Kommunikation verbessern
Hilfe, keiner macht, was ich will!

Wenn Mitarbeiter Anweisungen missverstehen, liegt es oft am „Fluch des Wissens". Was das mit Kommunikation zu tun hat und wie Chefs Missverständnisse vermeiden können, zeigen zwei Fallbeispiele.

, von

Missverständnisse
© knallgrün/Photocase

Sind denn alle blöd? Wie oft soll ich das noch erklären? Warum machen meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nie, was ich sage? Wenn Sie sich das öfter fragen, dann sollten Sie das Experiment der amerikanischen Psychologie-Doktorandin Elisabeth Newton kennen. Sie führte es 1990 an der Stanford University durch.

Newton unterteilte die Versuchspersonen in zwei Gruppen. Die eine Hälfte sollte mit dem Finger auf dem Tisch bekannte Melodien wie „Happy Birthday“ klopfen. Die andere Gruppenhälfte sollte die Lieder erraten. Der Kern der Studie: Die „Klopfer“ sollten vorher einschätzen, wie viele Songs die anderen erkennen würden. Sie vermuteten, dass ihre Zuhörer rund die Hälfte der Lieder erraten werde, tatsächlich waren es aber gerade mal 2 Prozent. Einige Klopfer waren sogar frustriert darüber, dass ihr Geklopfe nicht richtig gedeutet wurde.

Warum selbst einfachste Botschaften nicht ankommen

Mit dieser Untersuchung veranschaulichte Newton einen Effekt, der „Fluch des Wissens“ heißt. Wenn wir mit anderen kommunizieren, setzen wir oft voraus, dass unser Gegenüber denselben Hintergrund hat wie wir und verstehen nicht, warum selbst einfachste Botschaften nicht ankommen.

Auch die Klopfer, die in Gedanken die Melodie hörten, bedachten nicht, dass ihrem Publikum dieses Wissen fehlte. Mit anderen Worten: Wir kommunizieren und handeln viel zu sehr aus unserer eigenen Sicht heraus.

Missverständnisse sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel

Das ist auch der Grund, warum Menschen oft aneinander vorbeireden. „Missverständnisse sind in der zwischenmenschlichen Kommunikation die Regel und nicht die Ausnahme. Denn unsere Gehirne sind unterschiedlich strukturiert, und wir sind alle unterschiedlich sozialisiert“, sagt Anja von Kanitz, Autorin und Kommunikationsberaterin für Führungskräfte.

Sie wollen wissen, in welche Kommunikationsfallen Sie selbst oft tappen?  Hier finden Sie einen Selbsttest: Schwächen in Ihrer Kommunikation aufspüren

So läuft ständig etwas schief, auch in Unternehmen. Häufig münden Missverständnisse zwischen Führungskraft und Angestellten in folgenschweren Fehlern, wenn etwa teure Maschinen kaputtgehen, Kunden abspringen oder die Arbeit doppelt gemacht wird. „In dem Moment, in dem man in einem Missverständnis steckt, erkennt man es oft nicht als solches und ärgert sich zum Beispiel darüber, warum die Gegenseite sich so blöd anstellt“, erklärt von Kanitz.


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Sind denn alle blöd? Wie oft soll ich das noch erklären? Warum machen meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nie, was ich sage? Wenn Sie sich das öfter fragen, dann sollten Sie das Experiment der amerikanischen Psychologie-Doktorandin Elisabeth Newton kennen. Sie führte es 1990 an der Stanford University durch. Newton unterteilte die Versuchspersonen in zwei Gruppen. Die eine Hälfte sollte mit dem Finger auf dem Tisch bekannte Melodien wie „Happy Birthday“ klopfen. Die andere Gruppenhälfte sollte die Lieder erraten. Der Kern der Studie: Die „Klopfer“ sollten vorher einschätzen, wie viele Songs die anderen erkennen würden. Sie vermuteten, dass ihre Zuhörer rund die Hälfte der Lieder erraten werde, tatsächlich waren es aber gerade mal 2 Prozent. Einige Klopfer waren sogar frustriert darüber, dass ihr Geklopfe nicht richtig gedeutet wurde. Warum selbst einfachste Botschaften nicht ankommen Mit dieser Untersuchung veranschaulichte Newton einen Effekt, der „Fluch des Wissens“ heißt. Wenn wir mit anderen kommunizieren, setzen wir oft voraus, dass unser Gegenüber denselben Hintergrund hat wie wir und verstehen nicht, warum selbst einfachste Botschaften nicht ankommen. Auch die Klopfer, die in Gedanken die Melodie hörten, bedachten nicht, dass ihrem Publikum dieses Wissen fehlte. Mit anderen Worten: Wir kommunizieren und handeln viel zu sehr aus unserer eigenen Sicht heraus. Missverständnisse sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel Das ist auch der Grund, warum Menschen oft aneinander vorbeireden. „Missverständnisse sind in der zwischenmenschlichen Kommunikation die Regel und nicht die Ausnahme. Denn unsere Gehirne sind unterschiedlich strukturiert, und wir sind alle unterschiedlich sozialisiert“, sagt Anja von Kanitz, Autorin und Kommunikationsberaterin für Führungskräfte. Sie wollen wissen, in welche Kommunikationsfallen Sie selbst oft tappen?  Hier finden Sie einen Selbsttest: Schwächen in Ihrer Kommunikation aufspüren So läuft ständig etwas schief, auch in Unternehmen. Häufig münden Missverständnisse zwischen Führungskraft und Angestellten in folgenschweren Fehlern, wenn etwa teure Maschinen kaputtgehen, Kunden abspringen oder die Arbeit doppelt gemacht wird. „In dem Moment, in dem man in einem Missverständnis steckt, erkennt man es oft nicht als solches und ärgert sich zum Beispiel darüber, warum die Gegenseite sich so blöd anstellt“, erklärt von Kanitz. .paywall-shader { position: relative; top: -250px; height: 250px; background: linear-gradient(to bottom, rgba(255, 255, 255, 0) 0%, rgba(255, 255, 255, 1) 90%); margin: 0 0 -250px 0; padding: 0; border: none; } Sie möchten weiterlesen? Anmelden impulse-Mitglieder können nach dem Anmelden auf alle -Inhalte zugreifen. Jetzt anmelden impulse-Mitglied werden impulse-Magazin alle -Inhalte digitales Unternehmer-Forum exklusive Mitglieder-Events und vieles mehr … Jetzt Mitglied werden
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