von Jungfeld Warum Joko Winterscheidt bei einem Socken-Start-up einsteigt

Wollen gemeinsam die "von Jungfeld"-Erfolgsgeschichte "stricken": TV-Moderator Joko Winterscheidt (Mitte) und die Gründer Maria Pentschev und Lucas Pulkert.

Wollen gemeinsam die "von Jungfeld"-Erfolgsgeschichte "stricken": TV-Moderator Joko Winterscheidt (Mitte) und die Gründer Maria Pentschev und Lucas Pulkert.© von Jungfeld

TV-Moderator Joko Winterscheidt steigt beim Socken-Start-up "von Jungfeld" ein. Ein Gespräch mit Gründer Lucas Pulkert über den zweiten Marketing-Coup binnen kurzer Zeit und die Gründer-Show "Die Höhle der Löwen".

„Herbstorange“ mit „lagunenblauem“ Innenbund, „Senatorenpurpur“ kombiniert mit „Limonadengelb“: Das junge Modelabel „von Jungfeld“ verkauft Socken in eher verrückten Farbtönen – und hat sich jetzt einen Investor gesucht, der im Fernsehen für verrückte Auftritte bekannt ist. ProSieben-Moderator Joko Winterscheidt („Circus Halligalli“, „Das Duell um die Welt“) steigt ins Investorenteam um die Gründer Lucas Pulkert und Maria Pentschev ein.

„Maria und Lucas von ‚von Jungfeld‘ haben ihr Unternehmen in so kurzer Zeit so erfolgreich am Markt positioniert, dass es mir als Sockenliebhaber eine Ehre ist, gemeinsam die Erfolgsgeschichte weiter – Achtung Wortspiel – zu stricken“, lässt sich der Moderator in einer Mitteilung zitieren. Wie viel Geld Winterscheidt konkret beisteuert, wollen die Gründer nicht verraten. Insgesamt soll mit der jüngsten Investitionsrunde (auch dabei: Tim Stracke (chrono24), Anton Jurina (armedangels) und Peter Sudholt) aber eine siebenstellige Summe in das Socken-Start-up fließen.

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Neben dem finanziellen Aspekt ist insbesondere Winterscheidts Einstieg auch aus Marketingsicht ein Coup – schon der zweite binnen kürzester Zeit für „von Jungfeld“: Erst Mitte September waren die Gründer in der Start-up-Show „Die Höhle der Löwen“ zu Gast. Dort trommelten sie – vergebens – um eine Million Euro Kapital für 15 Prozent ihrer Firmenanteile.

Wir sprachen mit „von Jungfeld“-Gründer Lucas Pulkert über das jüngste Investment und seine Erfahrungen mit der Gründer-Show „Die Höhle der Löwen“.


impulse: Lucas Pulkert, wie kam es dazu, dass Joko Winterscheidt bei „von Jungfeld“ eingestiegen ist?

Lucas Pulkert: Wir haben Joko Winterscheidt immer als jemanden gesehen, der sehr stilbewusst auftritt und dazu auch noch im Fernsehen bunte Socken trägt. Außerdem habe ich gelesen, dass er in junge Start-ups investiert. Da dachte ich mir: Das passt doch – und habe ihn angeschrieben.

Wie ging es dann weiter?

Pulkert: Ich habe erstmal eine Woche nichts gehört, dann hat Joko Winterscheidt geantwortet. Er schrieb, dass er uns kennt, unsere Socken trägt und interessiert an einer Zusammenarbeit sei. Wir haben uns dann in Berlin getroffen und dabei festgestellt, dass es einfach passt.

Neben Joko Winterscheidt sind in der jüngsten Investitionsrunde einige Unternehmer bei Ihnen eingestiegen. Worauf kommt es Ihnen bei Investoren an?

Pulkert: Unsere Gesellschafterstruktur sieht so aus, dass wir hauptsächlich Privatpersonen dabei haben, die sich mit dem Label, dem Team und unserer Geschichte identifizieren können. Das ist uns sehr wichtig. Jeder Gesellschafter versucht natürlich, in dem Bereich, in dem er gut ist, unser Label so gut es geht zu unterstützen. In der letzten Runde haben wir Leute mit dazu geholt, die in ihren Bereichen absolute Experten sind.

Welche Rolle spielt dabei ein Promi wie Joko Winterscheidt?

Pulkert: Joko Winterscheidt ist mit seiner Erfahrung ein Medienexperte und kann uns da sicherlich auch unterstützen. Er wird wie alle anderen Gesellschafter als Markenbotschafter auftreten. Er ist aber nicht unsere Werbefigur.

Wie wichtig sind für Sie Investments, die eine gewisse Öffentlichkeit mit sich bringen?

Pulkert: Für uns als Textillabel ist es natürlich wichtig, dass wir eine gewisse Bekanntheit bekommen. In einem Umfeld, in dem es viel Konkurrenz gibt, ist es nicht ganz einfach, für die Kunden sichtbar zu sein und wiedererkannt zu werden. Es ist wichtig, die Marke ins Blickfeld unserer Kunden zu rücken. Wir holen uns keine Venture Capitals ins Boot, die nur auf Excel-Tabellen gucken – sondern Investoren, die verstehen, was wir machen, und das auch gut finden. Umsatz muss da anfangs nicht an erster Stelle stehen, erstmal geht es auch darum, eine Marke aufzubauen.

Sie haben kürzlich auch bei der Start-up-Sendung „Die Höhe der Löwen“ mitgemacht, dort eine Million Euro Investment für 15 Prozent Ihrer Firmenanteile gefordert – zu viel, fanden die „Löwen“ und lehnten ab. Haben Sie zu hoch gepokert – oder war der Auftritt für Sie eine reine PR-Veranstaltung?

Pulkert: Es wäre gelogen, als junges Unternehmen in so eine Show zu gehen und zu sagen: Es geht uns hier einzig ums Investment. Das ganze Format ist ja so aufgebaut, dass es automatisch einen gewissen PR-Effekt gibt für die Unternehmen, die sich dort präsentieren. Gleichzeitig denken wir, dass die Bewertungen, die wir da angenommen haben, und die Summe, die wir einfordern wollten, gerechtfertigt sind. Das sind die Konditionen, mit denen wir in die weiteren Verhandlungen gegangen sind. Unserer Auffassung nach waren das durchaus berechtigte Zahlen, die wir auch begründen konnten und können.

Die Sendung hatte schon einen gewissen Werbe-Effekt für Sie?

Pulkert: Absolut. Allein während der Sendung gab es massiven Traffic auf unserer Website, den wir nicht ganz stemmen konnten, obwohl wir uns wirklich Mühe gegeben haben, genügend Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus gab es im Nachgang ein großes Interesse an unserem Produkt und an der Marke. Aus Unternehmersicht war das ein wichtiger Kontaktpunkt mit unserer Marke – und ein Teil der großen Präsenz, die wir momentan haben. Insgesamt gesehen war das für uns also sehr erfolgreich.

Wie soll es mit Ihrem Unternehmen weitergehen?

Pulkert: Wir möchten zur attraktivsten Sockenmarke Europas werden, das ist unser großes Ziel. In Deutschland sind wir schon in über 550 Retail-Stores zu finden, wir haben unseren eigenen Onlineshop. Erstmal wollen wir unser Geschäft in Deutschland weiter ausbauen, sind aber schon in zehn europäischen Ländern vertreten – sehr stark in Österreich und der Schweiz, aber auch in den Niederlanden und Frankreich. In den nächsten ein bis zwei Jahren wollen wir in einem nächsten Schritt dann natürlich auch den internationalen Markt angehen. Aber alles step by step.

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