Eisenhower-Prinzip So finden Sie Zeit für das, was wirklich wichtig ist
Ordnung statt Chaos: Das Eisenhower-Prinzip  hilft dabei, sich zu fokussieren.

© Getty Images/Andrii Zastrozhnov

Sie müssten an der Jahresplanung arbeiten, doch ständig klingelt das Telefon? So geht es vielen Unternehmern: Sie werden oft abgelenkt und kommen zu nichts. Das Eisenhower-Prinzip hilft, Prioritäten richtig zu setzen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit dem Eisenhower-Prinzip organisieren Sie Ihre Aufgaben nach Wichtigkeit (wichtig vs. nicht wichtig) und Dringlichkeit (dringend vs. nicht dringend).
  • In der Eisenhower-Matrix ordnen Sie Ihre Aufgaben in vier Kategorien ein: A-, B-, C- und D-Aufgaben.
  • Damit die Methode funktioniert, sollten Sie jede neue Aufgabe direkt zuordnen.

Es gibt viele Zeitmanagement-Strategien. Das Besondere am Eisenhower-Prinzip: Es ist schon Jahrzehnte alt, hat aber alle Trends überlebt. Warum? Weil es – wenn man es richtig anwendet – funktioniert. Die Methode hilft dabei, sich Zeit für wirklich wichtige langfristige Aufgaben zu verschaffen. Und unwichtigere To-dos zu delegieren oder auszusortieren.

Warum heißt die Methode Eisenhower-Prinzip?

Die Methode ist nach dem ehemaligen US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower benannt: Um seine Ziele zu erreichen, soll der Präsident eine Methode haben, mit der er seine Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit organisierte – das Eisenhower-Prinzip. Eisenhower wird das folgende Zitat zugeschrieben: „Ich habe zwei Arten von Problemen, die dringenden und die wichtigen. Die dringenden sind nicht wichtig, und die wichtigen sind niemals dringend.“

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Wie funktioniert das Eisenhower-Prinzip?

Eisenhowers Idee ist simpel: Sie ordnen Ihre Aufgaben in der so genannten Eisenhower-Matrix vier Quadranten zu:

  • wichtig und dringend zu erledigen (A-Aufgaben)
  • wichtig, aber nicht dringend (B-Aufgaben)
  • nicht wichtig, aber dringend (C-Aufgaben)
  • weder wichtig noch dringend (D-Aufgaben)

Die Eisenhower-Matrix

Ein einfaches Prinzip – doch in der Praxis ist es oft schwierig, Aufgaben richtig der Eisenhower-Matrix zuzuordnen. Sollte ich zum Vortrag des langjährigen Geschäftspartners gehen, obwohl mich das Thema nicht interessiert? Ist es wichtig, dass ich Herrn Müller sofort zurückrufe? Wie schnell muss ich auf die Beschwerde des Kunden reagieren?

Wie man mit der Eisenhower-Matrix erfolgreich Prioritäten setzt, weiß Zeitmanagement-Experte Lothar Seiwert. Auch er selbst arbeitet mit der Eisenhower-Methode.

Wie ordnet man Aufgaben richtig in die Eisenhower-Matrix ein?

A-Aufgaben: dringend und wichtig

Fast alle Aufgaben, die von außen an einen herangetragen werden, geben vor, äußerst wichtig und eilig zu sein. „Jeder will alles am liebsten schon vorgestern erledigt haben, alles ist dringend“, sagt Seiwert. Der A-Quadrant der Eisenhower-Matrix ist daher schnell überfüllt. „Die Kunst liegt darin, sich auf das Wesentliche zu beschränken“, sagt Seiwert. Also:

  1. Dringlichkeit überprüfen: Was passiert, wenn ich die Aufgabe erst später erledige?
  2. Wichtigkeit überprüfen: Kann die Aufgabe auch von einem Mitarbeiter übernommen werden?

Beispiel: Hat Herr Müller um Rückruf gebeten, weil Sie eine überfällige Rechnung nicht bezahlt haben, ist das eine A-Aufgabe. Sie sollten sich sofort selbst drum kümmern. A-Aufgaben haben eine Deadline und damit höchste Priorität.

Die beste Zeit für A-Aufgaben ist morgens, so der Zeitmanagement-Experte. Denn morgens sind wir konzentrierter als nach mehreren Stunden Arbeit.

B-Aufgaben: wichtig, aber nicht dringend

B-Aufgaben sind langfristige Aufgaben, die für Ihr Unternehmen wichtig sind – die Sie aber nicht von heute auf morgen erledigen müssen. Zum Beispiel: eine Social-Media-Kampagne oder eine PR-Strategie entwickeln. Für Lothar Seiwert persönlich wäre eine B-Aufgabe, ein neues Buch zu konzipieren.

„B-Aufgaben kommen meist zu kurz“, sagt Seiwert. „Viele Unternehmer beschäftigen sich erst dann damit, wenn der Zug fast abgefahren ist und der Markt sie überholt hat.“ Daher sollten Unternehmer jeden Tag Zeit für eine B-Aufgabe einplanen – sonst kommen sie nie dazu.

C-Aufgaben: dringend, aber nicht wichtig

Das Arbeitszeugnis ist für den Praktikanten wichtig – für Chefs eher zweitrangig. Eine typische C-Aufgabe. Die Lösung: delegieren. Bestimmen Sie einen Mitarbeiter, der das Zeugnis schreibt.

Mehr dazu: Unangenehme Aufgaben delegieren: Diese 5 Regeln machen das Delegieren leichter

Für Einzelkämpfer sieht es anders aus. Ohne Angestellte können sie keine Aufgaben abgeben. Wenn Solounternehmer sich nicht auf den Aufbau ihres Unternehmens konzentrieren können, weil die Arbeitszeit überwiegend für C-Aufgaben draufgeht, empfiehlt Seiwert einen Virtual Assistant: „Lassen Sie sich für wenig Geld von einem virtuellen Assistenten zuarbeiten. Der kann für Sie organisieren, recherchieren oder Reisen buchen.“

Lesen Sie dazu auch: Virtuelle Assistenten: Wie Sie nervige Aufgaben abgeben und Freiräume gewinnen

Wenn Sie C-Aufgaben persönlich abarbeiten müssen, sollten Sie einen Zeitblock dafür einplanen. „Aber nicht morgens im Leistungshoch“, sagt Seiwert.

D- bzw. P-Aufgaben: nicht dringend, nicht wichtig

Aufgaben, die weder wichtig noch dringend sind, können Sie in den Papierkorb werfen – deswegen auch P-Aufgabe. Klingt hart? „Stellen Sie sich die Frage: Was würde passieren, wenn ich das Geforderte nicht tue?“, rät Lothar Seiwert. Lautet die Antwort: „Vermutlich nichts“ – weg damit. D-Aufgaben sind reine Zeitfresser.

Und lande einmal versehentlich eine wichtige Aufgabe im Papierkorb, werde Sie jemand daran erinnern, sagt Seiwert.

Solche Aufgaben sind zum Beispiel Einladungen für Veranstaltungen, die für Sie persönlich nicht interessant sind. Da heißt es: freundlich, aber bestimmt „Nein danke“ zu sagen. „Ich hatte eine Anfrage, auf einer Online-Plattform mitzuwirken“, sagt Seiwert. „Das Angebot wirkte unseriös und ich habe entschieden, das nicht eigens zu beantworten, sondern einfach zu löschen.“ Ein Fall für den Papierkorb.

Mehr dazu: Nein sagen: So gelingt es, Grenzen zu ziehen

Welche Schwächen hat das Eisenhower-Prinzip?

Laut Seiwert die einzige Schwäche der Eisenhower-Methode: „der Mensch“. 50 bis 60 Prozent der Dinge, die wir täglich tun, seien dringend, aber gar nicht so wichtig.“ Der Grund: mangelnde Selbstdisziplin und falsche Priorisierung.

Um das Eisenhower-Prinzip richtig anzuwenden, sollten Sie jede neue Aufgabe einem Quadranten zuordnen. „Je nach Job muss ich das vielleicht dreimal täglich, fünfmal oder gar nicht ändern“, sagt Seiwert. „Das muss zur Routine werden. Wie Zähneputzen, Schminken oder Rasieren.“ Wer das Eisenhower-Prinzip nur gelegentlich nutzt, verliert schnell den Überblick.

Wie man die priorisierten Aufgaben im Anschluss effizient abarbeitet, darüber schweigt sich die Methode aus. Hierfür eignet sich beispielsweise die Pomodoro-Technik.

Wie die funktioniert, lesen Sie hier: Pomodoro-Technik: Das beste Rezept, um produktiv zu arbeiten

Welche Hilfsmittel gibt es für das Eisenhower-Prinzip?

Wie man seine Aufgaben festhält, ist Geschmackssache: Der eine notiert sie auf einem Schreibblock, andere malen ihre Aufgaben auf große Plakate, sortieren Stapel auf dem Schreibtisch oder Fußboden, wieder andere nutzen Apps – wie „Focus Matrix“ (iOS, kostenlos), „Eisenhower“ (iOS, 3,49 Euro), „4.Do – Zu tun – Aufgabenliste“ (Android, kostenlos) oder „Tasks“ (Android, kostenlos).

Das Eisenhower-Prinzip ist eine von vielen Zeitmanagement-Methoden. Weitere Strategien, wie die ABC-Analyse oder die ALPEN-Methode, können auch helfen, sich zu strukturieren und organisieren. „Wichtig ist, dass man überhaupt Zeitmanagement betreibt“, sagt Lothar Seiwert.

Übung für den Einsatz des Eisenhower-Prinzips

  • Schreiben Sie alle Ihre unerledigten Aufgaben in eine Liste – oder nehmen Sie Ihre To-do-Liste zur Hand, falls Sie eine haben.
  • Schreiben Sie zu jedem Punkt auf der Liste, ob es sich um eine A-, B-, C- oder D-Aufgabe handelt.
  • Nun gehen Sie wie folgt vor:
    • Sie erledigen die A-Aufgaben.
    • Sie planen Zeitfenster für die B-Aufgaben.
    • Sie delegieren die C-Aufgaben.
    • Sie streichen die D-Aufgaben von der Liste.

Anschließend sorgen Sie dafür, dass Sie nicht unterbrochen werden, nehmen Zettel und Stift zur Hand und beantworten folgende Fragen:

  • Wie viel Prozent meiner Zeit verbringe ich mit A-, B-, C- und D-Aufgaben?
  • Welche Hindernisse muss ich aus dem Weg räumen, um mehr Zeit für A- und B-Aufgaben zu haben?
  • Wer oder was könnte mir dabei helfen?

Sie möchten das Eisenhower-Prinzip selbst ausprobieren? Mit der Vorlage bekommen Sie den Überblick über Ihre Aufgaben – exklusiv für impulse-Mitglieder zum Herunterladen: Eisenhower-Matrix: Aufgaben schnell und einfach priorisieren

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