Ins Gespräch kommen So kommen Sie mit jedem in Kontakt

Keine passenden Worte parat? Mit Fremden fällt es uns oft schwer, ins Gespräch zu kommen. Diese Tipps helfen, neue Kontakte zu knüpfen.

Keine passenden Worte parat? Mit Fremden fällt es uns oft schwer, ins Gespräch zu kommen. Diese Tipps helfen, neue Kontakte zu knüpfen.© knallgrün / photocase.de

Kontakte zu knüpfen ist für Unternehmer überlebenswichtig. Doch mit Fremden ins Gespräch zu kommen, ist oft gar nicht so leicht. Diese Tipps helfen bei der Kontaktaufnahme - und zeigen, wie man sich am Ende elegant verabschiedet.

Stellen Sie sich vor, Sie kommen auf eine Veranstaltung, alle stehen angeregt ins Gespräch vertieft in Grüppchen zusammen, und Sie stellen fest: Ich kenne absolut niemanden.

Was tun?

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Erst mal ein Getränk holen. Rumgehen. In die Luft starren. Geschäftig aufs Handy gucken. Doch langsam kommt ein unangenehmes Gefühl auf: Ich gehöre nicht zum Club. Wie zum Teufel komme ich mit jemandem ins Gespräch?

Jeder kennt diese Situation. Und die wenigsten denken: „Juhu – niemand da, den ich kenne. Was für eine Chance, neue Leute kennenzulernen!“ Für die meisten handelt es sich eher um eine soziale Stresssituation. Doch gerade, wenn einem die Lage unangenehm ist, gilt es, das Beste daraus zu machen. Damit Sie das nächste Mal nicht gelangweilt mit dem Löffel in der Kaffeetasse rühren müssen: Diese Tipps erleichtern den Gesprächseinstieg mit fremden Menschen.

Die erste Kontaktaufnahme

Bereiten Sie sich vor.
Bei vielen Veranstaltungen kann man vorher herausfinden, wer kommt: Man kann etwa den Veranstalter nach der Gästeliste fragen, manchmal kann man auch online, etwa auf Xing, sehen, wer sich angemeldet hat. So hat man die Chance, sich schon im Vorfeld klarzuwerden, mit wem man ins Gespräch kommen möchte und worüber man sprechen könnte.

Lächeln Sie.
Klingt banal, ist aber wichtig. Wer will sich schon mit jemandem unterhalten, dem man ansieht, dass er eigentlich gar keine Lust auf diese Veranstaltung hat?

Gehen Sie zum Gastgeber.
Selbst wenn man keinen anderen Gast kennt, so kennt man doch häufig den Gastgeber. Gehen Sie zu ihm. Er wird Ihnen sicher gern einige andere Gäste vorstellen. Und selbst wenn Sie auch den Gastgeber nicht kennen, können Sie sich immer an ihn wenden. Er hat schließlich ein Interesse daran, dass es den Gästen auf seiner Veranstaltung gut gefällt. Stellen Sie sich ihm vor, sagen Sie, warum Sie da sind, und dass es toll wäre, wenn er Sie mit ein, zwei anderen Gästen bekannt machen könnte.

Machen Sie Ihre Ausreden zu Anreden.
„Oh Gott, ich bin als einziger ganz allein hier – was denken die anderen wohl über mich?“

„Die beiden da vorne unterhalten sich gerade so gut, da will ich nicht stören.“

„Der Mann/die Frau ist so bekannt, die ist bestimmt genervt, ständig angesprochen zu werden.“

Es gibt zig Gründe, warum man sich scheut, andere anzusprechen. Je mehr Gründe Sie sammeln – desto besser. Denn Sie können diese Ausreden in Anreden umwandeln, schreibt der Rhetorikexperte Robert Spengler in seinem Buch „Menschengewinner“. Ein Beispiel: Sie stehen in einem Raum mit einem bekanntem CEO aus den USA, aber Sie haben Angst, sich mit Ihrem Schulenglisch zu blamieren. Gehen Sie rüber und sagen Sie zu Beginn, dass Sie in letzter Zeit wenig Englisch gesprochen haben, und dass er es Ihnen verzeihen soll, wenn Ihnen mal ein Wort nicht einfällt – schon ist der Gesprächseinstieg geschafft.

Bitten Sie um Hilfe.
Die meisten Menschen mögen es, zu helfen. Fragen Sie also nach Tipps, Informationen, Einschätzungen.

  • „Welchen Workshop haben Sie gewählt? Können Sie mir einen empfehlen?“
  • Oder: „Verraten Sie mir doch, woher Sie diese tolle Tasche haben!“

Wichtig: Stellen Sie Fragen, die man möglichst nicht mit einem Satz beantworten kann.

Gehen Sie zum Buffet oder zur Bar.
Buffet und Bar bieten mehr als Essen und Getränke – nämlich eine hervorragende Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen. Andere Gäste kommen auch häufig allein dorthin, außerdem gibt es ganz automatisch ein gemeinsames Thema: die Auswahl.

  • „Haben Sie schon die Suppe probiert? Kann man die empfehlen?“
  • „Was haben Sie sich ausgesucht?“

Und wenn dann die ersten Sätze gefallen sind und man sich sympathisch ist: „Kann ich mich beim Essen zu Ihnen setzen?“

Haben Sie keine Angst vor Banalitäten.
Scheuen Sie sich nicht vor simplen Themen: Hobbys, Filme, Reisen, Bücher – all das sind Themen, in die fast jeder einsteigen kann. Suchen Sie nach Gemeinsamkeiten: Wissen Sie vielleicht, dass jemand aus derselben Region kommt wie Sie? Hat jemand – genau wie Sie – zu dünne Kleidung an? Blättert jemand gerade auch in der Veranstaltungsbroschüre? Und wenn einem gar keine Gemeinsamkeit auffällt – eine gibt es garantiert: Sie sind auf derselben Veranstaltung. Fragen Sie also: „Was hat Sie hier hergeführt?“ Oder: „Woher kennen Sie den Gastgeber?“

Ignorieren Sie Muffel.
Die meisten Menschen – gerade wenn Sie auch alleine stehen – sind dankbar, angesprochen zu werden. Und trotzdem kann es passieren, dass jemand nur einsilbig antwortet oder sich schnell wieder abwendet. Beziehen Sie das nicht auf sich. Es gibt eben muffelige, uninteressierte Menschen. Das ist deren Problem – nicht Ihres! Wenden Sie sich einfach jemand anderem zu.

Im Gespräch bleiben

Die ersten zwei, drei Sätze sind ausgetauscht. Doch wie verhindert man, dass danach peinliches Schweigen herrscht?

Stellen Sie sich vor.
Klingt selbstverständlich, ist es aber für viele Menschen nicht mehr: Stellen Sie sich nach den ersten Sätzen vor! Sagen Sie, wie Sie heißen, und erfahren Sie den Namen Ihres Gegenübers. Sich vorzustellen und sich die Hand zu geben, ist nicht nur höflich, es schafft auch Verbindlichkeit.

Stellen Sie Fragen.
Schon als Kind haben viele von uns gelernt: Stell nicht so viele Fragen! Was für eine verrückte Anweisung. Die meisten Menschen finden es nämlich toll, wenn sich jemand für sie interessiert. Zeigen Sie also echtes Interesse: Fragen Sie nach Gründen, nach Meinungen, nach Plänen. Und bleiben Sie mit der Aufmerksamkeit ganz bei Ihrem Gesprächspartner. Halten Sie Blickkontakt und achten Sie darauf, dass auch Ihre Körpersprachen Interesse signalisiert, indem Sie Ihre Arme nicht vor der Brust verschränken, sondern öffnen.

Stellen Sie die Zauberfrage.
Netzwerkprofi und impulse-Blogger Peer-Arne Böttcher empfiehlt beim ersten Kennenlernen an einer passenden Stelle im Gespräch die „magische“ Frage zu stellen. Sie lautet: ‚Wie sind Sie denn darauf gekommen?!‘

„Ich habe in vielen Jahren nur wenige Menschen erlebt, die auf diese Frage einsilbig geantwortet hätten“, sagt Böttcher. Seine Erfahrung: Ermuntert durch aktives Zuhören, lassen sich die meisten eine halbe Stunde lang kaum stoppen. Die meisten Menschen lieben es, ihre eigene Geschichte zu erzählen. Dabei erfährt man viel über sein Gegenüber: Was ist ihm wichtig? Was macht sein Unternehmen? Wo hat er Stärken, wo Verbesserungspunkte? Kann ich ihm bei diesen Problemen helfen?

Smalltalk bedeutet nicht flirten.
Wer sich beim geschäftlichen Smalltalk schwer tut, fällt oft in Muster zurück, die sich in anderen Zusammenhängen als erfolgreich erwiesen haben – und fängt an zu flirten. Das Problem dabei: Wer in Wahrheit ein geschäftliches Interesse am Gegenüber hat, dem fällt es oft schwer, vom Flirtmodus zurück in den professionellen Modus zu schalten und zu den wichtigen Themen zurückzukehren.

Die drei Smalltalk-Killer meiden.
Erstens: einsilbige Antworten. Erzählt Ihnen Ihr Gesprächspartner gerade von einem spannenden Projekt seines Unternehmens und Ihre einzigen Reaktionen sind: „Aha“, „Ach so“ und „Okay“, wundern Sie sich nicht, wenn das Gespräch bald vorbei ist.

Zweitens: Geschwafel. Nichts ist schlimmer als ein Gespräch ohne Inhalt. Schweifen Sie nicht in einen Monolog ab, kommen Sie zum Punkt.

Drittens: lästern. Sie kommen gerade von einer Präsentation und sind tierisch von diesem talentfreien Redner genervt? Behalten Sie Ihre Meinung für sich. Denn Sie wissen nie, ob vielleicht sein bester Freund vor Ihnen steht.

So beenden Sie das Gespräch.

Vielen ist es unangenehm, ein Gespräch mit einem bislang Unbekannten zu beenden. Man möchte ja nicht unfreundlich und arrogant wirken. Doch es gibt auch gute Gespräche, bei denen es irgendwann Zeit wird, sie zu beenden.

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Ehrlich und direkt sein
Sagen Sie Ihrem Gesprächspartner an einer passenden Stelle, dass Ihnen der erste Kontakt sehr gefallen hat und Sie sich freuen würden, wenn Sie an einem anderen Tag das Gespräch weiterführen könnten. Geben Sie ihm Ihre Visitenkarte.

Entschuldigen
Sagen Sie Ihrem Gegenüber, dass Sie sich gerne noch mit den anderen Gästen unterhalten würden. Wenn möglich, nennen Sie einen konkreten Namen – vielleicht ist ja gerade doch noch jemand gekommen, den Sie kennen.

Vorstellen
Haben Sie doch noch jemanden entdeckt, den Sie kennen, dann bietet sich auch noch eine recht elegante Methode, sich zu verabschieden: Stellen Sie Ihrem Gegenüber ihrem Bekannten vor – vorausgesetzt, die beiden haben gemeinsame Interessen.

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