Sinnstiftende Arbeit So sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeiter seltener krank sind

Sinnstiftende Arbeit

Ständig kranke Mitarbeiter? Laut einer Studie liegt das häufig am Unternehmen.© go2 / photocase.de

Deutsche Arbeitnehmer melden sich im Schnitt zwölf Tage im Jahr krank. Dabei können Chefs ganz einfach dafür sorgen, dass Mitarbeiter seltener krank sind - und mehr Spaß an der Arbeit haben.

Fast 20 Tage im Jahr meldete sich eine Gruppe Arbeitnehmer im Jahr 2017 krank. Eine andere Gruppe fehlte nur halb so oft. Der Unterschied zwischen beiden Gruppen? Nicht etwa das Gehalt, wie der Fehlzeiten-Report 2018 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt. Die gesünderen Arbeitnehmer empfinden ihre Arbeit als sinnstiftend. Wer wenig oder keinen Sinn hinter seiner Arbeit sieht, ist auch häufiger krank.

Für Chefs heißt das: Wer seine Mitarbeiter schlecht führt, sorgt dafür, dass sie häufiger krank sind. Schaffen Chefs es hingegen, Angestellten einen Sinn hinter ihrer Arbeit zu vermitteln, fehlen sie seltener und sind produktiver – und haben wahrscheinlich mehr Spaß an der Arbeit. Insgesamt fehlten deutsche Mitarbeiter laut Fehlzeiten-Report im vergangenen Jahr durchschnittlich 12,1 Tage. Für die Studie befragte das Institut 2030 Arbeitnehmer zwischen 16 und 65 Jahren.

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Sinnvolle Arbeit ist Angestellten wichtiger als ein hohes Einkommen

„Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen sowie das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun, sind Beschäftigten deutlich wichtiger als ein hohes Einkommen“, sagt Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO. 98 Prozent der Befragten ist es am wichtigsten, dass sie sich am Arbeitsplatz wohlfühlen. Fast genauso viele legen Wert auf gute Zusammenarbeit mit Kollegen, schätzen loyale Chefs, ein gutes Verhältnis zum Vorgesetzten und ein gutes Betriebsklima.

„Leider stimmen gerade hier Wunsch und Wirklichkeit oft nicht überein“, sagt Schröder. Denn tatsächlich finden nur 69 Prozent der Befragten, dass sich ihr Arbeitgeber ihnen gegenüber loyal verhält. 78 Prozent erleben ein gutes Betriebsklima – obwohl es sich fast jeder wünscht.

Sinnstiftende Arbeit führt zu weniger Beschwerden

Unter den Angestellten, die ihre Arbeit nicht als sinnstiftend empfinden, klagt laut der Studie jeder zweite über Rücken- und Gelenkschmerzen und Erschöpfung. Nur jeder fünfte Mitarbeiter, der seine Arbeit als sinnvoll erachtet, nennt die gleichen Beschwerden.

Ein überraschendes Ergebnis: Wer seine Arbeit sinnvoll findet, ist nicht nur gesünder – er neigt auch weniger zu Präsentismus, also dem Phänomen, trotz Krankheit arbeiten zu gehen. Jeder Vierte, der seine Arbeit nicht als sinnstiftend empfand, erscheint gegen den Rat des Arztes krank bei der Arbeit. Bei den zufriedeneren Mitarbeitern ist es nur jeder fünfte.

Wie Chefs Mitarbeitern Sinn vermitteln

Wie kann es Unternehmern gelingen, ihre Mitarbeiter sinnstiftend zu führen?

Die richtigen Kandidaten finden

Es beginnt schon bei der Suche nach geeigneten Mitarbeitern: Chefs sollten bei der Auswahl neuer Mitarbeiter nicht nur darauf achten, dass sie die gewünschten Fähigkeiten mitbringen – sondern auch darauf, dass sie sich für das Unternehmen begeistern können. Wer die Werte der Firma teilt und die Produkte oder Dienstleistung schätzt, wird die Arbeit auch als sinnvoll empfinden. Wer dagegen nur arbeitet, weil er dafür bezahlt wird, hat auf lange Sicht wenig Freude am Job.

Neue Kollegen sollten zudem gut ins Team passen – stimmt die Chemie nicht, hängt schnell der Haussegen schief und Mitarbeiter werden unzufrieden. Nehmen Sie sich daher ausreichend Zeit, um die Kandidaten kennenzulernen. Laden Sie Mitarbeiter zum Vorstellungsgespräch ein, die mit dem potenziellen neuen Kollegen zusammenarbeiten werden. Und organisieren Sie gegebenenfalls ein weiteres Treffen, damit andere Teammitglieder den Kandidaten auch kennenlernen können.

Erklären, was Sie antreibt

Unternehmern sollte klar sein, warum sie ihre Firma gegründet haben und wofür sie morgens aufstehen. Das sollten sie auch ihren Mitarbeitern vermitteln – zum Beispiel indem sie ihre Vision in einer Willkommensmappe für neue Mitarbeiter festhalten. Wer sich mit den Zielen und der Motivation identifizieren kann, wird auch gerne für die Firma arbeiten.

Regelmäßig Feedback geben

Chefs sollten Mitarbeitern das Gefühl vermitteln, ein wichtiger Teil des Unternehmens zu sein. Zum Beispiel indem sie loben und regelmäßig Feedback geben. Nutzen Sie Mitarbeitergespräche, um Ihre Angestellten zu fragen, ob sie sich wohl fühlen. Geben Sie ihnen die Möglichkeit, Kritik und Verbesserungsvorschläge zu äußern.

Außerdem sollten Chefs ihren Mitarbeitern Verantwortung übertragen – und nicht jeden noch so kleinen Arbeitsschritt ständig kontrollieren. Denn das kann Mitarbeitern das Gefühl geben, vom Chef als nicht besonders kompetent eingeschätzt zu werden.

Erfolgsrezepte für richtig gute Chefs

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