Fußballer als Unternehmer Von Wurstfabrikant bis Winzer – die zweiten Karrieren der Stars

2014 wurde Phillip Lahm mit der deutschen Elf Weltmeister, heute ist er erfolgreicher Gesellschafter und kickt nur noch für den FC Bayern.

2014 wurde Phillip Lahm mit der deutschen Elf Weltmeister, heute ist er erfolgreicher Gesellschafter und kickt nur noch für den FC Bayern.© dpa / picture-alliance

Ja, es gibt ein Leben nach dem Fußball. Diese 18 (Ex-) Spieler haben sich fürs Unternehmerdasein entschieden. Wer heute Kleidung verkauft und wer Fußdeo vertreibt.

Am 10. Juni beginnt in Frankreich die Europameisterschaft. Lange haben sich die Spieler auf den wichtigen Wettkampf vorbereitet und den ganzen Tag trainiert. Doch was machen Fußballer eigentlich, wenn sie nicht (mehr) auf dem Rasen stehen? Einige versuchen eine neue Karriere als Unternehmer – das Startkapital ist ja zumindest in den meisten Fällen da. Egal ob in der Modebranche oder als Restaurantbesitzer – diese 18 noch aktiven oder Ex-Fußballer haben den Schritt in die Unternehmerwelt gewagt.

1. Der Modelabel-Gründer

Christian Fuchs, der für den englischen Verein Leicester City spielt, ist ins Modebusiness gegangen. Der Österreicher hat das Modelabel „NoFuchsgiven“ gegründet. Allerdings besteht das Sortiment derzeit nur aus einem Sweatshirt und zwei T-Shirts.

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2. Der Bio-Tech-Star

Den französischen Spieler Mathieu Flamini, der seit 2013 für den FC Arsenal kickt, zog es in die Biotech-Branche. 2014 investierte der 32-Jährige mehrere Millionen Euro in das Unternehmen „GF Biochemicals“. Die Firma hatte er 2008 selbst gegründet. Das Unternehmen versucht, Lävulinsäure in Massen und kosteneffizient herzustellen. Sie gilt als potenzieller Ersatzstoff für Erdöl. Auch wenn die Entwicklung noch am Anfang steht, so ist der mögliche Markt riesig: Er wird auf 20 Milliarden Euro geschätzt.

3. Der Unterhosenverkäufer

Dass sich der Superstar von Real Madrid selbst ziemlich gut findet, ist kein großes Geheimnis. Deswegen modelt Christiano Ronaldo auch selbst für seine Unterwäsche-Linie. Unter seiner Marke „CR7“ verkauft der Portugiese aber nicht nur Unterwäsche, sondern auch stylische Hemden.

Macht nicht nur auf dem Rasen eine gute Figur - der portugiesische Nationalspieler Christiano Ronaldo (Mitte) modelt auch für seine eigene Unterwäsche-Kollektion.

Macht nicht nur auf dem Rasen eine gute Figur – der portugiesische Nationalspieler Christiano Ronaldo (Mitte) modelt auch für seine eigene Unterwäsche-Kollektion.© dpa / picture-alliance

 

4. Der Möbelhersteller

Der Belgier Robert Dekeyser wurde während eines Spiels durch den Ellenbogen eines anderen Fußballers ernsthaft im Gesicht verletzt und beendete daraufhin seine Karriere. Noch im Krankenhaus gründete er die Firma „DEDON“ und stellt jetzt sehr erfolgreich Outdoor-Möbel her. Außerdem ist er Besitzer eines luxuriösen Hotelresorts auf den Philippinen sowie einer Reiseagentur mit Fokus auf Outdoor-Reisen.

5. Der Modehändler

Gleich einen kompletten Klamottenladen hat der ehemalige Sankt-Pauli-Stürmer Marius Ebbers eröffnet. Der Laden befindet sich im hippen Hamburger Schanzenviertel. Wenn die Spieler seines Vereins mal wieder auf dem Rasen stehen, kann man die Fans im nahen Millerntorstadion sogar vor der Tür seines Modegeschäfts hören.

6. Der Wurstfabrikant

Der zuletzt eher durch negative Schlagzeilen auffällig gewordene Uli Hoeneß hatte schon 1985 das Bedürfnis, in die Unternehmerwelt einzusteigen und gründete eine Wurstwarenfabrik in Nürnberg. Heute leiten die Kinder das Geschäft des ehemaligen Präsidenten des FC Bayern München.

7. Der Top-Manager

In den 80er-Jahren lief Björn Gulden viermal für den 1. FC Nürnberg auf – heute ist er einer der wichtigsten Personen bei Puma. Der Norweger ist Vorstandsvorsitzender des Sportartikel-Herstellers und gehört damit zu den wichtigsten Personen im internationalen Sportmode-Business.

8. Der Gastronom

Ioannis Amanatidis ist Inhaber des Restaurants „Der Grieche“ in Frankfurt. Neben dem Lokal ist der auf Zypern lebende Ex-Fußballer mit seinem Modelabel „iam-exposure“ recht erfolgreich. Seine Sportlerkarriere beendete der ehemalige Eintracht-Frankfurt-Spieler 2011.

9. Der Winzer

2006 wurde er Weltmeister und im vergangenen Sommer wechselte er von Juventus Turin zum New York City FC in die Major League Soccer. Doch bei der EM, die am Wochenende startet, darf er nicht mehr dabei sein. Vielleicht ist das für ihn aber auch nicht so schlimm, denn Andrea Pirlo hat auch so genug zu tun: 2010 übernahm der 37-Jährige das Weingut „Pratum Coller“ seiner Eltern, in der Nähe von Brescia.

Der Italiener Andrea Pirlo übernahm 2010 das Weingut seiner Eltern.

Der Italiener Andrea Pirlo übernahm 2010 das Weingut seiner Eltern.© dpa / picture-alliance

 

10. Die Supermarktbetreiber

Ex-Trainer Holger Stanislawski und der ehemalige HSV-Spieler Alexander Laas haben sich im Juni 2014 zusammengeschlossen und die Geschäftsführung eines Rewe-Supermarkts im noblen Hamburger Stadtteil Winterhude übernommen.

11.Der Duschgelproduzent

Als Kapitän führte er die deutsche Nationalmannschaft 2014 zum Sieg, heute spielt Philipp Lahm noch für den FC Bayern München und ist seit Anfang vergangenen Jahres Gesellschafter von Sixtus, einem Hersteller von Kosmetikprodukten für Sportler, wie etwa Fußdeo oder Gesäßcreme. Auch in das Unternehmen „Fanmiles“ hat der heute 32-Jährige investiert, ein soziales Netzwerk, dass Fans von Prominenten für deren Treue belohnt.

12. Der Allrounder

Schon während seiner aktiven Zeit als Fußballer wusste David Beckham, wie man als Unternehmer Geld macht. Bereits 2014 feierte er seine 10-jährige Partnerschaft mit Coty, eine Firma die seine Düfte produziert und vertreibt. Doch der Brite verkauft nicht nur Parfüm – er ist ein Allrounder. Durch seine Kooperation mit dem schwedischen Mode-Giganten H&M vermarktet der 41-Jährige Unterwäsche, Bademode und Menswear. Außerdem ist er unter anderem bei Sands China eingestiegen, ein Unternehmen, das Konzepte für Restaurants, Einzelhandel und Freizeit-Aktivitäten auf Grundstücken in Macao und Singapur entwickelt. Laut dem Wirtschaftsmagazin „Forbes“ war Beckham im vergangenen Jahr mit einem Gesamtvermögen von umgerechnet 69,2 Millionen Euro auf Platz 2 der „reichsten Sportler in Rente“ (Nummer eins war der Ex-Basketballer Michael Jordan).

Hat gut zu lachen: David Beckham ist auf Platz 2 der "reichsten Fußballer in Rente".

Hat gut zu lachen: David Beckham ist auf Platz 2 der „reichsten Fußballer in Rente“.© dpa / picture-alliance

 

13. Der Hotelier

Der ehemalige deutsche Nationalspieler Karl-Heinz „Kalle“ Riedel hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich um neuen Fußballnachwuchs zu kümmern. Der heute 50-Jährige besitzt neben einem 4-Sterne-Hotel ein Fußball-Camp für Kinder in Oberstaufen im Allgäu sowie eine Sport- und Eventagentur.

14. Der Werber

Christoph Metzelder hat jüngst mit Partnern die Werbeagentur-Tochter „Jung von Matt Sports“ aufgemacht, die sich auf Werbemaßnahmen für Sportvereine und -marken spezialisiert hat. Seit Juli 2014 ist der Verteidiger außerdem der 1. Vorsitzende des TuS Haltern, für den er immer noch aktiv spielt.

15. Der Vermarkter

Auch Ex-Fußballprofi und -experte Günter Netzer ist dem Sportgeschäft treu geblieben. Er ist geschäftsführender Direktor des Schweizer Sportrechtevermarkters „Infront“. Netzer war es schon früh nicht mehr genug, nur Fußballer zu sein. Von 1971 bis 1973 betrieb er die Disko „Lovers‘ Lane“ in Mönchengladbach. „Der Trainer ist fast in Ohnmacht gefallen“, sagte der Ex-Fußballstar einmal. „Aber erstaunlicherweise begann da meine stärkste Zeit, als ich die Diskothek und die Bar hatte.“

Fußball-Legende Günter Netzer bleibt auch lange nach seinem Karriere Ende in der Fußball-Branche.

Fußball-Legende Günter Netzer bleibt auch lange nach seinem Karriere Ende in der Fußball-Branche.© dpa / picture-alliance

 

16. Der Sportmodehändler

Auch der ehemalige Nationalspieler Marcell Jansen ist jetzt im Modebusiness. Nach dem Ende seiner Karriere als Fußballer konzentriert sich der 30-Jährige auf sein Start-up „Gymjunky“, das Sportmode, aber auch Sporternährung verkauft.

17. Der App-Entwickler

2006 noch im Kader des deutschen Nationalteams bei der WM im eigenen Land – heute ist Gerald Asamoah Miteigentümer des 2014 gegründeten Unternehmens „BsideMe“. Mit der App des Unternehmens können Prominente die Kontaktpflege mit ihren Fans optimieren.

18. Der Merchandise-Mann

Der ehemalige deutsche Nationalspieler Fredi Bobic wurde einst als Held des VfB Stuttgart gefeiert. Heute ist der in Jugoslawien geborene Bobic aber hauptsächlich Unternehmer. Er sitzt im Beirat der „Social Commerce Group“, an der er auch Anteile hält. Das Unternehmen ist ein Dienstleister auf dem Gebiet des digitalen Merchandisings.

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