TattooMed bei "Die Höhle der Löwen" „Alice Schwarzer kann gerne bei uns anrufen“

TattooMed-Gründer Jenny Fischer und Janusz Hermann haben eine Pflegeserie für tätowierte Haut entwickelt. Ihre Produkte sollen zum Beispiel verhindern, dass Tattoos verblassen.

TattooMed-Gründer Jenny Fischer und Janusz Hermann haben eine Pflegeserie für tätowierte Haut entwickelt. Ihre Produkte sollen zum Beispiel verhindern, dass Tattoos verblassen.© MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Für TattooMed gab es keinen Deal in „Die Höhle der Löwen“ - weil die Investoren die Anteilsverteilung unter den Gründern kritisierten. Was sie daran geändert haben und wie es für TattooMed weitergeht.

Ihr Auftritt vor den „Löwen“ begann vielversprechend: Die TattooMed-Gründer Jenny Fischer und Janusz Hermann konnten punkten – mit einer Million Euro Umsatz und einer Pflegeserie für tätowierte Haut. Doch als Carsten Maschmeyer fragte, wie die Anteile unter den Gründern verteilt seien, kippte die Stimmung – denn Janusz Herrmann und ein anderer Gesellschafter teilen sich 95 Prozent der Anteile, Ideengeberin Jenny Fischer besitzt nur fünf Prozent.

Frank Thelen fand klare Worte für diese Aufteilung: „Sie ist das Symbol der Gründung, sie war der Impuls und sie hat fünf Prozent. Das empfinde ich als unfair.“ Vor den Löwen kündigten die Gründer an, über die ungleiche Verteilung zu sprechen. TattooMed-Gründerin Jenny Fischer darüber, wie es nach der TV-Aufzeichnung für sie weiterging.

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impulse: Frau Fischer, was war da bei TattooMed los? Warum sind die Firmenanteile so ungleich aufgeteilt?

Jenny Fischer: Anfangs war gar nicht geplant, dass ich in das Projekt Kosmetikfirma mit einsteige. Janusz und ich waren damals noch ein Paar, ich war die Ideengeberin, er wollte die Idee umsetzen. Ich wollte ein eigenes Tattoostudio aufmachen, konnte mir nie vorstellen, in einem Büro zu sitzen und Vertrieb zu machen. Ich bin Künstlerin.

Und dann sind Sie doch eingestiegen.

Ja, nach ein paar Monaten bin ich dazugestoßen, weil das Geschäft so gut lief und Janusz Unterstützung brauchte. Das Tattoostudio musste erstmal warten.

Und die Verteilung der Anteile war früher wirklich kein Thema für Sie?

Nein, gar nicht. Janusz und ich haben gemeinsam mehrere Firmen gegründet, an denen ich auch Anteile halte. Wir haben nicht nur TattooMed, sondern auch eine Markenagentur. Und ich habe damals auf Anteile bei TattooMed verzichtet, um Geld für das Tattoostudio zu bekommen. Wir haben aber nach der Aufzeichnung über die Anteile gesprochen. Ich habe Geld eingezahlt und halte jetzt zehn Prozent der Anteile an TattooMed. So ist es gerecht aufgeteilt, ich bin zufrieden.

Und was ist aus Ihrem Traum geworden, ein eigenes Tattoostudio zu eröffnen?

Ich hatte mein eigenes Tattoostudio, aber das habe ich im April 2017 verkauft. Ich arbeite jetzt Vollzeit an TattooMed.

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Was war Ihr erster Gedanke, als Sie gemerkt haben, dass die Anteile ein kritisches Thema für die Löwen sind?

„Wie komme ich hier so schnell wie möglich raus?“ (lacht) Nein, ich dachte in dem Moment nur: Wie kann man das in dieser kurzen Zeit, die wir vor den Löwen haben, so gut wie möglich erklären? Und wir wussten beide nicht, ob wir ansprechen dürfen oder sollen, dass wir gemeinsam noch andere Firmen haben.

Wünschen Sie sich im Nachhinein, Sie hätten anders reagiert?

Ja, nicht so perplex. Ich wünsche mir, dass wir da selbstsicherer und professioneller geantwortet hätten. Wir waren in dem Moment wirklich vor den Kopf gestoßen.

Muss man mit so einer Frage nicht rechnen?

Wir haben uns vorher überlegt, welche Fragen kommen könnten. Wir haben uns über alles Gedanken gemacht, was unsere Produkte angeht. Aber diese Frage ist uns nicht eine Sekunde gekommen.

Keiner der Löwen ist tätowiert oder kann sich für Tattoos begeistern. War es letztlich nicht das richtige Produkt für die Investoren?

Ich glaube, das Produkt an sich hat jeden überzeugt. Wir haben wirklich positives Feedback bekommen. Es lag wahrscheinlich eher an der Branche: Die Tattoopflege-Branche ist noch klein. Das ist wahrscheinlich ein zu hohes Risiko für Unternehmer. Aber 22 Millionen tätowierte Menschen allein in Deutschland sprechen für sich.

Wer wäre Ihr Wunschlöwe gewesen?

Natürlich ist Frau Williams der Wunschkandidat für Kosmetikprodukte. Mein persönlicher Favorit war aber Dagmar Wöhrl. Frau Wöhrl ist eine unglaubliche Frau. Die hat was geschaffen, die ist die Löwin ihres Familienunternehmens. Da gehört viel Energie dazu.

Suchen Sie immer noch nach Investoren?

Ja, wir haben noch keinen gefunden.

Wie ist es überhaupt, mit dem Ex-Freund ein Unternehmen zu führen?

Wir verstehen uns super, weil wir uns in- und auswendig kennen. Wir waren sieben Jahre lang in einer Beziehung. Wir wissen genau, wie der andere tickt, wie er in verschiedenen Situationen denkt. Deswegen könnte ich mir nichts Besseres vorstellen.

Wie sieht der Plan für TattooMed für die nächsten Jahre aus?

Wir wollen in den nächsten fünf Jahren auf dem Tattoopflegemarkt vorankommen. Wir sind inzwischen in 16 Ländern in Europa vertreten und möchten das weiter ausbauen, suchen Distributoren, die das Produkt in ihren Ländern vertreiben.

Glauben Sie, dass Ihnen der Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“ hilft oder durch die Diskussion um die Anteile eher schadet?

Ich bin Optimistin: Schaden wird’s uns nicht. Ich bin dankbar für die Chance, uns in der Show präsentieren zu können. Und was die Diskussion angeht, dass ich als Ideengeberin weniger Anteile halte: Da kann auch gerne Alice Schwarzer bei uns anrufen. (lacht) Mit der würde ich mich auch unterhalten.

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