ICE Score
Mit dieser simplen Methode setzen Sie die richtigen Prioritäten

Ideen haben Sie viele? Aber die To-do-Liste Ihres Teams ist randvoll? Dann lohnt es sich, den ICE-Score zu nutzen. Damit finden Sie heraus, welche Ideen Sie als Erstes umsetzen sollten.

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ICE-score
© Aleksandr Zubkov / Moment / Getty images

Was ist der ICE-Score?

Sie wollen ein neues Produkt entwickeln oder mehr Umsatz machen? Vielleicht fallen Ihnen dazu eine ganze Menge Ideen ein. Oft fällt es jedoch schwer zu entscheiden, welche Sie als Erstes anpacken und umsetzen wollen. Schließlich gibt es oft mehr Ideen oder Aufgaben als Zeit und Geld.

In solchen Situationen hilft der ICE-Score. Er ermöglicht es, innerhalb kurzer Zeit unterschiedlichen Projekten, Aufgaben oder Ideen eine Priorität zuzuweisen. „Mit dem ICE-Score kann man mathematisch diejenigen Ideen bestimmen, die am vielversprechendsten sind und ein Unternehmen wirklich weiterbringen“, sagt Jonas Österle, der bei der Softwarefirma Brickmakers als Innovation Manager arbeitet und die Methode schon häufig genutzt hat.

Erfunden hat den ICE-Score der US-Amerikaner Sean Ellis. Er lehrt an renommierten Hochschulen wie der Harvard University oder der UC Berkeley, wie Unternehmen wachsen können. In seinem Buch „Hacking Growth“ beschreibt er, wie die ICE-Scoring-Methode funktioniert.

Ursprünglich wurde diese Bewertungsmethode entwickelt, um Wachstumsexperimente zu priorisieren. „Durch ihre Einfachheit in der Anwendung wird sie aber heutzutage für alle Arten von Projekten genutzt“, sagt Marketingexperte Andreas Sobing. Sie eigne sich beispielsweise ideal für die frühe Phase einer Produktentwicklung.

Die Experten
Andreas Sobing ist Marketing-Profi und kennt sich mit Projektmanagement gut aus. Er hat einen Artikel über den ICE Score veröffentlicht.
Jonas Österle
 
 
 
 
Jonas Österle ist Innovation Manager bei der Softwarefirma Brickmakers. Er hat die Methode schon häufig genutzt - auch in einem Workshop bei impulse.

Wofür stehen die Buchstaben ICE?

I = Impact (Einfluss)

Wie groß schätzen Sie den Einfluss auf den Erfolg ein, wenn Sie diese Maßnahme umsetzen (1= klein, 10= großer Einfluss)?

C = Confidence (Zuversicht)

Wie sicher sind Sie, dass die Umsetzung ein Erfolg wird (1= unsicher, 10= sicher)?

E = Ease (Leichtigkeit der Umsetzung)

Wie einfach ist es, die Idee umzusetzen (1= schwierig, 10= einfach)?

Wie berechnet man den ICE-Score?

Im Rahmen der ICE-Bewertungsmethode befragt man laut Sobing die an einem Projekt oder Prozess beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Jede Person weist den Ideen oder Projekten anhand der drei genannten Kriterien einen Wert von 1 (niedrigster Wert) bis 10 (höchster Wert) zu. Anschließend können sie den ICE-Score mit der folgenden Formel berechnen:

ICE = Impact x Confidence x Ease

Man kann den ICE-Score aber auch so berechnen:

ICE = (Impact + Confidence + Ease) / 3

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Österle empfiehlt jedoch, die erste Formel zu nutzen. „Bei der zweiten Formel liegen die Ergebnisse sehr nahe beieinander und man kann auf den ersten Blick schlechter erkennen, welches die Ideen mit der höchsten Punktzahl sind.“

Beispiel für den Einsatz des ICE-Scores

Wie die Methode funktioniert, wird an einem Beispiel deutlich: Ein Betten-Hersteller möchte den Umsatz seines neuen Boxspring-Bettes steigern. In einem Workshop sammelt er mit seinem Team sechs Ideen, wie die Firma mehr Umsatz mit den Betten machen kann. Nun schätzt jeder für seine eigene Idee auf einer Skala von 1 bis 10: Wie hoch ist der Einfluss? Wie sicher bin ich, dass meine Idee Früchte trägt? Wie leicht ist sie umzusetzen?

Für Idee 1 (bspw. 100 Tage Probeliegen und Umtausch-Garantie) ergibt sich nach der ersten Formel beispielsweise diese Gleichung: 6x7x10 = 420

Für Idee 2: 8x8x6 = 384

Für Idee 3: 10x8x5 = 400

Für Idee 4: 6x8x10 = 480

Für Idee 5: 8x7x10 = 560

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Für Idee 6: 6x4x10 = 240

Jetzt sollte der Betten-Hersteller überlegen: Wie viele Ideen kann er beispielsweise im nächsten Monat oder halben Jahr umsetzen? Ist das Ergebnis drei, sollte er nach der ICE-Methode die drei Ideen mit der höchsten Punktzahl auswählen. „Auf die konzentriert man sich und setzt sie um“, sagt Österle.

Sind Teilnehmer anderer Meinung bei einer Bewertung, können sie ein Veto einlegen und mit dem Ideengeber darüber diskutieren. Für die Bewertungen sollte jedoch nicht zu viel Zeit investiert werden, rät Österle. „Für das Gesamtergebnis ist es nicht so relevant, ob das ‚E‘ jetzt eine 8 oder eine 9 ist. Wichtig ist nur: Es ist relativ einfach umzusetzen.“

Wer kann die Methode nutzen? Für wen eignet sie sich?

Aufgrund ihrer Einfachheit eigne sich der ICE-Score für jeden, sagt Sobing. Er empfiehlt jedoch, die Methode in einem kleineren Team zu nutzen. Dabei sollten Sie darauf achten, dass Experten mit dem nötigen Know-how aus verschiedenen Bereichen teilnehmen, neben dem Produktverantwortlichen beispielsweise eine Person aus dem Marketing, dem Vertrieb sowie dem Controlling / der Datenanalyse.

Welche Vorteile hat die Methode?

Es gibt viele verschiedene Bewertungsmodelle. Die ICE-Methode sei jedoch einfacher als die meisten Alternativen, weil für jede mögliche Idee nur drei Kriterien für die Beurteilung benötigt werden, sagt Sobing. Durch den Fokus auf die aussichtsreichsten Ideen habe man mehr Zeit und Budget für die wichtigen Themen. Zusätzlich schaffe der Score Transparenz, warum Ziele weiterverfolgt werden und andere nicht.

Für Österle ist der größte Vorteil, dass man seine Ideen überprüfen und diese nach der Umsetzung messen kann. Nach dem ersten Entwurf könne man weiter am Ergebnis feilen und erhalte so wieder neue wertvolle Erkenntnisse. „Es wird einfach immer deutlicher, worauf der Fokus liegen muss.“

Welche Nachteile hat der ICE-Score?

Ein großer Nachteil des ICE-Scores besteht darin, dass relativ wenige Personen im Unternehmen über genügend Informationen verfügen, um alle drei Elemente zu bewerten. Mitunter könne es vorkommen, dass dieselbe Person dasselbe Merkmal zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschiedlich bewertet, sagt Sobing. Außerdem bestehe die Gefahr, dass Teammitglieder die Bewertungen manipulieren, weil sie ihre eigene Idee priorisieren möchten.

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Was ist der ICE-Score? Sie wollen ein neues Produkt entwickeln oder mehr Umsatz machen? Vielleicht fallen Ihnen dazu eine ganze Menge Ideen ein. Oft fällt es jedoch schwer zu entscheiden, welche Sie als Erstes anpacken und umsetzen wollen. Schließlich gibt es oft mehr Ideen oder Aufgaben als Zeit und Geld. In solchen Situationen hilft der ICE-Score. Er ermöglicht es, innerhalb kurzer Zeit unterschiedlichen Projekten, Aufgaben oder Ideen eine Priorität zuzuweisen. „Mit dem ICE-Score kann man mathematisch diejenigen Ideen bestimmen, die am vielversprechendsten sind und ein Unternehmen wirklich weiterbringen“, sagt Jonas Österle, der bei der Softwarefirma Brickmakers als Innovation Manager arbeitet und die Methode schon häufig genutzt hat. Erfunden hat den ICE-Score der US-Amerikaner Sean Ellis. Er lehrt an renommierten Hochschulen wie der Harvard University oder der UC Berkeley, wie Unternehmen wachsen können. In seinem Buch „Hacking Growth“ beschreibt er, wie die ICE-Scoring-Methode funktioniert. Ursprünglich wurde diese Bewertungsmethode entwickelt, um Wachstumsexperimente zu priorisieren. „Durch ihre Einfachheit in der Anwendung wird sie aber heutzutage für alle Arten von Projekten genutzt“, sagt Marketingexperte Andreas Sobing. Sie eigne sich beispielsweise ideal für die frühe Phase einer Produktentwicklung. [zur-person] Wofür stehen die Buchstaben ICE? I = Impact (Einfluss) Wie groß schätzen Sie den Einfluss auf den Erfolg ein, wenn Sie diese Maßnahme umsetzen (1= klein, 10= großer Einfluss)? C = Confidence (Zuversicht) Wie sicher sind Sie, dass die Umsetzung ein Erfolg wird (1= unsicher, 10= sicher)? E = Ease (Leichtigkeit der Umsetzung) Wie einfach ist es, die Idee umzusetzen (1= schwierig, 10= einfach)? Wie berechnet man den ICE-Score? Im Rahmen der ICE-Bewertungsmethode befragt man laut Sobing die an einem Projekt oder Prozess beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Jede Person weist den Ideen oder Projekten anhand der drei genannten Kriterien einen Wert von 1 (niedrigster Wert) bis 10 (höchster Wert) zu. Anschließend können sie den ICE-Score mit der folgenden Formel berechnen: ICE = Impact x Confidence x Ease Man kann den ICE-Score aber auch so berechnen: ICE = (Impact + Confidence + Ease) / 3 Österle empfiehlt jedoch, die erste Formel zu nutzen. „Bei der zweiten Formel liegen die Ergebnisse sehr nahe beieinander und man kann auf den ersten Blick schlechter erkennen, welches die Ideen mit der höchsten Punktzahl sind.“ Beispiel für den Einsatz des ICE-Scores Wie die Methode funktioniert, wird an einem Beispiel deutlich: Ein Betten-Hersteller möchte den Umsatz seines neuen Boxspring-Bettes steigern. In einem Workshop sammelt er mit seinem Team sechs Ideen, wie die Firma mehr Umsatz mit den Betten machen kann. Nun schätzt jeder für seine eigene Idee auf einer Skala von 1 bis 10: Wie hoch ist der Einfluss? Wie sicher bin ich, dass meine Idee Früchte trägt? Wie leicht ist sie umzusetzen? Für Idee 1 (bspw. 100 Tage Probeliegen und Umtausch-Garantie) ergibt sich nach der ersten Formel beispielsweise diese Gleichung: 6x7x10 = 420 Für Idee 2: 8x8x6 = 384 Für Idee 3: 10x8x5 = 400 Für Idee 4: 6x8x10 = 480 Für Idee 5: 8x7x10 = 560 Für Idee 6: 6x4x10 = 240 Jetzt sollte der Betten-Hersteller überlegen: Wie viele Ideen kann er beispielsweise im nächsten Monat oder halben Jahr umsetzen? Ist das Ergebnis drei, sollte er nach der ICE-Methode die drei Ideen mit der höchsten Punktzahl auswählen. „Auf die konzentriert man sich und setzt sie um", sagt Österle. Sind Teilnehmer anderer Meinung bei einer Bewertung, können sie ein Veto einlegen und mit dem Ideengeber darüber diskutieren. Für die Bewertungen sollte jedoch nicht zu viel Zeit investiert werden, rät Österle. "Für das Gesamtergebnis ist es nicht so relevant, ob das 'E' jetzt eine 8 oder eine 9 ist. Wichtig ist nur: Es ist relativ einfach umzusetzen.“ Wer kann die Methode nutzen? Für wen eignet sie sich? Aufgrund ihrer Einfachheit eigne sich der ICE-Score für jeden, sagt Sobing. Er empfiehlt jedoch, die Methode in einem kleineren Team zu nutzen. Dabei sollten Sie darauf achten, dass Experten mit dem nötigen Know-how aus verschiedenen Bereichen teilnehmen, neben dem Produktverantwortlichen beispielsweise eine Person aus dem Marketing, dem Vertrieb sowie dem Controlling / der Datenanalyse. [mehr-zum-thema] Welche Vorteile hat die Methode? Es gibt viele verschiedene Bewertungsmodelle. Die ICE-Methode sei jedoch einfacher als die meisten Alternativen, weil für jede mögliche Idee nur drei Kriterien für die Beurteilung benötigt werden, sagt Sobing. Durch den Fokus auf die aussichtsreichsten Ideen habe man mehr Zeit und Budget für die wichtigen Themen. Zusätzlich schaffe der Score Transparenz, warum Ziele weiterverfolgt werden und andere nicht. Für Österle ist der größte Vorteil, dass man seine Ideen überprüfen und diese nach der Umsetzung messen kann. Nach dem ersten Entwurf könne man weiter am Ergebnis feilen und erhalte so wieder neue wertvolle Erkenntnisse. „Es wird einfach immer deutlicher, worauf der Fokus liegen muss.“ Welche Nachteile hat der ICE-Score? Ein großer Nachteil des ICE-Scores besteht darin, dass relativ wenige Personen im Unternehmen über genügend Informationen verfügen, um alle drei Elemente zu bewerten. Mitunter könne es vorkommen, dass dieselbe Person dasselbe Merkmal zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschiedlich bewertet, sagt Sobing. Außerdem bestehe die Gefahr, dass Teammitglieder die Bewertungen manipulieren, weil sie ihre eigene Idee priorisieren möchten.
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