impulse-Jahresabschluss 2017 Wir sind in der Gewinnzone – doch was steckt hinter diesen Zahlen?

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In der Kampagne "impulse zahlt sich aus" - hier ein Plakat an einem Bahnhof - rechnen Unternehmer vor, wie sie von impulse profitiert haben.

In der Kampagne "impulse zahlt sich aus" - hier ein Plakat an einem Bahnhof - rechnen Unternehmer vor, wie sie von impulse profitiert haben. © Nikolaus Förster

Fünf Jahre nach dem Neustart gelingt es impulse, Umsatz und Gewinn zu steigern. Hier erzählt Verleger Nikolaus Förster die Geschichte, die hinter diesen Zahlen steckt.

Was bedeuten Zahlen? Ziemlich viel. Oder gar nichts. Eine Bedeutung erlangen sie erst, wenn sie eine Geschichte erzählen. Die jüngste impulse-Geschichte könnte man so erzählen: Fünf Jahre nach dem Neustart ist es gelungen, die Gewinnzone zu erreichen – sechsstellig. Das Team wurde seit 2013 mehr als verdoppelt, neue Geschäftsfelder gestartet, das Ergebnis im vierten Jahr in Folge verbessert, zuletzt auf knapp 135.000 Euro (Details in unserer Pressemitteilung). Nicht schlecht für einen jungen Verlag – in einer Branche, in der Erfolgsmeldungen rar geworden sind.

Man könnte auch eine andere Geschichte erzählen: impulse erzielt – bei einem Umsatz von 4,5 Millionen Euro – eine Umsatzrendite von etwa 3 Prozent. Ziemlich mager, wenn man Vergleichszahlen hinzuzieht: Der deutsche Mittelstand kommt nach den jüngsten Zahlen der KfW im Schnitt auf 7,3 Prozent Umsatzrendite, „wissensintensive Dienstleistungen“ gar auf 14,7 Prozent.

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Wir haben keine Verbindlichkeiten

Was also steckt hinter den Zahlen? Zunächst ein Gefühl der Erleichterung, dass wir profitabel sind und es uns gelungen ist, unser Projekt weiter voranzutreiben und dabei unseren Werten treu zu bleiben. Selbstverständlich ist dies nicht. Der Druck, wie die meisten Verlage mit skurrilen Aboprämien zu arbeiten (= die eigene Leistung entwerten), im Vertrieb versteckte Klauseln einzusetzen (= Vertrauen zerstören) oder bei knappen Ressourcen auf eine Billigstrategie einzuschwenken (= an Relevanz verlieren), war groß.

Unbeirrt – oder stur – einen anderen Weg zu verfolgen, war nur möglich, weil wir auch finanziell völlig unabhängig sind und keinem Mainstream folgen müssen. Als ich meinem Team letzte Woche den Jahresabschluss vorstellte und auf die wichtigsten Erlösquellen und Kosten einging, fragte ein Kollege, der neu dazugestoßen ist: „Wo finden sich in den Zahlen denn die Bankkredite wieder?“ „Es gibt keine“, antwortete ich, „wir haben keine Verbindlichkeiten.“

Erst als ich das Erstaunen in seinem Gesicht bemerkte, wurde mir wieder klar, in welch ungewöhnlicher, ja, privilegierter Situation wir uns befinden. Unser finanzieller Spielraum mag begrenzt sein, und nicht jede Investition ist möglich – die Kehrseite dieser Begrenzung aber ist unsere Freiheit. Es war der richtige Schritt, als Minderheitsgesellschafter – und Sparringspartner – einen Unternehmer wie Dirk Möhrle zu beteiligen. Kaum vorstellbar, was geschehen wäre, wenn wir jeden unserer Schritte gegenüber einer Bank hätten rechtfertigen müssen.

Wir können etwas zum Positiven verändern

Seit dem Neustart vor fünf Jahren haben mir unzählige Menschen zu meinem Mut gratuliert. Seltsamerweise habe ich dies selbst selten so empfunden – wohl weil ich mich schützte. Im Rückblick kommt es mir so vor, als hätte ich in der Krisensituation, als der Vorstand von Gruner + Jahr 2013 die bestehende Wirtschaftsmedien-Gruppe auflöste und ich impulse als Chefredakteur übernahm, fast in Trance gehandelt: Als ich mich dazu entschied, den Schritt ins Unternehmertum zu wagen, ahnte ich nur vage, worauf ich mich einließ. Ich wusste, dass die Freiheit kein Kinderspiel sein würde. Was aber alles passieren kann, wenn das schützende Dach eines Konzerns nicht mehr da ist, und wie sich dies anfühlt, konnte ich mir damals nicht vorstellen.

Das Erstaunliche ist für mich im Rückblick deshalb nicht der anfängliche Mut, impulse zu übernehmen, sondern die Entschlossenheit, trotz etlicher Rückschläge an meinem Kurs festzuhalten. Warum? Weil ich nach wie vor davon überzeugt bin, wie wertvoll es sein kann, Menschen über Ideen zu inspirieren – und damit den Status quo in Frage zu stellen. Auch wenn es sich pathetisch anhören mag: impulse kann tatsächlich einen Unterschied machen. Wir können etwas zum Positiven verändern.

Die simple Frage: „What’s in it for me?“

In der Medienbranche wird seit ein paar Jahren über den sogenannten „Constructive Journalism“ diskutiert: Warum, so die Frage angesichts einer um sich greifenden Medienskepsis, muss es eigentlich so sein, dass nur schlechte Nachrichten eine Schlagzeile wert sind – nach dem Motto: „Only bad news are good news“? Uns geht es nicht nur um neue Ideen, also um eine Berichterstattung über inspirierende Fälle. Wir gehen einen Schritt weiter und bieten eine unternehmerische Begleitung, die so praxisnah (und auch motivierend) ist, dass sie alltägliche Entscheidungen verändern kann.

Genau das macht die Marke so attraktiv – und nur deshalb ist es uns gelungen, in unserer Kampagne „impulse zahlt sich aus“ auf reale Unternehmer zurückzugreifen. Da impulse vor allem von Menschen gelesen wird, die die Konsequenzen ihrer Entscheidungen am eigenen Leib zu spüren bekommen – Unternehmer haften für das, was sie tun –, haben unsere Recherchen tatsächlich eine direkte Auswirkung. Und das müssen sie auch: Angesichts von immensem Druck und Zeitmangel lassen sich Unternehmer kaum von wohlklingenden Behauptungen oder Phrasen verführen. Ihnen geht es um eine simple, aber legitime Frage: „What’s in it for me?“ Nur wenn sie einen handfesten Vorteil sehen, sind sie auch bereit, dafür zu zahlen.

Wer schließt heute noch ein Abo ab?

Das Vertrauen in journalistische Titel hat in den vergangenen Jahren stark gelitten – nicht erst seit Donald Trump das Wort „Fake News“ populär gemacht hat. Dass das Genre insgesamt gelitten hat, macht auch uns zu schaffen. Es gab einmal Zeiten, in denen es selbstverständlicher war, von einem journalistischen Titel etwas zu erwarten, wofür man auch zu zahlen bereit war. Wer schließt heute noch ein Abo ab?

Vor diesem Hintergrund deute ich die erneute Verbesserung unseres Jahresergebnisses als ermutigendes Zeichen, dass wir auf einem guten Weg sind. Dies ist jenseits nackter Zahlen meine Version der Geschichte, in der es vor allem um zwei Dinge geht: um das Vertrauen in eine Marke und um gezielte Verunsicherung. Wer sich mit impulse beschäftigt, weiß, wie wertvoll sein kann, den eigenen Weg zu hinterfragen und sich jenseits dessen, was man kennt, von anderen Unternehmern inspirieren zu lassen.

Wir haben von unseren eigenen Recherchen und Kontakten selbst profitiert

Selbst wenn wir noch längst nicht am Ziel sind, so ist es uns doch gelungen, in den vergangenen Jahren wichtige Weichen zu stellen: besser zu verstehen, was Unternehmer wirklich umtreibt (impulse war nicht immer so praxisnah), sehr viel direkter und persönlicher zu kommunizieren (impulse hatte einmal anonyme Call-Center) und neue Formate zu entwickeln, die dabei helfen, unternehmerische Impulse zu vermitteln (etwa über Seminare, Reisen, Coaching, Firmenbesuche, Bücher oder Filme).

Vieles, was wir in den vergangenen Jahren vermittelt haben, fiel nicht nur bei Lesern auf fruchtbaren Boden, sondern auch bei uns selbst. Wir haben von unseren eigenen Recherchen und Kontakten stark profitiert – und werden den Verlag auf dieser Grundlage weiterentwickeln.

Und falls Ihnen jetzt einfällt, dass Sie selbst ja noch gar kein eigenes Abo haben – oder Sie Unternehmer kennen, die davon profitieren könnten –, dann nutzen Sie gerne diesen Link: www.impulse.de/abo. Unternehmerische Impulse – das ist unser Geschäftsmodell – zahlen sich aus. Für alle Seiten.

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