Fußballer als Unternehmer Vom Fußballprofi zum Unternehmer – nicht immer mit Erfolg

Seit Anfang August ist Ex-Nationalspieler Philipp Lahm Hauptgesellschafter von Sixtus, einem Hersteller von Kosmetikprodukten für Sportler.

Seit Anfang August ist Ex-Nationalspieler Philipp Lahm Hauptgesellschafter von Sixtus, einem Hersteller von Kosmetikprodukten für Sportler.© dpa

Es gibt auch ein Leben nach dem Fußball. Nicht nur Philipp Lahm versucht nach seinem Karriereende als Unternehmer durchzustarten. Welcher Fußballprofi heute einen Supermarkt leitet, wer ein Hotel betreibt - und wer scheiterte.

Vorfreude bei vielen Fußballfans: Am Freitag startet endlich die Bundesliga. Zum ersten Mal seit zwölf Jahren ohne Philipp Lahm: Im Mai verabschiedete sich der Ex-Kapitän der Bayern vom Fußball. Schon während seiner Fußballerkarriere hatte sich der heute 33-Jährige ein zweites Standbein aufgebaut: als Unternehmer. Seit Anfang 2015 ist er Gesellschafter von Sixtus, einem Hersteller von Kosmetikprodukten für Sportler, etwa Fußdeo oder Gesäßcreme. Anfang August hat Lahm Sixtus komplett gekauft und ist jetzt Hauptgesellschafter. Im Sommer vergangenen Jahres stieg er ebenfalls als Gesellschafter beim Müsli-Spezialisten Schneekoppe mit ein. Auch in das Unternehmen „Fanmiles“ hat der Ex-Fußballprofi investiert, ein soziales Netzwerk, das Fans von Prominenten für deren Treue belohnt.

Auch andere Fußballer starteten eine neue Karriere als Unternehmer – zum Beispiel diese 15:

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1. Der Modelabel-Gründer

Christian Fuchs, der für den englischen Verein Leicester City spielt, ist ins Modebusiness gegangen. Der Österreicher hat das Modelabel „NoFuchsgiven“ gegründet. Dort verkauft er T-Shirts und Caps für Frauen und Männer.

2. Der Biotech-Star

Den französischen Spieler Mathieu Flamini, der seit 2013 für den FC Arsenal kickt, zog es in die Biotech-Branche. 2008 gründete der 33-Jährige mit einem Freund das Unternehmen „GF Biochemicals“. Die Firma hatte er 2008 selbst gegründet. Das Unternehmen versucht, Lävulinsäure in Massen und kosteneffizient herzustellen. Sie gilt als potenzieller Ersatzstoff für Erdöl. Auch wenn die Entwicklung noch am Anfang steht, so ist der mögliche Markt riesig: Er wird auf 20 Milliarden Euro geschätzt.

3. Der Möbelhersteller

Der Belgier Robert Dekeyser wurde während eines Spiels durch den Ellenbogen eines anderen Fußballers ernsthaft im Gesicht verletzt und beendete daraufhin seine Karriere. Noch im Krankenhaus gründete er die Firma „DEDON“ und stellt jetzt sehr erfolgreich Outdoor-Möbel her. Außerdem ist er Besitzer eines luxuriösen Hotelresorts auf den Philippinen sowie einer Reiseagentur mit Fokus auf Outdoor-Reisen.

4. Der Modehändler

Gleich einen kompletten Klamottenladen hatte der ehemalige Sankt-Pauli-Stürmer Marius Ebbers im September 2012 eröffnet. Der Laden „Ebb & Flow“ befand sich im hippen Hamburger Schanzenviertel; doch im Mai musste der Ex-Fußballspieler dicht machen. „Das Geschäft läuft nicht mehr. Die Branche hat es schwer, ich bin da sicher nicht der Einzige, der klagt“, sagte der 39-Jährige in der „Bild“.

5. Der Wurstfabrikant

Bayern-Präsident Uli Hoeneß stieg schon 1985 in die Unternehmerwelt ein: Er gründete mit einem Kompagnon HoWe Wurstwaren, eine Wurstwarenfabrik in Nürnberg. Heute leiten die Kinder das Geschäft des ehemaligen Stürmers, der später als Steuersünder für Schlagzeilen sorgte.

6. Der Top-Manager

In den 80er-Jahren lief Björn Gulden viermal für den 1. FC Nürnberg auf – heute ist er Vorstandsvorsitzender bei Puma. Der Norweger gehört damit zu den wichtigsten Entscheidern im internationalen Sportmode-Business.

7. Der Winzer

2006 wurde er Weltmeister, vor zwei Jahren wechselte er von Juventus Turin zum New York City FC in die Major League. Doch Andrea Pirlo hat auch sonst noch viel zu tun: 2010 übernahm der 38-Jährige das Weingut „Pratum Coller“ seiner Eltern, in der Nähe von Brescia.

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8.+9. Die Supermarktbetreiber

Ex-Trainer Holger Stanislawski und der ehemalige HSV-Spieler Alexander Laas haben sich im Juni 2014 zusammengeschlossen und die Geschäftsführung eines Rewe-Supermarkts im noblen Hamburger Stadtteil Winterhude übernommen.

10. Der Hotelier

Der ehemalige deutsche Nationalspieler Karl-Heinz „Kalle“ Riedle hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich um neuen Fußballnachwuchs zu kümmern. Der heute 51-Jährige besitzt neben einem 4-Sterne-Hotel ein Fußball-Camp für Kinder in Oberstaufen im Allgäu sowie eine Sport- und Eventagentur.

11.+12. Die Werber

2013 gründete Christoph Metzelder mit Partnern die Agentur „Jung von Matt/Sports“, eine auf Werbemaßnahmen für Sportvereine und -marken spezialisierte Tochtergesellschaft der renommierten Werbeagentur Jung von Matt. Drei Jahre später konnte „Metze“ einen weiteren Ex-Fußballprofi für sein Unternehmen gewinnen: Arne Friedrich. Der 38-Jährige übernahm im November 2016 die Leitung einer neuen Unit innerhalb der Jung von Matt/Sports GmbH.

13. Der Diskokönig

Ex-Fußballprofi Günter Netzer war es schon früh nicht mehr genug, nur Fußballer zu sein. Von 1971 bis 1973 betrieb er die Disko „Lovers‘ Lane“ in Mönchengladbach. „Der Trainer ist fast in Ohnmacht gefallen“, sagte der Ex-Fußballstar einmal. „Aber erstaunlicherweise begann da meine stärkste Zeit, als ich die Diskothek und die Bar hatte.“  Heute ist Netzer geschäftsführender Direktor des Schweizer Sportrechtevermarkters „Infront“, übernimmt dort aber vor allem repräsentative Aufgaben.

14. Der App-Entwickler

2006 noch im Kader des deutschen Nationalteams bei der WM im eigenen Land – 2014 war Gerald Asamoah Mitgründer des Start-ups „BsideMe“. Mit der App des Unternehmens sollten Prominente die Kontaktpflege mit ihren Fans optimieren. Ein großer Erfolg scheint das Projekt aber nicht gewesen zu sein: Die Webseite ist offline, bei Twitter herrscht bereits seit fast zwei Jahren Funkstille.

15. Der Internet-Trainer

Auch Ex-Torhüter Oliver Kahn schnuppert seit vergangenem Jahr Unternehmer-Luft. Als Mitgründer des Start-ups „Goalplay“ trainiert Kahn Torhüter per Internet – mithilfe von Trainingsvideos und Anleitungen. Zudem gibt der 47-Jährige eine limitierte Handschuhkollektion heraus.

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