Körpergeruch ansprechen Wie sage ich meinem Mitarbeiter, dass er stinkt?

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Dicke Luft im Büro? Damit alle wieder durchatmen können, muss man als Chef manchmal unangenehme Gespräche führen.

Dicke Luft im Büro? Damit alle wieder durchatmen können, muss man als Chef manchmal unangenehme Gespräche führen.© bluedesign / Fotolia.com

Wenn sich Mitarbeiter über einen Kollegen mit strengem Körpergeruch beschweren, muss man als Chef handeln und ihn darauf ansprechen. Doch wie führt man solche Gespräche?

Im Büro sitzen mehrere Menschen auf engem Raum zusammen. Da fällt es schnell auf, wenn jemand unangenehm riecht. Wenn sich Mitarbeiter über Kollegen beschweren, die zum Beispiel immer wieder nach Schweiß riechen, sollte man als Chef handeln. Denn gute Stimmung und das Wohlbefinden aller Mitarbeiter sind wichtig, damit alle gut arbeiten können.

Doch wie spricht man einen Mitarbeiter auf ein solch heikles Thema an, ohne dessen Gefühle zu verletzen? Die Dos and Don’ts von unserem Experten Hannes Friedl:

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Machen

Einen lockeren Einstieg wählen
Einen männlichen Mitarbeiter kann der Chef etwa fragen, ob er zurzeit viel Sport treibt. Damit ist er direkt beim Thema, und trotzdem nimmt das jeder Mann erst einmal positiv auf, selbst wenn er verneint. Bei weiblichen Mitarbeitern dagegen ist eine neutrale Frage zum Einstieg besser. Etwa: „Darf ich dir etwas Persönliches sagen?“ Das folgende Ja ist gleichzeitig eine Art vorauseilende Erlaubnis, dass nun auch Kritik geäußert werden darf.

Das Problem offen benennen
Der Mitarbeiter muss wissen, woran er ist. Es bringt nichts, um den heißen Brei herumzureden, klare Worte sind wichtig: „In letzter Zeit ist mir mehrmals Ihr veränderter Körpergeruch aufgefallen. Ein neues Deo oder andere Kleidung könnten helfen.“ Gleichzeitig sollte der Vorgesetzte betonen, dass er zufrieden mit dem Angestellten und seiner Leistung ist. Das verhindert, dass dieser sich ausgegrenzt fühlt. Indem der Chef eine Lösung wie ein neues Deo vorschlägt, wirkt seine Kritik konstruktiver.

Lassen

Vor Kollegen ansprechen
Störender Körpergeruch ist ein sehr sensibles Thema – insbesondere für Frauen. Wird so etwas vor dem gesamten Team thematisiert, fühlt sich der oder die Betroffene bloßgestellt. Das Gespräch sollte an einem ruhigen Ort und unter vier Augen geführt werden, zum Beispiel im Büro des Chefs.

Nach Krankheiten fragen
Wer seine Leute gut kennt, kann eine Erkrankung als Ursache für den unangenehmen Körpergeruch ansprechen. Grundsätzlich wäre ich mit solchen Fragen aber vorsichtig: In der Regel geht mich das als Chef nichts an. Wenn wirklich eine Krankheit die Ursache für den Körpergeruch ist, wird der Mitarbeiter das selbst thematisieren. Und auch dann gibt es Lösungen: Homeoffice zum Beispiel. Oder der Angestellte kann sich für die Dauer seiner Behandlung krankschreiben lassen.

 

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