Corona-Nothilfen Staatliche Zuschüsse im Überblick
Staatliche Zuschüsse können in der Corona-Krise helfen

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Der Staat hilft Unternehmen, die durch die Corona-Krise in finanzielle Nöte geraten, unter anderem mit Direktzuschüssen. Ein Überblick zum Thema Nothilfen.

Bund und Länder stellen in der Corona-Krise Milliarden zur Verfügung, um die Unternehmen mit frischer Liquidität zu versorgen. Das Geld verteilt sich im Wesentlichen auf drei Säulen:

  1. Selbstständige und kleinere Unternehmen können Soforthilfen beantragen. Neben den Bundeshilfen kommen dafür auch die Nothilfeprogramme der Länder in Frage.
  2. Dem Mittelstand bietet die Politik in erster Linie geförderte Rettungskredite an – dafür wurden bestehende Förderprogramme aufgestockt und ausgeweitet.
  3. Für große Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern gibt es einen finanziellen Rettungsschirm, der auch eine staatliche Beteiligung an notleidenden Firmen ermöglicht.

 

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Die Soforthilfen werden an die betroffenen Unternehmen in Form von Direktzuschüssen und Direktdarlehen gezahlt. Selbstständige und kleinere Betriebe, die durch die Corona-Krise in Not geraten sind, können die Mittel bei den Förderbanken der Länder beantragen. Für die Vergabe der geförderten Rettungskredite sind dagegen die Hausbanken zuständig.

„Die Ausgestaltung der Soforthilfen unterscheidet sich jedoch von Bundesland zu Bundesland erheblich“, warnt Michael Wandt von der WABECO Fördermittelberatung BDU. Unternehmer sollten also genau auf die Konditionen in ihrem Bundesland achten.

Bundeshilfen für Selbstständige und kleine Betriebe

Zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise hat die Bundesregierung insgesamt 50 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, die für Selbstständige und kleine Unternehmen gedacht sind. Bundestag und Bundesrat haben dem Notprogramm in der letzten Märzwoche zugestimmt.

Vergeben werden die Fördermittel – wie auch die Nothilfen der Bundesländer – durch die Förderbanken der Länder. Am 29. März schlossen Bund und Länder die dafür erforderliche Verwaltungsvereinbarung, seit 30. März können die Mittel von den Ländern abgerufen werden. Mehr dazu auf der Website des Finanzministeriums.

Die Finanzhilfen des Bundes werden als einmaliger Zuschuss zu den Betriebskosten der nächsten drei Monate gewährt. Sie müssen nicht zurückgezahlt werden.

Wer kann die Nothilfen beantragen?

Die Nothilfen des Bundes richten sich an Selbstständige und kleine Unternehmen.

  • Für Selbstständige und Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten: bis zu 9000 Euro
  • Für Unternehmen mit sechs bis zehn Beschäftigten: bis zu 15.000 Euro

Ein Beschäftigter entspricht dabei immer einer Vollzeitstelle. Wer viele Teilzeitkräfte beschäftigt, muss die Zahl seiner Mitarbeiter also in Vollzeitstellen umrechnen.

Unternehmen, die mehr als zehn Mitarbeiter beschäftigen, haben keinen Anspruch auf Bundeshilfen. Sie können aber unter Umständen die Nothilfen der Länder (siehe unten) beanspruchen.

Welche weiteren Voraussetzungen müssen Betriebe erfüllen?

  1. Finanzielle Probleme durch Corona-Krise: Voraussetzung für die Hilfen ist, dass die Corona-Krise die Ursache für finanzielle Probleme des beantragenden Unternehmens ist. Daher müssen Unternehmer in dem Antrag darlegen, warum die laufenden Einnahmen nicht ausreichen, um die Verbindlichkeiten der nächsten drei Monate zu bezahlen.
  2. Solide Finanzen am Jahresende 2019: Das Unternehmen muss am 31. Dezember 2019 finanziell solide aufgestelltgewesen sein. Die Finanzprobleme dürfen also erst durch die Krise entstanden sein. „Unternehmer sollten das durch den Jahresabschluss für 2019 belegen können“, rät Wandt.
  3. Antragstellung: Die Fördermittel müssen vor dem 31. Mai 2020 beantragt werden.

Hier können Unternehmer einen Musterantrag für die Soforthilfen herunterladen (PDF).

Können Unternehmen Hilfen von Bund und Ländern parallel beantragen?

Die Bundeshilfen ergänzen die jeweiligen Nothilfen der Länder. Unternehmer können damit beide Hilfsprogramme nutzen, wenn ihr Bundesland das nicht explizit ausschließt. Da auch die Bundeshilfen über die Förderbanken der Länder ausgereicht werden, sollten sich Firmenchefs im Zweifel dort erkundigen, wie sie die Angebote kombinieren können.

Wo die Hilfen im jeweiligen Bundesland beantragt werden können, steht in dieser Liste der zuständigen Behörden (PDF).

Allerdings dürfen bereits erhaltene Hilfen nicht verschwiegen werden, sonst begeht der Antragsteller möglicherweise leichtfertig Subventionsbetrug. Auch alle übrigen Angaben müssen natürlich der Wahrheit entsprechen.

Auf unserem Unternehmer-Infoportal zur Corona-Krise finden Sie einen Überblick über die Nothilfen aller 16 Bundesländer. Das Portal ist exklusiv für impulse-Mitglieder.

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2 Kommentare
  • Avatar
    Bianca Frenzer 8. April 2020 15:35

    Man muss sich sicherlich darauf einstellen, dass viele Unternehmer und Solo-Selbstständige, die bis jetzt immer quasi „von der Hand in den Mund“ und ohne finanzielle Rücklagen gelebt haben, es nun trotz staatlicher Gelder langfristig leider nicht schaffen werden. Allerdings frage ich mich, was diese Selbstständigen getan hätten, wenn ihnen aus anderen Gründen der größte Kunde abgesprungen wäre oder sie sich bei einem Unfall die Schulter zertrümmert hätten etc.

  • Avatar
    Peter Ambrus 8. April 2020 08:38

    Mit Verlaub, die Länder- und Bundeshilfen für Selbstständige und kleine Betriebe halte ich für einen Witz. Maximal 9.000 € für drei Monate, eingeschränkt auf Kosten durch Miete, Pacht und Leasingverträge. Unsere Auftraggeber (international tätige Konzerne) haben die Rechnungen für Februar und März noch nicht beglichen und die von uns benötigten Leistungen für April, Mai und Juni zusammengenommen von 100 auf 15 Prozent gedrosselt. Zahlen wollen sie aber erst wieder im Juli. Wir sind eine Gruppe von vier Freiberuflern in der Kommunikations-Branche. Wir haben es 21 Jahre geschafft, uns am Markt zu halten. Jetzt sind wir in spätestens sechs Wochen auf Hartz IV angewiesen.

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