Finanzen + Vorsorge Mezzanine-Finanzierung: Die Alternative zum Bankkredit:

Die Banken drehen den Kredithahn immer weiter zu. Doch jenseits herkömmlicher Bankkredite gibt es interessante Finanzierungsmöglichkeiten für den Mittelstand. Zum Beispiel die Mezzanine-Finanzierung.

Mit der Veränderung der Kreditkonditionen durch Basel II ändern sich für viele Unternehmen die Bedingungen für die Fremdfinanzierung. Denn die Kreditkonditionen hängen dann sehr viel stärker von der Bonität des Kreditnehmers ab.

Dies betrifft besonders den deutschen Mittelstand. Denn dieser finanziert sich traditionell stark über Fremdkapital, meistens über die Hausbank. „Deutsche Unternehmen haben eher eine geringe Eigenkapitalausstattung. Sie benötigen also um so mehr Bankkredite“, sagt Jan Offerhaus, Prokurist der Münchner Unternehmensberatung Haarmann Hemmelrath Management Consultants GmbH. Doch günstige Bankkredite bekommen in Zukunft nur Unternehmen mit einem guten Rating. Und dieses setzt eine hohe Eigenkapitalquote voraus.

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Eine gute Möglichkeit an Fremdkapital zu kommen und gleichzeitig die Eigenkapitalquote zu erhöhen, sind sogenannte Mezzanine-Finanzierungen. Diese nehmen eine Mittelstellung zwischen Eigen- und Fremdkapital ein. Mezzanine-Finanzierungen kommen vor allem dann in Betracht, wenn eine Direktbeteiligung nicht möglich ist, jedoch die Eigenkapitalausstattung keine weitere Belastung mit Fremdkapital zulässt. Mezzanine-Kapital kann als nachrangiges Darlehen, stille Beteiligung oder Genussrecht vergeben werden. Eine Tilgung findet erst am Ende der Laufzeit statt. Bis dahin zahlt die Firma nur Zinsen, die auch erfolgsabhängig sein können.

Vorteil für die Firma: Die Liquidität des Unternehmens wird geschont. Das Geld ist wirtschaftlich Eigenkapital und verbessert damit durch eine höhere Eigenkapitalquote die Bilanz. Das führt zu einer höheren Bonität. Die wiederum erleichtert, falls nötig, den Zugang zu weiterem Fremdkapital. Zinsen lassen sich von der Steuer absetzen. Da diese Art von Finanzierung sehr individuell gestaltet werden kann, lassen sich die Gelder vorzeitig zurückzahlen, wenn die Geschäfte gut laufen. Weiterer Pluspunkt für Mittelständler: Die Anteilseignerstruktur wird nicht verwässert. Die Geldgeber greifen nicht in das operative Geschäft ein.

Dafür sind die Zinsen bei dieser Art der Finanzierung aufgrund des höheren Risikos für die Geldgeber rund fünf Prozent teurer als ein Bankkredit. Außerdem muss ein stabiler Cash-Flow vorhanden sein. Damit scheidet diese Finanzierungsform für Gründer aus.

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