Quarantäne verhindern Den Betrieb aufrechterhalten – auch in Corona-Zeiten
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Um eine Quarantäne zu vermeiden, kann Teamtrennung die Lösung sein

© sör alex / photocase.de

Infiziert sich ein Mitarbeiter eines Unternehmens, muss unter Umständen das gesamte Team in Quarantäne. Wie lässt sich das verhindern? Der Unternehmer und impulse-Leser Bernd Robke fand für seine Firma praktikable Lösungen.

Nicht alle Firmen können ihre Mitarbeiter ins Homeoffice schicken, etwa Handwerker, Händler und Arztpraxen. Das Horrorszenario der betroffenen Inhaber: Ein Mitarbeiter infiziert sich mit dem Coronavirus, woraufhin die Gesundheitsbehörde für alle Mitarbeiter eine Quarantäne anordnet und der Betrieb für Wochen oder gar Monate stillsteht.

Wie kann man das verhindern?

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So ist die Güll Gruppe vorgegangen

Der Unternehmer und impulse-Leser Bernd Robke führt in Lindau die Güll Gruppe. Die Firma versendet im Auftrag von Versandhändlern Pakete und von Verlagen Zeitschriften, vor allem nach Österreich und in die Schweiz. Der Betrieb ist in vier Gebäuden untergebracht.

Homeoffice

Bernd Robke identifizierte zunächst alle Aufgaben, die auch im Homeoffice erledigt werden können, dazu gehören kaufmännische Tätigkeiten, wie Buchführung oder Rechnung schreiben. Die dafür zuständigen Mitarbeiter wurden zum Arbeiten umgehend nach Hause geschickt. Vorteil: Die Maßnahme sorgte für mehr Platz in den Arbeitsräumen, sodass die Kollegen mit größerem Abstand zueinander arbeiten können.

Physischen Kontakt analysieren

Robke schaute sich die einzelnen Bereiche an und analysierte die Arbeitsabläufe zwischen den Abteilungen. Wer arbeitet mit wem zusammen? Wer kommt mit wem wie oft persönlich in Kontakt? Welche Unterlagen werden von Hand zu Hand überreicht? Persönliche Übergaben hat Robke untersagt. Stattdessen stellte er Kästen im Flur zwischen den Abteilungen auf. Mitarbeiter legen hier Dokumente oder Musterexemplare ab und klopfen dann an die Tür. Für die Kollegen ist das das Signal, dass für sie etwas bereitliegt.

Physischen Kontakt vermeiden

Für den Austausch zwischen den Abteilungen, die sich in verschiedenen Gebäuden befinden, hat Robke einen Mitarbeiter zum Boten ernannt. Der Angestellte bringt zum Beispiel die benötigten Verzollungsdokumente für die Lkw-Fahrer von der Zollabteilung in den Paketversand. Der Bote muss für seine Botengänge strenge Regeln befolgen. So dürfen Waren oder Unterlagen den Kollegen nicht persönlich übergeben, sondern müssen auf eine dafür vorgesehene Ablagefläche abstellt werden. Durch die strikte physische Trennung der Bereiche will Robke verhindern, dass im Infektionsfall mehr als einer ausfällt.

Stellvertreter bestimmen

Was passiert, wenn trotzdem der Vorsichtsmaßnahmen eine Abteilung schließen muss? Auch daran hat Robke gedacht. In jedem Bereich gibt es Mitarbeiter, die die Aufgabe der Kollegen aus den anderen Abteilungen übernehmen könnten. Auch die Mitarbeiter aus dem Homeoffice könnten einspringen.

Was Sie tun können

Versetzen Sie sich in die Lage der Gesundheitsbehörde: Wo könnte sie Schwachstellen ausmachen, also Orte, wo Mitarbeiter in Berührung kommen, etwa in den Büros, im Lager, auf Fluren, in den Pausen- und Waschräumen?

Legen Sie fest, welche Teams wann welche Räume nutzen dürfen, eventuell auch die Toiletten nach Teams aufteilen. Am besten dokumentieren Sie die Abläufe für die Gesundheitsbehörde, falls es zu einem Infektionsfall kommt.

Auf unserem Unternehmer-Infoportal zur Corona-Krise stellen wir drei weitere Lösungen vor – für Unternehmen mit Kundenkontakt, mit Außendienst und mit Großraumbüro. Das Portal ist exklusiv für impulse-Mitglieder.

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