Spenden Was Unternehmen als Spenden absetzen können

Spenden können für ein gutes Karma sorgen. Damit Unternehmen die Spenden auch von der Steuer absetzen können, müssen einige Punkte beachtet werden.

Spenden können für ein gutes Karma sorgen. Damit Unternehmen die Spenden auch von der Steuer absetzen können, müssen einige Punkte beachtet werden.© stefanieHoepner / photocase.de

Wer für Flüchtlinge oder zu Weihnachten spenden will, muss einige Dinge beachten, damit die gute Tat auch von der Steuer abgesetzt werden kann. Was Unternehmen und Selbstständige wissen sollten.

Welche Ausgaben man als Spenden von der Steuer absetzen kann

Aufwendungen von Unternehmen gelten nach § 10b Einkommenssteuergesetz (EStG) als Spende, wenn sie:

  • der Förderung gemeinnütziger, mildtätiger oder kirchlicher Zwecke dienen (§ 52 bis 54 Abgabenordnung)
  • freiwillig bzw. uneigennützig sind oder aufgrund einer freiwillig eingegangenen Verpflichtung geleistet werden
  • kein Entgelt für eine bestimmte Gegenleistung sind (im Gegensatz zum Sponsoring)
  • nicht in einem wirtschaftlichen Zusammenhang mit den Leistungen des Empfängers stehen

Sind Spenden Betriebsausgabe oder Sonderausgaben?

Kapitalgesellschaften können Spenden unter bestimmten Voraussetzungen als Betriebsausgabe abziehen.

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Selbstständige und (Personen-)Gesellschafter können Spenden dagegen nicht als Betriebsausgabe absetzen (§ 4 Abs. 4 EStG i.V. m. § 12 Nr. 1 EStG), sondern dürfen sie nur wie Privatpersonen als Sonderausgaben in der persönlichen Einkommensteuererklärung angeben. Stammt die Spende aus Betriebsmitteln, kann sie aber in der Gewerbesteuererklärung geltend gemacht werden und mindert die zu zahlende Gewerbesteuer (§ 9 Nr. 5 GewStG).

Was maximal als Spende anerkannt wird

Insgesamt können Spenden (als Sonderausgaben bzw. Betriebsausgaben) pro Jahr bis zu einer Höhe von

  • 20 Prozent des Gesamtbetrages der Einkünfte oder
  • 4 Promille der Summe der gesamten Umsätze und der im Kalenderjahr aufgewendeten Löhne und Gehälter (§ 10b Abs. 1 S. 1 EStG)

geltend gemacht werden.

Spendenbescheinigung

Wer Ausgaben als Spende absetzen will, muss diese durch eine Spendenbescheinigung nachweisen. Diese wird von den meisten Organisationen bis Ende Februar des Folgejahres automatisch verschickt.

„Unternehmer sollten unbedingt darauf achten, dass sie eine amtlich anerkannte Spendenquittung bekommen“, sagt Klaus Bührer, Steuerberater bei Dornbach in München. Ohne einen entsprechenden Beleg erkennt das Finanzamt die Spende nicht an. Die Spendenquittung muss den Namen des Spenders, die Höhe der Spende und die Angabe enthalten, dass der Empfänger zum begünstigten Personenkreis gehört und die Zuwendung nur zur Förderung des begünstigten Zwecks verwendet wird. Bei Sachspenden muss außerdem der Wert der Ware angegeben sein.

Spenden absetzen ohne Beleg

Für Spenden bis zu 200 Euro gilt aber ein vereinfachtes Verfahren. Dann geht es auch ohne speziellen Beleg. Als Nachweis genügt eine Bareinzahlungsquittung von der Bank oder ein Kontoauszug. Bloße Überweisungsdurchschriften reichen hingegen nicht aus. Zusätzlich ist ein Beleg des Spendenempfängers über den steuerbegünstigten Zweck erforderlich.

Spenden an Flüchtlinge

Wer Spenden für Flüchtlinge absetzen will, braucht dem Finanzamt keine Spendenquittung vorzulegen – selbst wenn die Spende mehr als 200 Euro beträgt. Laut einem aktuellen Erlass des Bundesfinanzministeriums reichen Bareinzahlungsbelege, Kontoauszug oder PC-Ausdruck beim Online-Banking, wenn die Spende an amtlich anerkannte Hilfsorganisationen oder öffentliche Einrichtungen geht und das Geld auf eigens für die Flüchtlingshilfe eingerichtete Sonderkonten gezahlt wird.

Wollen Mitarbeiter gemeinsam für Flüchtlinge Geld spenden, kann der Arbeitgeber ein Treuhandkonto einreichten, von dem aus die Spenden dann an Hilfsorganisationen weitergeleitet werden. Damit die Spende vom Finanzamt anerkannt wird, muss der Mitarbeiter dem Finanzamt sowohl einen Zahlungsnachweis der eigenen Bank als auch der Bank des Arbeitgebers vorlegen.

Steuerliche Absetzbarkeit von Sachspenden

Sachspenden können wie normale Spenden steuerlich nur dann geltend gemacht werden, wenn der Spender eine Spendenbescheinigung erhält. Sie muss nicht nur genaue Angaben enthalten, welcher Gegenstand gespendet wird, sondern auch weitere Daten wie das Alter der Ware, deren Zustand sowie der Wert der Spende.

Was Unternehmen zusätzlich beachten müssen: Auf Sachspenden aus dem Betriebsvermögen wird in der Regel Umsatzsteuer fällig. Diese berechnet sich jedoch nicht nach dem Buchwert (also zum Beispiel dem Restwert von 1 Euro, der in den Büchern steht), sondern nach dem Wiederbeschaffungswert (§ 10 Abs. 4 UStG).

Spendet ein Unternehmer also einen Computer, der bis auf einen Erinnerungswert von einem Euro abgeschrieben ist, aber noch einen Wiederbeschaffungswert von 100 Euro hat, muss die Umsatzsteuer auf 100 Euro berechnet werden (also 100 Euro mal 19 Prozent= 19 Euro).

Die Umsatzsteuer kann nicht als Betriebsausgabe, sondern nur als Sonderausgabe geltend gemacht werden. Auf der Spendenquittung muss aber der gesamte Betrag eingetragen werden (zum Beispiel 1 Euro (Buchwert) plus 19 Euro). Auf der Spendenquittung muss also beim obigen Beispiel ein Betrag von 20 Euro stehen.

Sponsoring

Im Gegensatz zur Spende soll das Sponsoring auch einen wirtschaftlichen Vorteil für das Unternehmen bringen. Ein solcher Vorteil liegt bereits dann vor, wenn dadurch das Ansehen des Unternehmens erhöht wird (BMF-Schreiben vom 18.2.1998, BStBl I S. 212) oder im Zuge dessen für das Unternehmen geworben wird. Gleiches gilt laut dem neuen Erlass des Bundesfinanzministeriums, wenn der Sponsor über die Presse auf seine Leistung aufmerksam macht. Die Kosten für das Sponsoring sind dann als Betriebsausgaben voll steuerlich abzugsfähig. „Ich wäre aber vorsichtig, mich darauf zu verlassen, dass Spenden von den Finanzämtern tatsächlich als Sponsoring anerkannt werden, nur weil darüber in der Zeitung berichtet wird – auch wenn es im Erlass des Bundesfinanzministeriums zur Flüchtlingshilfe steht“, sagt Steuerexperte Bührer.

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