Mitarbeiter demotivieren 7 typische Motivationskiller – und wie Sie sie vermeiden

Der Mitarbeiter hängt nur noch faul rum? Wenn Chefs ihre Mitarbeiter demotivieren, müssen sie sich über schlechte Arbeitsleistungen nicht wundern.

Der Mitarbeiter hängt nur noch faul rum? Wenn Chefs ihre Mitarbeiter demotivieren, müssen sie sich über schlechte Arbeitsleistungen nicht wundern.© sïanaïs / photocase.de

Nichts demotiviert Mitarbeiter so sehr wie schlechte Führung. Wie Chefs die Motivation ihrer Mitarbeiter zerstören - und wie sie es besser machen können.

1. Unterforderung

Kein Wunder, dass die ewig gleiche Routine im Job zu den größten Motivationskillern gehört: Wer seit Jahren jeden Tag dieselbe Arbeit macht, wird irgendwann träge und gelangweilt. Und gerät womöglich in einen Teufelskreis des Stillstands – denn wer seine Arbeit ohne Engagement erledigt, qualifiziert sich damit nicht unbedingt für anspruchsvolle Aufgaben.

Das machen gute Chefs anders:
„Man sollte seine Mitarbeiter langfristig eher überfordern als unterfordern“, nennt Führungskräftetrainer Hartmut Laufer als Faustregel. “ Wer eigenverantwortlich anspruchsvollere Aufgaben übernehmen dürfe, sei häufig stolz und gebe sich besondere Mühe.

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Natürlich gibt es in jedem Unternehmen Standardaufgaben, die gemacht werden müssen. Ein guter Chef sorgt dafür, dass diese ungeliebten Tätigkeiten nicht immer an denselben Personen hängen bleiben – indem sie etwa von Zeit zu Zeit Jobprofile neu zuschneiden oder Aufgaben im Team rotieren lassen. Und: Auch für sorgfältiges Erledigen von Standardaufgaben hat ein Mitarbeiter ein Lob verdient!

2. Fehlende oder falsche Informationen

Wie steht die Firma da? Welche Ziele verfolgt der Chef? Ist mein Arbeitsplatz sicher? Fragen wie diese beschäftigen Mitarbeiter, auch wenn sie sie oft nicht äußern. Erhalten Sie von den Führungskräften keine Antworten, ist das Gift für die Motivation. „Wenn wir Mitarbeiter befragt haben: ‚Was macht sie unzufrieden?‘ wurden mangelnde Informationen meist an vorderster Stelle genannt“, sagt Laufer.

Um nicht frühzeitig Unruhe zu stiften, würden Führungskräfte vor allem schlechte Nachrichten oft lange unter der Decke halten. Ein Fehler, findet Laufer: Schlimmstenfalls erfahren die Mitarbeiter die Neuigkeiten dann auf anderem Wege – was das Vertrauensverhältnis nachhaltig schädigen kann.

Vor allem in großen Unternehmen oder bei komplexen Arbeitsprozessen haben Mitarbeiter außerdem oft das Gefühl, dass ihre Arbeit unwichtig ist und nichts zum Unternehmenserfolg beiträgt. Die Folge ist der immer wiederkehrende Gedanke: „Was mache ich hier eigentlich? Ob ich mir Mühe gebe oder nicht, macht eh keinen Unterschied …“

Das machen gute Chefs anders:
Manchmal ist die Lösung so einfach wie nahe liegend: Regelmäßige Besprechungen helfen Ihrem Team, auf dem Laufenden zu bleiben. Doch selbst tägliche Meetings gehen am Ziel vorbei, wenn über die falschen Themen geredet wird. „Informieren Sie Ihre Mitarbeiter auch über unpopuläre Vorhaben“, rät Laufer.

Teilen Sie bei diesen Treffen auch Ihre unternehmerische Vision mit Ihren Angestellten. Und wagen Sie es ruhig, Leidenschaft zu zeigen – das steckt an.

3. Misstrauen

Ständige Kontrollen, keine Handlungsspielräume – Mitarbeiter merken rasch, wenn ihre Vorgesetzten ihnen nicht vertrauen. Die Folge: Die Motivation sinkt in den Keller, jegliche Eigeninitiative schwindet. Und nicht nur das: In einem solchen Klima des Misstrauens werden es Mitarbeiter kaum zugeben, wenn sie Fehler gemacht haben – das macht es schwerer, den Schaden zu begrenzen.

Das machen gute Chefs anders:
„Machen Sie das ruhig mal alleine“ – so manch kontrollwütige Chef muss für diesen Satz über seinen Schatten springen. Doch es lohnt sich. „Nur wer seinen Mitarbeitern einen angemessenen Vertrauensvorschuss gibt, kann erwarten, dass auch sie ihm Vertrauen entgegenbringen“, sagt Hartmut Laufer.

Ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Chef und Mitarbeiter ist auch die Basis für eine gesunde Fehlerkultur im Unternehmen, in der Misserfolge als Chance verstanden werden, es beim nächsten Mal besser zu machen.

4. Falsche Versprechungen

„Oft genug machen Chefs Versprechungen, um ihre Mitarbeiter dazu zu bringen, sich besonders anzustrengen“, sagt Hartmut Laufer. Entpuppen sich diese Zusagen im Nachhinein als heiße Luft, verspielt der Chef das Vertrauen, Demotivation ist die Folge.

Das machen gute Chefs anders:
„Überlegen Sie sich gut, ob sie ein Versprechen einhalten können – bevor sie es abgeben“, rät Laufer. Doch selbst wer man nach bestem Wissen und Gewissen handelt, muss seine Mitarbeiter manchmal enttäuschen. In diesen Fällen ist Offenheit das Wichtigste: Wer eine gegebene Zusage nicht einhalten kann, etwa wegen eines unvorhersehbaren Zwischenfalls, sollte sofort mit dem Mitarbeiter sprechen und ihm die Gründe erklären.

5. Unberechenbarer Chef

Sie hauen brüllend auf den Tisch, obwohl sie gestern noch mit einem Witzchen über eine ähnliche Situation hinweggegangen sind? Ein solcher Schleudergang sorgt für Frust unter in der Belegschaft.

Das machen gute Chefs anders:
Sicher, auch Chefs sind Menschen, und jeder Mensch hat mal schlechte Laune. An Ihren Mitarbeitern sollten sie die aber nicht auslassen. Wichtig ist, dass Ihre Mitarbeiter verlässlich voraussagen können, wie Sie in bestimmten Situationen reagieren werden – das gibt ihnen Sicherheit. Bleiben Sie also authentisch!

Ein Aufruf zum Schmusekurs mit der eigenen Belegschaft ist dieser Rat übrigens keineswegs: „Es gibt auch knochenharte Chefs, die von ihren Mitarbeitern zwar nicht geliebt, aber doch geschätzt werden“, sagt Hartmut Laufer. „Weil die Angestellten wissen: ‚Er ist nun mal so‘, aber darauf vertrauen können, dass er für das Ganze nur das Beste will und stets ehrlich und fair ist.“

6. Mangelnde Wertschätzung

„Das haben Sie gut gemacht.“ Worte wie diese hören viele Mitarbeiter viel zu selten von ihren Chefs, sagt Laufer. Gute Arbeit gilt als selbstverständlich, kommentiert werden nur Fehler. Doch wer nie positives Feedback erhält, verliert die Lust an der Arbeit.

Nicht wertgeschätzt fühlen sich Mitarbeiter unter Umständen auch, weil ihre Chefs nicht die richtigen Worte finden. „Wenn Sie zu Ihrem Mitarbeiter sagen: ‚Das haben Sie gar nicht so schlecht gemacht‘, kommt bei ihm an: ‚gar nicht‘ – ein verneinendes Wort, und ’schlecht‘ – ein negatives Wort“, sagt Laufer. „Man sollte nicht unterschätzen, was das im Unterbewusstsein auslöst.“

Und nicht zuletzt hat Wertschätzung viel mit Respekt zu tun: „Ich hab‘ das Sagen, du hast zu gehorchen – dieser Führungsstil funktioniert heute nicht mehr“, sagt Laufer.

Das machen gute Chefs anders:
Sie sammeln Lob nicht bis zum nächsten Feedback-Gespräch, sondern äußern es zeitnah. Hartmut Laufer erinnert zudem an eine Tatsache, die Chefs oft vergessen: Anerkennung ist auch dann angebracht, wenn die Arbeit in Ordnung war – nicht nur bei der 1 mit Sternchen. Daher: einfach mal mehr loben – und sich über die Freude der Mitarbeiter freuen.

Zur Wertschätzung gehört außerdem, dass Chefs die Ideen und Bedenken der Mitarbeiter ernst nehmen. Regelmäßige Mitarbeitergespräche helfen beiden Seiten, diese Form der Rückkopplung zu etablieren.

7. Unangemessen schlechte Bezahlung

Geld wird überschätzt, glauben Sie? Dass die Mitarbeiter Spaß bei der Arbeit haben, ist wichtiger als das Gehalt? Jein, sagt Hartmut Laufer. Haben Mitarbeiter das Gefühl, dass sie nicht gerecht entlohnt werden, seien sie zurecht unzufrieden.

Als ungerecht empfinden es Mitarbeiter, wenn Kollegen innerhalb des Unternehmens, aber auch Angestellte anderer Firmen in der Branche für dieselbe Arbeit mehr Geld bekommen als sie selbst. Besonders fatal: das Gefühl, dass das Gehalt vom persönlichen Draht zum Chef abhängig ist.

Das machen gute Chefs anders:
Sie zahlen ein marktübliches Gehalt, legen einheitliche Bewertungsmaßstäbe an Gehälter im Unternehmen an und bezahlen leistungsgerecht. Diese Punkte sind wichtiger als Fabelbeträge auf dem Lohnzettel, sagt Hartmut Laufer: „Geld als Motivationsfaktor wirkt stets nur zeitlich begrenzt. Will man allein mit Geld motivieren, müsste man das Gehalt alle zwei Monate erhöhen.“ Denn nach diesem Zeitraum sei das höhere Gehalt bereits die „neue Normalität“.

 


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