Dienstfahrrad Was Chefs klären müssen, wenn sie Fahrräder für ihr Team anschaffen

Es muss ja nicht immer gleich ein dicker Dienstwagen sein: Auch Dienstfahrräder können Mitarbeiter glücklich machen - und sorgen obendrein für Bewegung.

Es muss ja nicht immer gleich ein dicker Dienstwagen sein: Auch Dienstfahrräder können Mitarbeiter glücklich machen - und sorgen obendrein für Bewegung.© time. / photocase.de

Sie wollen Ihren Mitarbeitern Fahrräder zur Verfügung stellen? Super Idee! Seit 2012 sind Dienstfahrräder steuerlich Dienstwagen gleichgestellt. Diese Regeln sollten Sie bei der Anschaffung beachten.

Ratzfatz am Stau vorbei und mit durchgepustetem Kopf bei der Arbeit ankommen. Mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, hat viele Vorteile. Arbeitgeber können ihre Mitarbeiter dabei unterstützen, indem sie ihnen ein Dienstfahrrad stellen. Die Finanzbehörden wenden das so genannte Dienstwagenprivileg mittlerweile auch auf Dienstfahrräder an. Diese Fragen sollten Chefs mit ihren Mitarbeitern allerdings vor der Anschaffung klären:

1. Muss der Arbeitnehmer das Dienstfahrrad versteuern?

Wie beim Dienstwagen gilt auch beim Dienstfahrrad: Wollen Arbeitnehmer das Dienstfahrrad auch privat nutzen, müssen sie den geldwerten Vorteil nach der Ein-Prozent-Regelung versteuern. Demnach wird ein Prozent des Brutto-Listenpreises – dem vom Hersteller empfohlenen Preis – erfasst. Kostet ein hochwertiges Fahrrad beispielsweise rund 3000 Euro, müssen Arbeitnehmer 30 Euro pro Monat nach ihrem individuellen Steuersatz versteuern. Pro Jahr wären das hier 126 Euro bei einem Steuersatz von 35 Prozent. Den Arbeitsweg muss der Arbeitnehmer, anders als beim Dienstauto, nicht beim Fiskus angeben.

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2. Können auch E-Bikes steuerlich als Dienstfahrrad gelten?

Grundsätzlich kommen alle Fahrrad-Modelle in Frage, der Fiskus berücksichtigt auch hochwertige Fahrräder und E-Bikes. Ausnahme: Es handelt sich um Pedelecs, die schneller als 45 Kilometer pro Stunde sind. Sie gelten steuerlich nicht als Dienstfahrrad.

3. Ich möchte das Fahrrad für meinen Angestellten nicht zahlen, sondern einen Teil seines Lohnes umwandeln. Geht das?

Ja. Arbeitgeber, die die Kosten für ein Fahrrad nur zum Teil oder gar nicht übernehmen wollen, können ihren Mitarbeitern einen anderen Deal anbieten, nämlich eine Gehaltsumwandlung: Der Chef zieht dabei einen Betrag vom Gehalt ab. Damit bezahlt er die vereinbarten Leasingraten für das Fahrrad. Der Vorteil: Arbeitnehmer können so Steuern und Sozialabgaben sparen.

Doch bei dieser sogenannten Nettolohn-Optimierung gilt: Auch Sachzuwendungen unterliegen der Lohnsteuer. „Diesen Schritt sollte man gut durchrechnen“, rät Klocke. Ob sich das Ganze lohnt, sei eine Abwägungssache und in erster Linie für Personen geeignet, die sich sowieso ein hochwertiges Fahrrad kaufen wollen. Wichtig: Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssen die Gehaltsumwandlung vorab vereinbaren. Das sei Grundvoraussetzung, damit das Finanzamt sie später anerkennt, sagt Klocke.

4. Wer haftet, wenn das Fahrrad geklaut oder beschädigt wird?

Neben den steuerlichen Aspekten sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer auch Haftungsfragen klären, rät Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Wer muss zahlen, wenn das Bike geklaut oder beschädigt wird? Grundsätzlich gilt: Wenn der Chef das Fahrrad bezahlt hat, gehört es auch der Firma. «Dann haftet der Arbeitgeber in der Regel allein», sagt Michael Eckert, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Heidelberg. Ausnahme: Der Angestellte handelt mit Vorsatz oder grob fahrlässig – etwa wenn er ein hochwertiges Fahrrad unabgeschlossen an einer Stelle abstellt, die für Diebstahl bekannt ist, und es wegkommt. Dann muss er gegebenenfalls die Kosten ganz oder teilweise übernehmen.

5. Sollte man das Fahrrad versichern?

Ja, denn das kann im Schadensfall Ärger und Streit vermeiden. Dabei ist mit dem Versicherer zu klären, ob auch der private Gebrauch abgedeckt ist. Denn der Versicherungsschutz kann je nach Nutzungsart – privat oder beruflich – unterschiedlich ausfallen, sagt Verbraucherschützerin Weidenbach.

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