Wartezeit auf Steuerbescheid Das sind die langsamsten Finanzämter Deutschlands

In Fürstenfeldbruck beträgt die Wartezeit auf den Steuerbescheid laut einer aktuellen Auswertung 51 Tage.

In Fürstenfeldbruck beträgt die Wartezeit auf den Steuerbescheid laut einer aktuellen Auswertung 51 Tage.© Manuel Findeis / Fotolia.com

Bis Ende Mai müssen viele Bürger ihre Steuererklärung abgeben. Aber wie lange dauert es, bis der Steuerbescheid im Briefkasten liegt? Wo es besonders schnell geht - und wo es am längsten dauert.

Viele Steuerpflichtige haben am kommenden Wochenende noch eine wichtige Aufgabe vor sich: die Einkommensteuererklärung. Denn am 31. Mai 2016 endet die reguläre Abgabefrist für das Jahr 2015. Alle Selbstständigen und viele Arbeitnehmer müssen ihre Einkommensteuererklärung bis zu diesem Datum abgeben, wenn sie die Steuererklärung selbst machen. Tun sie das nicht, kann das Finanzamt Verspätungszuschläge verlangen.

Doch wie lange dauert es, bis am Ende der Steuerbescheid im Briefkasten landet und man weiß, wie viele Steuern man zurückerstattet bekommt oder nachzahlen muss? Die Antwort: Es kommt darauf an, wo man wohnt. Denn bei den Bearbeitungszeiten gibt es von Finanzamt zu Finanzamt massive Unterschiede.

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Das Online-Portal www.lohnsteuer-kompakt.de hat in den vergangenen zwölf Monaten 100.000 Steuererklärungen, die über die Plattform erstellt wurden, anonymisiert ausgewertet und erhoben, wie lange es dauert, bis der Steuerbescheid verschickt wird. Ausgewertet wurden dabei nur Bearbeitungszeiten von Finanzämtern, von denen mindestens 25 Bescheide vorlagen – insgesamt 466 Behörden.

Wo es am schnellsten geht – und wo am langsamsten

Am schnellsten geht es im Landesvergleich demnach in Hamburg. 45 Tage brauchen die Finanzämter dort im Schnitt, um eine Steuererklärung zu bearbeiten. In Rheinland-Pfalz und Berlin geht es mit rund 47 Tagen im Landesdurchschnitt fast genauso schnell. Wer also am 31. Mai seine Steuererklärung abgibt, kann hier Mitte Juli mit einem Bescheid rechnen.

Deutlich länger dauert es in Bremen. Hier vergehen im Schnitt 80 Tage. Im Vergleich zwischen den Bundesländern ist der Stadtstaat damit Schlusslicht. Träge sind auch die Finanzämter im Saarland. Dort erhalten Steuerpflichtige im Schnitt nach 68 Tagen Post von ihrem Finanzamt. Der Mittelwert liegt bundesweit bei 53 Tagen.

„Es ist erstaunlich, wie groß die Unterschiede in der Bearbeitungszeit bundesweit sind“, sagt Felix Bodeewes, Geschäftsführer des Internetportals. „So braucht das langsamste Finanzamt fast dreimal so lange wie das schnellste. Das bedeutet auch, dass Steuerpflichtige bis zu dreimal so lange auf eine Erstattung warten müssen.“

Trauriges Schlusslicht: Hagenow

Innerhalb der Bundesländer gibt es allerdings Ämter, die deutlich schneller arbeiten als andere. In Nordrhein-Westfalen braucht das schnellste Finanzamt in Bielefeld-Außenstadt im Schnitt gerade einmal 28 Tage, bis es den Steuerbescheid verschickt, in Warendorf sind es 29 Tage. Das Finanzamt Essen-Nordost braucht dagegen 86,2 Tage. Der Landesdurchschnitt liegt bei 50 Tagen.

Auch in Cuxhaven in Niedersachsen sind die Mitarbeiter relativ flott (35,5 Tage; Landesschnitt: 58,6 Tage). Am längsten müssen Steuerpflichtige in Hagenow in Mecklenburg-Vorpommern auf den Steuerbescheid warten: Dort dauert es 86,6 Tage, bis die Steuererklärung bearbeitet ist.

Auch der Bund der Steuerzahler hat erhoben, wie lange Finanzämter für die Bearbeitung von Einkommenssteuererklärungen brauchen – mit ähnlichen Ergebnissen. Auch hier schneidet Hamburg am besten ab – Schlusslichter sind Bremen und Nordrhein-Westfalen.

Wie lange das Finanzamt nach Berechnungen des Online-Portals www.lohnsteuer-kompakt.de an Ihrem Wohnort braucht, können Sie hier nachsehen.

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