Sinnvoll spenden So finden Sie seriöse Spendenorganisationen

Zur Weihnachtszeit spenden viele Unternehmer Geld - nur wie macht man das sinnvoll?

Zur Weihnachtszeit spenden viele Unternehmer Geld - nur wie macht man das sinnvoll?© PolaRocket / photocase.de

Weihnachtszeit ist Spendenzeit – das gilt auch für zahlreiche Unternehmen. Aber wie findet man Hilfsorganisationen oder Projekte, bei denen das Geld auch wirklich bei den Bedürftigen ankommt?

Deutsche Unternehmer sind großzügig: Vier von fünf Betrieben spenden Geld, fast jedes zweite Unternehmen tut dies regelmäßig. Alles in allem summieren sich die Geldspenden laut der Corporate Citizenship Survey 2018 des Stifterverbandes und der Bertelsmann Stiftung auf 9,5 Milliarden Euro im Jahr.

Doch kommt das Geld auch wirklich da an, wo es gebraucht wird? Mehr als 600.000 gemeinnützige Organisationen buhlen nicht nur in der Weihnachtszeit um die Gunst der Spender. Allerdings ist nicht jede Organisation, die um Spenden wirbt, seriös.

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So stellen Sie sicher, dass Sie an seriöse Organisationen spenden

Das Spendensiegel des DZI

Eine Hilfe bei der Auswahl bietet das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI). Es belegt, dass eine Organisation mit den ihr anvertrauten Geldern sorgfältig und verantwortungsvoll umgeht. Eine Liste mit den derzeit 230 Organisationen, die das Spendensiegel bekommen haben, finden Sie auf der Website des DZI. Dort wird auch eine Liste veröffentlicht mit Spendenorganisationen, von denen das DZI abrät. Das Zentralinstitut berät außerdem zu rund 1000 weiteren Organisationen ohne Spendensiegel, die überregional um Spenden werben.

Allerdings ist das Spendensiegel für die Organisationen, die es beantragt haben, mit relativ hohen Kosten verbunden, so dass zahlreiche seriöse und vor allem kleinere Hilfsorganisationen lieber darauf verzichten.

Das Wirkt-Siegel

Das Wirkt-Siegel wird von der gemeinnützigen Aktiengesellschaft Phineo an gemeinnützige Projekte vergeben, die das Potenzial dazu haben, besonders wirkungsvoll zur Lösung eines konkreten gesellschaftlichen Problems beizutragen. Ob ein Projekt die nötigen Voraussetzungen erfüllt, wird mit einem wissenschaftlichen Verfahren – der Phineo-Analyse – untersucht. Das Wirkt-Siegel ist für die Hilfsorganisation kostenlos. 250 Hilfsprojekte tragen es, darunter viele, die auf lokaler Ebene tätig sind. Auf der Seite von Phineo können Sie gezielt nach unterstützenswürdigen Projekten in Ihrer Umgebung suchen.

Die Initiative Transparente Zivilgesellschaft

Neben den Spendensiegeln gibt es die Initiative Transparente Zivilgesellschaft von Transparency International. Darüber kann eine Organisation ihre Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit zeigen. Der Initiative haben sich 1082 Organisationen angeschlossen. Sie haben sich verpflichtet, bestimmte Informationen öffentlich zu machen – dazu gehören solche über die Herkunft der Spenden und ihre Verwendung, die Zahl der Mitarbeiter und ein Tätigkeitsbericht.

Deutscher Spendenrat

Der Deutsche Spendenrat vergibt seit 2017 ein Spendenzertifikat. Bei seinem Prüfverfahren übernehmen Wirtschaftsprüfer die Qualitätskontrolle. Es wird nur an Mitglieder des Spendenrats vergeben, kostet aber über die Mitgliedsgebühr (200 bis 6500 Euro) hinaus keine Gebühren. Die rund 30 Organisationen, die das Spendenzertifikat tragen, finden Sie hier.

Daran erkennen Sie unseriöse Organisationen

Auch jenseits von Spendensiegeln gibt es Möglichkeiten, aus dem Geklapper der Sammelbüchsen die Scharlatane herauszuhören. Stark Mitleid erweckende und gefühlsbetonte Werbung ist oft Kennzeichen unseriöser Organisationen. Auch übertrieben dringlichen Spendenaufrufen sollte man misstrauen, denn seriöse Hilfswerke haben für Not- und Katastrophenfälle vorgesorgt. Vorsicht ist außerdem bei aufdringlichen Werbern geboten, insbesondere dann, wenn es um eine Fördermitgliedschaft geht: Dort gibt es kein Rücktrittsrecht.

Wie sollte man spenden, um möglichst viel zu erreichen?

Das DZI rät zu Geldspenden statt Sachspenden. Geld könne von den Hilfswerken flexibler und effizienter eingesetzt werden als Sachspenden, die teuer transportiert werden müssen. Sachspenden seien nur dann empfehlenswert, wenn seriöse Organisationen gezielt um sie bitten.

Zudem empfiehlt das Zentralinstitut, die Spenden auf wenige Organisationen zu konzentrieren. Das mindert den Werbe- und Verwaltungsaufwand der Organisationen. Denn: Wer vielen Organisationen spendet, der wird von allen als „aktiver Spender“ registriert und erhält umso mehr Werbung.

Der Königsweg der Spende sei die freie Spende, so das DZI. Zweckgebundene Spenden sollten die Ausnahme bleiben, denn sie verursachen zusätzlichen Verwaltungs- und Werbeaufwand. Außerdem gehen Hilfszwecke, die für zweckgebundene Werbung nicht geeignet sind, leer aus.

Spenden lohnt sich übrigens auch für den Geber: Lesen Sie hier, was Unternehmen als Spenden absetzen können.

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1 Kommentar
  • Ingo Ullrich 12. Dezember 2018 07:28

    Wir müssen uns nicht mit dem Erkennen von seriösen Spendenorganisationen rumschlagen, wir spenden in dem örtlich nahe gelegenem Umfeld um den Firmensitz, oder für uns bekannte Stellen, zB. Kinderhospiz!

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