Lokalisierung der Website Die wichtigsten Tipps für eine mehrsprachige Homepage

Fachvokabular und interkulturelle Besonderheiten: Es gibt viele Hürden bei der Lokalisierung einer Website.

Fachvokabular und interkulturelle Besonderheiten: Es gibt viele Hürden bei der Lokalisierung einer Website.© exopixel / Fotolia.com

Alle Informationen in mehreren Sprachen: Sobald ein Unternehmen international tätig wird, steht die Lokalisierung der Website bevor. Mit diesen fünf Tipps meistern Sie die Herausforderung.

Der Schritt ins fremdsprachige Ausland ist für viele kleine und mittlere Unternehmen eine große Herausforderung. Nicht nur die Übersetzung der Homepage ist wichtig, sondern auch die Firmenphilosophie, Werbung und Marketing müssen für das neue Geschäftsland angepasst werden. Deshalb sollten Unternehmer bei der Vorbereitung der Übersetzung auch die Vermarktung der Inhalte der Homepage (Content Marketing) und die Suchmaschinenoptimierung (SEO) im Auge haben. Wenn Sie es schaffen, diese drei Bereiche optimal zu verknüpfen, werden Sie schnell erste Erfolge feiern.

Wie Übersetzung, Content Marketing und SEO zusammenhängen

Auf den ersten Blick scheint es so, als würden Übersetzungen, Content Marketing und SEO keine Schnittpunkte besitzen. Beschäftigen Sie sich mit dieser Materie jedoch etwas genauer, werden Sie feststellen, dass alles aufeinander aufbaut:

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Planen Sie, Ihre Produkte und Dienstleistungen international anzubieten, sind Übersetzungen ganz entscheidend. Absolute Professionalität ist hier besonders wichtig, denn Grammatik- und Sinnfehler in den Texten der Firmenwebsite hinterlassen bei den Kunden einen schlechten Eindruck. Doch die Übersetzung der Webseitentexte ist nur der Anfang. Weiterführende Inhalte sind ein Muss, um Kunden langfristig von Ihrer Expertise zu überzeugen. Das ist der Punkt, an dem das Content Marketing ins Spiel kommt.

Content Marketing bedeutet: Sie liefern potenziellen Kunden Inhalte, die einen informativen Mehrwert zu Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung bieten. So zeigen sie Ihnen, dass Sie genau wissen, was Sie tun – und letztendlich überzeugen Sie Ihre Kunden davon, dass Sie der perfekte Partner für sie sind. Blogartikel, Videoproduktionen und Infografiken sollen aus diesem Grunde ebenfalls übersetzt werden – und zwar mit der gleichen Sorgfalt wie die Standardtexte auf der Homepage.

Bei der Suchmaschinenoptimierung schließt sich der Kreis: Hochwertige Inhalte, die der Content-Marketing-Strategie entstammen, werden so aufbereitet, dass das Ranking Ihrer Webseite davon profitiert. Relevant sind dafür unter anderem die Keyword-Auswahl, Textlängen, Bilder, Überschriften und Zwischenüberschriften. Zusätzlich wird Ihr deutschsprachiges Linkportfolio durch internationale Backlinks gestärkt – das sind Links, die von anderen Seiten auf die eigene verlinken. Google und andere Suchmaschinen können dadurch das Thema Ihrer Webseite besser zuordnen.

Bei der Homepage-Übersetzung geht es also darum, alle drei Aspekte gleichzeitig zu berücksichtigen. Mit diesen fünf Tipps, gelingt Ihnen die Internationalisierung Ihres Internetauftritts:

1. Vermitteln Sie Ihre Botschaft klar und deutlich

Produkte und Dienstleistungen sollen ein Problem lösen. Wenn es in den deutschsprachigen Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz einen Markt für diese Produkte gibt, könnte es auch eine Nachfrage im fremdsprachigen Ausland geben. Sind die Ergebnisse der Marktstudien positiv, ist der Erfolg der Internationalisierung aber noch lange nicht sicher. Häufig scheitern Unternehmen im Ausland daran, dass sie die Vorteile ihres Angebots nicht gut genug erklären und gemäß den landesspezifischen Interessen anbieten.

Wenn Funktionen eines Produkts oder Fimenslogans in einer anderen Sprache präsentiert werden, kann es Probleme mit dem Fachvokabular oder dem Sinnverständnis geben. Zum Beispiel wenn aus „Come in and find out“ der Slogan „Komm rein und finde wieder heraus“ wird oder aus „Drive alive“ die Übersetzung „Fahre lebend“.

Deshalb ist sehr wichtig, dass Ihre Botschaft, die Kernaussage, klar und verständlich formuliert wird. Was bieten Sie an, welches Problem lösen Sie – je schneller Sie auf den Punkt kommen, desto besser verstehen auch internationale Kunden, was Sie anbieten. Gleichzeitig ist diese Kernaussage der Ausgangspunkt Ihrer Content-Marketing- und SEO-Strategie.

2. Achten Sie auf kulturelle Unterschiede

Geht es nun um die Lokalisierung des Angebots, ist eine umfangreiche Marktrecherche ganz besonders wichtig. Nur, wenn Sie Ihren Markt kennen, wissen Sie um eventuelle kulturelle Unterschiede. Hierbei geht es um besonderen Slang und Dialekte, die Nachfrage nach bestimmten Produkten oder sogar Verbote für spezifische Dienstleistungen. Andere Länder, andere Sitten. Deshalb könnte es auch sein, dass der Markt, den Sie anpeilen, eventuell nicht der richtige für Ihr Unternehmen ist.

3. Übersetzen Sie Ihre Texte in die „richtigen“ Sprachen

Ebenso wichtig, wie die kulturellen Unterschiede, ist die Übersetzung in die entsprechenden Sprachen. Dabei sollten Sie vorab wissen, welche Sprachen für Ihr Unternehmen entscheidend sind. Für die meisten deutschen Unternehmen ist der erste Schritt eine englische Übersetzung ihrer Webseite. Mit Englisch, Französisch, Arabisch und Spanisch können bereits 134 Länder erreicht werden.

Für deutsche Unternehmen ist Englisch die wichtigste Zweitsprache. Da professionelle Übersetzungen alles andere als günstig sind, kommen bei Unternehmen hierzulande gerne Tools wie Google Translate für die Webseiten-Übersetzung zum Einsatz. Aus Sicht der Besucher ist dies ein absolutes Tabu, denn das Tool übersetzt nahezu wortwörtlich. Kulturelle Finessen gehen somit vollkommen verloren und die Texte klingen eher peinlich, als seriös. Plus: Maschinelle Übersetzungen werden von Suchmaschinen abgestraft.

Wenn Sie Glück haben, ist das Resultat zumindest belustigend, wenn Sie Pech haben, könnten Sie massive Image-Probleme im Zielland bekommen. Muttersprachler und ausgiebige Sprachtests vorab sind also unbedingt notwendig, um die Internationalisierung des Angebots erfolgreich zu machen.

4. Beachten Sie diese Technik-Tipps

Für die SEO-Optimierung der Homepage sollten aus technischen Gründen für jede Sprache ein eigenes Unterverzeichnis erstellt werden. Dieses könnten zum Beispiel so aussehen:

  • meinetestwebseite.com (Deutsch – Hauptsprache)
  • meinetestwebseite.com/en/ (Englisch)
  • meinetestwebseite.com/es/ (Spanisch)

Warum Unterverzeichnisse für kleine Unternehmen besser als Subdomains sind? Im Idealfall werden Unterverzeichnisse statt Subdomains (en.meinetestwebseite.com) verwendet, da Google eine Subdomain als ganz neue und eigenständige Webseite wertet. So wird durch jede neue Übersetzung die Relevanz zusätzlich gesteigert und gewonnene Backlinks helfen nicht nur der jeweiligen Sprache weiter, sondern verleihen dem gesamten Projekt mehr Ranking-Power. Wenn Sie die unterschiedlichen Sprachen aber auf anderen Domains oder Subdomains laufen lassen, verlieren Sie jegliche Synergieeffekte. Ein weiteres wichtiges Thema ist das hreflang Link-Attribut von Sistrix. Das Link-Attribut sorgt dafür, dass Google die geografische Ausrichtung der Webseite versteht und die passende Sprachversion und/oder regionale URL an den Nutzer liefert.

5. Beginnen Sie früh genug mit der Planung

Bereits vor Beginn der geschäftlichen Tätigkeit ins Ausland sollten Sie die Übersetzung der Homepage und die technischen Details umsetzen, denn nichts ist kostenintensiver, als die Erkenntnis, dass die bisherige Strategie ins Leere läuft – vor allem, weil Webseiten-Übersetzungen, Content Marketing und SEO so eng zusammenhängen. Nehmen Sie sich Zeit, Muttersprachler zu finden, die die Texte übersetzen oder sie Korrektur lesen, damit auch kulturelle und lokale Besonderheiten Berücksichtigung finden.

impulse-Akademie: Strategie & Inspiration für Ihr Unternehmen
1 Kommentar
  • Sandra 7. März 2016 10:59

    Vielen Dank für die hilfreichen Tipps. Wir hatten lange Zeit unsere Homepage vernachlässigt. Heutzutage reicht es aber eben noch nicht mal mehr aus, nur eine Internetpräsenz zu haben, wo die wichtigsten Infos stehen. Alle informieren sich dort im Voraus über das Unternehmen. Es ist inzwischen gleichzustellen wie mit dem ersten Eindruck vor Ort.
    Wir investieren jetzt in eine moderne und gut gefüllte Website. Sie soll in deutsch, englisch und in einigen anderen Sprachen wie z.B. arabisch zur Verfügung stehen. Dies haben wir uns entsprechend unseres Kundenstamms überlegt.
    Ich denke das Wichtigste ist einfach, dass die Umsetzung tadellos ist, ansonsten sollte man es lieber nur bei deutsch bzw. englisch belassen. Das wirkt sonst schnell sehr unprofessionell. Unser Anbieter scheint sehr kompetent und ich freue mich schon auf das Endergebnis!
    Grüße
    Sandra

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