Krankenversicherung Wann Sie von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln können

  • Aus dem Magazin
Ein  Wechsel von der private Krankenversicherung in die gesetzliche Krankenversicherung ist nur in bestimmten Fällen möglich.

Ein Wechsel von der private Krankenversicherung in die gesetzliche Krankenversicherung ist nur in bestimmten Fällen möglich.© Fotolia

Viele Unternehmer und Selbstständige müssen bald wieder mehr für ihre private Krankenversicherung zahlen. Wer in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln will, hat es jedoch schwer. Lediglich in diesen Fällen ist das möglich.

Viele Unternehmer und Selbstständige sind privat krankenversichert. Doch immer mehr ächzen unter der Höhe der Krankenversicherungsbeiträge. Tausende müssen Jahr für Jahr teils deutlich mehr bezahlen. Allein 2015 erhöhten die DKV Deutsche Krankenversicherung, Allianz und Deutscher Ring ihre Beiträge um mehr als zehn Prozent. Zum 1. April 2016 müssen Versicherte der DKV mit einer erneuten Beitragssteigerung von im Schnitt 7,8 Prozent rechnen.

Insbesondere im Alter wachsen vielen Unternehmern und Selbstständigen die Beiträge für ihre Privatpolice über den Kopf. Denn während die Beiträge für Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen im Altern sinken, müssen Privatversicherte im Ruhestand oft weit höhere Summen aufbringen als während ihrer Berufstätigkeit. Die Stiftung Warentest warnt längst vor der „Kostenfalle für Rentner“.

Wer in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln will, hat es jedoch schwer. Lediglich in diesen Fällen ist ein Wechsel ins gesetzliche System möglich:

Fall 1: Wieder Arbeitnehmer werden. 
Wird ein Selbstständiger oder Unternehmer sozialversicherungspflichtig angestellt, ist ein Wechsel in die GKV möglich – allerdings nur, wenn der Versicherte nicht älter als 55 Jahre ist. Zudem darf der Bruttoverdienst 2016 im neuen Job 56.250 Euro nicht übersteigen.

Fall 2: In Teilzeit jobben. 
Alternativ können Versicherte unter 55 ihre Selbstständigkeit beziehungsweise Unternehmertätigkeit reduzieren und einen versicherungspflichtigen Teilzeitjob annehmen. Mindestens die Hälfte der Arbeitszeit muss jedoch auf die unselbstständige Beschäftigung entfallen. Laut dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen kann man bei Arbeitnehmern, die über 20 Stunden arbeiten und deren Arbeitsentgelt mehr als die Hälfte der monatlichen „Bezugsgröße“ (2016: 1452,50 Euro in den alten, 1260 Euro in den neuen Bundesländern) ausmacht, davon ausgehen, dass für eine hauptberufliche selbstständige Tätigkeit „kein Raum mehr bleibt“.

Fall 3: Die Familienversicherung in Anspruch nehmen. 
Verheiratete Selbstständige jedweden Alters können über ihren Ehepartner zurück in die gesetzliche Krankenversicherung kommen. Voraussetzung ist, dass das eigene Einkommen nicht mehr als 415 Euro im Monat beträgt. Wird eine geringfügige Beschäftigung ausgeübt, beträgt die Einkommensgrenze 450 Euro monatlich. Nach dem Sozialgesetzbuch (§ 188 Abs. 4 SGB V) setzt sich eine freiwillige Mitgliedschaft fort, wenn der Versicherte nicht innerhalb von zwei Wochen nach Ende der Familienversicherung seinen Austritt erklärt. Wer also ein Gewerbe abmeldet und per Familienversicherung Mitglied einer Krankenkasse wird, bleibt dies – als freiwilliges Mitglied -, wenn er nach kurzer Zeit sein Gewerbe wieder anmeldet.

Fall 4: Sich arbeitslos melden. 
Für Selbstständige heißt das: Sie müssen Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben, Ihre selbstständige Tätigkeit aufgeben und sich beim Arbeitsamt melden. Diese Möglichkeit besteht allerdings nicht für Menschen über 55 Jahren, die in den letzten fünf Jahren nicht mindestens einen Tag lang in der GKV waren.

Wer keine dieser Möglichkeiten für sich in Anspruch nehmen kann oder will, dem bleibt oft nur der Weg in den sogenannten Basistarif seiner privaten Krankenversicherung.

Wechsel in den Basistarif der privaten Krankenversicherung

Privatversicherte haben die Möglichkeit innerhalb ihrer Gesellschaft einen günstigeren Tarif zu wählen. Reicht die Ersparnis nicht, können sie in den sogenannten Basistarif wechseln. Möglich ist dies, wenn der Kunde über 55 Jahre alt ist oder nachweislich seine Prämien nicht mehr bezahlen kann. Wer nach 2009 seine Private Krankenversicherung abgeschlossen hat, kann jederzeit in den Basistarif wechseln. Eine erneute Gesundheitsprüfung ist nicht nötig. Die Leistungen im Basistarif entsprechen in etwa dem der gesetzlichen Krankenversicherungen.

Das Problem: Die Ärzte sind nicht an eine Abrechnung auf Grundlage des Basistarifs gebunden. Höhere Rechnungen sind möglich. Dann müssen die Kunden den Mehraufwand aus eigener Tasche zahlen. Der Basistarif darf 2016 höchsten 665,29 Euro pro Monat kosten – das entspricht dem Höchstsatz der gesetzlichen Krankenversicherung plus den durchschnittlichen Zusatzbeitrag der Krankenkassen.

 

impulse_Cover_01_2016-100Mehr zum Thema Private Krankenversicherung – und wie Sie für das Alter vorsorgen können, um nicht als Rentner in die Kostenfalle zu tappen – finden Sie in der impulse-Ausgabe 03/15.

Sie können die Ausgabe als Einzelheft oder als ePaper kaufen. Übrigens: Mitglieder im impulse-Netzwerk erhalten die neueste Ausgabe jeden Monat nach Hause geliefert. Und über die impulse-App für iOS- und Android-Geräte können Sie die neuen Ausgaben bequem auf Tablet oder Smartphone lesen.

2 Kommentare
  • J.Ludwig 13. März 2016 11:39

    Danke für die Tipps, so kann ich jetzt das Beste für mich rausholen. Ich bin ja als ich jung, gesund und gut verdienend war in die PKV um mir viel Geld zu sparen, und ich hatte auch kein Interesse die weniger leistungsstarken mitzufinanzieren. So seh ich das auch noch heute, bin nun aber alt und öfter auch krank, und bin der Meinung das die solidargemeinschaftliche GKV sich ihrer Verantwortung für mich nicht entziehen darf. Ich denk es sollte mein selbstverständliches gutes Recht sein in die GKV zu wechseln, aber mit den von Ihnen gennanten Tricks schaff ich das wahrscheinlich auch so.

    Tschakka

  • Name 26. Februar 2015 12:18

    Hallo Peter,

    hier ist ein interessanter Artikel zum Thema private Krankenversicherung.

    Viele Grüße

    Heinz Peter Giesen

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.