KI Anwendungsfälle
KI in der Firma nutzen – 6 Praxisbeispiele zum Nachmachen

KI-Projekte wirken riesig und kompliziert. Diese Beispiele zeigen, dass auch kleine Unternehmen die Technologie nutzen können. Welche Vorteile das mit sich bringt – von Vertrieb bis Wissensmanagement.

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KI-Anwendungsfälle
© KI generiertes Bild

Im Betrieb von Schreinermeister Matthias Brack dreht sich alles um Holz und Glas – und um eine Ampel. Ohne sie kann sich der Unternehmer sein Geschäft heute nicht mehr vorstellen. Seit 2021 zeigt die Ampel an, wie wahrscheinlich es ist, dass aus einer Kundenanfrage tatsächlich ein Auftrag wird. „Dahinter steckt eine Künstliche Intelligenz – und das war gar nicht so kompliziert, wie man denken könnte“, sagt Brack.

Dank der KI-Ampel spart der 45-Jährige jedes Jahr rund 140 000 Euro. Und der Umsatz pro Kunde sei auch gestiegen, sagt er.

Künstliche Intelligenz (KI) gilt als wichtigste Technologie unserer Zeit und gleichzeitig als großer Hype. Schon seit Jahren gehört KI zu unserem Alltag, häufig, ohne dass es uns bewusst ist: Die Technik empfiehlt uns Filme und Serien in Streamingdiensten und Mediatheken, sie filtert Spam-Mails aus unserem Posteingang und weist uns im Navigationssystem die schnellste Route auf Basis der aktuellen Verkehrslage.

Für jeden im Netz zugängliche KI-Tools, wie ChatGPT von Open AI oder Gemini von Google, erleichtern inzwischen vielen die tägliche Arbeit: Sie erstellen auf Knopfdruck Präsentationen, fassen Texte zusammen, schreiben E-Mails, programmieren Software oder generieren Bilder.

Michael Brhel, Geschäftsführer des auf Finanzsoftware spezialisierten Unternehmens Simba aus Ostfildern, sieht ein „Riesenpotenzial“ in der heute verfügbaren KI, gerade für kleinere Firmen. Er unterscheidet zwei Anwendungsfelder. Zum einen die Automatisierung von Prozessen, von Social-Media-Posts über Warenbestellungen bis zum Versenden von Rechnungen. Zum anderen ermöglicht KI Prognosen, speziell für Absatzmengen und Umsätze. Das erleichtert präzise die Planung im Einkauf, in der Lagerhaltung oder beim Personal.

Trotz der enormen Chancen tun sich Unternehmen in Deutschland mit der Entwicklung eigener KI-Anwendungen schwer: Laut einer Umfrage des ifo-Instituts vom August 2023 setzen gerade einmal 13,3 Prozent der Firmen solche selbst entwickelten Tools ein. 9,2 Prozent planen, diese zu nutzen, und 36,7 Prozent diskutieren mögliche Anwendungsszenarien. Für rund 40 Prozent aller deutschen Unternehmen ist die Entwicklung eigener KI-Tools momentan kein Thema.

KI-Projekte müssen weder riesig noch teuer sein

Ein wichtiger Grund: Unsicherheit. Wer kann sich im Unternehmen um ein KI-Projekt kümmern, wenn es keinen Datenstrategen gibt? Welche Kosten kommen auf die Firma zu? Und wie sicher sind eigentlich sensible Daten?

Mittelständlern bereite es Sorgen, dass sie auf viele Fragen keine Antwort haben, sagt Nadine Kammerlander, Professorin an der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar bei Koblenz und Inhaberin des Lehrstuhls für Familienunternehmen.

Die Forscherin weiß aus der Praxis: KI hat ein Imageproblem. Zwar sind ChatGPT und andere Tools inzwischen weitverbreitet. Für viele Anwendungsbereiche gilt KI-Technologie aber noch als teuer und kompliziert. Ergo wagen sich viele Unternehmerinnen und Unternehmer erst gar nicht an die Technologie heran.

Dass die Vorurteile nicht immer der Realität entsprechen, verdeutlichen die Beispiele auf den folgenden Seiten. impulse zeigt an sechs typischen KI-Anwendungen aus der Praxis, was möglich ist. In vier der Fälle benötigte das Unternehmen die Unterstützung einer IT-Firma. Bei zwei der Anwendungen war Hilfe von außen noch nicht einmal notwendig.

Die Kosten für den Start lagen zwischen null Euro und fünfstelligen Beträgen. Der Zeitaufwand bis zur Nutzung im Tagesgeschäft bei maximal 18 Monaten. Und so wie Schreinermeister Matthias Brack berichten alle Unternehmerinnen und Unternehmer von starken Effekten, die ihre Firmen sofort verbessert haben.

Beispiel 1: KI im Vertrieb nutzen

Das Ampelsystem im Unternehmen von Matthias Brack kommt immer dann zum Einsatz, wenn in seinem Betrieb eine neue Kundenanfrage eingeht. Zusammen mit seinem 25-köpfigen Team plant und baut Brack in Altusried, in der Nähe von Kempten im Allgäu, Wintergärten und Glas­dächer für Terrassen oder Schwimmbäder. Bracks Geschäft ist beratungsintensiv: „Jede Kundenberatung, aus der kein Auftrag wird, ist für uns teuer, da meine Mitarbeiter sich viel Zeit dafür nehmen“, sagt der Unternehmer.


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Im Betrieb von Schreinermeister Matthias Brack dreht sich alles um Holz und Glas – und um eine Ampel. Ohne sie kann sich der Unternehmer sein Geschäft heute nicht mehr vorstellen. Seit 2021 zeigt die Ampel an, wie wahrscheinlich es ist, dass aus einer Kundenanfrage tatsächlich ein Auftrag wird. „Dahinter steckt eine Künstliche Intelligenz – und das war gar nicht so kompliziert, wie man denken könnte“, sagt Brack. Dank der KI-Ampel spart der 45-Jährige jedes Jahr rund 140 000 Euro. Und der Umsatz pro Kunde sei auch gestiegen, sagt er. Künstliche Intelligenz (KI) gilt als wichtigste Technologie unserer Zeit und gleichzeitig als großer Hype. Schon seit Jahren gehört KI zu unserem Alltag, häufig, ohne dass es uns bewusst ist: Die Technik empfiehlt uns Filme und Serien in Streamingdiensten und Mediatheken, sie filtert Spam-Mails aus unserem Posteingang und weist uns im Navigationssystem die schnellste Route auf Basis der aktuellen Verkehrslage. Für jeden im Netz zugängliche KI-Tools, wie ChatGPT von Open AI oder Gemini von Google, erleichtern inzwischen vielen die tägliche Arbeit: Sie erstellen auf Knopfdruck Präsentationen, fassen Texte zusammen, schreiben E-Mails, programmieren Software oder generieren Bilder. Michael Brhel, Geschäftsführer des auf Finanzsoftware spezialisierten Unternehmens Simba aus Ostfildern, sieht ein „Riesenpotenzial“ in der heute verfügbaren KI, gerade für kleinere Firmen. Er unterscheidet zwei Anwendungsfelder. Zum einen die Automatisierung von Prozessen, von Social-Media-Posts über Warenbestellungen bis zum Versenden von Rechnungen. Zum anderen ermöglicht KI Prognosen, speziell für Absatzmengen und Umsätze. Das erleichtert präzise die Planung im Einkauf, in der Lagerhaltung oder beim Personal. Trotz der enormen Chancen tun sich Unternehmen in Deutschland mit der Entwicklung eigener KI-Anwendungen schwer: Laut einer Umfrage des ifo-Instituts vom August 2023 setzen gerade einmal 13,3 Prozent der Firmen solche selbst entwickelten Tools ein. 9,2 Prozent planen, diese zu nutzen, und 36,7 Prozent diskutieren mögliche Anwendungsszenarien. Für rund 40 Prozent aller deutschen Unternehmen ist die Entwicklung eigener KI-Tools momentan kein Thema. KI-Projekte müssen weder riesig noch teuer sein Ein wichtiger Grund: Unsicherheit. Wer kann sich im Unternehmen um ein KI-Projekt kümmern, wenn es keinen Datenstrategen gibt? Welche Kosten kommen auf die Firma zu? Und wie sicher sind eigentlich sensible Daten? Mittelständlern bereite es Sorgen, dass sie auf viele Fragen keine Antwort haben, sagt Nadine Kammerlander, Professorin an der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar bei Koblenz und Inhaberin des Lehrstuhls für Familienunternehmen. Die Forscherin weiß aus der Praxis: KI hat ein Imageproblem. Zwar sind ChatGPT und andere Tools inzwischen weitverbreitet. Für viele Anwendungsbereiche gilt KI-Technologie aber noch als teuer und kompliziert. Ergo wagen sich viele Unternehmerinnen und Unternehmer erst gar nicht an die Technologie heran. Dass die Vorurteile nicht immer der Realität entsprechen, verdeutlichen die Beispiele auf den folgenden Seiten. impulse zeigt an sechs typischen KI-Anwendungen aus der Praxis, was möglich ist. In vier der Fälle benötigte das Unternehmen die Unterstützung einer IT-Firma. Bei zwei der Anwendungen war Hilfe von außen noch nicht einmal notwendig. Die Kosten für den Start lagen zwischen null Euro und fünfstelligen Beträgen. Der Zeitaufwand bis zur Nutzung im Tagesgeschäft bei maximal 18 Monaten. Und so wie Schreinermeister Matthias Brack berichten alle Unternehmerinnen und Unternehmer von starken Effekten, die ihre Firmen sofort verbessert haben. Beispiel 1: KI im Vertrieb nutzen Das Ampelsystem im Unternehmen von Matthias Brack kommt immer dann zum Einsatz, wenn in seinem Betrieb eine neue Kundenanfrage eingeht. Zusammen mit seinem 25-köpfigen Team plant und baut Brack in Altusried, in der Nähe von Kempten im Allgäu, Wintergärten und Glas­dächer für Terrassen oder Schwimmbäder. Bracks Geschäft ist beratungsintensiv: „Jede Kundenberatung, aus der kein Auftrag wird, ist für uns teuer, da meine Mitarbeiter sich viel Zeit dafür nehmen“, sagt der Unternehmer. .paywall-shader { position: relative; top: -250px; height: 250px; background: linear-gradient(to bottom, rgba(255, 255, 255, 0) 0%, rgba(255, 255, 255, 1) 90%); margin: 0 0 -250px 0; padding: 0; border: none; clear: both; } Sie möchten weiterlesen? Anmelden impulse-Mitglieder können nach dem Anmelden auf alle -Inhalte zugreifen. Jetzt anmelden impulse-Mitglied werden impulse-Magazin alle -Inhalte digitales Unternehmer-Forum exklusive Mitglieder-Events und vieles mehr … Jetzt Mitglied werden
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