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Unternehmensprofil auf Xing und LinkedIn So machen Sie Ihr Firmenprofil zum Bewerber-Magnet
  • Serie
Unternehmensprofil auf Xing und LinkedIn

Magnetische Wirkung: Wie wirke ich auf Xing und LinkedIn möglichst anziehend auf Bewerber? © AndreyPopov / iStock / Getty Images Plus / Getty Images

Ein riesiger Kandidatenpool mit kostenlosem Zugang: Millionen Menschen tummeln sich auf den Karrierenetzwerken Xing und LinkedIn. Wie Sie diese mit einem Unternehmensprofil für Ihre Firma begeistern.

Offene Stellen, kaum Bewerber und keine Ahnung wie Sie das ändern können? Damit sind Sie nicht allein.

Passende Mitarbeiter zu finden, ist für viele Unternehmen heute die größte Herausforderung. Die Karrierenetzwerke Xing und LinkedIn können hier helfen. Beide Portale gelten als gute Anlaufstelle, um neue berufliche Kontakte zu knüpfen und zu pflegen – zu Kunden und Partnern aber eben auch zu potenziellem Personal. Wie dabei ein Unternehmensprofil nützt, erklärt Joachim Rumohr, der seit 15 Jahren unternehmen berät, wie Sie Xing effektiv für sich nutzen.

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Was ein Arbeitgeberprofil ist und wofür Sie es brauchen

Um potenzielle Bewerber auf sich aufmerksam zu machen, können Unternehmen bei Xing oder LinkedIn ein Unternehmensprofil anlegen. Auf diesem Profil stellt sich das Unternehmen vor und kann auch offene Stellen angeben. Bei Xing können ehemalige und aktuelle Arbeitnehmer außerdem das Unternehmen detailliert bewerten, so dass potenzielle Bewerber ein gutes Bild bekommen, ob ein Unternehmen zu ihnen passen könnte.

Beispiel: Xing-Arbeitgeberprofil der Deutschen Bahn

Beispiel: LinkedIn-Unternehmensseite der Deutschen Bahn

„Es gibt nur einen sinnvollen Grund für so ein Unternehmensprofil – speziell auf Xing, nämlich: Employer-Branding-Maßnahmen“, erklärt Rumohr. Das heißt: „Wenn ich Mitarbeiter gewinnen will, dann sollte ich auf jeden Fall ein solches Arbeitgeberprofil haben.“

Die potenzielle Reichweite ist nämlich groß: 15 Millionen Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind auf dem deutschen Karrierenetzwerk Xing angemeldet. Beim Konkurrenten LinkedIn aus den USA gibt es 13 Millionen Nutzer im deutschsprachigen Raum.

Das kostet ein Unternehmensprofil

Ein Unternehmensprofil gibt es sowohl auf Xing als auch bei LinkedIn als kostenlose Basisversion (Xing: Arbeitgeberprofil, LinkedIn: Unternehmensseite). Ein Upgrade auf ein Employer-Branding-Profil bei Xing kostet Geld und bietet Extras – etwa die Möglichkeit das Profil zu bewerben. Auf LinkedIn lassen sich einzelne Features dazukaufen. So kostet das Veröffentlichen einer Jobannounce auf der Unternehmensseite nichts, diese können Sie aber zusätzlich konstenpflichtig bewerben, damit Sie von mehr Menschen gesehen wird (gesponserte Stellenanzeigen). Welchen Betrag Sie dafür ausgeben möchten. setzen Sie selbst fest. So eine professionelles Arbeitgeberprofil „fängt bei Xing bei 400 Euro pro Monat an. Bei LinkedIn sind die Kosten vergleichbar“, so Rumohr.

Besser bezahlen oder bei der Basis-Version bleiben? „Man kann nicht pauschal sagen: Sie sollten das professionelle Profil nehmen, wenn Sie etwa mindestens zwei neue Mitarbeiter pro Jahr werben wollen.“ Rumohr empfiehlt, sich klarzumachen, wie viel Budget vorhanden ist und wie der Zugang einer bestimmten Branche zu Fachkräften ist. „Je schwieriger es für mich ist, Mitarbeiter zu gewinnen, desto besser muss ich mein Bild nach draußen malen.“ Dann könne eine Bezahl-Lizenz hilfreich sein.

Xing oder LinkedIn: So entscheiden Sie sich für eine Plattform

„Sind die, die wir als Mitarbeiter gewinnen möchten, auf meinem Netzwerk vorhanden?“, das sollten sich Unternehmer zunächst fragen, bevor er ein Unternehmensprofil zum Recruiting einrichtet, so Rumohr. „Es gibt Bewerber, die findet man auf Xing und LinkedIn eher selten, etwa eine Kassiererin beim Lebensmitteldiscounter.“ Berater, ITler, Arbeitnehmer aus dem Pharma-, dem kaufmännischen Bereich oder Maschinenbau seien auf beiden Portalen hingegen verstärkt unterwegs. „Alle, die selbst mit EDV und IT im Job zu tun haben, sind eher auf den Online-Netzwerken vertreten.“

Über eine kostenlose Testlizenz kann man testen, ob die Zielgruppe eher Xing oder LinkedIn nutzt. Diese bietet die Analyse-Funktion eines Premium-Accounts, ohne dass man dafür bereits zahlen muss. Unternehmer können etwa in beiden Portalen gezielt nach Branchennamen oder Berufsbezeichnungen suchen und prüfen, wie groß die Trefferquote ist.

Tipp vom Profi: „Gibt es auf Xing und LinkedIn in etwa gleich viele Treffer, würde ich das Netzwerk für die Unternehmensseite nutzen, auf dem ich mich wohler fühle. Beide Netzwerke gleichwertig zu pflegen, ist eine ziemliche Herausforderung.“ Wer also die Benutzeroberfläche eines der Netzwerke bevorzugt, sollte sich darauf fokussieren.

So richten Sie Ihr Arbeitgeberprofil ein

Wenn Sie noch kein persönliches Xing-/-LinkedIn-Profil haben, müssen Sie zunächst ein persönliches Profil einrichten (Lesen Sie hier: So optimieren Sie ihr persönliches Xing-Profil). Damit verwalten Sie das Firmenprofil. Außerdem brauchen Sie Ihr persönliches Profil, um Inhalte zu teilen oder um andere Nutzer anzuschreiben.

Wie Sie dann ein Arbeitgeberprofil einrichten, wird auf den Portalen Schritt für Schritt erklärt:

Auf dem Unternehmensprofil können Sie dann Informationen zur Firma und Neuigkeiten teilen – andere Nutzer haben die Möglichkeiten Ihrem Newsfeed zu folgen, wodurch Sie Ihre Reichweite erhöhen.

Wichtig: „Ein Unternehmensprofil kann selbst keine Nachricht schreiben. Xing und LinkedIn sind Personennetzwerke – das heißt, es schreibt eine Person mit einer Person“, sagt Rumohr. Wer also als Bewerber auf ein interessantes Firmenprofil stößt, kann daraufhin einen Vertreter der Firma kontaktieren, den Unternehmer im Firmenprofil hinterlegt haben.

Do’s and Don’ts für Ihr Unternehmensprofil

Gibt es eine Erfolgsformel für das perfekte Unternehmensprofil? Rumohr sagt: „Es gibt keine Regel, dass ins Profil maximal drei PDFs hochgeladen werden dürfen und auf jeden Fall ein Video vorhanden sein muss.“ Aber: Behalten Sie für ein Profil, das zu Ihnen passt und Bewerber begeistert, im Hinterkopf: Was will ein Kandidat wissen und welches Bild soll er von der Firma bekommen?

Don‘t:

  • Marketing-Texte im Unternehmensprofil verwenden
    „Gerade auf Xing sehe ich immer wieder Marketingtexte in Unternehmensprofilen. Da wird über Produkte gesprochen aber eben nicht durch die Brille des möglichen Arbeitnehmers geblickt“, so der Profi. „Bei LinkedIn sehe ich es ähnlich.“ Wer gezielt Arbeitnehmer ansprechen will, müsse in seinem Profil Inhalte liefern, die den Bewerber interessieren.
  • Inhalte veralten lassen
    „Ob eine Unternehmensseite regelmäßig gepflegt wird, erkenne ich meistens auf einen Blick“, sagt Rumohr. Und auch potenzielle Mitarbeiter sehen schnell, ob Sie zum Beispiel veraltete Jobausschreibungen im Profil stehen haben. Ihr Unternehmensprofil ist ein Aushängeschild der Firma und sollte auf dem neuesten Stand sein.

Do:

  • Texte für Arbeitnehmer einstellen
    „Ich als Unternehmer muss mir überlegen: Welche Information will ein potenzieller Arbeitnehmer hier lesen?“ Unter „Über uns“ können das Informationen zu den Karrierechancen sein, Ansprechpartner für Bewerbungen oder auch, welche Leistungen das Unternehmen für Mitarbeiter bietet. Unter „Neuigkeiten“ (bei LinkedIn „Aktuelles Update“) können Sie Aktuelles aus dem Unternehmen posten.
  • Arbeitgeber-Bewertungstool nutzen
    Besucher sehen zu Beginn des Unternehmensprofils auf Xing eine Arbeitgeber-Bewertung des Dienstes Kununu, der vor einigen Jahren von Xing gekauft wurde. „Sie können sich das vorstellen wie bei einer Amazon- oder Google-Bewertung. Wir wissen alle wie wichtig eine Bewertung ist, um eine Entscheidung zu treffen. Hat ein Arbeitgeber eine schlechte Bewertung, wirkt das abschreckend auf Interessenten.“ Das können Arbeitgeber tun: „Fordern Sie gerade zufriedene Mitarbeiter auf, Bewertungen abzugeben“, rät Rumohr. Für schlechte Bewertungen gilt: „Nutzen Sie die Kommentar-Funktion. Das zeigt dem User: Diese Firma setzt sich mit Kritik auseinander“, so Rumohr. Bei LinkedIn gibt es für Unternehmensprofile kein Bewertungs-Tool.
  • Mitarbeiter informieren
    Unter der Rubrik „Mitarbeiter“ sind auf dem Unternehmensprofil sowohl bei Xing als auch bei LinkedIn alle Personen aufgelistet, die auf ihrem Profil das Unternehmen als aktuellen Arbeitgeber angegeben haben. Bitten Sie Ihre Mitarbeiter, dies zu tun, damit potenzielle Bewerber sehen, welche Kollegen sie erwarten.
  • Offene Stellenanzeigen posten
    Unter „Jobs“ können Sie aktuellen Stellenangebote veröffentlichen. Dies ist kostenpflichtig. Sie können allerdings auch unter „Neuigkeiten“ auf Stellenausschreibungen hinweisen.
  • Profil vollständig ausfüllen
    Die Profilmaske sollte man möglichst vollständig ausfüllen. Dazu gehört auch das Firmenlogo (achten Sie darauf, dass es wirklich scharf ist) und der Link zur Unternehmenswebsite.
  • Für Profilbesucher sorgen
    Ein Profil auf Xing oder LinkedIn bringt gar nichts, wenn sich niemand das Profil anschaut. Sie müssen also für Besucher sorgen. Das geht einerseits, indem Sie das Profil mit Geld bewerben. Aber das Profil braucht auch interessante Inhalte. „Ich kenne niemanden, der auf Xing und/oder LinkedIn erfolgreich ist, indem er nur ein Unternehmensprofil erstellt und abwartet, was dann passiert.“ Rumohr empfiehlt, das Unternehmensprofil „Stück für Stück“ mit Inhalten auszubauen, regelmäßig zu aktualisieren und Neuigkeiten zu teilen. News sollten Einblicke in Ihr Unternehmen geben. Das können Bilder vom letzten Team-Event, die Vorstellung neuer Azubis oder Erwähnungen in der Presse sein. Überlegen Sie, was in Ihrem Unternehmen passiert, was für Bewerber interessant sein könnte. Zeigen Sie, wie die Werte Ihres Unternehmens im Alltag gelebt werden. Zeigen Sie, was Ihr Team gerade beschäftigt. Die Deutsche Telekom berichtet auf Xing am Tag der Umwelt etwa, wie Mitarbeiter an diversen Standorten mit Insektenhäusern gegen das Bienensterben vorgehen. Die Deutsche Bahn stellt in ihren LinkedIn-Updates regelmäßig Mitarbeiter vor. Weil es sehr aufwendig ist, jedes soziale Netzwerk einzeln zu bespielen, kann man auch die Feeds aus anderen Plattformen automatisch auf dem Xing-Unternehmensprofil einlaufen lassen. Wie das dann ausschaut, sieht man zum Beispiel auf dem Xing-Profil des Webhosting-Anbieters Profihost (ausgezeichnet als Great Place to Work 2019), der seinen Twitterfeed direkt bei Xing einlaufen lässt.

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2 Kommentare
  • Susanne Hillmer 10. Juni 2019 07:39

    Kleine Korrektur: Die LinkedIn Fokusseiten sind kostenlos. https://www.linkedin.com/help/linkedin/answer/44855
    LinkedIn nimmt kein Geld für die Erstellung von Unternehmens- oder Fokusseiten.

    • Olivia Samnick
      Olivia Samnick 11. Juni 2019 12:45

      Hallo Susanne Hillmer,
      Danke für den Hinweis, wir haben die Stelle korrigiert.
      Herzliche Grüße aus der impulse-Redaktion

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