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Social-Media-Marketing auslagern Welche Unternehmen Social Media lieber nicht einer Agentur überlassen sollten

  • Serie
Viele Unternehmer wollen alles selber machen - und verzetteln sich. Daher kann es sinnvoll sein, das Social-Media-Marketing an eine Agentur auszulagern. Aber nicht für jeden.

Viele Unternehmer wollen alles selber machen - und verzetteln sich. Daher kann es sinnvoll sein, das Social-Media-Marketing an eine Agentur auszulagern. Aber nicht für jeden.© knallgruen / photocase.de

Social Media macht viel Arbeit. Warum also nicht alles an eine Agentur auslagern? Für manche Unternehmen ist das keine gute Idee - schreibt ausgerechnet der Gründer einer Social-Media-Agentur.

Auch kleine und mittelständische Unternehmen nutzen für ihr Marketing immer öfter Social-Media-Kanäle. Sie richten eine Fanseite auf Facebook ein und legen direkt damit los, für die eigenen Produkte und Dienstleistungen zu werben. Leider stellen sie sehr schnell fest, dass niemand daran interessiert ist, Fan einer Werbeseite zu werden. Die Folge: Das Unternehmen pflegt die Fanseite nicht weiter – schließlich „funktioniert das sowieso nicht“.

Natürlich ist das falsch. Es müsste heißen: „So funktioniert das sowieso nicht“. Denn das Problem ist nicht, dass Social Media für Ihre Branche, Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung nicht funktioniert. Es ist die Herangehensweise, die dafür verantwortlich ist, dass die ersten Gehversuche in den sozialen Medien häufig scheitern.

Anzeige

Denn wenn Sie nur für Ihr Angebot werben, wäre es so, als wenn man eine Anzeige „liken“ würde, um damit zu signalisieren: „Ich will mehr Anzeigen sehen“. Sie werden sicher verstehen, dass das niemand macht – Sie selbst auch nicht.

Soll ich überhaupt mit Social-Media-Marketing anfangen?

Schließlich geht es bei Social Media nicht darum zu verkaufen, sondern zu zeigen, dass Sie der richtige Ansprechpartner sind, wenn ein Kunde Unterstützung benötigt. Es geht um die Stärkung der eigenen Expertenstellung, den Aufbau von Vertrauen in die eigenen Dienstleistungen. Wenn Sie überlegen, Social Media für die Unternehmenszwecke zu nutzen, sollte Sie sich deshalb zuerst fragen:

  • Bin ich bereit, die klassischen Prinzipien der Werbung über Bord zu werfen?
  • Bin ich bereit, Zeit und Geld in die Produktion hochwertiger Inhalte zu investieren?
  • Bin ich bereit, Social Media zu leben und diesen Kanal als Teil meiner gesamten Unternehmensstrategie zu betrachten?

Dreimal Ja? Dann sollten Sie keine Zeit verlieren.

Welche Inhalte passen zu meinem Unternehmen?

Überlegen Sie sich zunächst, wie Sie Ihr Angebot vermarkten, ohne es plump zu bewerben. Fakt ist: Wenn es eine Zielgruppe für Ihr Produkt gibt, finden Sie diese Zielgruppe auch in den sozialen Netzwerken. Sie müssen die Nutzer „nur“ richtig ansprechen.

Vor allem dann, wenn Sie bisher ausschließlich klassische Werbeformate genutzt haben, gilt es umzudenken: Das, was bei Radio, Print oder TV funktioniert, klappt in den sozialen Netzwerken nicht. Denn jetzt müssen Sie nicht mehr nur das Produkt und Ihre Firma vorstellen, sondern einen Mehrwert für den Kunden schaffen. An dieser Stelle ist Content Marketing wichtig:

  • Liefern Sie hochwertige Inhalte – pflegen Sie einen Unternehmensblog und schreiben Sie Ratgebertexte, erstellen Sie Infografiken, produzieren Sie Videos.
  • Stellen Sie in diesen Inhalten eine Lösung für ein Problem vor, das Ihre Zielgruppe beschäftigt.
  • Dabei ganz wichtig: Ihr Produkt ist nicht die Lösung. Die Lösung ist etwas, das der Kunde selbst anwenden kann. Ihr Produkt macht es ihm jedoch noch einfacher.

Wer setzt die Ideen um: mein Betrieb oder eine externe Agentur?

Wer soziales Marketing richtig machen will, muss Zeit investieren. Man braucht Know-how über die unterschiedlichen Social-Media-Kanäle und es können viele Versuche notwendig sein, bis die richtige Strategie gefunden ist.

Zeit? Know-how? Lust auf Fehlversuche? Viele Unternehmer sagen, dass sie von allem drei zu wenig haben.

Ein Gedanke drängt sich daher auf: Warum nicht zurücklehnen und jemanden beauftragen, der das alles für einen erledigt? Warum nicht eine Agentur mit der Pflege der Social-Media-Profile beauftragen und schnell die Vorteile der digitalen Werbewelt genießen?

Wer sein Social-Media-Marketing nicht outsourcen sollte

Ich bin Gründer einer Social-Media-Agentur. Und daher wird Sie meine Aussage vielleicht überraschen: Einige Unternehmen sollten die Pflege ihrer Profile bei Facebook, Instagram & Co. auf keinen Fall outsourcen!

Dazu gehören etwa Ladengeschäfte. Denn sie leben von ihrer Nähe zum Kunden – und wer kann das in den sozialen Medien besser widerspiegeln als sie selbst?

Nehmen wir den Cafébesitzer, der seine Kundschaft jeden Tag mit herrlichem Kaffee verwöhnt und Gebäck anbietet, das mit so viel Liebe gebacken wurde, dass die Gäste gerne für immer bleiben möchten. Fotos oder Videos aus dem Unternehmensalltag, von den Produkten und dem Team sollten hier einen Teil der Inhalte in den Social-Media-Profilen ausmachen. Schließlich geht es hier um Emotionen, Persönlichkeit, Authentizität. Das können Sie besser als jede Agentur.

Die Kehrseite ist jedoch nicht zu verachten: Sie müssen sich die Zeit nehmen, sich in das Thema einzuarbeiten, täglich weiterzubilden, Bilder und Videos zu produzieren, auf Kommentare zu reagieren, eventuell die Mitarbeiter involvieren, um für die nötige Beitragsfrequenz (mindestens vier Beiträge pro Woche) zu sorgen.

Vor- und Nachteile einer Social-Media-Agentur

Können Sie das nicht leisten, ist eine Agentur die bessere Wahl. Denn das, was Sie an Budget zur Verfügung stellen, sparen Sie und Ihre Mitarbeiter an Zeit, die Sie für Ihr Kerngeschäft nutzen können. Außerdem können Sie sich bei einer guten Agentur sicher sein, dass die Auftritte in den sozialen Netzwerken strategisch und nachhaltig aufgebaut werden, wenn die Agentur es schafft:

  • Ihr Unternehmen emotional und persönlich zu präsentieren.
  • Nähe zu den Nutzern zu schaffen.
  • Mit Mehrwerten zu überzeugen.
  • Ein Konzept zu entwickeln, das perfekt zu Ihrem Klientel passt und sich gleichzeitig nahtlos in Ihre Unternehmensstrategie einbetten lässt.

Aber natürlich hat eine Agentur auch Nachteile, vor allem für lokale Unternehmen: Die Pflege der Social-Media-Profile durch einen externen Dienstleister kann weniger authentisch erscheinen. Außerdem können Sie ihr Bildmaterial oft nur selbst erstellen – zum Beispiel Bilder von Kunden. Diese an eine Agentur weiterzuleiten, damit diese das Material online stellt, ist nicht effizient. Dazu kommen die Kosten und die aufwendige Suche nach einer passenden Agentur.

5 Tipps für die Auswahl einer Social-Media-Agentur

Doch wie findet man eine Agentur, die zu einem passt und gute Arbeit macht? Häufig reichen ein Blick auf die Webseite und ein erstes unverbindliches Gespräch mit den Verantwortlichen. Achten Sie dabei auf folgende Punkte:

  1. Spezialisierung: Handelt es sich um eine „echte“ Social-Media-Agentur oder ist Social-Media-Marketing nur ein Teil des Leistungsportfolios? Social-Media-Marketing braucht Spezialistenwissen, um erfolgreich zu sein. Um eine Full Service Agentur sollten Sie meiner Meinung nach einen weiten Bogen machen. Ähnliches empfehle ich Ihnen übrigens auch für Ihre SEO-Bemühungen!
  2. Standardpreise: Unterbreitet man Ihnen direkt beim ersten Gespräch ein konkretes Angebot (mit einem Preis)? Wenn ja, sollten Sie sich anderweitig umschauen, da jedes Unternehmen eine individuelle Strategie braucht, die sich nur selten standardisieren lässt.
  3. Mindestpreis: Ein „Ab-Preis“ ist jedoch unerlässlich, schließlich müssen Sie wissen, was die Betreuung durch die Agentur kostet. Bedenken Sie dabei: Social-Media-Marketing braucht ein gewisses Budget, um leistungsfähig zu sein. Dabei gilt es, ein gutes Preis-Leistungspaket zu finden. Die Konzeption und Betreuung einer Facebook-Fanseite beispielsweise kann aufgrund des notwendigen Aufwands nicht unter 1200 Euro pro Monat kosten. Finden Sie ein Angebot, das wesentlich günstiger ist, sollten Sie hellhörig werden und genau nachfragen, was im Leistungspaket enthalten ist.
  4. Details klären: Fragen Sie nach, wie die Agentur an Projekte wie Ihres herangeht. Steht der Mehrwert im Vordergrund? Wie ist die Strategie aufgebaut, was sind die konkreten Ziele und wie werden die Erfolge gemessen? Hat die Agentur darauf gute Antworten, könnte das Ihr zukünftiger Partner für den Bereich Social Media werden.
  5. Die richtigen Kanäle nutzen: Fragen Sie nach, welche sozialen Netzwerke man Ihnen empfiehlt – ist die Antwort „alle Netzwerke“, dann dürfen Sie aufstehen und gehen, denn kein Unternehmen braucht alle Netzwerke. Ein Rat, der in diese Richtung geht, zielt allein darauf ab, möglichst viel Geld zu verdienen, ohne dafür Ergebnisse zu erzielen, die Sie in Ihrem Schaffen voranbringen.

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2 Kommentare
  • Petra Keller 10. Oktober 2016 16:00

    Toll geschrieben lieber Keyvan. Inhaltlich auch absolut auf dem Punkt, bin ganz deiner Meinung!

    Liebe Grüsse und alles Gute weiterhin!

  • Alex Simal 10. Oktober 2016 11:22

    Wenn das so ist, lieber Keyvan Haghig Mehr, dass „Ladengeschäfte“ selber Social Media machen sollten, solltest du diese Empfehlung auch mal deinem Kunden Fressnapf und Riva Kosmetik an „den elitären Sophienterrassen“ mitteilen.

    Deine Ladenbetreiber-Kunden vor Ort werden sich über den Zugewinn an „Persönlichkeit und Authenitizität“, wie du so schön schreibst, freuen, wenn du sie künftig nicht mehr betreust.

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