Führungsprinzipien
21 kleine, aber entscheidende Dinge, mit denen du dein Team zum Strahlen bringst

Was macht gute Führung aus? Diese Führungsprinzipien zeigen, wie du dein Team motivierst und langfristig bindest.

Aktualisiert am 22. Januar 2026, 13:10 Uhr, von Verena Bast, Wirtschaftsredakteurin

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Führungsprinzipien
© mikroman6 / Moment RF / Getty Images

1. Du hörst aktiv zu.

Viele Führungskräfte glauben, sie hören zu. In Wirklichkeit warten sie nur darauf, selbst wieder zu sprechen. Das Problem daran: Wer nicht zuhört, verpasst Informationen, beschädigt Vertrauen und bremst sein Team aus. „Viele Missverständnisse im täglichen Miteinander ließen sich vermeiden – wenn sich Manager nur die Zeit nähmen, einfach zuzuhören“, sagt Führungskräfte-Coach Bernd Geropp. Oft werde nur kurz zugehört und Aussagen vorschnell bewertet, statt erst aufzunehmen, nachzufragen und einzuordnen.

Teammitglieder spüren sehr genau, ob echtes Interesse vorhanden ist. Hörst du nur mit halbem Ohr zu, wirkt das schnell wie mangelnde Wertschätzung, auch wenn es nicht so gemeint ist. Das sorgt für Frust.

Gute Führungskräfte schenken ihrem Team volle Aufmerksamkeit, wenn jemand mit einer Idee oder einem Anliegen kommt. „Gute Zuhörer vermitteln Wertschätzung und gewinnen Vertrauen“, sagt Geropp. „Sie erhalten wichtige Informationen, schätzen Situationen besser ein und vermeiden Missverständnisse.“

2. Du sagst Danke.

Ein kleines Wort mit großer Wirkung: Danke. Wenn du regelmäßig Dank aussprichst, zeigst du, dass Leistung gesehen wird. Das stärkt das gute Gefühl im Team und erhöht die Bereitschaft, sich einzubringen.

3. Du gewährst deinem Team Freiräume.

Viele Menschen wollen selbstständig arbeiten und Entscheidungen im eigenen Verantwortungsbereich treffen. Greifst du ständig ein, entsteht Frust. Gute Führung bedeutet, Aufgaben zu übergeben und Autonomie zuzulassen.

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Natürlich sind manche Entscheidungen Führungssache. Aber mit dem sogenannten Mikromanagement erziehe man sein Team zur Unmündigkeit, sagt Geropp. Im schlimmsten Fall machen am Ende alle nur noch Dienst nach Vorschrift.

4. Du vertraust deinem Team.

Deine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besitzen mit Sicherheit Fähigkeiten, die sie für ihre Aufgabe qualifizieren. Sonst hättest du sie ja nicht eingestellt. Vertraue also deinem Team und verzichte auf übermäßige Kontrolle. Wenn du bei einzelnen Aufgaben unsicher bist, überprüfe lieber die Aufgabenverteilung und delegiere neu, rät Geropp.

5. Du delegierst Aufgaben ohne permanente Kontrolle.

Wer als Führungskraft nicht alles selbst machen will, muss lernen, Aufgaben zu verteilen. „Dabei gilt: Nur so viel Kontrolle wie nötig“, sagt Geropp. „Und: Man kontrolliert das Ergebnis der Arbeit, aber nicht den Weg dorthin.“

Um herauszufinden, wie viel Kontrolle notwendig ist, müsse man sich mit seinem Team beschäftigen und die Fähigkeiten möglichst korrekt einschätzen können, sagt Geropp. „Nur so kann man das Level des Delegierens richtig anpassen.“

Lies dazu auch: Aufgaben verteilen: Mehr Zeit fürs Wesentliche – in 4 Schritten

6. Du sorgst für eine gute Fehlerkultur.

Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möchten richtig gut werden. „Dafür muss man aber auch Fehler machen dürfen“, sagt der Führungskräftecoach. Wer ständig kontrolliert, rügt oder bestraft, verhindert, dass Neues ausprobiert wird.

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Eine gute Fehlerkultur bedeutet: keine Angst vor Fehlern. Wenn etwas schiefgeht, steht das Lernen im Vordergrund. Als Führungskraft solltest du überlegen, wie du dein Team dabei konkret unterstützen kannst.

7. Du erklärst, was du erwartest.

Ärgerst du dich manchmal darüber, dass deine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeit nicht so erledigt haben, wie du es von ihnen erwartet hast? Dann könnte das auch daran gelegen haben, dass du es nicht klar genug kommuniziert hast.

Wie du das verhindern kannst, erfährst du hier: Fehlkommunikation: Warum deine Mitarbeiter oft nicht tun, was du ihnen sagst

8. Du kritisierst unter vier Augen.

Wer einen Fehler macht, ärgert sich meist selbst darüber und macht es beim nächsten Mal hoffentlich besser. Was du als Führungskraft in solchen Situationen vermeiden solltest: Deine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dafür öffentlich kritisieren oder zusammenstauchen. Das ist für sie äußerst unangenehm. Gute Führungskräfte sprechen Fehler im persönlichen Gespräch an und bleiben sachlich.

9. Du lobst.

„Nicht geschimpft ist genug gelobt“ mag ein Spruch sein, motivierend ist er nicht. Menschen brauchen Anerkennung. Wer sich engagiert, möchte das auch gespiegelt bekommen.

Auch Chefinnen und Chefs haben etwas davon, wenn sie ihrem Team mit einem Lob für ihren Einsatz danken. Albert Bandura, Psychologie-Professor an der amerikanischen Stanford Universität, wies nach: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die gelobt werden, sind motivierter und stecken sich höhere Ziele.

Übrigens: Wenn du jemanden für eine bestimmte Sache loben willst, solltest das sofort tun und nicht erst einige Zeit später, empfiehlt Führungskräfte-Coach Agnes Jarosch. Sonst verliert das Lob an Wirkung. „Es ist auch authentischer, als wenn dem Chef erst Monate später einfällt, dass ein Projekt gut gelaufen ist.“ Sei beim Lob außerdem möglichst konkret und sag, was genau du daran gut finden. Der lapidare Satz: „Gut gemacht“ ist austauschbar und verfehlt daher oft seine Wirkung.

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10. Du machst klar, wem Erfolge tatsächlich zu verdanken sind.

Niemand respektiert Führungskräfte, die sich mit fremden Erfolgen schmücken oder Ideen aus dem Team als eigene ausgeben. Gute Führung bedeutet, Leistungen sichtbar zuzuordnen und Erfolge zu teilen.

11. Du erwartest und begrüßt ehrliches Feedback.

Wer ehrliches Feedback von seinem Team begrüßt und wertschätzt, wird zu hören bekommen, wenn etwas nicht in die richtige Richtung oder schief läuft. Nur so kannst du Dinge verbessern.

12. Du teilst Informationen und erklärst Entscheidungen.

Werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht über Entscheidungen und Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten, fühlen sie sich ausgeschlossen, auch Misstrauen kann dadurch entstehen. „Transparenz erzeugt und fördert Vertrauen“, sagt Führungskräfte-Coach Lorenz Haschtmann. Erklärst du Hintergründe und Entscheidungen, nimmst du dein Team mit und erleichterst die Umsetzung.

13. Du bist ansprechbar.

Gute Führungskräfte sind erreichbar und suchen aktiv den Austausch. Nicht nur, wenn etwas schiefläuft.

14. Du setzt Prioritäten.

Ohne Prioritäten verzettelst du dich. Gute Führung heißt, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Beim Prioritätensetzen hilft das Eisenhower-Prinzip.

15. Du packst mit an.

Führungskräfte, die auch selbst mitarbeiten, gewinnen Respekt. Gleichzeitig verstehen sie Arbeitsabläufe besser und erkennen, was gut läuft und wo es hakt.

16. Du inspirierst dein Team.

Außergewöhnliche Führungskräfte begeistern für Ziele und Strategie. Wer sich damit identifiziert, ist oft zu mehr Leistung bereit.

17. Du schützt dein Team.

Gute Führung bedeutet auch, Teammitglieder vor unfairer Behandlung zu schützen. Das gilt gegenüber Kolleginnen, Kollegen und Kundschaft. Unternehmer Jürgen Krenzer hat beispielsweise einen harten Schritt gewagt und sich von einem Kunden getrennt, der sein Team massiv belastete.

Wie er dabei vorgegangen ist, liest du hier: SMS-Terror im Urlaub: „Herr Krenzer – Ihr Personal ist gerade dabei, Ihren Ruf zu ruinieren“.

18. Du zeigst echtes Interesse am Wohlergehen.

Du nimmst wahr, wie es deinem Team geht, was belastet oder motiviert. Dieses Interesse ist spürbar und schafft Bindung.

19. Du respektierst die Zeit deines Teams.

Zu lange Meetings nerven nicht nur, sondern bringen oft auch schlechtere Ergebnisse, weil die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entscheidungsmüde werden und nur noch raus wollen aus dem Treffen. Gute Führung sorgt für klare Agenden und effiziente Treffen.

20. Du achtest auf Teamfit bei Neueinstellungen.

Wenn Stellen neu besetzt werden sollen, ist es wichtig, dass der künftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut ins Team und zur Unternehmenskultur passt. Neue Teammitglieder sollten also fachlich und auch menschlich passen. Gute Führung bindet das Team in Auswahlprozesse ein und respektiert Einschätzungen. Denn schließlich ist es vor allem das Team, das später mit der Person zusammenarbeiten muss.

„Wenn alle unabhängig voneinander ein gutes Gefühl haben und der Kandidat inhaltlich überzeugt hat, dann ist das ein positives Zeichen“, sagt Goran Barić, Geschäftsführer der Personalberatung PageGroup Deutschland. Falls nicht, erspare dir womöglich eine (teure) Fehlentscheidung.

21. Du unterstützt dein Team beim Erreichen von Zielen.

Du gibst nicht nur Ziele vor, sondern sprichst auch darüber, wie sie erreichbar sind. Leitfrage: Was kannst du beitragen, damit dein Team gute Arbeit leisten kann?

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