Persönliche Krisen im Team
„Alles okay?“ Private Probleme von Angestellten ansprechen – so geht’s

Geraten Teammitglieder in persönliche Schwierigkeiten, hat das Einfluss auf die Leistungsfähigkeit im Job. Wie Führungskräfte unterstützen können – und wo die Grenzen liegen.

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© Getty Images / iStockphoto

Ein sicherer Hafen – das wollte der ­Unternehmer Hartmut Lampe für den Mitarbeiter sein, der in seinem Büro saß und ihm vom Verlust eines Elternteils berichtete. Dem Tod sei eine längere Pflegebedürftigkeit vorausgegangen, eine ohnehin schon belastende Situation. „Zum Schock über den Todesfall kam dann noch eine komplizierte Erbschaftsauseinandersetzung“, erinnert sich der Geschäftsführer der Firma Norevo aus Hamburg, die natürliche Roh- und Zusatzstoffe für die Nahrungsmittelindustrie produziert.

Kein leichtes Gespräch für den Chef von rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. „Solche Situationen gehen mir schon nahe“, sagt er. Doch ihm sei wichtig, zuzuhören und vor allem die materiellen Sorgen zu nehmen. „Ich möchte das Gefühl vermitteln, dass durch solch eine persönliche Krise oder Auszeit keinesfalls der Arbeitsplatz in Gefahr ist.“

Emotionale Krisen fordern Führungskräfte heraus

Ob Todesfall in der Familie, Trennungsstreit oder schlimme Diagnose beim Partner – eine private Krise kann jeden treffen. Und das kann sich auch auf die Leistung auswirken. Schließlich lässt man sein Privatleben nicht zu Hause, wenn man zur Arbeit kommt. Doch nicht alle Chefinnen und Chefs haben ein so offenes Ohr wie Hartmut Lampe. Möglicherweise aus Unsicherheit reagieren Führungskräfte nicht angemessen und ziehen sich zurück, statt zu ­unterstützen. „Chefs sind solche emotionalen Situationen oft nicht gewohnt und haben deshalb Angst, ob sie solchen Herausforderungen gewachsen sind“, sagt Business-Coach Bernd Slaghuis aus Köln.

Hartmut Lampe hat die Erfahrung gemacht, dass in solchen Situationen vor allem pragmatisches Verständnis für die Betroffenen wichtig ist. Damit offenbart der 58-Jährige bereits jenes neue Führungsverständnis, das nach Ansicht des Göttinger Neurobiologen Gerald Hüther künftig unsere Arbeitswelt prägen wird. „Gerade jüngere Mitarbeiter müssen sich eingeladen, aufgehoben und inspiriert fühlen. Wenn ein Mitarbeiter mit einem persönlichen Problem zum Chef kommt, dann ist es auch sein ­Problem, und der Chef sollte alles tun, um es zu lösen“, sagt Deutschlands bekanntester Hirnforscher. Doch wie können Chefinnen und Chefs in solchen Situationen angemessen ­reagieren?


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Ein sicherer Hafen – das wollte der ­Unternehmer Hartmut Lampe für den Mitarbeiter sein, der in seinem Büro saß und ihm vom Verlust eines Elternteils berichtete. Dem Tod sei eine längere Pflegebedürftigkeit vorausgegangen, eine ohnehin schon belastende Situation. „Zum Schock über den Todesfall kam dann noch eine komplizierte Erbschaftsauseinandersetzung“, erinnert sich der Geschäftsführer der Firma Norevo aus Hamburg, die natürliche Roh- und Zusatzstoffe für die Nahrungsmittelindustrie produziert. Kein leichtes Gespräch für den Chef von rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. „Solche Situationen gehen mir schon nahe“, sagt er. Doch ihm sei wichtig, zuzuhören und vor allem die materiellen Sorgen zu nehmen. „Ich möchte das Gefühl vermitteln, dass durch solch eine persönliche Krise oder Auszeit keinesfalls der Arbeitsplatz in Gefahr ist.“ Emotionale Krisen fordern Führungskräfte heraus Ob Todesfall in der Familie, Trennungsstreit oder schlimme Diagnose beim Partner – eine private Krise kann jeden treffen. Und das kann sich auch auf die Leistung auswirken. Schließlich lässt man sein Privatleben nicht zu Hause, wenn man zur Arbeit kommt. Doch nicht alle Chefinnen und Chefs haben ein so offenes Ohr wie Hartmut Lampe. Möglicherweise aus Unsicherheit reagieren Führungskräfte nicht angemessen und ziehen sich zurück, statt zu ­unterstützen. „Chefs sind solche emotionalen Situationen oft nicht gewohnt und haben deshalb Angst, ob sie solchen Herausforderungen gewachsen sind“, sagt Business-Coach Bernd Slaghuis aus Köln. Hartmut Lampe hat die Erfahrung gemacht, dass in solchen Situationen vor allem pragmatisches Verständnis für die Betroffenen wichtig ist. Damit offenbart der 58-Jährige bereits jenes neue Führungsverständnis, das nach Ansicht des Göttinger Neurobiologen Gerald Hüther künftig unsere Arbeitswelt prägen wird. „Gerade jüngere Mitarbeiter müssen sich eingeladen, aufgehoben und inspiriert fühlen. Wenn ein Mitarbeiter mit einem persönlichen Problem zum Chef kommt, dann ist es auch sein ­Problem, und der Chef sollte alles tun, um es zu lösen“, sagt Deutschlands bekanntester Hirnforscher. Doch wie können Chefinnen und Chefs in solchen Situationen angemessen ­reagieren? .paywall-shader { position: relative; top: -250px; height: 250px; background: linear-gradient(to bottom, rgba(255, 255, 255, 0) 0%, rgba(255, 255, 255, 1) 90%); margin: 0 0 -250px 0; padding: 0; border: none; } Sie möchten weiterlesen? Anmelden impulse-Mitglieder können nach dem Anmelden auf alle -Inhalte zugreifen. Jetzt anmelden impulse-Mitglied werden impulse-Magazin alle -Inhalte digitales Unternehmer-Forum exklusive Mitglieder-Events und vieles mehr … Jetzt Mitglied werden