Fördermittel beantragen So bekommen Sie Fördergelder für Ihr Unternehmen

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Ohne Moos nix los - doch es gibt für nahezu jedes Vorhaben Fördermittel von EU, Bund, Ländern oder Kommunen.

Ohne Moos nix los - doch es gibt für nahezu jedes Vorhaben Fördermittel von EU, Bund, Ländern oder Kommunen.© Revanche / photocase.de

Wie finde ich passende Fördermittel für mein Unternehmen? Worauf muss ich dabei achten? Wieviel Aufwand ist das? Und wie lange dauert es, bis Geld fließt? Die wichtigsten Fragen und Antworten

Wer hilft, passende Fördermittel zu finden?

Eine gute erste Anlaufstelle ist die Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums (foerderdatenbank.de). Das Ministerium hat außerdem eine Finanzierungshotline eingerichtet. Dort gibt es Antworten auf Fragen zu den Förderprogrammen und auch persönliche Beratung zu Ihrem konkreten Einzelfall. Die Hotline ist erreichbar unter 030/18  615-8000 oder per E-Mail: foerderberatung@bmwi.bund.de.

Für Gründer gibt es ein eigenes Infotelefon (030 / 340 606 560) und eine Webseite (existenzgruender.de), ebenso für Forschungs- oder Innovationsvorhaben (foerderinfo.bund.de, E-Mail: beratung@foerderinfo.bund.de). Auch ein Blick auf die Angebote der KfW (kfw.de, 0 800 / 539 90 01, infocenter@kfw.de) und auf die Webseiten der Landesförderbanken lohnt sich.

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Außerdem informieren Handels- und Handwerkskammern, Wirtschaftsverbände und regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaften. Auch Fördermittelberater können bei der Suche nach passenden Programmen helfen. Erkundigen Sie sich unbedingt nach der Erfahrung (Tipp: Er muss aus dem Stand zehn Zuschussprogramme erklären können). Nur wer praxiserprobt ist, weiß, worauf es im Einzelfall ankommt, und kann oft noch deutlich mehr herausholen. Wichtig: Fragen Sie vorher nach, wie viel Honorar die Beratung kostet.

Wo beantrage ich Fördermittel?

Für Förderdarlehen ist in der Regel die Hausbank die erste Adresse. Sie prüft die Anträge und reicht sie an die Förderinstitute weiter. Einige Banken bieten Förderkredite aber nicht offensiv und von sich aus an. Deshalb: Erkundigen Sie sich am besten vor dem ersten Bankgespräch über Förderkredite in Ihrem Bundesland. Viele Landesförderbanken und auch die KfW bieten kostenlose Beratungen zu ihren Programmen. Eine Übersicht und Kontaktadressen finden Sie auf der Webseite der Förderdatenbank (foerderdatenbank.de) unter dem Menüpunkt Förderorganisationen.

Wollen Sie Zuschüsse beantragen, kann Ihnen die Hausbank nicht weiterhelfen. Erkundigen Sie sich dafür bei den Stellen, von denen das Förderprogramm stammt. Auch hier hilft die Förderdatenbank weiter.

Wie viel Papierkram ist das?

Bei Zuschüssen, Garantien und Beteiligungen ist das sehr unterschiedlich. Der Antrag auf einen Förderkredit ähnelt einem normalen Bankkredit. Einzureichen sind meist die neuesten Jahresabschlüsse und eine aktuelle Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) und je nach ­Kredithöhe eine Vermögens-, Ertrags- und Liquiditätsplanung für die kommenden Jahre. Dazu kommen formalisierte Selbsterklärungen zu Risiken, zur Unternehmensgröße, zu Besitz- und Beteiligungsverhältnissen oder auch eine Einwilligung zur Schufa-Auskunft. Bei Förderprogrammen mit speziellen Vorgaben kann außerdem ein Prüfblatt zur Förderfähigkeit nötig sein, eine kurze Beschreibung des Vorhabens und später ein Verwendungsnachweis.

Bevor Sie einen Antrag stellen, sollten Sie sich klar sein darüber, wofür Sie ganz konkret wie viel Geld brauchen – und was Sie damit erreichen wollen. Denn genau das müssen Sie im Zweifel genauer erklären können, damit ein Zuschuss oder ein Förderdarlehen bewilligt wird. Für den Zuschuss der niedersächsischen Landesförderbank musste der Geschäftsführer des Spezialgewindeherstellers Bornemann, Moritz von Soden (nachzulesen in der impulse 06/2016), beispielsweise eine fünfseitige Beschreibung zum Förderantrag einreichen und genau erklären, wie sich die Investitionen auf die künftige Geschäftsentwicklung auswirken dürfte. Ist das Fördermittel bewilligt und mit bestimmten Vorgaben verknüpft, zum Beispiel der Schaffung von neuen Arbeitsplätzen, müssen Sie regelmäßig nachweisen, dass Sie diese auch einhalten.

Worauf muss ich achten?

Ganz wichtig: Unterstützung vom Staat gibt es nur für Vorhaben, die Sie noch nicht begonnen haben. Also erst den Antrag stellen, dann den Kaufvertrag oder Bauauftrag unterschreiben. Ausnahmen gibt es zum Beispiel für Mietverträge. Die können Unternehmen unter Umständen auch schon vorab unterschrieben haben.

Wie lange dauert es, bis Geld fließt?

Wenn alle nötigen Unterlagen da sind, dauert eine Förderkreditentscheidung meist nur etwas länger als bei einem anderen Bankkredit. Fehlen Angaben in den Unterlagen, sind Verzögerungen möglich.

Bei Zuschüssen und Bürgschaften kann es länger dauern, bis das Geld ankommt. Teilweise sind spezielle Antragsfristen zu beachten, teilweise muss man warten, bis sich ein spezieller Ausschuss damit befasst hat.

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