Schlechte Stellenanzeigen Diese 9 Stellenanzeigen gingen in die Hose

Was zeichnet den Beruf als Fleischverkäuferin aus? Na klar: Man trägt Bikini und schwingt die Fleischkeule. Dieses und acht andere Beispiele zeigen, wie Sie Stellenanzeigen lieber nicht gestalten sollten.

Was zeichnet den Beruf als Fleischverkäuferin aus? Na klar: Man trägt Bikini und schwingt die Fleischkeule. Dieses und acht andere Beispiele zeigen, wie Sie Stellenanzeigen lieber nicht gestalten sollten.© picture alliance / dpa

Warum immer nur Best-Practice-Beispiele zeigen? Auch von Totalausfällen kann man etwas lernen. Diese Stellenanzeigen nehmen Sie sich besser nicht zum Vorbild.

„Field Execution Specialist“. Der Job klingt gefährlich. Was man da wohl macht?

Wer es wissen will, sollte bei der Brauereigruppe AB InBev nachfragen. Die suchte mit dieser Berufsbezeichnung nach einem Mitarbeiter für einen – sicher wahnsinnig abenteuerreichen – Job im Vertrieb.

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Und die Brauerei hat ja auch recht: Warum sollte man sich auf die gängigen Jobtitel beschränken, wenn man sich tolle Funktionen auch einfach ausdenken kann?

Zum Beispiel „Referent Reservierung Spezial AVB K“. Wofür AVB K steht? Keine Ahnung. Vielleicht weiß das aber ein Versicherungsmathematiker. Denn einen solchen suchte die Ergo Versicherung mit diesem Jobtitel.

So viel Kreativität ist Henner Knabenreich zu viel. Er sagt: „Wenn ich einen Versicherungsmathematiker suche, sollte ich das auch in den Stellentitel schreiben.“ Knabenreich ist Berater für digitales Marketing – und mit schlechten Stellenanzeigen kennt er sich aus: Zusammen mit Jannis Tsalikis, Personalleiter bei Vice, hat er einige Jahre lang einen Award für herausragend schlechte Stellenanzeigen verliehen, die Goldene Runkelrübe.

Mittlerweile wird der Award zwar nicht mehr verliehen, in seinem Blog stellt Knabenreich aber weiterhin abschreckende Stellenanzeigen vor. Das sind unsere Favoriten.

1. Empfangsdame gesucht – darf auch männlich sein

Screenshot: Goldene Runkelrübe

Man sieht die rauchenden Köpfe in der Personalabteilung förmlich vor sich: „Puh … wie heißt das nun, wenn so eine Empfangsfrau ein Mann ist? Empfangsherr? Empfänger? – Ach komm, egal. Wir schreiben (m/w) dahinter – fertig ist die Laube.“

2. Bewerbung nur per Post

Screenshot: Henner Knabenreich

So sucht ein „modernes Medienunternehmen“ also einen Social Media Manager. Der wird beim ZDF offenbar auch dringend gebraucht, denn laut Knabenreich teilten die Mainzer ihre Stellenanzeige weder auf Facebook noch auf Twitter. Dafür dürfen Bewerber sich allerdings ausschließlich per Post bewerben, E-Mail-Bewerbungen werden nicht berücksichtigt. Die Position war zu einem früheren Zeitpunkt übrigens als „Sachbearbeiter“ ausgeschrieben.

3. Fleischeslust

Screenshot: Henner Knabenreich

Mit dieser Anzeige hat es die Lauffener Metzgerei Kopf sogar in überregionale Tageszeitungen geschafft. „Natürlich kriege ich mit so einem Bikini-Mädel viel Aufmerksamkeit“, sagt Knabenreich. „Aber das hilft nicht bei der Lösung des Problems.“

In einem Interview habe die Inhaberin nämlich erzählt, so der Berater, dass sie keine neuen Angestellten finde, die sie dauerhaft halten kann. Nach kurzer Zeit würden neue Mitarbeiter merken, dass sie mit den Anforderungen des Berufs nicht klarkommen. Genau diese Gefahr sieht Knabenreich allerdings auch bei der Anzeige der Metzgerei. Denn nach harter Arbeit sieht das Foto der Fleischkeule tragenden Bikinidame nicht aus.

4. Hohe Ansprüche

Screenshot: Goldene Runkelrübe

Auf den Punkt kommen scheint nicht die Stärke der Personaler der Telekom zu sein: Mit 17 Aufzählungspunkten beschreiben sie, was ein Bewerber mitbringen soll. Andererseits ist das auch nur  konsequent: Die Liste der Aufgaben, die der neue Kollege bewältigen muss, ist schließlich noch länger.

5. Frauen halten die Karriereleiter, Männer klettern sie rauf

Screenshot: Goldene Runkelrübe

Die Kreissparkasse Birkenfeld kann einem fast schon leid tun. 2013 warb sie mit diesem Plakat – und löste eine Shitstorm aus. Dabei – so beteuerten die Verantwortlichen damals – sei den Frauen die Leiter beim Fotoshooting einfach zu klapprig gewesen. Allein aus diesem Grund hätten die Männer oben gesessen.

6. Fabelwesen gesucht

Screenshot: Henner Knabenreich

Sie sind Naturwissenschaftler und suchen eine Anstellung im Naturschutz? Am liebsten mit Tieren? In Rheinland-Pfalz? Wenn Sie jetzt auch noch ein Luchs sind, dann hat die dortige Staatskanzlei die perfekte Stelle für Sie. Welcher Job wirklich hinter diesem Inserat steckt, wird durch die Anzeige allerdings nicht klar. Hat irgendetwas mit Tieren und Öffentlichkeitsarbeit zu tun.

7. Endlich bekommen auch alte Bewerber eine Chance

Screenshot: Goldene Runkelrübe

Sie haben 90 Jahre Berufserfahrung und möchten sich immer noch beruflich weiterentwickeln? Glückwunsch! IBM hat da was für Sie. Gesucht wird übrigens ein Associate Partner.

8. Superman im Putzkittel

Screenshot: Henner Knabenreich

Warum sich beschränken, wenn man auch alles haben kann? Die Deutsche Bundesbank braucht ein Allroundtalent: Die gesuchte Reinigungskraft soll nicht nur putzen, sondern auch kellnern können und das Silberne Rettungsschwimmabzeichen besitzen, um bei Bedarf absaufende Banker aus dem Wasser ziehen zu können. Bei den Vorstellungsgesprächen wäre man doch gern dabei gewesen – einfach um mal zu sehen, wer sich da so bewirbt.

9. Lang und wabbelig

Screenshot: Goldene Runkelrübe

Kurz und knackig? Nee, beim Europäischen Patentamt nimmt man es sehr genau. Gut drei bis vier Seiten dürfte diese Stellenanzeige in Papierform umfassen. Wer bis zum Ende durchhält, ist für die Position vermutlich bestens geeignet.

2 Kommentare
  • brabas 15. Februar 2017 13:18

    Das ZDF hat recht! Wüsste man die Hintergründe, würde man auch das ZDF aus dieser Liste nehmen! Derzeit werden auf Stellenausschreibungen von Unternehmen Fake-Bewerbungen mit extrem gefährlichen Viren und anderer Schadsoftware geschickt.

    • Nicole Basel 15. Februar 2017 13:53

      Lieber Leser, zum Hintergrund gehört auch, dass man sich beim ZDF heute auf jede Stelle per Online-Eingabemaske bewerben kann, die durch eine Sicherheitsfrage vor Spam geschützt wird. Auch in Mainz bewegt man sich fort.

      Mit freundlichem Gruß aus der impulse-Redaktion,

      Nicole Basel

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