Freiberufler-Honorare Und was verdienst Du so?

Welchen Stundensatz Freelancer als Honorar aushandeln ist jedem selbst überlassen. In Deutschland sind die Hamburger im Durchschnitt jedoch am teuersten, am billigsten die Freiberufler aus Sachsen.

Welchen Stundensatz Freelancer als Honorar aushandeln ist jedem selbst überlassen. In Deutschland sind die Hamburger im Durchschnitt jedoch am teuersten, am billigsten die Freiberufler aus Sachsen.© Dino5.0 / photocase.de

Honorare sind für Freiberufler ein Riesenthema: Was ist der Marktpreis für meine Arbeit? Wie weit kann ich bei Preisverhandlungen gehen? Eine neue Umfrage unter Freien hat erkundet, wieviel der Durchschnitt in welcher Branche verdient - und gibt so wertvolle Anhaltspunkte.

Es hat viele Vorteile, als Freiberufler zu arbeiten: Unabhängigkeit, freie Zeiteinteilung, Entscheidungsfreiheit, freie Projektauswahl und gemütliches Arbeiten im Home Office. Aber wie sieht der Verdienst aus? Schließlich müssen Ausfälle wegen Krankheit, Urlaub und Auftragsflaute ausgeglichen sowie Altersvorsorge und Krankenversicherung selbst finanziert werden.

Eine neue Studie von Freelancermap, einer Onlineprojektdatenbank für Freiberufler, gibt Auskunft zu deren Honorarsituation: Der durchschnittliche all-inclusive Stundensatz liegt demnach 2016 in der DACH-Region, also in Deutschland, Österreich und der Schweiz, bei 82,13 Euro. Dabei verdienen 66 Prozent der Freelancer in diesen Ländern 60 bis 99 Euro pro Stunde. Nur 13 Prozent bekommen weniger als 60 Euro Stundenlohn. Über 100 Euro verlangt jeder fünfte  Freelancer. Befragt wurden 711 registrierte Nutzer des Portals, davon 87 Prozent Männer und 84 Prozent Deutsche.

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Große Unterschiede nach Ländern und Branchen

Die Umfrage zeigt aber auch deutlich: Die durchschnittlichen Stundensätze in den drei Ländern unterscheiden sich sehr. Deutschland bildet mit durchschnittlich 78,67 Euro netto, exklusive Mehrwertsteuer, das Schlusslicht, gefolgt von Österreich mit durchschnittlich knapp 90 Euro. In der Schweiz werden durchschnittlich über 110 Euro pro Stunde gezahlt.

Aber auch in Deutschland selbst gibt es regionale Unterschiede. Die Hamburger Freelancer setzen mit gut 87 Euro den durchschnittlich höchsten Stundensatz an. Am billigsten sind Freelancer aus Sachsen mit durchschnittlich 60,50 Euro.

Auch bei den Branchen gibt es große Unterschiede. Am besten verdienen Freiberufler in der DACH-Region im SAP-Bereich mit durchschnittlich 100 Euro die Stunde, gefolgt von Beratung und Management mit über 90 Euro. Immerhin über 70 Euro Stundensatz werden bei Entwicklung, Marketing und IT-Infrastruktur gezahlt, weniger als 60 Euro bei den Medien und der Grafik.

So schätzen Freelancer das Jahr 2016 ein

Das ist meist mehr als die Festangestellten verdienen. Aber reichen diese Honorare zum Leben aus, wenn man sämtliche Kosten und Versicherungen berücksichtigt? Anscheinend schon. Denn laut der Umfrage ist die Grundstimmung unter den Freiberuflern gut. Über 70 Prozent sind zufrieden mit ihrem Einkommen. Und dass, obwohl fast die Hälfte angibt, einen zu geringen Stundensatz zu verhandeln.

Rund 50 Prozent schätzen die Auftragslage für 2016 gleichbleibend gut zu 2015 ein. Über 30 Prozent erwarten eine noch bessere Auftragslage, 19,55 Prozent rechnen mit weniger Projekten. Dieser Aufwärtstrend war auch schon in den Vorjahren an der Entwicklung der Bruttoumsätze erkennbar:

So hat sich der Bruttoumsatz von Freelancern in den vergangenen zwei Jahren entwickelt. © Freelancermap

So hat sich der Bruttoumsatz von Freelancern in den vergangenen zwei Jahren entwickelt. © Freelancermap

So generierten im Jahr 2014 gute  30 Prozent der Freiberufler einen Jahresumsatz von über 125.000 Euro. 2015 stieg dieser Anteil bereits auf über 33 Prozent.

Diese Fehler sollten Freelancer vermeiden. © Freelancermap

Diese Fehler sollten Freelancer vermeiden. © Freelancermap

Festanstellung ist keine Alternative

Einmal Freelancer, immer Freelancer. Das trifft für die meisten Menschen zu, die sich für die Freiberuflichkeit entscheiden. Denn trotz einer hohen Wochenarbeitszeit – 46 Prozent der Befragten arbeiten zwischen 41 und 50 Stunden pro Woche, die durchschnittliche Arbeitszeit liegt bei 47 Stunden – wünschen sich nur 2 Prozent eine Festanstellung.

Über 82 Prozent wollen weiterhin freiberuflich arbeiten – vorausgesetzt „das Gehalt stimmt“. Aber das dürfte, so schätzen 62 Prozent der Befragten, mindestens gleichbleiben, wenn nicht sogar steigen. Davon gehen 32 Prozent aus. Nur 4 Prozent rechnen damit, dass sie sich mit weniger Geld zufrieden geben müssen.

 

Trotz aller Nachteile, die die Freiberuflichkeit haben kann. Die Mehrheit der Befragten möchte nicht festangestellt arbeiten. © Freelancermap

Trotz aller Nachteile, die die Freiberuflichkeit haben kann. Die Mehrheit der Befragten möchte nicht festangestellt arbeiten. © Freelancermap

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1 Kommentar
  • ingo ullrich 26. Juni 2016 20:24

    einen wahren satz gibt es „zu einem geringern Stundensatz zu arbeiten“
    lügen wir uns da nicht in die Tasche…
    statistisch gesehen har jeder Deutsche 80.000 € vermögen….
    aber 10% halten 70% ??? und jetzt… welche Statistik greift jetzt

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