Steuern sparen als Unternehmer 37 legale Steuertipps

Wer als Unternehmer Steuern sparen will, muss keine dicken Gesetzbücher wälzen. Hier gibt es kompakte Steuertipps.

Wer als Unternehmer Steuern sparen will, muss keine dicken Gesetzbücher wälzen. Hier gibt es kompakte Steuertipps.© Melpomene / Fotolia.com

Mit diesen Tipps können Sie Steuern sparen: legale Steuertipps für Unternehmer, Selbstständige, Vermieter, Anleger und Familien.

Unsere Steuertipps in der Übersicht: einfach anklicken und zu den für Sie relevanten Steuertipps springen.

Steuertipps für Unternehmer
Steuertipps für Vermieter
Steuertipps für Kapitalanleger
Steuertipps für die Familie

Steuertipps für Unternehmer

1. Geschenke für Geschäftsfreunde

Bei den Präsenten für Geschäftsfreunde bleibt alles beim Alten. Die Geschenke dürfen weiter maximal 35 Euro kosten (inkl. Umsatzsteuer). Darauf zahlt der Firmenchef wie bisher eine Pauschalsteuer von 30 Prozent. Dann sind Geschenkwert und Steuer komplett als Betriebsausgabe absetzbar, auch wenn der Gesamtwert inklusive Pauschalsteuer über 35 Euro liegt. Das hat die Finanzverwaltung nach Auskunft des Bundes der Steuerzahler festgelegt. Ein anderslautendes Urteil des Bundesfinanzhofs (Az.: IV R 13/14), nach dem die Pauschalsteuer in die 35-Euro-Grenze eingerechnet werden muss, wird damit nicht angewendet.

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2. Elektrisch unterwegs

Mittelständler, die in ihrem Fuhrpark auf Elektromobilität setzen, zahlen für die Fahrzeuge heute zwar noch deutlich mehr als für Dieselmodelle. Sie können jedoch einige staatliche Vorteile nutzen. Dazu zählt ein Zuschuss zum Anschaffungspreis von 4000 Euro, zudem zahlen sie zehn Jahre lang keine Kfz-Steuer.

Obendrein müssen sie für die Ein-Prozent-Regelung, mit der die Privatnutzung abgerechnet wird, nicht den vollen Listenpreis des E-Mobils ansetzen. Sie können davon einen Teil der Kosten für die Batterie abziehen. Und zwar gestaffelt: Für 2017 sind es 300 Euro je Kilowattstunde Leistung, maximal jedoch 8000 Euro. Diese Vorteile sinken Jahr für Jahr um 50 Euro bzw. 500 Euro. Je früher Firmenchefs bei der E-Mobilität zuschlagen, desto mehr Förderung gibt es also. Achtung: Ein zu teurer Wagen wird nur teilweise gefördert – der Listenpreis darf bei maximal 60.000 Euro liegen.

Um die Betriebskosten bei der Steuer komplett abzusetzen, lohnt sich der Einbau eines eigenen Zählers für die Steckdose am Haus beziehungsweise die eigene Stromtankstelle. Eine Pauschale für die Kosten der Aufladung akzeptiert das Finanzamt nicht.

3. Zwischenrechnung von Handwerkern anfordern

Der Gewinn 2017 lässt sich schnell und nachhaltig drücken, indem ohnehin notwendige Reparaturen an Maschinen oder Firmengebäuden noch vor Jahresultimo in Auftrag gegeben werden. Auch wenn die Arbeiten bis Ende Dezember nicht abgeschlossen werden können, senkt eine Zwischenrechnung des Handwerkers das Einkommen des Auftrag­gebers und damit seine Steuerlast.

Wer in der Hektik des Jahresendgeschäfts keine Zeit für Handwerker hat, schätzt den Reparatur­aufwand großzügig und packt ihn für die Bilanz in eine Rückstellung für unterlassene Reparaturen. Freilich nur dann, wenn die ­Arbeiten voraussichtlich bis zum 31. März 2018 ­erledigt sind.

4. Mit Solaranlagen sparen

Mit einer Solaranlage senkt das Unternehmen die Stromkosten. Fürs Finanzamt sind die Paneele auf dem Dach praktisch eine zweite Firma. Überschüssige Energie wird ins öffentliche Netz eingespeist (Einnahmen: 11,09 Euro bis 500 Kilowatt Spitzenleistung), die Kosten für die Anlage normale Abschreibung über 20 Jahre, Sonderabschreibung über fünf Jahre, Kreditzinsen, Reparaturen) sind in den ersten Jahren höher als die Erträge. Diese Verluste verrechnet der Unternehmer Steuer sparend mit eigenen Einkünften. Falls er Gewinne mit seiner Solaranlage erwirtschaftet, profitiert er vom Gewerbesteuerfreibetrag (24 500 Euro).

5. Investitionsabzugsbetrag nutzen

Jetzt sparen und später investieren – das funktioniert mit dem „Investitionsabzugsbetrag“ (früher: Ansparabschreibung). Inhaber kleiner und mittlerer Unternehmen können bis zu 40 Prozent der Anschaffungskosten für in den nächsten drei Jahren geplante Maschinen, Büromöbel oder Anlagen vorab beim Fiskus geltend machen. So lässt sich der Gewinn um bis zu 200.000 Euro drücken. Der Steuerkniff gilt nur für Unternehmer, die nicht mehr als 235.000 Euro Eigenkapital in der Bilanz stehen haben.

Ein Rechenbeispiel: Ein Bauunternehmer erzielt in diesem Jahr einen Gewinn von 250.000 Euro. Für 2018 plant er die Anschaffung mehrerer Lkw zum Preis von 400.000 Euro.

Ohne Investitionsplan
Gewinn 250.000
Steuer (Splittingtarif) 88.656

 

Mit Investitionsplan
Gewinn 250.000
Investitionsabzugsbetrag 160.000
Zu versteuern 90.000
Steuer (Splittingtarif) 21.740
Gespart 66.916

Alle Angaben in Euro

6. Sonderabschreibung für KMUs nutzen

Mittelständische Firmenchefs, die in diesem Jahr bereits ordentlich investiert haben, können ihren Gewinn zusätzlich um bis zu 20 Prozent der Investitionssumme drücken – per Sonderabschreibung (siehe § 7g Abs. 5 des Einkommensteuergesetzes). Auf diese Weise setzen sie etwa beim Kauf eines neuen ­Firmenwagens sofort 36,67 Prozent des ­Kaufpreises von der Steuer ab (16,67 Prozent lineare plus 20 Prozent Sonder-AfA, „Abschreibung für Abnutzung“).

Dieser Steuervorteil gilt nur bei Investitionen in bewegliche Objekte. Außerdem gilt er nur für Unternehmer, die nicht mehr als 235.000 Euro Eigenkapital in ihrer Bilanz stehen haben. Wer die komplette Sonder-AfA im Moment wegen aktuell schmaler Gewinne nicht brauchen kann, der verteilt sie auf bis zu fünf Jahre.

7. Kleininvestitionen tätigen

Auch eine Shoppingtour auf Firmenkosten hilft beim Gewinnsenken. Auf der Einkaufsliste des Chefs: Bürogeräte, Maschinen oder Werkzeuge, die netto höchstens 410 Euro kosten (ab 2018 höchstens 800 Euro!). Solche Kleininvestitionen (im Fachjargon geringwertige Wirtschaftsgüter, kurz GWG, genannt) kann der Firmenchef auf einen Schlag bei der Steuer absetzen. Bei Investitionen zwischen 150 Euro bis zu 1000 Euro netto kann er ein Wahlrecht nutzen: Abschreibung über fünf Jahre oder über die betriebsgewöhnliche ­Nutzungsdauer. Günstig etwa für Büromöbel, deren Anschaffungskosten sonst über 13 Jahre zu verteilen sind.

Beispiel: Ein Unternehmer hat seine Büros mit neuen Schreibtischen und Schränken ausstatten lassen. Alle Teile haben einzeln weniger als 1000 Euro ­gekostet. Die Gesamtsumme der Investitionen liegt bei 25.000 Euro:

Abschreibung über 13 Jahre
Anschaffungskosten 25.000
Abschreibung pro Jahr 1923
Steuerersparnis (bei 40 Prozent Steuersatz) 769

 

Abschreibung über 5 Jahre
Anschaffungskosten 25.000
Abschreibung pro Jahr 5000
Steuerersparnis (bei 40 Prozent) 2000
Liquiditätsvorteil für fünf Jahre 1231

Mehr zur GWG-Grenze lesen Sie in unserem Beitrag „Das ändert sich 2018 bei der Abschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter„.

Alle Angaben in Euro

8. Linear statt degressiv abschreiben

Unternehmer, die in den letzten Bilanzen Fahrzeuge, Maschinen oder Anlagen degressiv abgeschrieben haben (25 Prozent AfA vom jeweiligen Restwert), sollten gemeinsam mit dem Berater prüfen, ob sie zur linearen Methode wechseln, wo der Buchwert gleichmäßig auf die Restnutzungsdauer verteilt wird. Das kann je nach Restnutzungsdauer (etwa des Firmenwagens) lohnenswert sein.

9. Betriebsvorrichtungen gesondert abschreiben

Haben Unternehmer in diesem Jahr für das Geschäft einen Neubau hochgezogen oder ihre Büros umgebaut, verlangen sie von der Baufirma mindestens zwei Rechnungen. Eine für das Gebäude selbst, eine andere für „Betriebsvorrichtungen“, also Arbeitsbühnen, Ladeneinbauten oder die separate Klima­tisierung des EDV-Raumes. Diese Teile sind über zehn bis 15 Jahre abzuschreiben – statt mit dem Gebäude selbst über 33 Jahre.

10. Reisekosten optimieren

Haben Unternehmer in diesem Jahr aufwändige Geschäftsreisen mit ein paar Tagen Urlaub kombiniert, können sie einen großen Teil der Reisekosten abziehen. Absetzbar sind die Reisekosten, etwa für die Bahn oder den Flieger. Und zwar im Verhältnis der geschäftlichen und privaten Reisezeit.

Ein Beispiel: Ein Unternehmer-Ehepaar besucht im Dezember Geschäftsfreunde in den USA (3 Tage). Anschließend geht es nach New York zum Weihnachtsshopping (2 Tage).

Beispielrechnung
Flugpreis 15.000
Absetzbar (3/5) 10.000
Steuerersparnis (bei 45 Prozent Steuersatz) 4500

Alle Angaben in Euro

11. Eine atypische stille Gesellschaft installieren

Chefs mittelständischer Familien-GmbHs können leicht ein paar Tausend Euro Gewerbesteuer sparen. Dazu müssen sie nur eine stille Gesellschaft installieren. Und zwar eine, bei der die Gesellschafter nicht nur an Gewinn und Verlust beteiligt sind, sondern auch an den stillen Reserven („atypische stille Gesellschaft“). Dadurch wird die Firma gewerbesteuerrechtlich zu einer Personengesellschaft – womit die Familie von 24.500 Euro Freibetrag profitiert. Beteiligen kann sich ­etwa der Firmenchef selbst oder ein Familienmitglied. Minianteil reicht.

So funktioniert die stille Beteiligung, wenn die GmbH einen Gewinn von 100.000 Euro erzielt:

Ohne stille Beteiligung:
Jahresgewinn 100.000
Gewerbesteuer (bei 15 Prozent) 15.000

 

Mit stiller Beteiligung
Jahresgewinn 100.000
Freibetrag 24.500
Zu versteuern 75.500
Gewerbesteuer (bei 15 Prozent) 11.325
Gespart 3675

Alle Angaben in Euro

12. Einkommen- oder Körperschaft­steuervoraus­zahlungen reduzieren

Firmenchefs lassen sich noch kurz vor Jahresende von der Buchhaltung rasch den vorläufigen Gewinn ausrechnen. Fällt der niedriger aus als erwartet, können sie die Steuervorauszahlungen noch zum 11. Dezember reduzieren lassen. Das funktioniert, wenn die Unternehmer bis dahin einen formlosen Antrag auf Reduzierung der Einkommen- oder Körperschaft­steuervoraus­zahlungen beim Finanzamt einreichen und darin den Gewinnrückgang erläutern. Das sichert Liquidität im nächsten Jahr. Der Antrag muss allerspätestens zum Ende der Schonfrist am 14. Dezember bei der Behörde sein.

13. Bestände bei Inventur abwerten

Eine Arbeit für den Jahreswechsel: eine schöne Inventur auf Waren, Rohstoffe, Halbfabrikate. Dabei sollten die Bestände kritisch geprüft werden: Was nicht zum ­ursprünglich kalkulierten Preis abgesetzt werden kann, gehört radikal abgewertet – auf den „Teilwert“, also den Marktwert abzüglich der üblichen Gewinnspanne. Damit das Amt die niedrige Bewertung in der Betriebsprüfung akzeptiert, sammeln Unternehmer jetzt schon Argumente, etwa Prospekte der Konkurrenz oder eigene Preisänderungslisten.

Zudem sollten sich Firmenchefs spätestens jetzt mit den technischen Vorbereitungen befassen. Dazu gehört etwa, die Funktionsfähigkeit der Aufnahmegeräte zu prüfen, Artikel zu kennzeichnen, die nur noch begrenzt verkaufsfähig oder für den Produktionsbetrieb nutzbar sind oder notwendige Retouren an Lieferanten durchzuziehen.

14. Rechtsform wechseln

Zeichnet sich bei Personenfirmen ein hoher Gewinn ab, könnte sich der Wechsel zur Rechtsform der GmbH lohnen. Das macht sich bezahlt, wenn der Unternehmer den Gewinn nicht für sich verbraucht, sondern in der Firma stehen lässt. In der GmbH kosten Erträge 23 bis 33 Prozent Steuern – je nach Gewerbe­steuerhebesatz. Ähnliche Sätze gelten zwar auch in Personenfirmen, wenn die Gewinne thesauriert werden, also in der Firma bleiben. Doch in der GmbH kann sich der Chef ein ordentliches Gehalt plus Altersvorsorge gönnen und als Betriebsausgabe absetzen.

15. Rücklagen bilden

Zeichnet sich für dieses Jahr ein ordentlicher Gewinn ab, hat der Unternehmer die Wahl: Soll ein Teil im Betrieb als Rücklage stehen bleiben, muss er diese Summe nur mit 28,25 Prozent statt mit bis zu 45 Prozent ver­steuern. Ein Antrag an das Finanzamt reicht. Der Vorteil bleibt aber nur so lange bestehen, wie das Geld in der Firma bleibt.

Wird das Geld später doch entnommen, werden noch einmal 25 Prozent Extrasteuer draufgeschlagen. Deshalb die Faustregel: Die Rücklage rechnet sich nur, wenn der Unternehmer hohe Gewinne ­versteuern muss und wenn das Geld ­mindestens sieben Jahre in der Firma bleibt. Wer das Geld nur in den nächsten drei bis vier Jahren für den Betrieb braucht, sollte die Erträge lieber sofort voll versteuern.

Das Beispiel verdeutlicht, was ein Unternehmer spart, wenn er in diesem Jahr die Hälfte seines 600.000-Euro-Gewinns in der Bilanz stehen lässt:

Bei Rücklagenbildung
Gewinn 600.000
Steuer (ohne Rücklage) 238.612
Rücklage 300.000
Pauschalsteuer (28,25 Prozent) 84.750
Entnahme 300.000
Steuer 109.656
Steuer mit Rücklage 194.406
Für die Dauer von 7 Jahren gespart 44.206

 

Bei Auflösung der Rücklage  
Rücklage 300.000
Bereits gezahlte Steuern 84.750
Entnahmebetrag 215.250
Nachsteuer (25 Prozent) 53.812
Steuer gesamt 248.218
Nach 7 Jahren mehr Steuern gezahlt 9606

Alle Angaben in Euro

16. Noch schnell Mahnungen schreiben

Noch deutlich vor dem Jahresende lassen sich Firmenchefs von der Buchhaltung die Liste der säumigen Kunden vorlegen. Wenn erforderlich, schicken sie rasch eine Mahnung. Hilft die nicht, geht noch vor dem 31. Dezember eine zweite raus. Nur dann können Unternehmer für die Bilanz die offenen Forderungen um bis zu 50 Prozent abspecken – was Steuern senkt.

17. Rente? Aber sicher

GmbH-Chefs, die auf eine Pensionszusagen setzen wollen, prüfen jetzt, ob sie die notwendigen Vereinbarungen zwischen GmbH und ihnen persönlich aufsetzen sollten. Denn es gelten zeitliche Fristen. Erst zehn Jahre nach der Zusage und entsprechenden Rückstellungen in der Firmenbilanz darf die Rente fließen. Ansonsten droht von Anfang an eine verdeckte Gewinnausschüttung mit teuren Steuerfolgen. Bei Jungunternehmern sind es sogar bis zu 15 Jahre. Denn die müssen erst warten, bis sie sich überhaupt eine Firmenrente genehmigen dürfen. Und zwar fünf Jahre, wenn sie das Unternehmen selbst gründen oder drei Jahre, wenn sie einen bestehenden Betrieb übernehmen.

Steuertipps für Vermieter

18. Renovierungskosten absetzen

Jetzt noch Maler, Installateur, Gärtner oder andere Handwerker bestellen, um die vermietete Immobilie vor Jahresende richtig in Schuss zu bringen. Denn mit den fälligen Rechnungen können Hausbesitzer ihr steuerpflichtiges Einkommen drücken. Das geht mit Sofortwirkung – die Renovierungen können umgehend als Werbungskosten bei den Mieteinkünften abgesetzt werden.

Wer mehr investiert, als an Miete hereinkommt, kann die roten Zahlen gut mit anderen ­Einkünften verrechnen. Wer sich mit dem Absetzen mehr Zeit lassen möchte, kann höhere Kosten ab 2000 Euro gleichmäßig auf zwei bis fünf Jahre verteilen – ganz wie es in die ­persönliche Steuerplanung passt.

19. Drei Konten führen

Bei Vermietern sind drei Konten besser als eins. Ein Konto ist für die privaten Geschäfte reserviert, auf ein anderes überweisen die Mieter ihre fälligen Mieten. Und vom dritten überweist der Hausbesitzer sämtliche Kosten. Damit lassen sich private Ausgaben recht geschmeidig in Werbungskosten umfunktionieren: Für größere private Ausgaben wird das Geld vom Mieteinnahmenkonto auf das private umgebucht. Die Aufwendungen laufen weiter über das dritte Konto, dessen Schuldenstand währenddessen wächst. Die fälligen Schuldzinsen wiederum sind (absetzbare) Werbungskosten.

Ein Beispiel verdeutlicht das Drei-Konten-System: Ein lediger Vermieter (Jahreseinkommen 150.000 Euro) legt sich einen Sportwagen zu – Kaufpreis: 100.000 Euro. Das Geld wird vom Mieteinnahmenkonto auf das private umgebucht, das Auto wird bar bezahlt. Weil das Geld für die Kosten der ­Immobilie jetzt fehlt, besorgt sich der Vermieter für acht Prozent Zinsen einen Bankkredit:

Ohne Drei-Konten-Modell
Einkommen 150.000
Zu versteuern 150.000
Steuer 54.828

 

Mit Drei-Konten-Modell
Einkommen 150.000
Zinsen 8000
Zu versteuern 142.000
Steuer 51.460
Gespart 3368

Alle Angaben in Euro

20. Kosten für unvermietete Immobilien als Werbungskosten geltend machen

Ein Problem, das sich auf dem Land häufiger stellt: Lässt sich eine bislang selbst genutzte Immobilie nicht so einfach vermieten, zieht der Eigentümer die laufenden Ausgaben dennoch als Werbungskosten bei der Steuer ab. Allerdings muss er sich ernsthaft um eine Vermietung kümmern und das dem Finanzamt beweisen. Etwa durch ­regelmäßige Anzeigen in Tageszeitungen oder Internetportalen. Dabei gilt: Je mehr, desto besser. Die Inseratskosten erhöhen die steuerwirksamen Verluste.

21. Bei drei Immobilien ist Schluss

Wenn Eheleute mit größerem Grundbesitz Immobilien verkaufen, sollten sie die „Drei-Objekte-Grenze“ im Auge behalten: Veräußern sie nämlich innerhalb von fünf Jahren seit dem Bau oder Kauf der Häuser und Wohnungen vier oder mehr Objekte, wird es teuer. Dann verlangt das Finanzamt auf die Verkaufsgewinne nicht nur Einkommen-, sondern auch noch Gewerbesteuer (Stichwort: gewerblicher Grundstückshandel). Allerdings könnte diese Vorschrift demnächst ausgehebelt werden, indem  Ehepaare gemeinsame Sache machen: Einer der Ehepartner verschenkt eine bis drei Wohnungen an den anderen, der diese dann verkauft. Ob dieser Dreh tatsächlich funktioniert, ist noch offen. Damit muss sich bald der Bundesfinanzhof befassen (Az.: X R 7/15).

22. Disagio vereinbaren

Besitzer von Mietimmobilien mit akutem Kreditbedarf vereinbaren mit der Bank ein Disagio – eine sofort fällige Zahlung, die die spätere Zinsbelastung senkt. Das Dis­agio lässt sich sofort mit den Mieteinnahmen steuersparend verrechnen. Bei Krediten mit fünf Jahren Zinsbindung akzeptiert das Finanzamt ohne Murren einen Abschlag von fünf Prozent der Darlehenssumme, bei län­gerer Zinsbindung auch mehr.

23. Zwei Darlehen abschließen

Wer jetzt ein Mehrfamilienhaus mit einer selbst genutzten Wohnung baut oder kauft, vereinbart mit der Bank zwei Darlehen. Eines für die eigenen vier Wände – nach Nutzung des gesamten Eigenkapitals. Und ­eines für den vermieteten Teil. Auf ein separates Konto fließt das Geld, mit dem die Rech­nungen für die zu vermietenden Räume ­be­glichen werden. Auf diese Weise können die kompletten Zinsen für das Mietkonto abge­zogen werden.

24. Malerkosten absetzen

Hausbesitzer, die demnächst in ihre eigene, bislang fremdvermietete Wohnung einziehen wollen, sorgen rechtzeitig dafür, dass die Maler anrücken. Sie müssen noch ­innerhalb der Mietzeit die Immobilie auf ­Vordermann bringen (zumindest Fassaden, Nebenräume, Keller und Außenanlagen). Nur der Innenanstrich wird auf die Zeit der Eigennutzung verschoben.

Solange der Hausbesitzer Einkünfte aus der Vermietung zieht, kann er seine Kosten gegenrechnen. Wenn der ­Mieter bereits ausgezogen ist, nicht mehr.

Steuertipps für Kapitalanleger

25. Verluste bescheinigen lassen

Wer mit verschiedenen Kreditinstituten arbeitet, hat mehr Aufwand, wenn er bei dem einen oder anderen Investment rote Zahlen schreibt. Die sind in diesem Fall nicht so einfach mit Gewinnen auf anderen Anlagekonten zu verrechnen. Das geht nur über die Steuerveranlagung beim Finanzamt. Dafür braucht es die notwendigen Verlustbescheinigungen der Bankinstitute. Diese Papiere müssen bis 15. Dezember dort beantragt werden. Mit diesen Schreiben sorgen Kapitalanleger dafür, dass das Finanzamt in der Einkommensteuererklärung die roten Zahlen mit schwarzen saldiert. Die Kreditinstitute dürfen das nicht.

26. Geld auf private Konten umbuchen

Gut verdienende Inhaber von Einzel- und Personenfirmen sollten prüfen, ob sie liquide Mittel wirklich auf den Firmenkonten lassen wollen. Die Umbuchung auf private Festgeldkonten lohnt sich – weil die Zinser­träge dieser Konten nur 25 Prozent Abgeltungsteuer kosten, für Zinsen auf Geschäftskonten aber bis zu 45 Prozent fällig werden.

27. Steuern sparen mit der Rentenversicherung

Wer sein Geld statt in einen Sparplan in eine Rentenversicherung steckt, zahlt unter dem Strich weniger Steuern. Denn in der Ansparphase für das spätere Altersruhegeld wird für die Zinsen keine Abgeltungsteuer einbehalten. Das Geld kann ungeschmälert Gewinne bringen. Später – nach Rentenbeginn – kassiert der Fiskus für die monatlichen Zahlungen nur Steuern nach dem sogenannten Ertragsanteil. Der beträgt bei Renten­beginn ab dem 65. Lebensjahr 18 Prozent.

28. In Dachfonds investieren

Statt in einzelne Aktienfonds zu investieren und selbst dauernd umzuschichten, bietet es sich für Anleger an, in aktiv gemanagte Dachfonds einzusteigen – nur in solche mit moderaten Gebühren. Diese Fonds bündeln eine Vielzahl von Anteilen an anderen Investmentfonds. Der Vorteil: Die Fonds können ihr Portfolio umschichten, ohne dass 25 Prozent Abgeltungsteuer fällig werden. Privat­investoren können das nicht, da kostet jedes Umschichten renditesenkende Steuern.

29. Beiträge für Rürup-Rente als Sonderausgaben absetzen

Unternehmer, die in diesem Jahr noch etwas für die Altersvorsorge tun wollen, können jetzt noch bis zu 40.000 Euro (Ledige 20.000 Euro) in einen Rürup-Vertrag stecken. Die Beiträge sind in diesem Jahr zu 72 Prozent als Sonderausgaben absetzbar. Beson­derer Vorteil: Unternehmer können Jahr für Jahr neu entscheiden, wie viel sie für ihre Rente zurücklegen wollen.

30. Riester-Rente über Ehepartner abschließen

Ist der Ehepartner Arbeitnehmer mit eigenem Vertrag, können auch Firmenchefs trotz Selbstständigkeit riestern. Dazu schließen sie einen eigenen Altersvorsorgevertrag ab, etwa bei der Bank oder über eine Versicherung. Ohne dass der Chef selbst einzahlen muss, schießt Vater Staat die staatliche Zulage zu – immerhin 154 Euro pro Jahr.

31. Vermögen an Spardosen-GmbH übertragen

Besitzer umfangreichen Kapital- und Grundbesitzes übertragen ihr Vermögen ganz oder zum Teil auf eine spezielle GmbH, die in Fachkreisen nicht umsonst „Spardosen-GmbH“ genannt wird. Deren Geschäftszweck ist, das Vermögen zu verwalten. Anfallende Gewinne lassen die Kapitaleigner in der Firma so weit als möglich stehen. Die GmbH kassiert sämtliche Ausschüttungen und Wertzuwächse der Anlagen zu 95 Prozent steuerfrei. Anfallende Kosten zieht sie indes komplett ab.

Ein Anleger bekommt jährlich 50.000 Euro Dividenden aus seinen diversen privaten Aktienpaketen. Das muss er mit und ohne GmbH versteuern:

Ohne Extra-GmbH  
Einnahmen 50.000
Abgeltungsteuer (25 Prozent) 12.500

 

Mit Extra-GmbH  
Ausschüttungen 50.000
Steuerpflichtig (5 Prozent) 2500
Steuer (bei 30 Prozent) 750
Vorteil 11.750

Alle Angaben in Euro

Steuertipps für die Familie

32. Pflege bringt Vorteile bei Erbschaftsteuer

Hat die Familie den aus der Firma ausgeschiedenen Seniorchef bis zu seinem Tod gepflegt, muss sie jetzt weniger Erbschaftsteuer zahlen. Sie kann zusätzlich zu den persönlichen Freibeträgen (beim Kind: 400 000 Euro) von der zu versteuernden Erbmasse 20 000 Euro, den „Pflegebeitrag“, abziehen. Das hat der Bundesfinanzhof ganz aktuell entschieden (Az.: II R 37/15). Die Finanzverwaltung hatte dies bislang abgelehnt, weil es die steuerneutrale Pflicht der Familie sei, nahe Angehörige zu pflegen.

33. Reisekosten für Besuche des Ehepartners absetzen

Unterhält ein Unternehmer in einer anderen Stadt eine Zweitwohnung, um ­etwa die Geschicke einer neuen Filiale zu lenken, kann er die Heimfahrten bei der ­Steuer absetzen. So weit, so bekannt. Doch die Vorteile der „doppelten Haushaltsführung“ funktionieren jetzt auch umgekehrt: Kann der Chef aus betrieblichen Gründen nicht heim, kann ihn der Ehepartner besuchen. Die ­Reisekosten sind absetzbar.

34. Kosten für Kinderbetreuung absetzen

Bei Kindern im Alter zwischen drei und sechs Jahren können alle Eltern ihre ­Kosten für Kita, Au-pair-Mädchen oder Tagesmutter bei der Steuer absetzen. Freilich nur zu zwei Dritteln, begrenzt auf 4000 Euro pro Sohn oder Tochter.

Die Betreuungskosten von Kindern zwischen null und drei sowie ­zwischen sieben und 14 Jahren sind nur für Alleinerziehende und Doppelverdiener-Eltern abziehbar. Ebenfalls begrenzt auf zwei Drittel der Kosten und maximal 4000 Euro pro Jahr.

35. Schulgeld abziehen

Nicht immer ist es das Beste für die Kinder, wenn sie in Deutschland die öffentlichen Schulen besuchen. Sollen sie später einmal die Firma übernehmen oder einen internationalen Top-Job anstreben, ist in vielen Fällen die private Schule hierzulande oder im E-Ausland die bessere Alternative. Auch deutsche Schulen weltweit sind der Startpunkt für eine erfolgreiche Karriere. Steuerplus: 30 Prozent der Schulkosten sind absetzbar, höchstens 5000 Euro pro Jahr und Kind. Das entspricht einem jährlichen Schulgeld von 16.666 Euro.

Die Tochter besucht ein Internat in England. Die Eltern zahlen 18.000 Euro Schulgeld pro Jahr. Diese Steuerersparnis ist möglich:

Beispiel  
Schulkosten 18.000
Davon 30 Prozent 5400
Maximal 5000
Steuerersparnis (45 Prozent) 2250

Alle Angaben in Euro

36. Mehr Fahrtkosten geltend machen

Fährt ein GmbH-Chef mit dem Privatwagen ins Büro, kann er für jeden Entfernungskilometer 30 Cent pro Tag bei den Werbungskosten ansetzen. Fraglich ist nur, welche Entfernung maßgebend ist. Das Finanzamt verlangt regelmäßig, die kürzeste Strecke ­anzusetzen. Nutzt der Chef eine Strecke, die nachweislich schneller geht, kann er die Mehrkilometer geltend machen.

37. Familienmitglieder als Minijobber beschäftigen

Im Weihnachtsgeschäft spannen ­Unternehmer all ihre Liebsten ein, etwa als Aushilfen im Verkauf oder in der Buchhaltung. Verdienen Ehefrau, Sohn oder Tochter maximal 450 Euro pro Monat, muss der ­Firmenchef für diese Minijobs 30,99 Prozent pauschale Abgaben an die Minijobzentrale ­abführen. Selbst dann, wenn die Angehörigen im Hauptjob bei einer anderen Firma tätig sind.

Das rechnet sich für die Familie als Gesamtes dennoch, da der Unternehmer Gehalt und Pauschalabgaben als Betriebsausgaben verbuchen kann und damit bis zu 45 Prozent Steuern spart.


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3 Kommentare
  • Wolfgang Schultz 14. Oktober 2018 16:37

    liebes impulse steuer-tearm was kann mann tun wenn der Gewinn nach bisherigen Stand ein Gewin von 70 T Euro erzielt wurde.Ein grund warscheinlich viel arbeit aus eigner Hand es ist schwer gute Arbeitskraft zu finden.Bedanke mich im vorraus MfG w Schultz

  • Jan Schneider 16. Mai 2018 15:59

    Vielen Dank für diese Steuertipps! Es ist eine gute Idee, mit Solarmodulen Geld zu sparen. Es ist nachhaltig und man spart Geld. Ich selbst arbeite für ein nachhaltiges Unternehmen, das Strom zurück ins Netz liefert und damit Geld verdient. Ich weiß nur nicht, wie viel Steuervorteil sie davon haben.
    [Link entfernt, siehe auch unsere Netiquette]

  • bernhard heudorf, firmensitz grünwald 14. Dezember 2017 07:45

    liebes impulse steuer-team, eine schöne und hilfreiche aufstellung zum jahresende. bei sovielen tips sollte es genug sein, obwohl …. ich möchte wetten, dass mit tip 51 die meisten unternehmen am meisten sparen können: an der gewerbesteuer! die sitzverlegung z. b. nach gruenwald mit einem hebesatz von nur 240 punkten lohnt sich bereits für kleinere gmbh‘s, berater und viele unternehmen. die umsetzung ist einfach und legal. die w nigsten unternehmer, die oft die doppelte gewerbesteuer bezahlen, wissen jedoch davon.

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