Entscheidungsfindung im Team Diese Frage hilft Ihnen, Entscheidungen zu treffen

Gute Fragen stellen

Links oder rechts? Unternehmer müssen meist komplexere Entscheidungen treffen als diese .© sör alex / photocase.de

Zehn Mitarbeiter, zehn Meinungen: Entscheidungen im Team zu treffen, kann Zeit und Nerven kosten. Chefs können den Prozess erheblich erleichtern - indem sie diese Frage stellen.

In neue Technik investieren? Auf welche Weise den Zeitaufwand für Meetings reduzieren? Welche von drei Ideen für eine große Werbekampagne auswählen?

Wer Entscheidungen im Team trifft, muss häufig mit Dutzenden Ideen und Einwänden kämpfen. Die Vorschläge können bereichernd sein – aber auch Zeit fressen und die Entscheidungsfindung unnötig verzögern. Und manchmal ist es schlichtweg schwierig, eine Entscheidung zu finden, auf die sich alle einigen können.

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Wie gelingt es Teams, eine gute Entscheidung treffen, wenn es mehrere Optionen gibt und die Mitarbeiter gemeinsam entscheiden sollen?

Die Moderatoren und Trainer Amelie Funcke und Axel Rachow haben eine Lösung parat: In ihrem Buch „Die Fragen-Kollektion“ haben sie 48 Fragen versammelt, die in verschiedensten Situationen helfen sollen. Etwa dabei, Gesprächseinstiege zu schaffen, bei Präsentationen das Eis zu brechen – oder eben Entscheidungen zu treffen.

Um Entscheidungen voranzubringen, empfehlen sie diese Frage: „Worauf können Sie am ehesten verzichten?“

Das erreicht die Frage

Mit dieser Frage drehen Unternehmer den normalen Entscheidungsprozess um: Chefs bitten ihre Mitarbeiter nicht darum zu überlegen, welche Möglichkeiten sie favorisieren. Sondern darum, darüber nachzudenken, was ihnen am wenigsten wichtig ist, schreiben Funcke und Rachow.

„Was dann geschieht, ist eine Art Negativ-Auslese“, erklären die Autoren. „Die am ehesten verzichtbaren, also nicht konsensfähigen Ideen werden aussortiert.“ Um zu dem Beispiel der zeitraubenden Meetings zurückzukommen: Möglicherweise stellen die Mitarbeiter fest, dass sie auf einige regelmäßige Meetings gut verzichten können – weil die darin besprochenen Themen sie nicht betreffen. Oder sie stellen fest, dass sie auf ausufernde Diskussionen in Meetings verzichten möchten – die nur zustande kommen, weil es keine Agenda gibt.

Die Entscheidung könnte also lauten: weniger Meetings, nur noch Mitarbeiter einladen, die das Meeting wirklich etwas angeht und an alle Teilnehmer vorher eine Agenda schicken.

Die Frage „Worauf können Sie am ehesten verzichten?“ eignet sich laut den Autoren besonders, wenn ein oder mehrere Mitarbeiter bei einer Entscheidung Bauchschmerzen haben. „Dann wird es ihnen eher möglich sein, das, was gar nicht geht, auszuklammern, als freudig auf eine Option zuzugehen.“

Diese Fragen passen noch dazu

Um noch besser entscheiden zu können, schlagen Funcke und Rachow vor, weitere Fragen zu stellen:

  • „Welches sind aus Ihrer Sicht die drei schlechtesten Lösungen?“
  • „Welche der Optionen erfüllen die Kriterien am wenigsten?“
  • „Wo spüren Sie den meisten/geringsten Widerstand?“
  • „Wo auf einer Skala von 0-10 befindet sich Ihr Widerstand gegen diese Option? (0 = kein Widerstand, 10 = Höchstwiderstand)“

Was die Frage nicht kann

Eines kann die Frage nicht, schreiben Funcke und Rachow: „Schnell eine Lösung herbeiführen, denn erst muss ja noch einmal aussortiert werden, bevor der Weg zur Lösung und deren Weiterentwicklung eingeschlagen werden kann.“ Wenn eine Entscheidung wirklich drängt, sollten Unternehmer die Frage, worauf man verzichten kann, vermeiden.

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