Präsentieren 12 Tipps für bessere Präsentationen

"Lächle mehr als andere" - dieser Herr hat unsere Tipps zum besseren Präsentieren offenbar beherzigt. An seinen Charts muss er aber noch etwas arbeiten ...

"Lächle mehr als andere" - dieser Herr hat unsere Tipps zum besseren Präsentieren offenbar beherzigt. An seinen Charts muss er aber noch etwas arbeiten ... © froodmat / photocase.de

Präsentieren kann so viel mehr sein als Powerpoint-Charts durchklicken: 12 Tipps vom Kommunikationsprofi, wie Sie Ihre Zuhörer bei Ihrer nächsten Präsentation mitreißen.

Vor Jahren musste ich für einen Kollegen einspringen und vor einem größeren Publikum dessen Powerpoint-Präsentation halten. Also sah ich mir die Charts vorher kurz an, der Inhalt war nicht sonderlich anspruchsvoll. Deshalb dachte ich: Geht schon, kann ich machen. Am Tag darauf stand ich mit der Präsentation vor der Versammlung und merkte: Hier holpert’s, ich bin nicht authentisch, leiere nur herunter und klebe an den Charts. Hinterher sagte einer der Gäste aufmunternd: „Guter Vortrag, ich habe Sie zwar schon mitreißender erlebt, aber was Sie gesagt haben, hatte Hand und Fuß.“ Ich wusste, was das zu bedeuten hatte: Der Vortrag war eine Katastrophe gewesen!

Seither habe ich nie wieder eine Präsentation gehalten, die ich nicht selbst zusammengestellt habe. Die Powerpoint-Charts meines Kollegen entsprachen nicht meiner Präsentationsweise. Für den Inhalt der 18 Folien hätten mir drei bis vier Charts genügt. In der Mitte der Präsentation flogen drei Pfeile auf ein Ziel zu. Ich musste dafür drei Mal weiterklicken. Dass die drei beschriebenen Punkte in das eine Ergebnis münden sollten, hatte ich aber schon vorher gesagt. Was hätte ich also noch berichten können? Ich fühlte mich von der Folie gezwungen, irgendetwas zu erzählen, was aber nicht sonderlich zum Thema passte.

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Es gibt viele Gründe, warum Präsentationen nicht gut ankommen. Dabei möchte die Mehrheit der Zuhörer in aller Regel, dass der Vortrag gelingt. Die Leute nehmen sich Lebenszeit, weil sie etwas lernen oder erleben wollen. Als Vortragender muss ich also wissen: Wer ist mein Publikum? Was erwarten die Leute? Welche Informationen interessieren sie? Wie lang sollte der Vortrag dauern? Welche Vortragsform ist hier adäquat? Für wirkungsstarke Reden und Präsentationen sorgen auch folgende Tipps.

Vortrag gliedern

Schreiben Sie Ihre Inhalte zunächst in Stichpunkten auf. Prüfen Sie Logik, Verständlichkeit und Dramaturgie. Ziehen Sie zwei Menschen hinzu, die Sie für kompetent halten.

Den Vortrag um eine Präsentation ergänzen – nicht umgekehrt

Wenn die Inhalte stehen, kann über eine illustrierende Power-Point-Präsentation nachgedacht werden. Aber erst dann. Jederzeit sollte das Publikum den Eindruck haben: Die Charts ergänzen den Vortrag. Denn unsouverän wirkt ein Vortrag, bei dem sich der Sprecher von den Charts leiten lässt und versucht, die Folien zu ergänzen.

Nicht ablesen

Was die Charts zeigen, sollte der Vortragende nicht vorlesen. Die Präsentation bietet lediglich Zusatzinformationen und interessante, also möglichst unterhaltsame oder erkenntnisfördernde Details und Beispiele, die die Richtigkeit des Gesagten unterstreichen sollten.

Humor einsetzen

Erzählen Sie auch Anekdoten, Geschichten aus Ihrem Erfahrungsschatz. Denn solche Storys packen die Zuhörer, sie sind gespannt auf den Verlauf des Plots und das Ende. Dabei wirken Humor und Freundlichkeit zusätzlich souverän und sympathisch. Es gilt die Devise: l.m.a.a. – lächle mehr als andere.

Fragen stellen

Stellen Sie selbst einige Fragen, denn Fragen gliedern Texte und Vorträge. Ihre Fragen sollten Sie, damit bei den Zuhörern kein Frust entsteht, auch beantworten.

Präsentation üben

Üben Sie die Präsentation, spielen Sie sie mindestens zwei Mal durch, am besten vor vertrauten Menschen. So bekommen Sie auch ein Gefühl für die Länge. Sind Sie zu lang, prüfen Sie, welche Folien am ehesten entfallen können.

Reduzieren

Lassen Sie alles weg, was Sie bremst oder was nicht schlüssig erscheint.

Positiv bleiben

Versuchen Sie, stets positiv zu formulieren – sagen Sie, was Sie wollen, tun, erwarten: Nicht: „Ich kann ihn nicht mehr sehen!“, sondern: „Ich bitte Sie, dafür zu sorgen, dass er jetzt geht!“. Nicht: „Wir sollten uns nicht verrückt machen lassen“, sondern: „Bitte bleibt entspannt und gelassen!“. Nicht: „Wir haben nicht vor, unsere Arbeitnehmer zu entlassen.“ Sondern: „Wir sichern sämtliche Arbeitsplätze!“

Solche Sätze schaffen Vertrauen, sie signalisieren Führungskraft und Lösungskompetenz, weil sie konkret sind, Adressaten benennen und zum Handeln auffordern. Verneinungen und das Wörtchen „nicht“ hingegen sind unverständlich für das menschliche Unterbewusstsein.

Über Lösungen sprechen

Sprechen Sie länger über die Lösungen als über die Schwierigkeiten, die Sie sehen. Analyse ist wichtig, aber die Leute wollen Entscheidungen und Auswege  hören.

Mit einer Geschichte einsteigen

Um locker zu starten, erzählen Sie zunächst möglichst frei eine Geschichte – vorzugsweise eine, die Sie selbst erlebt haben (analog dem Beginn dieses Textes). Vorteil: Sie packen das Publikum mit einer Story, Sie sind von Beginn an authentisch und wirken in den so wichtigen ersten Minuten sicher und sympathisch wie ein Geschichtenerzähler (denn wir Menschen lieben Geschichten). Und: Beim Geschichtenerzählen sind wir weniger aufgeregt als beim Aufzählen, Präsentieren, Argumentieren. Weil wir wissen, dass die Dramaturgie und das Ende funktionieren.

Das Beste zum Schluss

Das Ende sollte dramaturgisch geplant sein – beispielsweise mit einem Bonmot, einem Lacher, einem Spiel oder einer Frage, etwas Nachdenkenswerten oder sonstwie Emotionalen. Vielleicht abermals einer Geschichte. Oder einem Epilog auf die eingangs erzählte Story. Alles ist erlaubt, was Monopolstellungen in den Köpfen der Zuschauer einnimmt.

Die Aufregung in Schach halten

Nervosität ist trotzdem für viele Redner ein großes Thema. Je größer und unbekannter das Auditorium, desto aufgeregter mag der Vortragende sein. Wie also lässt sich die Erregung in Grenzen halten? Zunächst: Wer den Auftritt nicht genießen kann, sollte es lassen. Eine solche Form der Selbstdarstellung ist nicht jedermanns Sache.

Aber: Auftritte geben Sicherheit. Auftritte machen bekannt. Auftritte schulen für künftige Herausforderungen. Auftritte sind völlig normal und gehören zum Berufsleben von Führungskräften wie Kostüm und Anzug. Manch einer muss aufgrund seiner Position auftreten, obwohl er seit Jahrzehnten darunter leidet.

Um die Aufregung in Grenzen zu halten, ist es ratsam, sich selbst in eine gute Stimmung zu versetzen und sich die Chancen dieses Auftritts zu vergegenwärtigen. Wenn ich als Vortragender zu einer Veranstaltung geladen bin, begrüße ich freudig den Veranstalter, plaudere mit ihm und einzelnen Gästen, um ein Gefühl für die Veranstaltung zu erhalten und die Bedürfnisse der Menschen vor meiner Performance nochmals zu verifizieren. Sie sollten sich etwas anziehen, das dem Anlass entspricht und Sie als kompetenten und erfolgreichen Profi erscheinen lässt.

Ein leicht erhöhter Herzschlag und etwas mehr Adrenalin im Blut fördern die Konzentration. Herzrasen, Schweißausbrüche und Augenflimmern aber sind Zeichen von Stress. Diese Anspannung lässt sich rational lösen, indem man einen Perspektivwechsel vornimmt und sich selbst fragt: Was würde ich erleben wollen, wenn ich mit dem Vorwissen eines dieser Teilnehmer im Publikum säße? Wenn ich nach der Beantwortung dieser Frage noch überzeugt bin, dass mein Vortrag für das Auditorium interessant ist, wird mir das enorm helfen.

Die Inhalte müssen sitzen und professionell aufgearbeitet werden. Die Form, die mindestens 50 Prozent der Zustimmung ausmacht, ist die eigene Bühnenpräsenz. Und die lässt sich erlernen, zum Beispiel in Auftritts- und Medientrainings.

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