Erfolgsdruck „Ich kann nachts nicht mehr schlafen“

  • INSIDER
Unter Erfolgsdruck: 2019 will Vanessa Weber nicht nur Vollgas geben - sie muss es auch.

Unter Erfolgsdruck: 2019 will Vanessa Weber nicht nur Vollgas geben - sie muss es auch.© Werkzeug Weber | Bettina Brogsitter-Geiser

Seit 70 Jahren fährt das Unternehmen von Vanessa Weber verlässlich Gewinne ein. Jetzt muss sie das Geschäft neu aufstellen und dafür massiv investieren. Der Druck steigt. Und sie fragt sich: Warum tue ich mir das eigentlich an?

Mein Unternehmen, Werkzeug Weber, befindet sich im Umbruch. Wir handeln mit Werkzeug, Business to Business. Doch es ist klar: Akkuschrauber kann man heute überall kaufen und den Preiskampf können und wollen wir nicht gewinnen. Wir brauchen beratungsintensive Produkte, da liegt unsere Stärke.

Um unsere Kompetenz zu erweitern und weg von den vergleichbaren Produkten zu kommen, haben wir ein Zerspanungsunternehmen gekauft. Wir bieten auch immer mehr für die Betriebs- und Büroeinrichtung an. Ab Januar gehen wir außerdem eine strategische Allianz mit einem in der Region und darüber hinaus bekannten Schweißfachhandel ein und bekommen eine Reparaturwerkstatt hinzu. Wieder eine wichtige Dienstleistung mehr und ein Baustein, um noch näher am Kunden zu sein. Denn niemand kauft Schweißmaterial im Internet.

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Wir haben massiv investiert

Dazu habe ich einen sehr erfahrenen Vertriebsleiter eingestellt und jemanden für den Außendienst und Innendienst. Aber erfahrene Leute bekommen natürlich keine Anfängergehälter. Kurz gesagt: Wir haben massiv investiert. Das merke ich tagsüber, wenn ich auf unser Firmenkonto blicke. Und das merke ich nachts: Ich kann nicht mehr schlafen.

Für viele Unternehmer mag es ganz normal sein, zu investieren und daher finanziell mal nicht perfekt dazustehen. Für mich ist die Situation neu. Wir sind 100 Prozent durch Eigenkapital finanziert. Ich musste nie ein finanzielles Risiko eingehen. In der gesamten Historie von Werkzeug Weber gab es kein einziges Jahr, in dem kein Gewinn erzielt wurde. Ich bin kein konservativer Mensch, aber mit unserem Geld gehe ich konservativ um. Das ist ja ein wichtiges Gut.

Die Veränderung ist anstrengend. Sehr anstrengend

Es gibt sehr viele Anzeichen, dass unser Plan aufgeht. Die Kunden bestätigen, dass wir auf einem guten Weg sind. Gerade vor ein paar Tagen haben wir einen 250.000-Euro-Kunden gewonnen. Aber die Veränderung ist anstrengend. Sehr anstrengend. Für mich und für mein Team.

Zwei Mitarbeiter haben gekündigt. Einer, weil er mit den Veränderungen nicht mitgehen wollte. Die andere, weil sie nach zehn Jahren einfach mal was Neues machen wollte. Meine langjährigen Mitarbeiter mussten nach den beiden Kündigungen viel Arbeit auffangen – und haben dadurch, wie ich finde, einen weiteren großen Entwicklungsschritt gemacht. Ohne unsere starke Stammmannschaft hätten wir diese Zeit gar nicht überstanden.

Trotzdem liege ich wach und grüble: Hätte ich etwas anders machen können? Ich versuche, das Grübeln zu lassen und mich zu fokussieren. Ich gucke jetzt mehr auf die Zahlen. Alle 14 Tage spreche ich mit meinem Steuerberater. Wir schauen uns an, was in den nächsten Wochen noch an Aufträgen reinkommen wird. Das beruhigt mich.

Warum tue ich mir das überhaupt alles an?

Und trotzdem. Wenn in dieser Situation ein Mitarbeiter über die neue Wandfarbe im Büro meckert, dann denke ich manchmal: Warum tue ich mir das überhaupt alles an? Ich könnte morgen den Schlüssel rumdrehen, den Laden verkaufen und mich nur noch um mich selbst kümmern. Aber das ist eben nicht, was ein Unternehmer tut. Und noch etwas tut man als Unternehmer eigentlich nicht: All diese Sorgen und auch Frust laut zu äußern. Unternehmer haben sich als unverdrossen zu zeigen, immer optimistisch, hart im Nehmen.

Ich bin Unternehmerin mit Leib und Seele. Natürlich werde ich unverdrossen und auch mit Spaß weitermachen. Aber ich habe keine Lust mehr darauf, dass Unternehmer oft so tun, als liefe bei ihnen immer alles spitze. Als wäre Unternehmersein immer nur erfüllend und gewinnbringend. Machen wir uns doch mal ehrlich: Es ist ein ständiges Auf und Ab. Und seine wahre Stärke muss man zeigen, wenn es gerade mal nicht steil nach oben geht.

In diesem Sinne heißt es für mich 2019: volle Kraft voraus! Und wenn es hart wird, wenn Nachtschichten kommen und Rückschläge, dann denke ich daran, wie wir zu unserer nächsten Weihnachtsfeier voller Stolz auf ein gutes Jahr zurückblicken werden.

Wie gehen Sie mit Druck um? Wie motivieren Sie sich in schweren Zeiten? Schreiben Sie mir oder – noch einfacher – hinterlassen Sie einen Kommentar unter diesem Text. Ich bin gespannt.

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24 Kommentare
  • Ocean11 26. Januar 2019 16:55

    Liebe Frau Weber,

    ich komme spät mit meinem „Kommentar“, der keiner ist. Sie baten um Anregungen, wie man mit Druck umgehen kann und aus dem Motivationstief raus kommt.
    Tja, es gibt kein Garntie-Kochrezept dafür. Wir Menschen sind alle völlig verschieden. Aber eins passt immer: intrinsische Motivation. Wenn Sie nicht von sich und dem was Sie jeden Tag machen überzeugt sind, sollten Sie sich eine Alternative überlegen. Da ich die Eindruck nicht aus dem Artikel entnehmen konnte, sind Sie wahrscheinlich erschöpft…und dann kommen Selbstzweifel. Wie kommt man aus der scheinbar schlechten Stimmung wieder raus?
    Ich mache dann folgendes: 1. Ruhe und Zeit finden, 2. Eine Liste anfertigen mit den Dingen, die Sie persönlich erreicht und die Ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubert. 3. Liste weglegen – darüber schlafen. 4. Am nächsten Tag reflektieren. 5. Sich eine Top 3 Liste mit Business Zielen machen, die Sie unbedingt erreichen wollen – denken Sie an die SMARTE Zielsetzung…6. den digitalen Monatskalender für positive Stimmung [Link entfernt – sie auch unsere Netiquette] herunter laden und in das tägliche Doing einbauen.
    7. Niemals aufgeben und sich selbst immer treu bleiben. Machen Sie es nicht Anderen recht, weil das manchmal einfacher ist… So, und jetzt weitermachen und lächeln-:)

  • Lebens Souffleuse 19. Januar 2019 09:03

    Ein sehr schöner Beitrag der ganz deutlich die Veränderung bzw. den Wandel in der Lebensmitte zeigt – vom Vormittag des Lebens zum Nachmittag des Lebens.
    Dieser Wandel ist ganz natürlich und kann, wenn man/frau dafür offen ist, zu einer tiefgründigen Erkenntnis führen. Meist wird schlicht behauptet, bei der Frau wären es die Wechseljahre, beim Mann die Midlife-Crisis. Wie auch immer trifft dies jeden, Unternehmer/in oder Führungskraft, Angestellte/r oder auch Menschen ohne Job. Aber bewusst wahrgenommen zeigt der Wandel den Sinn des Lebens. Und wer sich hierfür öffnet und dies ganz bewusst wahrnimmt, schöpft neue Kraft und Energie – eben nur Anders!

  • Ralph Hadem 19. Januar 2019 07:57

    Liebe Frau Weber,

    es ist alles gesagt. Und trotzdem könnte ich mir für mich nichts anderes vorstellen. Danke für die motivierenden Worte am frühen Samstag morgen.

    Auf geht’s :-)

  • Jens Dubiel 18. Januar 2019 07:52

    Sehr gerne [Link entfernt, die Redaktion, bitte beachten Sie unsere Netiquette]
    Herzlichen Dank für die Plattform. Selten liest man heute einen Kommentar bis zum Schluß.
    Heute hat mich der Anstoss von Frau Weber, sehr neugierig gemacht, wie die Meinung anderer ist. Ich glaube 80% sind schon lebendig tot.

  • Jens Dubiel 18. Januar 2019 07:46

    Da haben Sie ja ein Stein ins rollen gebracht, sehr gut. Was macht uns das arbeiten leicht oder schwer? Zu mindestens 50% jeder selbst, ob Angestellter oder Selbsständiger.
    Müssen wir alle Vor-schriften folgen. Was haben unsere Kunden von den Vor-schriften?
    Wer macht die Vor-schriften, was haben diese Leute davon. Gesunder Menschenverstand und Händearbeit und nur 10 Mitarbeiter, da kommt der Gerichtsvollzieher auch nach 30 Jahren Selbstständigkeit. Ich wünsche mir, dass viele über das Wort Nachhaltigkeit mit den Zusammenhang Vor-schriften z.B. Energieeinsparverordnung , sich mal die Ergebnisse anschauen. Die Lobby macht die Welt kaputt. Wir sind jetzt schon in der Lage das alle weniger arbeiten müßten. Es wird soviel Müll produziert, wie lange hält heute ein Fenster, wieviel Material steckt heute darin. Warum sind die Baukosten so hoch? Wieviel verdient die Zertifikatsindustrie mit allen Produkten, was ist dadurch am Produkt besser geworden? Zum Schluß ich werde das tun, was für die Mitarbeiter, Kunden und Umwelt gut ist. Auch mal nichts tun.

  • KS 17. Januar 2019 09:38

    Liebe Frau Weber,

    es wurde vielfach schon bestens formuliert und muss trotzdem nochmal gesagt werden: Ihr Beitrag ist auf den Punkt, ehrlich, mutig und so wahr!!! DANKE!!!
    Was machen wir, die wir uns perfekt skizziert fühlen damit: fühlen uns ein wenig getröstet und verstanden von jemand, dem es genauso geht.

    Die immerwährende Infragestellung nach dem tieferen Sinn und die die sich daraus anschließende Frage, warum bereite ich dem kein Ende, wenn ich eine Wahl habe, ist auch gleichzeitig ein Teil des Antriebes. Den wer sich in Frage stellt, setzt sich auch kritisch mit sich und seinem Tun auseinander. Gleichzeitig sind finanzieller Druck und Erfolgsdruck keine guten Mitentscheider in Situationen, wo ein kühler Kopf und eine gewisse Gelassenheit von Nöten wären.

    Was ich sagen will: machen Sie weiter, solange für Sie am Ende der Frage nach dem Warum, immer noch ein paar gute und für Sie wichtige Gründe stehen.

    Darüber sollte man sich nicht selbst vergessen, nur dann ist man auch eine Führungskraft, die mit Weitblick andere anleiten kann und weiterbringt – Worklife Balance sollte sich nicht in Stunden sondern in der richtigen Gewichtung von persönlichen Prioritäten darstellen.

    Es wäre wünschenswert, wenn der Einsatz der KMUs in Deutschland monetär, steuerlich sowie moralisch anders geschätzt und anerkannt werden würde. Es sind Lebensleistungen von unschätzbarem Wert & Einsatz auf der menschlichen und finanziellen Seite für die deutsche Wirtschaft, die oft aufgrund von Entwicklungen, die außerhalb des Einflusses der Unternehmer liegen, nicht mal erfolgreich enden – ein Einsatz mit vollem Risiko und ohne Netz & Boden…..

    In diesem Sinne: wir machen alle trotzdem weiter und fühlen uns ein bisschen besser verstanden und müssen zusammenhalten…..

    Beste Grüsse an Sie Frau Weber und gehen Sie mutig so weiter.
    Von Unternehmerin zu Unternehmerin

  • michael grawert 17. Januar 2019 08:39

    ein toller, ehrlicher beitrag! danke ;-) trotz der enormen belastung voll motiviert!

  • Tobias Ruge 16. Januar 2019 17:30

    Liebe Frau Weber,
    ich bin begeistert mit welcher Offenheit und Ehrlichkeit sie sich getraut haben diesen Artikel zu veröffentlichen. Ich bin mir zugleich sicher sie haben das nicht getan, um Hilfe zu suchen. Sie geben der Lage wie sie in vielen KMU´s in ähnlicher weise vorzufinden ist (was sich in den vielen Kommentaren widerspiegelt) ein sympathisches Gesicht und geben ihr eine hörbare Stimme. Hoffentlich wird sie endlich gehört. Sind wir bereit zum Umdenken? Oder kennen wir in unseren Unternehmer Köpfen nichts anderes als Durchhalten um jeden Preis, denn Fleiß zahlt sich immer aus?
    Von Karl Pilsel, den ich sehr schätze, habe ich gelernt: Wenn wir dem Erfolg und dem Geld nachlaufen werden beide immer schneller sein, wir werden eher stolpern als Geld oder den Erfolg einzuholen. Aus der Natur können wir lernen wie man zu Erfolg gelangt und wie einem das Geld regelrecht nachlaufen kann. Die Beiden Kommentatoren Rolf Bonsack und Frank Faller treffen mit ihren Ansätzen den Nagel wie ich meine voll auf den Kopf.
    Karl Pilsel beschreibt in seinem Buch “Mut zur Selbständigkeit 125 Fragen auf dem Weg in deine erVOLLgREICHe Selbständigkeit” den Weg und die notwendige innere Einstellung sehr nachvollziehbar. Erlauben sie mir, das in meinen Worten, kurz zusammenzufassen:
    Wenn das Gesetz der Kybernetik zum Betriebssystem wird, es sich um die Frage dreht: `Was haben andere Menschen davon, dass es mich gibt?´. Wenn das Leben zum Zweck, wird ein Problemlöse Feld für viele Menschen zu sein, und es sich darauf konzentriert das Leben der Menschen im Umfeld, besonders der Zielgruppe (Lebenspartner, Kinder, Mitarbeiter, Kunden…) einfacher zu machen, dann beginnt das Gesetz der Kybernetik wirksam zu werden:
    Die Dinge beginnen in die richtige Richtung zu laufen und fließen ohne Hindernis. Die Attraktivität steigt stetig und gewaltig an. Durch diesen Anstieg erhöht sich automatisch die Anziehungskraft, was ganz automatisch zu einer höheren Nachfrage führt. Größere Stückzahlen werden benötigt, welche zur schnelleren Kostendegression führen und automatisch erhöht sich der Gewinn. Das Ergebnis ist eine höhere Liquidität was für die weitere Entwicklung mehr Bewegungsfreiheit bedeutet.
    So gesehen ist es die Aufgabe einer Führungskraft sich um die Mitarbeiter zu kümmern. Wenn die Mitarbeiter wie fruchtbare Samen auf guten Boden fallen, werden sie aufgehen, stark werden und Frucht bringen. Mit der Blüte steigt die Motivation und die Attraktivität lässt nicht auf sich warten. Und Frucht ist ein Zeichen für Multiplikation. Blühen die Mitarbeiter hat das Einfluss auf den Erfolg ihres Einsatzes was zur Steigerung des gesamten Unternehmensgewinns führt. Das Gesetz der Kybernetik funktioniert.
    Frau Weber ich ermutige sie, weiter in ihr Unternehmen zu investieren, sie haben wertvolle Mitarbeiter mit unerschöpflichen Potential, dass sie ernten dürfen wenn sie es zum Blühen bringen.
    Danke für ihren Apostolischen Mut.
    Herzliche Grüße und alles Gute
    Tobias Ruge

  • Jörg Eckstädt 16. Januar 2019 09:04

    mein Rat, lesen Sie „Reinventing Organizations“ von Frederic Laloux … Sie werden ihr Unternehmen und die mitwirkenden Personen ganz neu entdecken. Eine neue Form der Zusammenarbeit nimmt nicht nur den Druck von Ihren Schultern. Es ist vielmehr. Selbstführung, Ganzheit und evolutionärer Sinn führen Sie auf eine energiereiche Entdeckungsreise – zusammen mit Ihren vertrauten Mitarbeitern.

    Und ganz klar. Wenn Sie den Schlüssel rumdrehen wollen. Machen Sie das! Ein „Nein“ ist immer ein „Ja“ zu etwas anderem.

    Am Mute hängt der Erfolg – Theodor Fontane

    Gung HO! Kameradin

  • Bernhard Hofer 15. Januar 2019 20:58

    Liebe Frau Weber,
    meine Hochachtung für Ihren Mut und für die sehr anschauliche Darstellung einer Situation, in der sich viele Unternehmer derzeit befinden.
    Ist es nicht ein wichtiger Teil unserer Entwicklung als Unternehmer, mit Risiken, Unberechenbaren und ständiger Veränderung umgehen zu lernen? Und natürlich auch, wie wir die Informationsflut kanalisieren und verarbeiten können. Dazu kommt dann noch der Umgang mit unseren Gefühlen (die sich aus obigem entwickeln), unseren Ressourcen und Mitmenschen (ob Familie, Mitarbeiter, Kunde oder Lieferant).
    Ihre Situation kenne ich, seit ich vor ein paar Jahren mein eigenes Unternehmen gegründet habe, selbst inzwischen sehr gut und finde diese Entwicklung spannend.
    Es gibt vielfältige Möglichkeiten der Unterstützung, Begleitung oder Inspiration von außen, die einem bei dem Umgang mit all diesen Themen voranbringen. Insbesondere die gegenseitige Beratung von Unternehmer zu Unternehmer auf Augenhöhe aus dem Erfahrungsschatz der Teilnehmer und effektiv in einem TAB-Unternehmerboard moderiert bietet eine vertrauensvolle Plattform zu praxiserprobten Lösungen. Begleitet wird das TAB-Unternehmerboard durch eine professionelle Vor- und Nachbereitung. Probieren Sie es einmal aus!

    Viel Erfolg

  • Thomas Schwarz 15. Januar 2019 15:06

    Sehr geehrte Frau Weber,

    ich finde Ihren Artikel sehr mutig und toll geschrieben, Auch ich lag bereits Nächte weise wach und habe mir Gedanken gemacht, ob ich alles richtig mache bzw. richtig gemacht habe. Und ich bin kein Unternehmer, sondern lediglich Abteilungsleiter in einem Betrieb, der auch im Umbruch war und ist.

    Ihre offene und ehrliche Beschreibung kann ich nur bewundern. Sie haben meinen vollen Respekt – und auch den von meinen Vorrednern.

    Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Kraft für die Zukunft und drücke Ihnen die Daumen.

    Viele Grüße
    T. Schwarz

  • Michael Kramer 15. Januar 2019 14:08

    Liebe Frau Weber,
    Offenheit und Transparenz sind immer ein guter Anfang. Und genau das unterscheidet Sie schon mal von den meisten männlichen Leidensgenossen an der Spitze eines KMU. Die Probleme sind allerdings häufig die selben. Schon mal darüber nachgedacht, einen erfahrenen Piloten (Interim Manager) oder gar einen Partner an Bord zu holen? Wenn es der oder die Richtige ist, schlafen Sie schon mal zu 50% besser und können Ihre Sorgen teilen. Vor allem aber: Ihre Leute erwarten nicht, dass Sie alles wissen. Sie erwarten aber, dass Sie die richtigen Entscheidungen treffen. Und das zu recht.
    Ich drücke Ihnen die Daumen und wünsche Ihnen alles Gute. Sie schaffen das.
    Herzlichst,
    Michael Kramer

  • Juergen H. 15. Januar 2019 14:04

    Hallo Frau Weber,ihre Situation ist typisch fuer uns Klein Unternehmer,durch die immer buerokratischer werdende Geschaeftswelt werden uns immer mehr Steine in den Weg gelegt,durch Vorschriften u.s.w. die Gewinne werden immer mehr von Abgaben reduziert,
    Sie haben recht sich manchmal zu fragen: warum tue ich mir das an ?
    Denn sie haben den grossen Vorteil zu 100 % durch Eigenkapital finanziert zu sein,das trifft man heute nur sehr selten noch an.
    Warum sind sie also nicht mal egoistisch,und investieren mal richtig in ihre Zukunft,in ihr Leben ?
    Man darf auch mal richtig an sich denken,das ist menschlich
    man braucht auch ab und zu mal eine Selbstbelohnung
    in diesem Sinne
    es gibt nur einen Weg,geradeaus
    schoenen Tag,und Chapeu fuer sie

  • Frank Faller 15. Januar 2019 11:12

    Liebe Frau Weber,
    das ist ein sehr ehrlicher Text, den Sie da verfasst haben. Vielen Dank dafür! Auch danke an die vielen Kommentare. Ich habe mich im Text und in vielen Kommentaren wiedererkannt. Jedoch ging es mir so in einem Angestelltenverhältnis. Für mich war bzw. ist der Weg in die Selbstständigkeit eine Befreiung gewesen. Warum?
    2009: Panikattacken, 2015: Burnout/Depression, 2017: Herzinfarkt. By the way: Jahrgang 1978. Definiert durch die Arbeit, vermeintliche Verantwortung und Entscheidungsfreiheit (aber nur wenn es Probleme gab) habe ich bis dahin getan, was ich tun „musste“.
    Lange Zeit habe ich überlegt, was ich nun mit meiner Situation anfange. Heute vermittle ich Unternehmen und Führungskräften ein modernes und gesundes Führungsverständnis. Nachdem ich herausgefunden habe, was ich als Führungskraft von meinen Chefs gebraucht hätte und was ich meinen Mitarbeiter hätte mehr geben können, ist genau das mein Weg. VERÄNDERNändern® heisst das Konzept und befasst sich mit gesundem Changemanagement. Für mich ist es wichtig, einen Beitrag für eine gesunde Arbeitswelt leisten zu können. Vor allem in einer Zeit, in der Geschwindigkeit ein weiterer Produktionsfaktor geworden ist.
    Frau Weber, Ihnen alles Gute und dass Sie den gesunden Schlaf bald wiederfinden!

  • Meike Schneider 15. Januar 2019 10:54

    Liebe Frau Weber,

    was für eine starke Frau Sie sind – wow! Und mutig obendrein. Denn es ist in unserer Leistungsgesellschaft alles andere als normal, Schwäche und Verletzlichkeit zu zeigen. Dabei macht uns – in dem Fall SIE – das gerade extrem sympathisch!

    Ich wünsche mir, dass noch viel mehr Unternehmer ihr „Superhelden-Gehabe“ bleiben lassen und die Hose mal bis zu den Knöcheln runterlassen. Sagen, wie es ihnen wirklich geht. Dazu stehen, dass es eben nicht jeden Tag eitel Sonnenschein ist.

    Und wie wertvoll Unternehmertum für unsere Gesellschaft ist, denn Sie blicken nach vorn, beteiligen sich an der Gestaltung unserer Zukunft, der Arbeitswelt von morgen, sie leisten Ihren Beitrag über Ihren eigenen Profit hinaus, tragen Verantwortung für Ihr Handeln und für die Arbeitsplätze Ihrer Mitarbeiter. Das ist nicht selbstverständlich, aber extrem wertvoll – wenn wir nicht einigen wenigen, Großen die Geschicke der Welt überlassen wollen. Der Mittelstand ist das Herz unserer Gesellschaft und Sie, liebe Frau Weber, geben ihm ein ganz sympathisches Gesicht: Mutig, weiblich, verletzlich und dadurch extrem stark.

    Ich danke Ihnen und grüße Sie von Unternehmerin zu Unternehmerin!

    Herzlichst, Meike Schneider

  • Rolf Bonsack 15. Januar 2019 09:13

    Hallo Frau Weber, ich finde es toll, wie offen Sie über Ihre Strategien, Gedanken und Sorgen sprechen. Ich kann Sie nur ermutigen, Ihren eingeschlagenen Wege weiterzugehen und wünsche Ihnen dabei viel Erfolg. Als Unternehmer müssen wir uns und unser Unternehmen immer wieder wandeln, mit der Zeit gehen, alte Zöpfe abschneiden, uns auf neue Marktgegebenheiten und Kundenanforderungen einstellen. Genau das tun Sie gerade! Gratulation und weiter so!
    Belohnen Sie Ihre Mannschaft, die den Wandel mitgestalten, auch mal zwischendurch. Mit Lob oder einer Prämie, die nicht hoch sein muß, oder einem kleinen Fest.
    Wenn Sie ein gutes und motiviertes Team haben, können Sie ruhig schlafen. Delegieren Sie Verantwortung an andere, machen Sie sie zu aktiven Gestaltern des notwendigen Wandels. Haben Sie eigentliche einen Assistenten oder eine Assistentin? In der Zeitschrift HBR wurde vor einiger Zeit ein Forschungsergebnis dargestellt, was über Jahrzehnte erfolgreiche Unternehmen ausmacht. Demnach gibt es nur 2 Gründe: Umsatzsteigerung und Differenzierung. Mein Eindruck ist, daß Sie auf einem sehr guten Weg sind. Jetzt säen Sie, das ist harte Arbeit, die Ernte wird folgen.

  • Thomas Vierhaus 14. Januar 2019 16:28

    Hallo Frau Weber, ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihren gesunden Schlaf wiederfinden. Durch meine zahlreichen Gespräche mit kleinen und mittelständischen Großhändlern, die so ähnlich wie Sie aufgestellt sind, weiß ich, dass es vielen Unternehmerinnen und Unternehmern so wie Ihnen ergeht. Danke, dass Sie ihnen eine Stimme geben und die Problematik, in der Sie stecken, so offen ansprechen. Von den Inhabern und Inhaberinnen erwartet die Belegschaft jeden Tag aufs Neue, dass sie voranmarschieren, egal wie anstrengend das ist. Dass damit auch die (manchmal erdrückende) Last der Verantwortung einhergeht, ist manchen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht immer genügend bewusst. Der B2B-Handel steht vor riesigen Herausforderungen durch neue Wettbewerber und durch die nachlassende Loyalität der Kunden, die zudem oftmals eine recht merkwürdige Einstellung zum Thema Mehrwertvergütung haben. Da gibt es viel zu tun. Ich denke ebenfalls, dass Sie mit Ihren Investitionen auf einem guten Weg sind, denn Stillstand ist Rückschritt. Ihre Kraft und Motivation müssen Sie zuallererst aus der positiven Resonanz Ihrer Kunden saugen. Eine andere Tankstelle – außer der Familie – gibt es leider nicht. Bleiben Sie bei Ihrer Haltung und Einstellung – das wünsche ich Ihnen.

  • Dr. Martin Schencking 14. Januar 2019 12:01

    Schlafes Bruder……..
    Wir sehen täglich einen zunehmenden Anteil unserer Patienten mit diesen Ein-und/oder Durchschlafstörungen mit wachsendem Leidensdruck, zumal davon immer mehr Selbständige, Unternehmer oder sonstige Führungskader der „Leistungselite“ (auch Ärzte) betroffen sind und das Bild des täglichen Helden/Heldin zunehmend ins Wanken gerät: Dabei ist die Diskrepanz zwischen dieser Gruppe von Betroffenen und derjenigen Gruppe von Patienten mit existentieller Grundproblematik (infauste Diagnose oder Sozialproblematik), bei welcher man Schlafstörungen als quasi naturgegeben voraussetzt, enorm. Bei letzterer tauchen diese signifikant seltener auf. Therapeutische Erfahrung und entspr. Forschungslage weiss mittlerweile um den Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsstruktur (Leistungs-und Zielorientierung etc.) und persönliches Bild von sich als mitursächlich für das Entstehen von Schlafstörungen nach. Häufig war es im therapeutischen Sinne für die Betroffenen hilfreich (bevor medikamentös interveniert wird) seine eigenen Grenzen auch physisch auszutesten,indem u.a. durch sportliche Interventionen (auch durchaus extrem) diese ausgetestet werden. Das Kopf-Kino lässt sich so reduzieren und Beschwerdeminderung erzielen; dies löst zwar nicht die Unternehmensproblematik, führt den eigenen Körper aber an andere Grenzen und somit häufig zur innerlichen Entlastung. Und glauben Sie mir – durch Massen von Nachtdiensten wissen wir, wovon wir reden! Alles Gute!

  • Angelika Eder 13. Januar 2019 13:00

    Ich lese und nicke, lese weiter, nicke heftiger und am Schluss bin ich sicher: DAS ist modern gedachtes und in die Zukunft gerichtetes Unternehmertum: offen, ehrlich und mutig genug, auch mal die Hosen runterzulassen. Liebe Frau Weber, ich applaudiere laut und anhaltend. Bitte mehr davon! … und bitte gern auch mal einen Mann mit dieser Form von Traute ;-))

  • TWH 10. Januar 2019 11:11

    Frau Weber, Sie stehen nicht allein!
    Im Gegenteil, ich bin 58 Jahre alt, seit 35 Jahren davon selbstständig. Kleinunternehmer unter 10 Mitarbeiter.
    Ich kenne und rede mit sehr vielen Selbsständigen. Ich kann nicht bestätigen, das alle von sich sagen „Bei mir läuft es super“. Im Gegenteil!
    Durch die Bank sitzt der Frust tief, sehr tief. Einige haben schon -zumindest innerlich- aufgegeben, andere funktionieren nur noch Dank Selbsterhaltungstrieb.
    Die Gründe sind vielfältig, aber es ist fast nie der Beruf selbst:
    immer mehr Bürokratie und Gängelung,illoyale Mitarbeiter (wenn man überhaupt welche findet), immer höhere Abgaben und Anforderungen. 90% aller Unternehmen bei uns sind Kleinunternehmen. Wir sind das Rückgrat der Gesellschaft. Wir klagen nicht und arbeiten 60-70 Stunden die Woche. (work-life balance?? Hahaha!) Der Dank: ein schiefes Lächeln der Angestellten und ein A…tritt der Volkstribunen, weil wir politisch nicht relevant sind.
    Die Schlinge würgt uns. Jedes Jahr ein wenig mehr. Wir sind erpressbar.Es fehlt die Perspektive.
    Handwerker finden keine Nachfolger. Der Prozess ist schleichend.
    Wenn ich könnte, würde ich morgen aufhören. Meine Rente: z.Zt. € 109,00/Monat in 7 Jahren-immer alles ins Unternehmen gesteckt. Noch Fragen?
    Deutschland ist zu einer „verbeamteten“ (35 h/Woche und 6 Wochen Urlaub+ 20 Tage bezahlte Krankheit) Republik verkommen. Das wird sich rächen…..schneller, als viele denken.
    Sie fragen: Wozu mache ich das alles? Richtig! Schliessen Sie ab. Es dankt Ihnen niemand.

  • Manuela Schiffner 9. Januar 2019 17:56

    Was Frau Weber offen beschreibt ist unser aller Unternehmer-Los. Wie oft hatte ich nach nächtelangem Kopf-Kino schon diesen Gedanken. Aber dann komme ich am nächsten Morgen in mein Büro, sehe die Mitarbeiter, lese meine Emails, denke darüber nach wohin geht unser Weg, wie stellen wir uns weiter auf und stelle fest: Ich bin gerne Unternehmerin, ich lebe dieses Gefühl und es macht mir Freude zu gestalten und weiterzuentwickeln.
    Trotz aller Widrigkeiten in allen Richtungen Vertrieb, Marketing, Personal insbesondere.
    Die Herausforderung aber ist die Veränderung in der Welt da draußen, die Digitalisierung der Arbeitsprozesse und eine falsche Einschätzung und Weichenstellung hält auf Trab.
    Danke Frau Weber für Ihre Offenheit. Es hat gutgetan auch mal die kritischen Wahrheiten wie von Ihnen beschrieben, zu sehen. Ich hätte es glatt selbst so beschreiben können.

  • B. M. 9. Januar 2019 15:27

    Herzlichen Dank für die ehrlichen Worte!
    Ich habe zwar nur einen kleinen Betrieb mit 7 Mitarbeitern, dafür hängt alles von meiner Arbeitskraft und meinen richtigen Entscheidungen ab, da ich im Gesundheitssektor arbeite, wo nur mit Staatsexamen Leistungen erbracht werden können. Sind wir als Chefs und selbstständige erfolgreich, werden wir beneidet. Niemand will wissen, welche Sorgen, schlaflosen Nächte dahinter liegen. Auch ich war an dem Punkt, wo ich entscheiden musste, ob ich „ den Laden abschließe“ und in Zukunft sorgenfrei -von dem Geld das ich investieren musste- lebe oder weiterhin die Verantwortung für die Mitarbeiter und das auf und ab, die schönen Erfolge, aber auch die bösartigen Unterstellungen, die unbegründeten negativen, verletzenden Bewertungen im Internet etc. haben wollte.
    Ich habe mich für mein Team entschieden- wie bei Ihnen haben nicht alle mitgemacht- aber letztendlich bin ich froh über meine Entscheidung, denn ich bin von ganzen Herzen Unternehmerin und ich denke wir werden in dieser Welt gebraucht. Es gibt viel zu viele „Unterlasser“.

  • GG 9. Januar 2019 13:11

    Vielen Dank für die offenen Worte, erlebt man leider ja nicht oft was anderes in der Öffentlichkeit zu hören als wie ‚alles spitze und toll im eigenen Laden‘.

    Die Schalflosigkeit kann ich gut nachvollziehen, habe ich doch seit Jahren ein ähnliches Problem: wir haben vor knapp 10 Jahren eine ~ 20MA Firma gekauft und die siebenstellige Finanzierung lief zwangsweise zu 80% über Banken. Dabei musste ich mich mit allem Hab und Gut verschulden für 17 Jahre, wohl wissend das man das mit ’normalem Einkommen‘ nie würde zurück zahlen können wenn denn die Firma pleite geht.

    Ich wünschte mir manches Mal, die Option zu haben ‚den Schüssel rumzudehen und den Laden zu verkaufen‘ – aber das ist eben keine Option bei den Restschulden und der Ertragslage.
    Was ich damit sage will: es geht noch schlimmer mit den Sorgen als wie im Beispiel von Fr. Weber – wenn man denn noch eine echte Option hat sollte man sich daran halten wenn es zu viel wird. Oder wenigstens beizeiten die Reissleine ziehen.
    Allein der Gedanke an die Möglichkeit hilft in ‚dunklen Stunden‘.

    Alles Gute

  • Walter Trummer 9. Januar 2019 12:16

    Was Frau Weber beschreibt, kennen wir alle, nur trauen wir uns nicht, damit an die Öffentlichkeit zu gehen – der Beitrag hat meinen vollen Respekt und meine volle Zustimmung!
    Die Herausforderungen, denen wir nicht nur als kleine und mittelständische Unternehmen gegenüber stehen, sind gewaltig. Ich selbst bin Unternehmer im Bildungsbereich, meine Branche steht vor großen Umwälzungen durch die vielen (kostenlosen) Tutorials, die sich im Netz abrufen lassen. Strategische Entscheidungen treffen wir heute nicht mehr für eine Dekade, sondern manchmal nur noch für 2 Jahre – und nur eine falsche strategische Weichenstellung kann das Aus für das Unternehmen bedeuten.
    In der Bevölkerung gibt es praktisch kein Bewußtsein dafür, unter welchem Druck und unter welchem finanziellen Einsatz wir unsere Unternehmen führen. Am Schnellsten bekomme ich vom Umfeld Rückmeldung zu meiner Eigenschaft als Unternehmer, wenn ich mir ein neues Auto kaufe….
    Vielen Dank Frau Weber für den interessanten und offenen Beitrag!

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