WOOP Mit dieser kostenlosen Methode erreichen Sie Ihre Ziele

Wer WOOP anwendet, der stellt sich nicht nur die Zukunft positiv vor, er beschäftigt sich vor seinem inneren Auge auch mit den Hürden, die ihm im Wege stehen.

Wer WOOP anwendet, der stellt sich nicht nur die Zukunft positiv vor, er beschäftigt sich vor seinem inneren Auge auch mit den Hürden, die ihm im Wege stehen. © gradt / Fotolia.com

Die WOOP-Methode hilft, Prioritäten zu setzen und Ziele zu erreichen - mithilfe der simplen Erfolgsformel: positiv denken + innere Hürden visualisieren. So funktioniert's.

Wer positiv denkt, der hat mehr Erfolg. Das haben Ratgeber und Lebenshilfe-Autoren über Jahrzehnte hinweg gepredigt. Die Psychologieprofessorin Gabriele Oettingen hat dieses Credo 25 Jahre lang wissenschaftlich untersucht und kommt zu dem verblüffenden Ergebnis: Purer Optimismus hindert Menschen daran, ihre Ziele zu erreichen.

Die Professorin, die an der New York University und an der Universität Hamburg lehrt und forscht, hat daraufhin WOOP entwickelt: eine Technik, die dazu führen soll, dass wir unsere Ziele wirklich erreichen.

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Was ist die WOOP-Methode?

„WOOP ist wie ein Schweizer Taschenmesser“, sagt Gabriele Oettingen. Es sei vielseitig verwendbar und habe viele Funktionen. Man könne die Technik nutzen, um seine Wünsche zu erfüllen, um herauszufinden, was man wirklich will, und um Prioritäten zu setzen.

Die vier Buchstaben stehen für Wish (Wunsch), Outcome (Ergebnis), Obstacle (Hindernis) und Plan. Wie beim positiven Denken stellt man sich die Erfüllung eines Wunsches vor, fragt sich aber auch: Was steht mir im Weg, um diesen Wunsch tatsächlich umzusetzen? Was in mir hält mich auf? Was stoppt mich? Diese Kombination aus positivem Träumen und dem Visualisieren von in einem selbst liegenden Hindernissen bezeichnet Oettingen als „mentales Kontrastieren“. WOOP ergänzt das mentale Kontrastieren noch um das Wenn-dann-Planen, eine Technik, die Peter M. Gollwitzer von der Universität Konstanz entwickelt hat.

Es geht also darum, einem Wunsch die realen Hindernisse gegenüber zu stellen. Die Hindernisse können Emotionen wie Angst oder Ärger sein, irrationale Überzeugungen oder auch schlechte Angewohnheiten. Die positiven Zukunftsphantasien geben dem Handeln eine Richtung; das Vorstellen der Hürden liefert die Energie, sie zu überwinden. Und der Plan hilft schließlich dabei, die besonders kniffeligen inneren Hindernisse wirklich aus dem Weg zu räumen.

Was kann WOOP?

Die Technik kann Unternehmern helfen, ihre Wünsche zu erkennen und zu erfüllen. Denn die positiven Zukunftsgedanken geben dem Handeln die Richtung; die Hindernisse in einem selbst spornen an, diese zu überwinden. WOOP hilft Prioritäten zu setzen und sich klar zu machen, was man wirklich will und wo man mit seinem Unternehmen hin möchte. Wenn man sich intensiv mit einem Wunsch beschäftigt, stellt man vielleicht fest, dass er einem doch nicht so wichtig ist, und kann sich einen anderen Wunsch suchen. WOOP verdeutlicht aber auch, was gerade möglich ist. Wer WOOP anwendet, dem wird manchmal bewusst, dass das Hindernis zu groß ist. Dann hilft die Methode, Wünsche loszulassen. 

Generell ist WOOP für alle Menschen geeignet, die vor einer Herausforderung stehen oder mit schwierigen Veränderungen klar kommen müssen, aber auch für diejenigen, denen es gerade gut geht, die aber ihr Leben noch weiter verbessern wollen.

Die Methode ist wissenschaftlich geprüft, in kurzer Zeit zu erlernen, gut auf kurzfristige und langfristige Wünsche anzuwenden und soll bewirken, dass man energetischer und zielgerichteter handelt. Sie hilft zudem bei der Selbstmotivation.

Vier Schritte führen bei WOOP zum Ziel

WOOP, das ist eigentlich eine Übung in vier Schritten. „Man braucht dafür lediglich fünf Minuten ununterbrochene Zeit“, sagt Gabriele Oettingen. Also schalten Sie das Telefon stumm, schließen Sie das Mail-Postfach und versetzen Sie sich in eine ruhige, entspannte Stimmung. Und dann kann es schon losgehen mit dem Woopen.

1. Einen Wunsch identifizieren

Am Anfang überlegen Sie sich, welcher Wunsch oder welches Anliegen Ihnen gerade am wichtigsten ist. Am besten für WOOP eignen sich Wünsche, die herausfordernd sind, die man sich aber erfüllen kann. Den Wunsch können Sie mit ein paar Worten auf einen Zettel schreiben. Es ist aber auch möglich, die gesamte Übung nur gedanklich ablaufen zu lassen.

2. Überlegen, was wäre, wenn der Wunsch in Erfüllung ginge

Haben Sie einen Wunsch identifiziert, folgt der Imaginations-Teil. Was wäre das Allerbeste, wenn Sie sich Ihren Wunsch erfüllen würden? Wie würden Sie sich fühlen? Das bestmögliche Ergebnis halten Sie in wenige Worten vor dem geistigen Auge fest oder schreiben es sich auf. Und dann nehmen Sie sich einen Moment Zeit und malen sich vor dem inneren Auge aus, wie toll Ihr Leben wäre, wenn der Wunsch Realität würde.

3. Welches innere Hindernis habe ich?

Im dritten Schritt überlegen Sie nun, was Sie davon abhält, sich Ihren Wunsch zu erfüllen. Was ist das wichtigste innere Hindernis, das Ihnen im Weg steht? Wichtig ist, dass man stets Hindernisse in sich selbst sucht – denn diese Hindernisse kann man überwinden. Hindernisse, die außerhalb der eigenen Person liegen, lassen sich meist sehr viel schwieriger aus dem Weg räumen. Auch hier ist es wieder wichtig, dass Sie sich Ihr inneres Hindernis erstmal vor das geistige Auge stellen oder aufschreiben, um es sich dann plastisch vorzustellen und es sich lebhaft auszumalen.

4. Einen Wenn-Dann-Plan machen

Im letzten Schritt geht es darum, sich einen ganz konkreten Wenn-dann-Plan zu machen. Was können Sie tun, um Ihr Hindernis zu überwinden? Nennen Sie eine Handlung, die Sie ausführen können, oder einen Gedanken, den Sie sich sagen können, um Ihr Hindernis zu überwinden. Und zwar nach folgendem Schema:  Wenn … (Ihr Hindernis), dann werde ich … (Ihre Handlung, um das Hindernis zu überwinden). Diesen Wenn-dann-Satz können Sie sich als Gedankenstütze ebenfalls notieren, das ist aber nicht unbedingt notwendig.

Warum funktioniert WOOP?

Es ist wichtig, die Reihenfolge der Schritte einzuhalten. „Wenn man sich zuerst das Hindernis vorstellt und dann das Ergebnis, dann funktioniert die Methode schon nicht mehr“, sagt Gabriele OettingenAber wie funktioniert sie überhaupt? „Ohne dass wir es merken, wird die Zukunft mit dem Hindernis verbunden und das Hindernis mit dem Verhalten zur Überwindung des Hindernisses“, erklärt Gabriele Oettingen. Diese Prozesse sind nicht bewusst und steuern dann das Verhalten. WOOP helfe auch, im eigenen Umfeld Hindernisse zu erkennen, wiederum ohne dass wir das merken. Es funktioniere am besten mit Wünschen, die einem wirklich am Herzen liegen, für die man brennt.

Um WOOP erfolgreich anzuwenden, sollte man die Technik mit verschiedenen Wünschen üben – das können private oder berufliche Wünsche sein. Zum Beispiel der Wunsch, sich gesünder zu ernähren, wichtige Telefonate nicht immer aufzuschieben oder mehr Aufgaben an Mitarbeiter zu delegieren.

Weitere Informationen zu WOOP finden Sie auf der Website WOOP my Life. Es gibt auch eine kostenlose WOOP-App zum Download, die dabei hilft, eine tägliche Routine zu entwickeln. Und wer noch tiefer in das Thema einsteigen möchte, für den hat Gabriele Oettingen das Buch „Die Psychologie des Gelingens“ geschrieben.

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