Unternehmenswert berechnen So viel ist Ihre Firma wert

Wer seine Firma verkaufen will, sollte als erstes den Unternehmenswert berechnen. Mit dem Unternehmenswertrechner ist das ganz einfach möglich.

Wer seine Firma verkaufen will, sollte als erstes den Unternehmenswert berechnen. Mit dem Unternehmenswertrechner ist das ganz einfach möglich.© Wrangler - Fotolia.com

Sie denken darüber nach, Ihre Firma zu verkaufen? Mit dem Unternehmenswertrechner von impulse und concess lässt sich der Firmenwert einfach und schnell berechnen - auf Grundlage von aktuellen Vergleichsdaten.

Wie viel können Sie erwarten, wenn Sie Ihre Firma verkaufen? Diese Frage beantwortet der Unternehmenswertrechner von impulse und Concess M+A Partner, einem Berater- und Vermittlernetzwerk für Unternehmensnachfolgen im Mittelstand. In die Berechnung fließen aktuelle Daten aus 16 Branchen ein.

Egal ob Sie Ihr Unternehmen verkaufen wollen oder einfach nur neugierig sind, was Ihr Unternehmen wert ist: Mit dem Firmenwertrechner lässt sich individuell prüfen, welchen Preis eine Firma aktuell erzielen könnte.

So funktioniert der Unternehmenswertrechner

Der Rechner basiert auf dem sogenannten Multiplikationsverfahren. Hierbei wird der Wert des Unternehmens als ein Vielfaches vom Ertrag ermittelt. Der Unternehmenswertrechner von impulse und Concess multipliziert das Ebit Ihrer Firma, also den Gewinn vor Zinsen und Steuern, mit einem Wert, der je nach Branche unterschiedlich ist.

Da die Multiplikatoren im Zeitverlauf schwanken, werden die im Unternehmenswertrechner hinterlegten Daten regelmäßig aktualisiert. Das bundesweit tätige Berater-Netzwerk von Concess ermittelt die Multiplikatoren auf der Basis von Firmenverkäufen im kleinen Mittelstand mit Verkaufspreisen von 1 bis 10 Millionen Euro.

 

* Das Datenmaterial ist auf einem Stand von Juni 2016.

So erhalten Sie einen realistischen Wert für den Firmenverkauf

Bevor Sie einen Ebit-Wert (Jahresergebnis) in den Unternehmenswertrechner eingeben, sollten Sie einige Punkte beachten:

  • Da Käufer sich am Ertragspotenzial der Firma in der Zukunft orientieren, sollten Sie eine Zahl eingeben, die in den kommenden Jahren realistisch ist.

Zudem ist zu berücksichtigen, welche Rechtsform das Unternehmen hat:

  • Bei Personengesellschaften (etwa OHG, KG) muss vom Ebit ein typisches Geschäftsführergehalt – etwa 80.000 bis 120.000 Euro jährlich – abgezogen werden, wenn der Firmeninhaber bislang keine fixen Bezüge erhalten hat, sondern den Gewinn des Unternehmens als Gehalt bekam. Ansonsten fällt der errechnete Unternehmenswert zu hoch aus.
  • Bei Kapitalgesellschaften (GmbH, AG) muss das Ebit unter Umständen bereinigt werden. Liegt das bisherige Geschäftsführer- oder Vorstandsgehalt über dem marktüblichen (80.000 bis 120.000 Euro jährlich), muss die Differenz zum Ebit hinzuaddiert werden. Umgekehrt gilt: Ist das bisherige Geschäftsführer- oder Vorstandsgehalt niedriger als das typische Salär eines angestellten Chefs, muss diese Differenz vom Ebit abgezogen werden. Nach einer solchen Ebit-Anpassung ist das Ergebnis des Unternehmenswertrechners realistischer.

Der Unternehmenswertrechner zeigt im Ergebnis keinen exakten Wert an, sondern eine Bandbreite, innerhalb derer sich der erzielbare Preis bewegen könnte. Je nach Marktposition oder der Abhängigkeit des Geschäfts vom derzeitigen Inhaber kann der Unternehmenswert am oberen oder unteren Ende dieser Bandbreite liegen.

Da jedoch nicht alle relevanten Faktoren in die Multiplikatoren der einzelnen Branchen einfließen können, können die vom Unternehmenswertrechner ausgegebenen Werte immer nur zur Orientierung dienen. Die Berechnung ist keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung und ersetzt keine Beratung.

 

Welche anderen Methoden gibt es, den Wert einer Firma zu ermitteln?

Das Multiplikationsverfahren, auf dem der impulse-Unternehmenswertrechner basiert, ist weit verbreitet und wird von M&AProfis oft als Schnellcheck genutzt. Es gibt jedoch noch andere Methoden zur Berechnung des Unternehmenswerts.

Vereinfachtes Ertragswertverfahren
Um Erbschaft- und Schenkungsteuer zu berechnen, ermitteln die Finanzämter den Unternehmenswert mit dem sogenannten Vereinfachten Ertragswertverfahren: Das durchschnittliche Betriebsergebnis der letzten drei Jahre wird mit einem Faktor multipliziert, der vom Bundesfinanzministerium jährlich neu festgelegt wird (für 2016 liegt dieser Kapitalisierungsfaktor bei 17,86). Bei Verkäufen bieten sich je nach Branche, Größe oder Rechtsform andere Modelle zur Wertermittlung an. Der Preis regelt sich aber letztlich über Angebot und Nachfrage. Grundsätzlich gilt: „Wenn der Kaufpreis nicht in fünf bis acht Jahren aus den Erträgen abgezahlt werden kann, ist der Wert nicht realistisch“, so Birgit Felden, Professorin an der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht.

Substanzwertverfahren
Der Substanzwert entspricht dem Verkehrswert des Firmenvermögens, also dem Marktwert aller Geräte, Vorräte und anderer Dinge abzüglich der Schulden. Das Substanzwertverfahren ist bewährt, aber eher ein Hilfswert für kleine Betriebe mit teuren Maschinen oder Immobilien; immaterielle Werte wie motivierte Mitarbeiter bleiben außen vor.

Vergleichswertverfahren
Der Wert eines Unternehmens wird mit Vergleichsdaten ermittelt. In Branchen, in denen Verkäufe häufig sind, kennen Verbände oder Kammern diese Vergleichswerte. Bei einer Anwaltskanzlei kann das ein Jahresumsatz sein, bei einer Versicherungsagentur die Summe der jährlichen Prämieneinnahmen. Das Vergleichswertverfahren ist einfach anzuwenden, Preise oberhalb der branchenüblichen erfordern aber gute Argumente.

Ertragswertverfahren
Der Wert wird danach bemessen, was ein Käufer mit der Firma verdienen kann. Der Durchschnitt der Erträge vor Steuern der letzten drei und der geschätzten Erträge der kommenden drei Jahre wird geteilt durch einen Kapitalisierungszinssatz. Der setzt sich zusammen aus dem Zins, der mit einer risikolosen Anlage zu erzielen wäre, und einem Zuschlag für das Unternehmerrisiko. Bei kleinen Firmen liegt dieser Satz bei 15 bis 20 Prozent. Beispiel: Betragen der Durchschnittsertrag 100.000 Euro und der Kapitalisierungszins 20 Prozent, ergibt sich ein Wert von 500.000 Euro.

Das Ertragswertverfahren ist das am häufigsten angewandte, anerkannte Verfahren. Allerdings sind zukünftige Erträge schwierig vorherzusagen. Auch der Zinssatz lässt sich nicht objektiv ermitteln.

AWH-Verfahren
Die Arbeitsgemeinschaft der Wert ermittelnden Betriebsberater im Handwerk (AWH) hat ein Modell speziell für Handwerksfirmen entwickelt. Es berücksichtigt Besonderheiten von Klein- und Mittelbetrieben wie die Bedeutung der Inhaber für den Unternehmenserfolg und die Verflechtung von Privat- und Firmenvermögen. Das AWH-Verfahren wird von Banken als Finanzierungsgrundlage akzeptiert.


Unternehmensverkauf via Internet

Für den Unternehmensverkauf scheinen Nachfolgebörsen im Internet eine unkomplizierte Möglichkeit. Doch ist eine Firma im Internet so leicht zu verkaufen wie eine alte CD auf Ebay? Das erfahren Sie in unserem Artikel: „Unternehmensverkauf: Was taugen Nachfolgebörsen im Internet?“

18 Kommentare
  • Jörg Richter 31. Oktober 2016 23:32

    Hallo Frau Unger,

    ich hoffe ich bekomme auf diesen „alten Beitrag“ noch eine Rückmeldung.

    Nehmen wir mal folgenden Fall an:

    Ich verkaufe mein Know How derzeit an meine 1000 Kunden und verdiene damit 400T€/Jahr

    Nun findet sich ein Interessent, der mit dem Know How, etwa 1 Mio Kunden bedienen könnte weil er Weltweit aggiert.

    Wie ist dann der Firmenwert zu sehen?

    Theoretisch könnte er, wohlgemerkt absolut konservativ angesetzt, jeden Monat damit zwischen 5-10Mio verdienen.

    Hier finde ich nichts, wie man das bewerten könnte.

    VG
    J. Richter

    • Angelika Unger 2. November 2016 16:49

      Hallo Herr Richter,

      aber prinzipiell gilt, was auch im Artikel steht: „Da Käufer sich am Ertragspotenzial der Firma in der Zukunft orientieren, sollten Sie eine Zahl eingeben, die in den kommenden Jahren realistisch ist.“ Aber in der Praxis kommt es natürlich immer darauf an, welchen Preis der Käufer zu zahlen bereit ist – das ist Verhandlungssache und nichts, was man mit „richtig“ oder „falsch“ beantworten könnte.

      Viel Erfolg beim Unternehmensverkauf,
      Angelika Unger vom impulse-Team

  • Berthold Wagener 19. Juli 2016 11:42

    Ist der EBIT inkl. oder exkl. Unternehmerlohn?
    Ein branchenüblicher Unternehmerlohn sollte eigentlich inkl. sein.
    Grundsätzlich sollte sich dann ein Unternehmen auf Basis eines
    EBIT-Multiplikators binnen 5-7 Jahren rechnen (Zinsen der Finanzierung
    und – zusätzlich im Kontext Finanzen – das working capital, Investitionen etc. nicht vergessen!).
    Mit dieser sehr einfachen Formel fährt man eigentlich recht gut.
    Sie garantiert natürlich nicht, dass das Unternehmen in dieser Zeit bezahlt wird, das hängt natürlich von der weiteren Entwicklung des Unternehmens ab.

    „Lustig“, dass Concess hier mit einem EBIT-Multiplikator rechnet, denn
    realiter nutzen sie die Schönrechnerei mit für Laien kompliziert anmutenden
    Ertragswertverfahren. Dahinter steckt natürlich regelmäßig ein Ergebnis, dass
    höher als der EBIT-Multiplikator ist und – „Honi soit qui mal y pense“ – mehr Provisionen für Broker wie Concess bringt. Auch die NDAs und das (manchmal fast absolutistisch anmutende) Kommunikationsverhalten dieser Broker sind häufig an der Grenze des Erträglichen. Leider musste ich dadurch viele interessante Opportunitäten bereits vor der eigentlichen DD beenden.

    Dieses Problem gibt es aber bei vielen Brokern über alle Branchen hinweg (z.B. Immobilien).

    • Angelika Unger 20. Juli 2016 16:35

      Lieber Herr Wagener,

      die Antwort auf Ihre Frage finden Sie im Absatz So erhalten Sie einen realistischen Wert für den Firmenverkauf.

      Hier die relevante Passage:

      Bei Personengesellschaften (etwa OHG, KG) muss vom Ebit ein typisches Geschäftsführergehalt – etwa 80.000 bis 120.000 Euro jährlich – abgezogen werden, wenn der Firmeninhaber bislang keine fixen Bezüge erhalten hat, sondern den Gewinn des Unternehmens als Gehalt bekam. Ansonsten fällt der errechnete Unternehmenswert zu hoch aus.
      Bei Kapitalgesellschaften (GmbH, AG) muss das Ebit unter Umständen bereinigt werden. Liegt das bisherige Geschäftsführer- oder Vorstandsgehalt über dem marktüblichen (80.000 bis 120.000 Euro jährlich), muss die Differenz zum Ebit hinzuaddiert werden. Umgekehrt gilt: Ist das bisherige Geschäftsführer- oder Vorstandsgehalt niedriger als das typische Salär eines angestellten Chefs, muss diese Differenz vom Ebit abgezogen werden. Nach einer solchen Ebit-Anpassung ist das Ergebnis des Unternehmenswertrechners realistischer.

      Herzliche Grüße
      Angelika Unger vom impulse-Team

  • E. Langer 17. Dezember 2015 13:05

    Liebes impulse-Team,

    der Artikel und die Möglichkeit einer einfachen Berechnung des Unternehmenswertes finde ich super und gut erklärt. Eine Frage ist jedoch offen: wird der „Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit)“ als monatlicher oder jährlicher Wert eingetragen? Für mich ist der Fall gerade interessant, da ich ein Kleinstunternehmen, welches nebenberuflich ausgeübt werden kann, wegen Altersaufgabe übernehmen könnte. Ich möchte allerdings den Preis, der dafür im Raum steht, überprüfen oder abschätzen und ggf. verhandeln können.

    Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung.

    Mit freundlichen Grüßen

    E. Langer

    • Angelika Unger 18. Dezember 2015 09:40

      Lieber Herr Langer,

      zur Berechnung wird der jährliche Wert benötigt.

      Herzliche Grüße
      Angelika Unger vom impulse-Team

  • Ewald Kunsch 4. November 2015 12:38

    Hallo Frau Unger,

    in der Wertberechnung für einen Metallbau-Betrieb arbeitet Ihr Modell mit dem Faktor
    4 bis 5 des EBIT. Wie erklärt sich die Differenz zu den erheblich höheren Multiplikatoren, die die Fachzeitschrift finance magazin ausweist?

    Freundliche Grüße
    E. Kunsch

    • Angelika Unger 4. November 2015 13:21

      Hallo Herr Kunsch,

      das bundesweit tätige Berater-Netzwerk von Concess ermittelt die Multiplikatoren auf der Basis von Firmenverkäufen im kleinen Mittelstand mit Verkaufspreisen von 1 bis 10 Millionen Euro und stellt uns diese Daten dann zur Verfügung. Der Rechner des finance magazin verwendet offenbar eine andere Datenbasis.

      Herzliche Grüße
      Angelika Unger

  • Zauder 1. Juli 2015 14:29

    Sehr geehrte Frau Unger,
    gibt es eine Rubrik Personaldienstler -Vermittler? Und wie wird hier berechnet?
    Viele Grüße
    E.Zauder

    • Angelika Unger 1. Juli 2015 16:09

      Liebe/r E.Zauder,

      eine eigene Rubrik gibt es hierfür nicht. Am ehesten passt vermutlich „Beratende Dienstleistung“. Wenn Sie das nicht als passend erachten, hat unser Rechner leider keine passende Rubrik, fürchte ich.

      Viele Grüße
      Angelika Unger
      impulse-Team

  • NameReinhold Tempel 29. Juni 2015 09:54

    Sehr geehrte Frau Angelika Unger,
    Bau- unbd Handwerk mit der Möbelindustrie zu vergleichen ist wie Äpfel mit Birnen.

    • Angelika Unger 1. Juli 2015 11:20

      Lieber Herr Tempel,

      Schreinereien, Zimmereien und Tischlereien lassen sich unter Handwerk fassen; was die industrielle Fertigung von Möbeln angeht, muss ich Ihnen leider recht geben, das passt nicht. Leider haben wir von unserem Partner concess für die Holzindustrie keine separaten Multiplikatordaten vorliegen. Wir werden diese aber für die nächste Aktualisierung anfragen.

      Herzliche Grüße
      Angelika Unger
      impulse-Team

  • Wolfgang Bernäsch 26. Juni 2015 20:53

    Guten Tag,
    wir vertreiben Kosmetische Produkte lt. EU Kosmetikverordnung. Ist die Zuordnung „Chemie Kunststoff Papier“ richtig?
    Grüsse
    Wolfgang Bernäsch
    Inhaber

    • Angelika Unger 1. Juli 2015 11:21

      Lieber Herr Bernäsch,

      wir würden auch sagen, das ist die treffendste Einordnung.

      Herzliche Grüße
      Angelika Unger
      impulse-Team

  • Müller Heinz 26. Juni 2015 20:29

    Ich stehe im Moment vor der Entscheidung mich an einer GmbH zu beteiligen.
    Laut Ihrer Berechnung ergibt sich ein Unternehmenswert von 650.000,- bis 950.000,- EUR.

    Wie ist ein Gewinnvortrag von 650.000,- EUR zu bewerten?
    Wird der Gewinnvortrag zum errechneten Unternehmenswert addiert?

    Viele Grüße

    • Angelika Unger 1. Juli 2015 11:23

      Lieber Müller Heinz,

      entscheidend für die Berechnung des Unternehmenswertes ist eine realistische Einschätzung des jährlichen Ebits in der Zukunft. Eine detaillierte Beratung zu Einzelfällen können und dürfen wir nicht leisten.
      Herzliche Grüße
      Angelika Unger
      impulse-Team

  • Reinhold Tempel 26. Juni 2015 12:56

    Sehr geehrte Macher des Impulse Magazins.
    Ihr Beitrag zur Unternehmensbewertung ist ja schön und gut, aber wo finde ich die in Deutschland nicht unbedeutende Holzindustrie , z. B. Sägewerke, Tischlereien und Schreinereien, Zimmereien,Möbelfabriken ?????

    • Angelika Unger 26. Juni 2015 14:13

      Sehr geehrter Herr Tempel,

      wir würden sagen, das fällt unter die Branche „Bau und Handwerk“. Einverstanden?

      Herzliche Grüße vom impulse-Team
      Angelika Unger

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