentare
  • Emma 5. Oktober 2015 21:23

    Vielen Dank dafür, dass du ein wirklich wichtiges Thema ansprichst. Auch ich bin berufstätige, alleinerziehende Mutter. Ich gehe gern arbeiten und ich habe auch gerne studiert – damals als meine drei Großen noch klein waren. Aber ich gebe es auch offen zu, es war verdammt schwer, sowohl Kommilitonen als auch Dozenten und Professoren hatten oft wenig Verständnis für die Situation als Mutter von drei Kindern. Da wurden mal eben auch in den Abendstunden (Pflicht-)Vorlesungen und Seminare angeboten. Viele Projekte waren Teamarbeit und die lief natürlich auch erst nach den offiziellen Veranstaltungen. Insgesamt kam ich locker auf 60 bis 70 Stunden effektiver Arbeit in der Woche, dazu noch 2 x täglich 1 – 1,5 Stunden Fahrtweg. Da blieb nur verdammt wenig Zeit für die Kinder und noch weniger für die eigene Gesundheit – die ist im A…, immer noch. Dass mir die Kinder in der Zeit nicht völlig entglitten sind und sich zu wunderbaren, hilfsbereiten Menschen entwickelt haben, die alle das Abitur bestanden haben, studieren oder eine Ausbildung absolvieren – ist für mich heute mehr denn je ein großes Wunder. Heute lebt nur noch mein Jüngster bei mir, er geht in die 2. Klasse und hatte in der 1. schon arge Schwierigkeiten. Ich ließ mich in eine andere Kindereinrichtung versetzen, die näher an seiner Schule liegt und so am Tag eine ganze Stunde Fahrweg einspart, damit ich mehr Zeit für meinen Jungen, aber auch für mich, habe. Ich arbeite 35 Stunden pro Woche und würde diese Zeit gerne noch reduzieren, aus finanziellen Gründen ist das nicht möglich. Was ich sagen will, Kinder brauchen ihre Eltern, manche Kinder sind mit weniger Zeit zufrieden, andere brauchen mehr Zeit. Als Pädagogin in einem Kindergarten habe ich die Erfahrung gemacht, dass Kinder die sehr lange (bis zu 12 Stunden) in der Einrichtung sind, häufiger Verhaltensauffälligkeiten zeigen, als Kinder, die weniger Zeit dort verbringen.
    Jede Frau hat das Recht arbeiten zu gehen (manchmal ist es auch ein finanzieller Zwang), aber wenn man sich für Kinder entscheidet, sollte man sich auch darüber klar sein, dass Kinder eben auch Zeit brauchen und dass es nicht ideal für ein Kind ist von 6 Uhr morgens bis 18 Uhr abends in einer Kindereinrichtung zu sein.
    Kinder sind Privat-Sache? Das sehe ich nicht so. Die Entscheidung Kinder zu bekommen oder wie viele man bekommen möchte ist privat. Aber alles danach ist AUCH eine gesellschaftliche Frage. In Afrika gibt es das Sprichwort: Es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind zu erziehen. Das kann man unterschiedlich auslegen, aber ich denke, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten und das eben nicht nur mit einer Ausweitung der Kita- und Hortöffnungszeiten sondern mit einer flexibleren Arbeitszeit, Heimarbeit etc. gehört auf jeden Fall dazu. Das dann auch noch soviel Geld da sein muss, dass die Familie nicht unterhalb der Armutsgrenze leben muss, versteht sich dabei von selbst.

  • Anne 1. Dezember 2014 12:57

    Als ich schwanger war, war ich sehr sensibel und unsicher, was meine zukünftige Karriere als Freiberuflerin anging. Das Kind war für mich eine private Entscheidung, die niemanden etwas anging. Lediglich die veränderten Umstände empfand und empfinde ich noch als relevante Informationen für meine Auftraggeber und Kollegen.
    Dazu gehört eine gehörige Portion Selbstreflektion und Ehrlichkeit. Was ich sehr schwer fand, denn zusätzlich zu den üblichen Fragen, die man sich stellt, wenn man das erste Kind erwartet (Erziehung, eigenes Frauenbild, Verständnis von Beziehung, Politik, Wohnsituation usw.) musste ich mich ganz ehrlich fragen, wie ich als ehrgeizige Selbstständige, meinen Anspruch an Arbeit, finanzielle Sicherheit und meine Zukunft ab Tag 0 des Mutterschutzes zu definieren gedenke. Was sind gesellschaftlich aufgedrückte Ansprüche, was will ich selber? Wo sind meine Ängste? Und wie gehe ich mit dem Faktor X, meinem Kind, um, das sich nicht berechnen lässt?

    Ich entschied mich dafür, sieben Monate auszusetzen, den Affentanz Elterngeld für Selbstständige zu tanzen und meine Projekte in Absprache mit Kunden für diese Zeit ruhen zu lassen. Danach dann einzelne Projekte wieder aufzunehmen, andere sein zu lassen.

    Im dritten Monat, als das die Schwangerschaft „sicher“ war, informierte ich meine Kunden über meine Pläne. Erst war alles kein Problem, Glückwunsch, wie schön, ja klar, wir haben für die Zeit einen Ersatz, was machen wir nur ohne dich.
    Ich erlag tatsächlich dem naiven Glauben, meine mehr als zuverlässige Arbeit der letzten sechs Jahre könnte jegliche Zweifel bezüglich der Vereinbarkeit von Baby und Job (den ich zuhause ausübe) ausräumen, schließlich habe ich offen gesagt, was Sache ist, und was ich wann machen kann.
    Als ich im achten Monat war, wurde mir dann eröffnet, dass man mir keine Rückkehr zu den Projekten gebe, da „ich schließlich Mutter werde und gar nicht weiß, was ich dann wolle. Eventuell will ich dann ja gar nicht mehr arbeiten.“
    Als wäre ich ein nur noch hormongesteuertes Lebewesen, was KOMPLETT anders werde, sobald es geworfen hat. Ich war unglaublich gekränkt und verunsichert und traurig.

    Heute weiß ich, dass ich mich nicht mehr verändert habe, als mir vorab schon durch intensives Reflektieren und Nachdenken bewusst war. Auch hätte ich niemals einen Job, dem ich zugesagt habe, kurz vor knapp abgesagt, sondern hätte, auch wenn ich möglicherweise eine andere Lebensentscheidung für mich treffe, zuerst meine Verbindlichkeiten erledigt.

    Die Fragen, die eine Frau gestellt (und unterstellt) bekommt, starten also nicht erst mit der Geburt. Schon in der Schwangerschaft startet die gesellschaftliche Maschine, was besonders fies ist, weil man echt andere Sachen im Kopf hat, als so eine aufgezwungene Verunsicherung.

    Wenn mich jetzt jemand mit diesen dummen Fragen (s.o., habe ich alle schon gehört) nervt, diskutiere ich es aus. (Außer eventuell mit der 95-jährigen, die mich schon aufgrund des Tragetuchs nicht ernst nimmt) Das sehe ich als meine Pflicht an. Denn nur so erspare ich eventuell anderen Frauen mit Kinder diese unsinnigen Fragen. Nur so kann ich anderen zeigen, dass veraltete Rollenbilder in deren Köpfen spuken.

  • Zuckermom 1. Dezember 2014 09:52

    Ich bin eine sog. Working Mom und meine Tochter hat Diabetes Typ 1. Die Frage, wie schaffst du das nur alles, kenne ich nur zu gut. Mir wird nebenbei versucht noch ein schlechtes Gewissen einzureden, da ich arbeite und ein chronisch krankes Kind habe.
    Viele Mütter würden gerne arbeiten, doch sie bekommen aufgrund der Diabetes Erkrankung ihrer Kinder keinen Job. Viele Arbeitgeber denken leider, dass wir Mütter mehr Fehlzeiten aufbauen würden, als andere Mütter.

  • Paphiopedilum 26. Juli 2014 03:12

    Ehrlich gesagt kann ich mit „10 Dinge, die Mütter nicht hören wollen“ nicht viel anfangen. Klar, ich selber bin keine Mutter, das Killerargument; aber es ist ja nicht so, daß man sich nur in solche Situationen reinversetzen könnte, zumindest rudimentär, und nur zu solchen Dingen eine Meinung haben könnte bzw. dürfte, die man aus eigener Erfahrung kennt (s. Mord, um mal ein zum Gähnen plakatives Beispiel zu nennen).

    Einerseits verstehe ich die Genervtheiten und Empfindlichkeiten zwar total – nicht unbedingt weil ich sie im einzelnen konkret nachvollziehen könnte, aber weil es sowas in der Art eben bei Jedem irgendwie gibt. Bei mir als verheirateter, kinderloser 34jähriger Frau beispielsweise die multiple Fragerei und die gut gemeinten Ratschläge bzgl. Kinderkriegen. Oder anderes Beispiel: dumme Sprüche, unüberlegt unsensible Bemerkungen und ebenfalls gute Ratschläge, weil ich dick bin. Aber das ist eben gerade der Punkt: ganz viele Menschen – ich bin geneigt zu sagen die Meisten – gehören in irgendeiner Form irgendwelchen „Gruppen“ an, die gesellschaftlich oder auch milieuspezifisch besonders beäugt, und / oder in irgendeiner Weise als nicht komplett stromlinienförmig wahrgenommen werden, und alle, alle diese Menschen, hören bzgl. dieser speziellen Aspekte in ihrem Leben derlei Nerviges, gut Gemeintes und teilweise Bösartiges. NA UND?

    1. Man sollte sich sowas einfach am Arsch vorbeigehen lassen. Meine Schwiegermutter ist pickiert, weil ich keine Kinder habe, ich bin pickiert, weil sie eine religiöse Fanatikerin ist. Ist letztlich aber für uns beide irrelevant, weil wir jeweils selber prioritär für uns sind, und wissen, daß wir uns dahingehend nie verstehen werden. Und das ist meiner Meinung nach auch genau richtig so – jeder hat schließlich das Recht auf eine eigene Meinung, und ebenso darauf diese zu äußern, auch wenn sie zur jeweils eigenen total konträr sein mag.

    2. Solche Fragen und Bemerkungen können auch ehrlich absolut wertneutral gemeint sein! Ich habe sowas in der Art wie „unter einen Hut bringen“ oder „wie schaffst Du das?“ auch schon oft Bekannte mit Kindern gefragt; einfach weil ich selber unschlüssig bin, ob ich Kinder bekommen möchte, oder nicht, und daher die Erfahrungen meiner Freundinnen geradezu aufsauge. Ich habe eben diese sprichwörtlichen Bedenken, ob und wenn ja wie ich alles unter einen Hut bringen kann, also frage ich, wie es Anderen damit geht. Und auch wie es deren Kindern damit geht. Sollte sich davon jemals jemand irgendwie genervt oder unterschwellig angegriffen gefühlt haben, bedauere ich das zwar, sehe es aber offen gesagt nicht als meine Schuld an, denn meine Intentionen sind, wie gesagt, ehrlich wertneutral, und ich bin auch absolut überzeugt Dergleichen niemals in irgendeiner Weise rüde vorgetragen zu haben.

    Ich habe vor nicht allzu langer Zeit einmal einen Artikel zum Thema 15 (oder wie viele auch immer) Dinge, die man zu oder vor dicken Menschen nicht sagen sollte gelesen; obwohl mich das Thema betrifft, und obwohl ich Einiges davon aus eigener, mitunter unliebsamer Erfahrung kannte, und es mir teilweise auch anders wünschen würde, mußte ich am Ende der Lektüre unwillkürlich mit den Augen rollen, weil ich mir dachte, wenn man an all das denken muß, ist eine normale, unbefangene Kommunikation ja überhaupt nicht mehr möglich. Das dachte ich mir im nächsten Moment dann auch in Bezug auf mich selber und meine Unterhaltungen mit Leuten mit irgendwelchen anderen, etwaigen, „wunden“ Punkten. Und tendenziell sehe ich es so auch hier. Zum einen muß man ja eben nichts drauf geben, was andere Leute sagen oder sich denken (auch wenn das, zugegeben, nicht immer einfach ist), und zum Anderen kann man sich, wie geschildert, durchaus auch mal fragen, welche Aussagen wirklich auf die Goldwaage gehören, und welche nicht.

    Die Antwort „die arbeiten im Bergbau“ finde ich sehr geglückt, und genau die richtige Art einschlägigen Nachfragen zu begegnen!

  • sylvia 24. Juli 2014 16:21

    Guten Tag,

    eine Aussage fehlt hier, denn diese Aussagen beziehen sich nur auf Frauen mit kleinen Kindern.

    Meine Kinder waren schon mit 2 Jahren in der Kita und mit der Einschulung wechselten sie in den Hort. Da mein Mann und ich beide Zeit mit / für unsere Kinder wollten (mein Schwiegervater ist zur Seegefahren und war nur wenige Wochen im Jahr zu Hause und dies wollte mein Mann auf keinen Fall) und wir uns beide auch beruflich weiter entwickelenwollten. Als die Kinder dann mit 12 Jahren zu alt für den Hort wurden, war uns wichtig sie nicht länger als 2 Stunden allein zu lassen. Dabei ging es uns nicht nur um die Hausaufgabenbetreung sondern um gemeinsame Zeit. Beide sollten von ihren Erlebnissen erzählen können und sich sicher fühlen. Wenn wir also pünktlich Feierabend machten kam der Sprüch „die Kinder sind doch schon groß und können doch mal mehrer Stunden alleine bleiben. Als die Kinder unter 6 Jahren war bezeichnete mann mich als Rabenmutter und ab diesem Zeitpunkt dann als „Glucke.

  • Nina 14. Juli 2014 12:06

    Ich habe Momentan das unglaublich Glück frei zu entscheiden, ob ich arbeite oder nicht (mir ist bewusst, dass das nicht jeder hat), denn mein Mann verdient genug und ich habe einen Arbeitsvertrag mit der Möglichkeit in Elternzeit zu gehen.

    Wir haben uns klar für das klassische Rollenmodel entschieden. Uns geht es seitdem besser, da sich alles entspannt hat.

    Aber weder als ich gearbeitet habe noch jetzt habe ich jemals einen blöden Spruch gehört, oder den an mich rangelassen. Vielleicht weil wir von unserem Modell überzeugt sind. Aber immer in dem Bewusstsein, dass wir grad Glück haben und sich das ändern kann.

  • Sarah Seeliger 11. Juli 2014 12:41

    Ich dachte mir, dass auch ich meinen Senf noch mal dazu geben sollte und habe meine Antwort mal verbloggt:
    http://www.huffingtonpost.de/../../sarah-seeliger/ab-welchem-alter-soll-ich-mein-kind-in-die-kita-geben_b_5574332.html

  • Arschgeweih sein Sohn 9. Juli 2014 17:38

    Kann es sein, dass ihr, also die sogenannten Working Moms, euch viel wichtiger nehmt, als ihr eigentlich seid. Ich meine: Seit mehr als 2000 Jahren werden Kinder großgezogen. Einfach so. Ohne Rumgeheule in tausenden von Blogs und das seit many many more than 2000 Jahren.

    Ihr seid ein wenig wie intolerante Vegetarier, denen man nie und nichts recht machen kann. Sie begründen eigentlich nur ihre Daseinsform, weil Sie Anti sind. Nicht mehr und nicht weniger.

    Ihr „Working Moms“ schafft euch dieses Problem selber in dem ihr es euch einredet und auch noch Kollektive gründet, für selbsterzeugte Probleme. Andere Menschen drehen jeden Scheiss Taler um und ihr habt nichts besseres zu tun als sowas hier (Zeit fürn Blog; Getuschel ernst nehmen)?

    Mein Gott. Geht raus und geniesst das Leben und macht euch nicht so viele Gedanken. Das geht ganz einfach, auch ohne selbsterzeugte Probleme, wo keine sind.

  • Ashley 8. Juli 2014 22:02

    Dear Bea,

    My one year old daughter was born in Munich, but I moved back to Canada (alone) when she was 4 months old. Your blog reminds me of how lucky I am to be living here – where women are not treated as dependents who should be chained to the stove, begging for some pocket money. The typical German „Hausfrau“ spends 5 hours a day doing housework and cooking (!) on top of taking care of the children. Five percent of German men take paternity leave.

    The comments you mention in your blog are symptoms of a far deeper problem. Society as a whole has continued to allow men to shirk familial responsibilities and marginalize women. People teach their sons that Mama does the laundry and Papa plays Fussball. Wake up, women! You are university educated and you are STILL allowing men to run society while you stay at home with a 1950’s smile on your face as you iron your husband’s shirts. It is your husband’s responsibility to take care of his children and his household AS MUCH as it is yours. Stop being dependent. Demand more for yourselves. Start raising men, rather than these pathetic men-children who are too immature to know what it means to be a parent.

  • Rosalina 8. Juli 2014 11:50

    … und damit auch automatisch allen müttern (oder vätern), die arbeiten MÜSSEN ungerechtfertiger weise ein schlechtes gewissen einreden.

  • evchen_u 8. Juli 2014 11:37

    Hallo Blümchen und weitere Kritiker,
    also ich hole nach meinem Vollzeitjob sofort mein Kind aus der Kita (sie geht seit dem 1. LJ). Bei mir sind keine Heinzelmännchen oder Putzfrauen in der Zwischenzeit zu Haus am Werk. Dass heißt, neben der wertvollen Zeit mit meinem Kind, in der wir auch wochentags die Natur entdecken, spielen gehen und unseren Spaß haben, mache ich auch den Haushalt und gehe einkaufen. Das Kind ist überall dabei – es geht gar nicht anders. Ich finde solche Angriffe immer wieder schade, denn bei uns ist es wirklich so: wir sind eine sehr liebevolle Einheit, äußerst anhänglich aneinander und sehr gebunden. So hat auch, nachdem ich nach 6 Monaten wieder arbeiten ging (danach hat der Papa 6 Monate E-Zeit in Anspruch genommen), unsere Stillbeziehung nicht darunter gelitten!!! Es geht nicht nur um die Mutter, sondern darum dass es allen Beteiligten in der Situation gut geht. Mein Kind ist glücklich, schade, dass die Kritiker dies nicht sehen WOLLEN.

  • Rosalina 8. Juli 2014 11:35

    hallo blümchen,

    ich weiß nicht, woher sie diese komische auffassung haben, dass arbeiten müttern alles abgenommen wird.

    ich gehe arbeiten, seit mein kind 1 1/2 war und habe nebenbei immer noch den haushalt selbst geschmissen.

    mein sohn ist inzwischen 5 und hilft ganz prima beim wäsche aufhängen, geschirrspüler einräumen, tisch decken ect.

    er war anfangs bei einer tagesmutter und ab 3 1/2 im kindergarten und immer sehr glücklich dort.

    ganz ehrlich, selbst wenn ich es finanziell nicht gemusst hätte, wäre ich trotzdem wieder arbeiten gegangen (wenn auch nur teilzeit).
    wieso man als mutter alle seine bedürfnisse zurück nehmen und sich komplett aufgeben soll, erschließt sich mir nicht.
    was hat denn ein kind von einer depressiven oder stets schlecht gelaunten munter?

    wenn sie im muttersein so aufgehen und ihnen das als lebensaufgabe genug ist, dann genießen sie das doch. erwarten sie aber bitte nicht von anderen, dass sie auch ihr lebensmodell wählen, nur weil sie es für richtig halten.

  • Hannah Frosch 8. Juli 2014 10:56

    @Liebe Frau Blümchen,
    es erstaunt mich sehr, wie Sie darauf kommen, Mütter, die nicht ausschließlich zu Hause arbeiten – und ich sehe Kinder erziehen, Hausarbeit etc. in der tat ebenfalls als eine Arbeit – , würden ihren Kindern keinen Alltag vermitteln? Seien Sie versichert, viele von uns putzen ihr Klo selbst, bügeln die Wäsche und putzen…ich erledige zwar viel nachts, aber meine drei Kinder sehen mich durchaus oft bei diesen Alltagstätigkeiten – während meine Kinder in Kita, Kindergarten und Schule sind, arbeite ich nämlich außer Haus. Sie kommen natürlich mit zum Einkaufen. Vielleicht haben Sie ihre Eltern nicht 24/24 um sich, aber dennoch erleben wir viel Alltag zusammen. Mir klingt das ein wenig nach einer Neiddebatte, die natürlich auch von anderer Seite geführt wird. Kann es sein, dass durch gegenseitiges verbales Aufeinandereinhacken der jeweilig eigene Lebensentwurf gerechtfertigt wird? Das sollte doch niemand nötig haben. Sie haben sich dafür entschieden, bei ihren Kindern zu bleiben. Fertig. Das genügt mir. Da habe ich nichts zu kritisieren oder nachzufragen. Ihre Familie, ihr Leben, ihre Entscheidung. Dafür würde ich mir aber auch erwarten, dass meine Entscheidung (oder besser: die meines Mannes und mir) wenigstens toleriert wird, ohne, dass ich mich rechtfertigen muss.Akzeptanz muss ja gar nicht sein. Sie müssen das doch nicht so machen. Beide in Vollzeit mit drei Kindern, das ist unser Lebensentwurf. Ihrer sieht anders aus. So what?
    Wobei ich zugeben muss: Ja, es erfüllt mich Stolz, dass ich meine Diss neben den Kindern fertog geschrieben habe und nun eine echte Karrierestelle habe. Ja, ich bin auch stolz darauf, dass es im Beruf läuft und wir mein Pendeln, die Vollzeitsstelle meines Mannes, den Haushalt und unsere Kinder gut zusammen organisieren. Sind Sie nicht stolz darauf, wie es bei Ihnen läuft? Genauso stolz bin ich aber, wenn eines meiner Kinder etwas Neues kann, Forstschritte in der Entwicklung macht, sich selbst überwindet…größer wird. So wie Sie vermutlich doch auch? In diesem Sinne, schauen wir uns an, was wir Eltern jeden Tag leisten, genießen wir unsere Kinder und stärken wir uns doch lieber gegenseitig anstatt uns ständig argwöhnisch zu beäugen.
    @ Herr Jäger
    Sie sagen es: Wir wissen es nicht, wie es sich auf lange Sicht auswirkt. Es gibt wenig valide, keine evidenzbasierten Studien dazu (schon aus ethischen Gründen…). Daher können Mütter Ihnen doch nur die eigene Sicht, die persönliche Erfahrung schildern. In meinem Fall war sie dreimal sehr positiv, der Große wird nun auf die höhere Schule wechseln, er bekommt von seinen Lehrern sämtlich ein ausgezeichnetes Sozialverhalten bescheinigt. Ich weiß nicht, ob es anders wäre, wäre ich bei ihm zu Hause geblieben. Der Mittlere ist außergewöhnlich entschlossen und kann seine Meinung sehr eloquent durchsetzen. Allerdings ist er auch ein Hau drauf. Auch hier: wäre er anders? (Er ist übrigens das Kind, bei dem ich am längsten pausiert habe, da ich gependelt bin in dieser Zeit…) Der Jüngste ist ein typisches jüngstes Kind, ein Sonnenschein, dem alles zufliegt…Alle drei finde ich prima gelungen, natürlich, ich bin ja auch ihre Mutter. Und so werden Sie stets Positives hören, denke ich. Weil wir unsere Kinder lieben wie sie sind. Ob sie nun stundenweise oder gar nicht von anderen betreut werden. Es geht doch nur darum, dass jede Familie ihren Weg findet und dabei glücklich ist.

  • Blümchen 8. Juli 2014 10:38

    Und wieder wurde bestätigt : es geht niemals um die Kinder, sondern immer nur darum, wie zufrieden die Mütter sind ! Egoistische Welt!

  • wahnwoman 8. Juli 2014 08:07

    @eleska: du bist mein held des Tages. ich hätte es nicht besser in Worte fassen können – aber genau das sind auch meine Antworten, immer wenn ich irgendsolche Fragen gestellt bekomme – und ja, das ist im Westen leider nicht so selten.

    Es gibt sie alle, von Freunden, Verwanden, von Kollegen, Chefs und von leuten die man eigentlich gar nicht kennt – und es nervt tierisch. Viel mehr als das nervt mich aber eben, das ein Vollzeit Papi, nicht zu nem Aufgabenabgleich mit Kollegen kommt und erstmal „na wie läufts zuhause“ gefragt wird.
    Aber auch wenn es nervt, macht es mich auch stolz, denn ja es ist ein Drahtseilakt, ja es ist anstrengend – aber: ja, wir kriegen es hin und im Großen und Ganzen sind wir alle (2 Jungs – 4 und 2,5 Jahre + eins im 8. Monat im Bauch, Papi und Mami) sehr glücklich mit unserer Lösung.
    Im Großen und Ganzen? Ja, denn wer ist immer zu 100% glücklich damit, wie der Tag verläuft und was ihn darin überrascht.
    Erfahrungsgemäß kann ich aus meinem Umkreis sagen: die Mütter die Arbeiten (und damit meine ich nicht nur 5 std. die Woche oder so) sind deutlich zufriedener und ausgeglichener als die selbst- oder fremdentschiedenen zuhause mit Nachwuchs und Haushalt Mamis. Denn anders als zuhause bekommt man im Job auch mal ein Bitte oder ein Danke, man sieht meist am Ende des Tages, was man geschafft hat, man kommuniziert auch mal mit Erwachsenen über Themen außerhalb der Kinder, Haushalt, Figurprobleme und Stress mit dem Partner Schiene und vor allem hat man auch Zeiten des Abstands zu all diesem oben benannten, was eine Familie mit sich bringt, so dass man es wieder gern um sich hat.
    Es ist kein Allheilmittel gegen Stress daheim – denn den hat man auch, wenn man arbeitet, aber dieser hat auch Zeit zu sacken und der nächste Stressmoment perlt dadurch eher mal ab. (Mal ganz abgesehen von der erzwungenen „Qualitytime“ des Arbeitsweges, die von mir nur für mich durch Lesen, Hörbuch, Handydallern, Ausruhen etc. genutzt werden kann und die freu sich zuhause deutlich weniger einfach mal nimmt). Meiner Erfahrung nach kommen solche Fragen nur von Menschen, die den Drahtseilakt nicht selbst bewerkstelligen, weil sie entweder keine Kinder haben oder nur zuhause sind und sich über ihr „Hotel-Mami“, „Mama-Taxi“ etc. Dasein beschweren oder von Denen, die „den Rücken von eben solchen partnern frei gehalten bekommen“ – und ehrlich gesagt, sie tun mir fast etwas leid, denn oft nehmen sie sich so die Chance auf so viel mehr Vielfalt und Erfahrung und Stärkenentwicklung in Ihrem Leben. Aber letztlich muss auch das jeder für sich selbst entscheiden. Meine Kollegen, sind froh, dass ich wieder da bin und sagen alle – es hat mich sehr zum positiven verändert und auch ich kann genau das bestätigen!

    Euch allen noch einen schönen Arbeitstag – zuhause, im Büro, der Natur oder mit euren Kindern 😉

  • sufo2 8. Juli 2014 03:30

    Hallo Bèa,
    Ich habe deinen Artikel zum Anstoß genommen und direkt mal meine Meinung zu bestimmten Punkten gebloggt.
    http://mamasmaeuse.wordpress.com/2014/07/08/gedanken-zu-dingen-die-working-moms-nicht-horen-wollen/

  • sufo2 8. Juli 2014 01:42

    Hallo!
    Du hast es gezielt auf den Punkt gebracht!

    @ Felix:
    Ich bin auch eine s.g.”working mom” arbeite Vollzeit in der Nachtwache. Der Papa arbeitet auch Vollzeit am Tag und unsere Mäuse gehen beide seit ihrem 5. Lebensmonat in die KiTa.
    Natürlich muss ich mich mit Vorwürfen über eine “gestörte Mutter- Kind Bindung” rumschlagen. Aber bei uns ist es nicht so! Meine Mäuse haben Viel Spaß in der KiTa. Sie werden mit vielen Kindern groß. Sie haben Bedürfnisse, die erfüllt werden. Sie haben kein Problem damit, dass ich sie morgens in die KiTa gebe. An den Wochenenden und den Ferien wird den Freunden nachgetrauert. Sie haben sich beide schnell entwickelt. Sie haben beide ein hohes soziales Gefühl.
    Wir haben mir der Entscheidung sie früh zur KiTa zu geben nur profitiert.
    Natürlich haben wir auch Eltern in der KiTa ,die ihre Kinder erst mit drei Jahren in die KiTa geben und dieses für richtig halten oder Werken deren Kinder nur Vormittags in der Betreuung sind. Ich will keinem in seine Entscheidung rein reden. Jeder darf es so machen, wie er es für sich persönlich am besten findet.
    Ich befürworte das frühe “in die Betreuung” geben. (Das habe ich auch in meinem Blog bereits vor einiger Zeit geschildert ) ich finde es auch völlig okay , wenn andere Familien es anders händeln.
    Es sollen mir nur Außenstehende das selbe Verständnis entgegen bringen wie ich es ihnen entgegen bringe.
    LG

  • blümchen 7. Juli 2014 23:06

    Felix Jäger! Endlich! Endlich „spricht“ es mal jemand aus! Genauso ist es! Es geht immer nur darum, wie sich -vor allem Mütter- selbstverwirklichen können, wie sie entspannter sind und wie das Leben mit Kind am besten genauso weitergeht wie ohne. Bloß keine Abstriche machen..zu Hause verblöden…Tag und Nacht sich auf das Kind einlassen…weniger Geld haben…selbst putzen…ja es ist manchmal ganz schön frustrierend, sich selbst zurückzunehmen und voll und ganz für sein Kind da zu sein! Das ist nämlich der wahre Grund, warum viele Mütter in die Arbeitswelt flüchten…sie brauchen Anerkennung und können es nicht aushalten, sich wenigstens 3 Jahre ihres Lebens für ihr Kind zurück zu nehmen. Wenn ich schon mein Lieblingswort „Qualitätszeit“ höre, geht mir die Galle hoch!
    Wie sollen die Kinder sich aufs Leben vorbereiten, wenn sie nie mit einkaufen gehen, nie sehen, wie die Mama mal das Klo putzt oder die Spülmaschine ausräumt? Wenn all das entweder erledigt wird, während sie in einer Krippe mit pädagogisch wertvollem Spielzeug spielen oder eine Putzfrau jeglichen selbstproduzierten Dreck wegmacht? Das ist nicht das wahre Leben…diese Kinder erleben vielleicht jeden Tag ein 2 Std-langes Mama-Entertainment-Programm aber mit Alltag hat das nichts zu tun…
    Meine Antwort auf die Frage, warum sich die Personen gleich angegriffen fühlen, wenn man auch nur den geringsten Einwand hat liegt auf der Hand:
    Man weiß um das moralische Problem, seine Bedürfnisse über die des Kindes zu stellen und geht zum Angriff über…denn ist das nicht die beste Verteidigung?
    In diesem Sinne…
    gute Nacht

  • eleska 7. Juli 2014 19:57

    Eine schön Zusammenfassung, mir als „Betroffene“ fehlt noch ein oder zwei schlagfertige Antworten. Ich werde demnächst aus Rostock nach Stuttgart ziehen, um dort nach abgeschlossenem Studium Vollzeit zu arbeiten. Mein Mann hat seinen Job hier gekündigt und wird zunächst mit dem Kleinen (2,5 Jahre) zu Hause bleiben, bis wir eine Betreuungsmöglichkeit gefunden haben. Ehrlich gesagt habe ich schon Angst vor oben genannten Fragen und getuschelten Anfeindungen… Wie in den Kommentaren schon beobachtet, ist es meiner Meinung nach auch ein Ost-West-Thema. Hier werde ich einmal gefragt, wie ich der Plan ist und das wars.

    @Felix Jäger
    Um einfach mal eine Erfahrung zu berichten:
    Mein Sohn geht in die Krippe seit er ein Jahr alt ist. Ich war acht Monate zu Hause, dann mein Mann nochmal 5 Monate. Wie schon erwähnt wurde, ist es in Ostdeutschland selbstverständlich, dass du dein Kind relativ zeitig in die Krippe gibst. Neben allen anderen Argumenten, die man so vorbringen kann (Finanzen, Selbstbestimmtheit…), hat die Krippe für mich persönlich vor allem zwei riesige Vorteile, der erste ist gut für mich, der zweite gut fürs Kind:
    1. In den acht Monaten zu Hause habe ich gemerkt, dass ich mich absolut nicht als Hausfrau und Mutter eigne. Ich bin da einfach überhaupt nicht der Typ für und zum Schluss bin ich echt die Wände hochgegangen, weil ich nur noch Baby im Kopf hatte und mich einfach mal wieder mit intelligenten gleichaltrigen Menschen austauschen wollte. Ich verbringe am Tag lieber drei qualitativ hochwertige Stunden mit meinem Sohn (16-19 Uhr), als den ganzen Tag mit Haushalt und Kind parallel beschäftigt zu sein.
    2. In der Krippe wird mein Sohn von ausgebildetem Fachpersonal betreut. Diese Menschen mögen Kinder, kümmern sich den ganzen Tag liebevoll und altersgerecht nur um die Kinder, singen, spielen, lesen, malen und toben mit ihnen und sind nur dafür da. In der Krippe hat mein Sohn eine große Spielzeugauswahl und ein riesiges Spielplatzareal, sodass er sich in alle Richtungen austoben und ausprobieren kann. Das kann ich in einer Drei-Zimmer-Wohnung nicht bieten. In der Krippe hat mein Sohn Kontakt zu Gleichaltrigen, mehrere Stunden am Tag. Er lernt dort soziale Interaktion, teilen, gemeinsam spielen, streiten, vertragen, nachmachen, abgrenzen, Regeln, Körper und Sprache einsetzen usw. Diese unglaublich wichtigen sozialen Themen beobachte ich vor allem seit ca. einem halben Jahr, und das ist so viel mehr, als ich ihm alleine zu Hause bieten könnte. In der Kita hat mein Sohn Freunde und Bezugspersonen, es ist also bei weitem keine Fremdbetreuung. Es ist für die kindliche Entwicklung, nebenbei bemerkt, übrigens völlig egal, wer die Rolle der Bezugsperson einnimmt, Mutter, Vater, Großeltern, Tante, Onkel oder eben „Fremde“. Nur der Bezug ist wichtig.

    Zusammengefasst lernt mein Sohn in der Kita also viel mehr und kann sich viel besser entfalten als er es könnte, selbst wenn ich (oder mein Mann) mit ihm zu Hause wären. Selbst wenn ich die Übermutter wäre, die den Haushalt nebenbei stemmt und immer fröhlich ist (bin ich nicht), könnte ich ihm nicht so viel bieten, wie er in der Kita bekommt.
    Ich hoffe ich konnte mit diesem Plädoyer ihre negativen Assoziationen etwas mildern 🙂

  • Mama notes 7. Juli 2014 18:47

    Ich wundern mich darüber, dass jemand, der vorgeblich „Sichtweise und Überzeugungen von Betroffenen“ erfahren möchte, sich nur über eine angebliche Aufgeregtheit mokiert. Ansonsten aber nicht auf Argumente eingeht. Aber gut.

  • Berit 7. Juli 2014 18:45

    Herr Jäger, dann wären de facto fast alle ehemaligen DDR Bürger, die meines Wissens nach flächendeckend ab dem 1., spätestens jedoch 3. Jahr, betreut wurden in ihrer Entwicklung gehemmt. Die Vorteile einer Kindergartenbetreuung wurden schon an anderen Stellen ausführlich analysiert, z.B. hier http://www.bildungsxperten.net/wissen/welche-vorteile-bringt-der-kindergarten/

  • MrsCgn 7. Juli 2014 16:50

    Ich habe meine Antworten auf die o.g. Fragen einmal verbloggt: http://wp.me/p4wwzT-3A

    @ F. Jäger
    Wenn ich den Eintrag hier richtig verstehe, geht es vornehmlich um die Frage, mit welchem Recht solche Fragen Frauen im Job eigentlich gestellt werden. Ich will im Job nicht diskutieren, ob die Betreuung außerhalb der häuslichen vier Wände gut ist oder nicht. Dafür gibt es andere Orte. Und es gibt mit Sicherheit Argumente für beide Seiten. Bitte beachten Sie dabei auch, dass es immer um das Wohl aller (!) Beteiligten geht – es gibt durchaus Fälle, in denen die stundenweise (!) Betreuung des Kindes durch Nicht-Eltern sowohl dem Kind als auch den Eltern gut tut und einer stabilen Beziehung nicht im Wege steht.

  • Fräulein Fuchs 7. Juli 2014 16:16

    *interessieren, natürlich. 😉

  • Fräulein Fuchs 7. Juli 2014 16:06

    Ein spannendes Thema, auf jeden Fall!
    Eine Frage habe ich noch an Felix Jäger: Sie schreiben (und das absolut nachvollziehbar, wie ich finde), dass Mama notes und Sie „genauso wenig, wohlgemerkt“ nicht beurteilen können, wie sich eine Betreuungssituation auf ein Kind und dessen Entwicklung auswirkt.
    Wie kommen sie danach dennoch zu dem Schluss, „dass es sich eher negativ als positiv auswirkt“?
    Diese Frage stelle ich bewusst neutral, es interessiert mich einfach, ebenso wie Sie sicht für die Sichtweisen von „Betroffenen“ interesieren. 🙂
    Mit Grüßen,
    Frl. Fuchs

  • Felix Jäger 7. Juli 2014 14:19

    Liebe Frau Mama notes,

    sehen Sie, ihr Blog-Eintrag ist genau das, was ich meinte. Sie fühlen sich beleidigt und reagieren auch so. Wie ich oben schon erwähnt habe, ist die Frage ungünstig (und auch unnötigerweise abwertend) formuliert. Es ändert aber nichts daran, dass das Hauptproblem bleibt. Sie sagen, dass die Kinder auf die Situation, in frühen Jahren (ich meine damit schon ab dem ersten Lebensjahr), unterschiedlich reagieren. Den Kindergarten und alles danach lasse ich außen vor. Natürlich reagieren alle Kinder anders, es sind ja auch unterschiedliche Menschen. Aber welche Auswirkungen diese Situation auf die Entwicklung des Kindes über sein ganzes Leben hinweg haben wird, dass können Sie und ihr Kind (ich genauso wenig, wohlgemerkt) nicht beurteilen. Ich glaube aber, dass es sich eher negativ als positiv auswirkt.

    Es geht mir wie gesagt nicht darum, jemanden etwas vorzuschreiben oder anzugreifen, sondern einfach darum, die Sichtweise und Überzeugungen von Betroffenen zu erfahren. Ein wenig mehr Unaufgeregtheit würde Ihnen gut tun (auch nur ein Vorschlag! (: ).

    Freundlichste Grüße

  • Mama notes 7. Juli 2014 13:36

    Lieber Felix Jäger, ich habe die Antwort zu Ihrer Fragen soeben schnell verbloggt:
    http://mama-notes.de/und-wie-kommen-deine-kinder-mit-der-fremdbetreuung-klar-dieser-frage-falsch-ist/

  • Janneke 7. Juli 2014 13:16

    Ich bin zwar eine Wessi-Mami, aber für mich war immer klar, dass ich berufstätig bleibe. Dem Vater leider nicht, darum war ich dann auch noch alleinerziehend…

    Zu dem Artikel kann ich nur sagen: Man kann wirklich überall etwas heraushören, wenn man nur will.

    Wenn mir eine dieser Fragen gestellt wurde bin ich normalerweise von ehrlichem Interesse ausgegangen statt von einem Vorwurf.

    Es kommt wohl gar nicht auf die Frage an, sondern nur auf die Intention.

  • Anna 7. Juli 2014 13:06

    Hallo Felix,
    Sie haben Recht, daher hier ein Paar (sehr subjektive) Argumente.
    Fragt man kinderlose, warum sie sich gegen Kinder entscheiden haben? Nein. Weil es zum schlechten Ton gehört. Es gehört sich einfach nicht sich in die Lebenskonzepte anderer einzumischen.
    Das gilt auch für arbeitende Mütter.
    Wenn ich mich in meinem Leben für beides entscheiden habe, dann ist es meine persönliche Entscheidung und geht Außenstehende nichts an. Es ist auch absolut egal wie viel Geld mein Mann verdient, ob ich arbeiten muss oder einfach nur möchte. Solange mein Berufsleben nicht unter meinem Privatleben leiden muss und alles wunderbar klappt, hat es auch niemanden zu interessieren, wie ich es mache. Ich kann es eben.

    Ich weiß nicht genau warum sie der Meinung sind außerfamiliäre Betretung würde den Kindern schaden. Aber es interessiert mich auch nicht!!! Sie müssen sich nicht rechtfertigen, sie können es in Ihrer Familie so organisieren, wie sie es für richtig halten. Es ist Ihre Familie, machen Sie das Beste daraus. Ich versuche es in meiner.

    LG
    Anna

  • sagichjetzteinfachmalso 7. Juli 2014 12:19

    Hi Wiebke,

    ja, das liegt daran, dass Du im Osten lebst.
    Ich war früher beruflich viel in ganz Deutschland unterwegs. Meine Kunden haben mitbekommen, dass ich ein Baby bekommen habe.
    Danach war die Welt im Osten weiterhin in Ordnung und es kamen nur Fragen wie: „Wie geht es Ihnen? Wir alt ist das Baby jetzt?“ etc. Im Rest der Nation kamen die ganzen zum Teil wirklich komischen Fragen. Die beste war die Frage wo denn mein Baby den ganzen Tag ist, wenn ich arbeite…im Hotelzimmer? Hahaha….ich war wirklich kurz sprachlos-und das passiert nicht oft 😉

  • Felix Jäger 7. Juli 2014 11:29

    Hi,

    zwar kann ich nachvollziehen, warum solche Fragen nervig und unverschämt sind, aber was mir hier fehlt ist auch mal eine tatsächliche Antwort, und nicht nur eine schlagfertige Abwehr. Auch wenn die Frage “Und wie kommen deine Kinder mit der Fremdbetreuung klar?” ungünstig formuliert ist, ist der inhaltliche Ursprung doch nicht gerade unumstritten. Ich selbst bin der Meinung, dass es nicht gut für Kinder ist, in frühen Lebensjahren tagsüber nicht von den Eltern betreut zu werden (ob das jetzt Mutter oder Vater ist, ist meiner Meinung nach egal). Anstatt gleich beleidigt zu sein, könnte man ja seine Argumente vorbringen.

    Wünsche einen schönen Tag!

  • Stefan 7. Juli 2014 11:26

    Ich möchte darauf hinweisen, dass all das Gesagte auch für arbeitende Väter gilt, die mehr als nur die Kinder ins Bett zu bringen leisten wollen, bzw. müssen. Als getrennt lebender Vater einer Tochter habe ich den Anspruch mich genau so viel um meine Tochter zu kümmern wie die Mutter. Arbeiten müssen wir beide um über die Runden zu kommen. Da ich trotz gleichem Aufwand auch noch Unterhalt leiste fühle ich mich auch nicht bevorteilt. Ich muss ebenfalls viel Überzeugungsarbeit im Büro leisten und mir die gleichen Sprüche anhören, wenn ich mal wieder früher gehe und jemand anderes einen Termin übernehmen muss.

  • Wiebke (Verflixter Alltag) 7. Juli 2014 11:07

    Liebe Béa,
    vielen lieben Dank für die Zusammenfassung. Eine Sache habe ich mich beim Lesen aber gefragt: Warum wird mir so etwas nicht an den Kopf geworfen? Liegt es daran, dass ich im Osten Deutschlands leben und arbeite, wo die Mentalität noch eine deutlich andere ist? Hier wird man schief angeguckt, wenn man nach einem Jahr NICHT wieder arbeiten geht. Wäre mal interessant zu recherchieren, ob sich an Deiner Twitter-Diskussion auch Mamas aus den NBL gemeldet haben!
    Lieben Gruß, Wiebke

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