Familienfreundliches Unternehmen 13 Ideen, wie Ihr Betrieb familienfreundlicher wird

In familienfreundlichen Unternehmen sind Kinder willkommen  - und es gibt Spielsachen, falls sie mal mit ins Büro genommen werden.

In familienfreundlichen Unternehmen sind Kinder willkommen - und es gibt Spielsachen, falls sie mal mit ins Büro genommen werden. © AndreyCherkasov / iStock / Getty Images Plus

Sie müssen nicht gleich eine Betriebs-Kita eröffnen - es gibt viele andere Möglichkeiten für familienfreundliche Unternehmen, ihre Mitarbeiter zu unterstützen. 13 Ideen für jedes Budget.

Unternehmen sehen sich deutlich familienfreundlicher als ihre Beschäftigten. Laut einer Studie des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ) schätzten 44 Prozent der Unternehmen ihre Unternehmenskultur als sehr familienfreundlich ein. Allerdings sehen das nur 24 Prozent ihrer Beschäftigten genauso. Wenn Sie ein realistisches Bild haben wollen, wie familienfreundlich Ihr Unternehmen wirklich ist, dann können Sie auf der Seite von „Erfolgsfaktor Familie“ des BMFSFJ einen Online-Test machen.

Warum Familienfreundlichkeit so wichtig ist und sich auch finanziell lohnt, lesen Sie in unserem Artikel „Darum zahlt sich Familienfreundlichkeit für Unternehmen aus“.

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Mit diesen 13 Ideen, von denen viele noch nicht mal Geld kosten, werden Sie zum familienfreundlicheren Unternehmen.

1. Schaffen Sie flexible Arbeitszeitregelungen

Flexiblere Arbeitszeitmodelle ermöglichen Müttern mehr Karrierechancen und Vätern mehr Familienzeit. Dazu gehören Teilzeit, Gleitzeit,  Jahres- oder Lebensarbeitszeitkonten und Sabbaticals. Sehr attraktiv – auch für Führungskräfte – ist die vollzeitnahe Teilzeitbeschäftigung (28 bis 36 Stunden).

2. Lassen Sie Ihre Mitarbeiter zuhause arbeiten

Erlauben Sie Ihren Mitarbeitern, zumindest gelegentlich Home-Office zu machen. Das spart Pendelzeiten – und ermöglicht Ihren Mitarbeitern, länger zu arbeiten.

3. Ermutigen Sie Mitarbeiter, individuelle Wünsche anzusprechen

In familienfreundlichen Betrieben trauen sich Mitarbeiter, mit ihren Vorgesetzten individuelle Regelungen zu besprechen, wenn Beruf und Familie kollidieren. Signalisieren Sie, dass Sie bereit sind, Rücksicht auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter zu nehmen.

4. Seien Sie ein Vorbild

Nehmen auch Sie sich Auszeiten für die Familie – etwa wenn das Kind früher von der Kita abgeholt werden muss, wenn eine Schulveranstaltung ansteht oder wenn Sie sich um Ihre pflegebedürftigen Eltern kümmern müssen. Wenn Sie keine eigenen Kinder oder pflegebedürftigen Angehörigen haben, sprechen Sie das Vereinbarkeitsthema zumindest gelegentlich gegenüber den Beschäftigten an. Das hilft, dass sich Mitarbeiter trauen, familienfreundliche Angebote in Anspruch zu nehmen.

5. Bekämpfen Sie die Präsenzkultur

Kritisieren Sie, wenn Mitarbeiter abends lange im Betrieb sind, und ermutigen Sie Ihr Team, pünktlich Feierabend zu machen – so setzen Sie das Signal, dass Sie Vereinbarkeit im Unternehmen ernst nehmen und lange Anwesenheit nicht mit großem Engagement gleichsetzen.

6. Verzichten Sie auf Meetings am Spätnachmittag

In familienfreundlichen Betrieben finden Meetings vorzugsweise vormittags statt, wenn auch Mitarbeiter in Teilzeit anwesend sind. Meetings am späten Nachmittag sind sehr familienunfreundlich.

7. Bieten Sie Unterstützung bei der Kinderbetreuung an

Weil es in der Regel nicht genug Mitarbeiterkinder gibt und die Kosten nicht zu stemmen sind, können kleine Unternehmen nicht gleich eine betriebseigene Kita eröffnen. Dennoch gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie Sie Ihre Mitarbeiter bei der Kinderbetreuung unterstützen können:

  • mit anderen Unternehmen in der Nachbarschaft eine gemeinsame Kindertagesstätte eröffnen. Das bietet sich beispielsweise in einem Gewerbegebiet an.
  • bei bestehenden Einrichtungen oder Tagesmüttern in der Nähe der Firma Belegplätze für die Kinder der Mitarbeiter reservieren und bezuschussen.
  • mit einer Tagespflegeperson zusammenarbeiten und Räume zur Betreuung zur Verfügung stellen und sich an den Kosten beteiligen. Das bietet sich an, wenn nur eine Handvoll Kinder betreut werden müssen.
  • die Kosten der Kinderbetreuung übernehmen oder Zuschüsse zahlen.
  • Angestellten für Dienstreisen oder Abendveranstaltungen einen professionellen Babysitter vermitteln und sich an den Kosten beteiligen.
  •  für Fälle, in denen die reguläre Kinderbetreuung ausfällt: eine Notfallbetreuung organisieren. Die Notfallbetreuung kann eine Gemeinschafts-Kita mehrerer Unternehmen übernehmen oder Sie kooperieren mit Trägern oder Dienstleistern, die eine Notfallbetreuungseinrichtung betreiben.

Einen ausführlichen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten gibt eine Broschüre des Familienministeriums.

8. Erlauben Sie, dass Mitarbeiter Kinder mit ins Unternehmen bringen

Eltern, die im Büro arbeiten, können ihr Kind während der Arbeit für eine überschaubare Zeit oft selbst beaufsichtigen – Sie müssen es nur erlauben. Vielleicht richten Sie einen Raum mit Spielecke ein oder ein Eltern-Kind-Zimmer, in dem gearbeitet und gespielt werden kann. Oder Sie organisieren ein Netzwerk von Menschen, die kurzfristig die Kinderbetreuung im Unternehmen übernehmen können – seien es professionelle Babysitter, Senioren aus der Nachbarschaft oder Kollegen.

9. Organisieren Sie eine Ferienbetreuung

Sechs Wochen Sommerferien stellen viele berufstätige Eltern vor ein Problem. Wenn Sie eine Ferienbetreuung für Mitarbeiterkinder organisieren, helfen Sie ihnen und haben auch in Ferienzeiten keine Personalengpässe. Es gibt zahlreiche Firmen, bei denen man betriebliche Ferienbetreuungsprogramme buchen kann.

10. Veranstalten Sie ein familienfreundliches Ritual

Familienfreundliche Rituale zeigen Wertschätzung für Familien. Sie können in der Adventszeit beispielsweise zum gemeinsamen Keksebacken einladen, einen Tag der offenen Tür anbieten, an dem Kinder erleben können, wie und wo ihre Eltern arbeiten, oder einen gemeinsamen Ausflug veranstalten.

11. Gewähren Sie bezahlten Urlaub bei wichtigen Familienereignissen

Geben Sie Ihren Mitarbeitern für den Tag nach der Geburt eines Kindes, für die Einschulung oder andere wichtige Familienereignisse bezahlten Sonderurlaub. Oder honorieren Sie besondere Leistungen mit Gutscheinen für Sonderurlaubstage oder beispielsweise Zirkusveranstaltungen für die ganze Familie.

12. Gewähren Sie mehr Kinderkrankentage

Ist das Kind krank, bezahlt die gesetzliche Krankenkasse für zehn Kinderkrankentage pro Jahr das Gehalt der Eltern – allerdings nur, wenn die Eltern bereits am ersten Tag ein Attest vom Kinderarzt vorlegen. Sie können für eine bestimmte Zahl von Kinderkrankentagen das Gehalt selbst zahlen – dann müssen Eltern nicht gleich zum Arzt rennen. Oder Sie gewähren darüber hinaus eine unbezahlte Freistellung.

13. Reden Sie über Ihre Angebote

Stellen Sie sicher, dass alle Mitarbeiter davon erfahren, welche familienfreundlichen Angebote es bei Ihnen gibt, und werben Sie mit Ihren familienfreundlichen Angeboten– in Stellenanzeigen, Bewerbungsgesprächen und auf Ihrer Website. Überlegen Sie, ob Sie sich als familienfreundlich zertifizieren lassen. Dafür gibt es mehrere Anbieter, unter anderem die Bertelsmann Stiftung.

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