Gründer-Ratgeber 7 gute Gründe fürs Gründen – und 7, es besser bleiben zu lassen

Freiheit und Unabhängigkeit: Als Unternehmer gibt es keinen Chef, keine Stechuhr, keine Vorgaben.

Freiheit und Unabhängigkeit: Als Unternehmer gibt es keinen Chef, keine Stechuhr, keine Vorgaben.© Seamartini Graphics/Fotolia

Freiheit, Unabhängigkeit, Leidenschaft: Es gibt viele gute Gründe, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Aber mindestens genauso viele, es bleiben zu lassen.

Eine zündende Idee allein reicht nicht, um ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen. Wer eine Firma gründen will, sollte Durchhaltevermögen haben und für das eigene Geschäftskonzept brennen. Aber es kann sich lohnen. Eine kleine Entscheidungshilfe für alle, die mit dem Gedanken spielen, sich selbstständig zu machen.

 

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7 Gründe fürs Gründen:

1. Gründen bringt Freiheit und Unabhängigkeit

Unternehmer treffen eigene Entscheidungen und arbeiten selbstbestimmt. Es gibt keine Stechuhr und keinen Vorgesetzten, der entscheidet, wann der Urlaub genommen werden darf. Unternehmer sind ihr eigener Chef.

2. Gründer arbeiten mit Leidenschaft.

Wer für sich selbst arbeitet, arbeitet mit mehr Leidenschaft. Der Aufbau eines eigenen Unternehmens kostet zwar viel Kraft, Zeit und Anstrengung. Wer mit Hingabe und Passion arbeitet, der weiß auch, wofür er morgens aufsteht.

3. Wer gründen will, findet eine Menge Unterstützung

Wer gründen will, bekommt viel Unterstützung und Beratung. Es gibt staatliche Förderprogramme, Beratungsangebote, Gründerwettbewerbe und Gründungsinitiativen. Auch ein Mentor kann vor und während der Gründungsphase helfen und Tipps geben. Wer eine gute Geschäftsidee hat, kann per Crowdfunding Kapital einsammeln – und ganz nebenbei sogar eine kleine Fangemeinde schaffen.

4. Unternehmer lernen ihr Leben lang

Gründer sind häufig Einzelkämpfer oder arbeiten im kleinen Team – zumindest in der Anfangsphase. Oft übernehmen sie Aufgaben selbst, für die es in großen Unternehmen Spezialisten gibt. Kundenakquise, Buchhaltung, Mitarbeitermotivation – Unternehmer sind häufig dazu gezwungen, neue Dinge zu lernen und sich weiterzubilden. Positiv ausgedrückt: Sie erwerben laufend neue Fähigkeiten, von denen sie nie gedacht hätten, dass sie in ihnen schlummern.

5. Für das eigene Unternehmen reicht manchmal schon ein Laptop

Dank Digitalisierung und Vernetzung ist es in den vergangenen Jahren mitunter einfacher geworden, ein Unternehmen zu gründen und zu organisieren. Besonders IT-Start-ups können am Anfang mit geringen Ressourcen auskommen. Oft reicht das eigene Laptop im Wohnzimmer. Auch ein kleiner Online-Versand über Internet-Plattformen wie Dawanda oder eBay lässt sich schnell und leicht einrichten.

6. Ein gut laufendes Unternehmen kann eine gute Altersvorsorge sein

Wer seinen Lebensstandard halten will, muss selbst fürs Alter vorsorgen. Ein gut laufendes Unternehmen kann eine Möglichkeit sein, sich für die Zeit nach dem Arbeitsleben abzusichern.

7. Eine Gründung ist keine Entscheidung für die Ewigkeit

Und zu guter Letzt: Ein Unternehmen zu gründen, bedeutet nicht, bis an sein Lebensende daran gefesselt zu sein. Das Leben kann sich verändern und in einer anderen Lebensphase ist man vielleicht lieber wieder fest angestellt. Ein Unternehmen kann irgendwann auch wieder verkauft werden.

 

7 Gründe, das Gründen bleiben zu lassen:

1. Eine Unternehmensgründung braucht viel Zeit

Unternehmer arbeiten durchschnittlich deutlich mehr als Angestellte. 45- bis 60-Stunden-Wochen sind keine Seltenheit. Oft ist eine Trennung zwischen Arbeit und Freizeit schwierig. Im Notfall ist ein Unternehmer 24 Stunden am Tag zu erreichen. Unter so einem Arbeitspensum kann das Privatleben leiden.

2. Unternehmer müssen ungeliebten Papierkram erledigen

Rechnungen, Formulare, Steuererklärungen – neben dem Tagesgeschäft stehen auch ungeliebte administrative Aufgaben an, um die sich Unternehmer kümmern müssen. Besonders in der Gründungsphase kann der Papierkram sehr nervenaufreibend sein.

3. Gründen bedeutet Unsicherheit

Ist die Auftragslage schlecht, fließt kein Gehalt. Gründer müssen sich darauf einstellen, auch mal eine Durststrecke zu überstehen. In den Anfangsjahren kann das bedeuten, seinen Lebensstandard runterzuschrauben. Ein finanzielles Polster für die Anfangsphase ist wichtig.

4. Gründer haben eine hohe psychische Belastung

Ein großes finanzielles Risiko, Existenzängste und eine hohe Arbeitsbelastung können bei Gründern zu psychischen Belastungen führen. Unternehmer sind überdurchschnittlich häufig von psychischen Krankheiten betroffen. Gründer müssen sich deshalb genügend Erholung und Freizeit gönnen, damit die Akkus rechtzeitig wieder aufgeladen werden können.

5. Unternehmer müssen sich selbst um ihre soziale Absicherung kümmern

Auszeiten durch Krankheit oder Urlaub gehen voll zu Lasten des Unternehmers. Beiträge für die Krankenversicherung müssen komplett selbst gezahlt werden. Auch um die Altersvorsorge müssen sich Unternehmer selbst kümmern.

6. Durch eine Gründung gibt man eventuell ein gutes Angestelltenverhältnis und ein nettes Team auf

Eine Unternehmensgründung ist nicht nur ein finanzieller Schritt in die Unsicherheit. Möglicherweise muss man auch ein tolles Team verlassen, mit dem man in der Vergangenheit gut zusammengearbeitet hat. Die Arbeit als Einzelkämpfer kann oft sehr einsam sein.

7. Im eigenen Unternehmen ist man für alles selbst verantwortlich

Im eigenen Unternehmen kann man Entscheidungen nicht an einen Chef oder Vorgesetzten abgeben. Wenn das Geschäft wächst und man Mitarbeiter einstellt, trägt man auch für sie die Verantwortung.

Gute oder schlechte Gründe hin oder her: Am Ende muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er den Schritt wagen will. Aber: Es kann sich lohnen!

1 Kommentar
  • Gilbert Hübner 22. Juni 2015 12:39

    Dem kann ich nur zustimmen.

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