Dresscodes Von Smart Casual bis Black Tie: Was Dresscodes bedeuten

Sie lieben Ihren braunen Anzug? Dann haben wir schlechte Nachrichten für Sie: Wenn Sie die gängigen Dresscodes beachten, gilt nach 18 Uhr: "No brown in town".

Sie lieben Ihren braunen Anzug? Dann haben wir schlechte Nachrichten für Sie: Wenn Sie die gängigen Dresscodes beachten, gilt nach 18 Uhr: "No brown in town".© ThorstenSchmitt / Fotolia.com

Sie sind auf ein besonderes Event eingeladen, auf der Einladung steht der gewünschte Dresscode. Eine Stil-Expertin erklärt, was sich hinter Dresscodes wie "Casual", "Smart Casual" oder "Informal" verbirgt.

Als Unternehmer wird man hin und wieder auf besondere Veranstaltungen eingeladen, den IHK-Ball oder einen Stadt-Empfang zum Beispiel. Da ist natürlich schicke Kleidung angesagt. Für einige Events geben Gastgeber Dresscodes wie „Casual“, „Informal“ oder „Black Tie“ vor.

An diese Kleidervorgaben sollte man sich halten, rät Stil-Expertin und Knigge-Trainerin Karin F. Hallinger. Gastgeber wollen damit ihrer Veranstaltung einen besonderen Rahmen verleihen, denn der Kleidungsstil der Gäste sagt viel über das Niveau eines Events aus. Doch was, wenn man sich nicht an die Dresscodes hält? „Sie hinterlassen einen schlechten Eindruck und schlimmstenfalls lädt der Gastgeber Sie nicht mehr ein“, erklärt Hallinger.

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Gehen Sie deshalb lieber overdressed zu einer Veranstaltung, als underdressed, wenn Sie nicht ganz sicher sind. Ist man als Mann der einzige mit Krawatte, dann kann man die einfach schnell abnehmen. „Für eine Frau ist das etwas schwieriger. Trägt sie als einzige ein langes Kleid, kann sie das nicht eben mal abschneiden. Aber sie kann auffällige Accessoires ablegen“, sagt die Stil-Expertin.

„Heute weiß keiner mehr, wie er sich kleiden soll“

„Man sagt, dass der Dresscode nur für die Herren auf der Einladung steht, weil eine Frau weiß, wie sie sich zu kleiden hat. So war das früher. Heute weiß allerdings keiner mehr, wie er sich kleiden soll, weil die Dresscodes aufgeweicht sind.“ Laden Sie selbst mal zu einem Event ein, schreiben Sie genau auf die Einladung, welche Kleidung Sie von Ihren Gästen erwarten.  In Bayern sind zum Beispiel als „Festtagskleidung“ auch Dirndl oder Trachtenanzug erlaubt. Wer also nicht genau definiert, wie sich die Gäste kleiden sollen – zum Beispiel mit Vorgaben wie „Sommerkleidung“ – darf sich nicht wundern, wenn eine Frau im Abendkleid kommt und die andere im Sommerkleid, erklärt die Expertin.

„Ich empfehle immer: Fragen Sie im Vorfeld der Veranstaltung nach, was genau sich der Gastgeber vorstellt. Denn nicht immer sind die Dresscodes eindeutig vorgegeben“, so Hallinger weiter.

Dresscodes im Überblick

Für alle gängigen Dresscodes kommt hier eine Anleitung der Stil-Expertin:

Business
Ist der Dresscode „Business“ gefordert, sollten Männer im zwei- oder dreiteiligen dunklen Anzug kommen, auch Nadelstreifenanzüge sind erlaubt. Dazu tragen sie Hemd und Krawatte und Schuhe, die mit der Farbe des Gürtels abgestimmt sind. „Als Hemdfarbe würde ich zu weiß oder hellblau raten“, sagt Karin F. Hallinger. Rosa stehe nicht jedem Mann, damit solle man vorsichtig sein.

Damen kommen im dunklen Hosenanzug oder Kostüm, dazu tragen sie eine passende Bluse in einem hellen Farbton, beispielsweise weiß, rosé oder auch hellgrün. Egal wie warm es ist, eine Strumpfhose ist Pflicht, sagt Hallinger. Je formeller der Termin, desto strenger sollte auch die Frisur sein.

Casual
Vorsicht Falle: „Casual“ klingt lässiger, als man denken könnte. Ist dieser Dresscode gefordert, tragen Männer einen Anzug ohne Krawatte, Frauen einen Hosenanzug oder ein Kostüm. Für Frauen und Männer gilt gleichermaßen: dezente Farben wählen und Blazer, beziehungsweise Jackett, auf jeden Fall mitnehmen; falls alle anderen ohne kommen: einfach ablegen.

Smart Casual / Business Casual
Die Kleidungsstile „Casual“ und „Smart Casual“ liegen sehr nah beieinander. Hallinger erklärt die feinen Unterschiede: „Bei Smart Casual kann man eher Anzüge aus robusteren Stoffe tragen, auch bei den Hemden sind schwerere Baumwollstoffe erlaubt.“ In Mode sind gerade auch bunte Cordhosen, beispielsweise in rot oder gelb. Dazu trägt man einfach ein Jackett mit einem Einstecktuch, das zur Hosenfarbe passt.

Come as you are
Für Veranstaltungen nach Feierabend wird oft der Dresscode „Come as you are“ vorgegeben. Das heißt zwar wörtlich übersetzt: „Komm, wie du bist“ – wörtlich sollten Sie diesen Dresscode allerdings nur nehmen, wenn Sie ohnehin im Anzug oder im Kostüm unterwegs sind. In diesem Fall erwartet man nicht, dass Sie vor der Veranstaltung nach Hause gehen und sich umziehen, erklärt die Stil-Expertin. Wer tagsüber mit Jeans unterwegs war, kommt als Mann um den Anzug nicht herum; die Krawatte immerhin ist keine Pflicht.

Damen kommen im Hosenanzug oder Kostüm, können aber statt eines Blazers auch eine Strickjacke tragen. Auch ein Twin-Set ist passend. Die Schultern sollten aber auf jeden Fall bedeckt sein.

Informal
Der Dresscode Informal wird oft für Abendveranstaltungen genutzt. Er ist eine dezente Abendvariante des Business-Dresscodes. Der Anzug sollte eine dunkle Farbe haben, braun nach 18 Uhr ist aber ein No-Go. Dazu Hemd, Krawatte und ordentliche Schuhe. „Man erwartet, dass die Gäste relativ schlicht gekleidet kommen, aber eben nicht mit braunen Accessoires oder braunen Schuhen“, sagt Hallinger.

Bei Frauen gibt es keinen Unterschied zum Dresscode Business.

Semi-formal
Die Dresscodes „Semi-formal“ und „Informal“ sind sehr ähnlich. Männer kommen in Anzug, Hemd und Krawatte, für Frauen kommt auch ein Kleid in Frage, tagsüber etwa Etuikleider, abends Abend- oder Cocktailkleider. Das ist allerdings von der Veranstaltung abhängig – im Zweifelsfall nachfragen, rät Stil-Expertin Hallinger.

Cut/Cutaway/Morning Dress
Ein Cutaway wird zum Beispiel häufig auf klassischen Hochzeiten oder bei Pferderennen. Es gibt aber eine wichtige Regel: Einen Cutaway trägt man nicht nach 17 Uhr!  Stil-Expertin Hallinger erklärt: „Der Cut ist eine knielange, taillierte Jacke mit einem Schlitz hinten und vorne steigendem Revers. Farblich ist er eher in Grautönen gehalten. Das Besondere ist die Hose, die in verschiedenen Grautönen gestreift ist. Man trägt immer eine Weste darunter.“

Die Schuhe sollten schwarze Oxford-Schuhe sein – das sind klassische elegante Herrenschuhe mit einer geschlossenen Schnürung: Bei einem gebundenen Oxford ist nur der obere Rand der Zunge zu sehen. Das Wichtigste beim Cut ist laut Hallinger: „Man trägt niemals nie eine Fliege dazu!“

Bei Dresscode Cut/Cutaway/Morning Dress tragen Damen ein knieumspielendes Kleid, immer mit Strumpfhose.

Black Tie/Smoking
Ein Smoking ist immer schwarz oder nachtblau, das ist ein so dunkles Blau, dass man es nicht von Schwarz unterscheiden kann. Die Hose des Smokings ist mit einem Galon verziert: ein Zierstreifen an den Außennähten, meist aus Seide. Zum Smoking wird ein besonderes Hemd getragen: Es hat einen Kläppchenkragen und eine verdeckte Knopfleiste. Ein Kummerbund macht das Outfit komplett.

Wer es kann, der trägt eine selbstgebundene Fliege. Zur Sicherheit sollten Männer immer eine fertig gebundene Fliege in Reserve haben, rät die Stil-Expertin – für den Fall, dass der Flieger mal Verspätung hat und das Binden unter Zeitdruck nicht mehr klappt. Die Fliege muss unbedingt schwarz sein (deswegen auch die Bezeichnung „Black Tie“). Außerdem trägt man zum Smoking immer Manschettenknöpfe und ein weißes oder schwarzes Einstecktuch. „Und der richtige Kenner trägt Lackschuhe“, sagt Hallinger. Wer möchte, kann zum Smoking einen Zylinder tragen.

„Frauen tragen zu diesem Dresscode immer ein langes Abendkleid und immer ein Jäckchen oder eine Stola, zeigen also keinen Arm“, erklärt Hallinger.

White Tie/Frack
Ein Frack ist immer schwarz. Auch zum Frack trägt man im besten Fall eine selbstgebundene Fliege, diesmal aber in Weiß („White Tie“). Die Hose hat unten am Bein einen Umschlag. Außerdem trägt man eine weiße Weste mit einem Ausschnitt in V-Form unter dem Frack. Ein Frackhemd ist aus weißem Pikee gemacht, das ist ein Baumwollstoff mit feinem Waben- oder Waffelmuster. Auch hier werden schwarze Lackschuhe getragen und wer mag, trägt einen schwarzen Zylinder. „Und wenn schon, denn schon auch noch eine Taschenuhr und vielleicht weiße Handschuhe“, sagt die Knigge-Trainerin.

Für Frauen gilt: „Damen müssen unbedingt ein langes Abendkleid tragen, am besten sogar eine Abendrobe, vielleicht mit einem Reifrock darunter, ganz im Prinzessinnen-Stil. Außerdem noch tolle Accessoires, vielleicht ein Diadem und tolle Ohrringe. Da kann man dann richtig klotzen.“


Wie Sie bei wichtigen Geschäftstreffen mit einem professionellen Outfit punkten, verrät Hallinger im Artikel „So wählen Sie Ihre Kleidung für wichtige Termine“.

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