4-Tage-Woche für die Gesundheit
Wie eine verkürzte Arbeitswoche den Krankenstand senkt

Heike Wenzel hat die Arbeitszeit in ihrer Firma um 1,5 Stunden pro Woche reduziert und eine 4-Tage-Woche eingeführt. Dafür bekommt die Unternehmerin etwas besonders Wertvolles: gesündere Beschäftigte.

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4-Tage-Woche für die Gesundheit
Heike Wenzel, Geschäftsführerin der Wenzel Group aus Wiesthal in Bayern, führte eine 4-Tage-Woche ein.
© Katrin Denkewitz für impulse

Dass die Maschinen in ihrem Unternehmen jeden Freitag stillstehen und sie damit auch noch hochzufrieden ist, hätte Heike Wenzel nicht ­erwartet. Ausgerechnet die Corona-Pandemie hat die Unternehmerin auf die Idee gebracht, eine 4-Tage-Woche einzuführen. Gemeinsam mit ihrem Mann führt sie in zweiter Generation die Wenzel Group in Wiesthal, rund 70 Kilo­meter östlich von Frankfurt am Main. Das ­Unternehmen stellt Messgeräte für die Indus­trie her, die bis auf ein tausendstel Millimeter genau sind.

Kurzarbeit führte zum Umdenken

Während der Pandemie mussten die Wenzels ihre insgesamt 600 Mitarbeiterinnen und ­Mitarbeiter teilweise in Kurzarbeit schicken. „In Gesprächen mit den Angestellten kam später heraus, dass diese einen zusätzlichen freien Tag in der Woche gar nicht so schlecht fanden“, erzählt Heike Wenzel. Als Familienunternehmerin versucht sie, stets ganz nah an ihren Teams dran zu sein. „Eine gute Atmosphäre und angenehme Arbeitsbedingungen sind mir wichtig“, sagt Wenzel.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Heike Wenzel spürt, wie sehr der Arbeitsmarkt sich zu ­einem Arbeitnehmermarkt entwickelt hat und dass es immer schwieriger wird, „Fachkräfte zu finden und auch zu halten“. Um im Wett­bewerb mithalten zu können, muss sie regelmäßig überlegen, wie sie herausstechen kann.

Im November 2022 entschloss die Unter­nehmerin sich deshalb, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern künftig eine 4-Tage-Woche anzubieten. Die Idee: Statt wie bisher 37,5 Stunden pro Woche sollten alle bei gleichem Lohn künftig nur noch 36 Stunden in der Woche ­arbeiten. 1,5 Stunden schenkte die Wenzel Group also jedem Mitarbeitenden.

Das Angebot gilt zunächst für alle 300 Beschäftigten am Hauptstandort des Unternehmens in Wiesthal im Spessart. Die übrigen 300 Mitarbeitenden sind in der Schweiz und in China tätig. „An unseren Standorten im Ausland gilt ein anderes Arbeitsrecht“, sagt Heike Wenzel. „In China war es ehrlich gesagt schon ein Novum, dass unsere Beschäftigten nur fünf statt der dort ­üblichen sechs Tage arbeiten.“


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Dass die Maschinen in ihrem Unternehmen jeden Freitag stillstehen und sie damit auch noch hochzufrieden ist, hätte Heike Wenzel nicht ­erwartet. Ausgerechnet die Corona-Pandemie hat die Unternehmerin auf die Idee gebracht, eine 4-Tage-Woche einzuführen. Gemeinsam mit ihrem Mann führt sie in zweiter Generation die Wenzel Group in Wiesthal, rund 70 Kilo­meter östlich von Frankfurt am Main. Das ­Unternehmen stellt Messgeräte für die Indus­trie her, die bis auf ein tausendstel Millimeter genau sind. Kurzarbeit führte zum Umdenken Während der Pandemie mussten die Wenzels ihre insgesamt 600 Mitarbeiterinnen und ­Mitarbeiter teilweise in Kurzarbeit schicken. „In Gesprächen mit den Angestellten kam später heraus, dass diese einen zusätzlichen freien Tag in der Woche gar nicht so schlecht fanden“, erzählt Heike Wenzel. Als Familienunternehmerin versucht sie, stets ganz nah an ihren Teams dran zu sein. „Eine gute Atmosphäre und angenehme Arbeitsbedingungen sind mir wichtig“, sagt Wenzel. Zur Wahrheit gehört aber auch: Heike Wenzel spürt, wie sehr der Arbeitsmarkt sich zu ­einem Arbeitnehmermarkt entwickelt hat und dass es immer schwieriger wird, „Fachkräfte zu finden und auch zu halten“. Um im Wett­bewerb mithalten zu können, muss sie regelmäßig überlegen, wie sie herausstechen kann. Im November 2022 entschloss die Unter­nehmerin sich deshalb, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern künftig eine 4-Tage-Woche anzubieten. Die Idee: Statt wie bisher 37,5 Stunden pro Woche sollten alle bei gleichem Lohn künftig nur noch 36 Stunden in der Woche ­arbeiten. 1,5 Stunden schenkte die Wenzel Group also jedem Mitarbeitenden. Das Angebot gilt zunächst für alle 300 Beschäftigten am Hauptstandort des Unternehmens in Wiesthal im Spessart. Die übrigen 300 Mitarbeitenden sind in der Schweiz und in China tätig. „An unseren Standorten im Ausland gilt ein anderes Arbeitsrecht“, sagt Heike Wenzel. „In China war es ehrlich gesagt schon ein Novum, dass unsere Beschäftigten nur fünf statt der dort ­üblichen sechs Tage arbeiten.“ .paywall-shader { position: relative; top: -250px; height: 250px; background: linear-gradient(to bottom, rgba(255, 255, 255, 0) 0%, rgba(255, 255, 255, 1) 90%); margin: 0 0 -250px 0; padding: 0; border: none; } Sie möchten weiterlesen? Anmelden impulse-Mitglieder können nach dem Anmelden auf alle -Inhalte zugreifen. Jetzt anmelden impulse-Mitglied werden impulse-Magazin alle -Inhalte digitales Unternehmer-Forum exklusive Mitglieder-Events und vieles mehr … Jetzt Mitglied werden
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