Steuererklärung Die Fristen für 2020 – und wie Sie eine Fristverlängerung beantragen

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Wer die Steuererklärung für 2019 nicht rechtzeitig fertig bekommt, kann eine Fristverlängerung beantragen. Wie das geht - und welche Fristen 2020 gelten.

Welche Frist gilt 2020 für die Abgabe der Steuererklärung?

Seit 2019 haben Steuerzahler zwei Monate länger Zeit, ihre Steuererklärung einzureichen: Neuer Stichtag ist jeweils der 31. Juli.

Für 2020 bedeutet das: Der 31. Juli 202o ist der Stichtag für die Steuererklärung 2019: Bis zu diesem Freitag Ende Juli muss die Steuererklärung all jener Steuerzahler beim Finanzamt eingetroffen sein, die gesetzlich zur Abgabe verpflichtet sind – das schließt die meisten Selbstständigen und Unternehmer mit ein. Dieselbe Frist gilt im Übrigen auch für die Umsatzsteuererklärung und Gewerbesteuererklärung für 2019.

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Bis 2018 war die Deadline für die Abgabe jeweils der 31. Mai des Folgejahres. Hintergrund ist das Ge­setz zur Mo­der­ni­sie­rung des Be­steue­rungs­ver­fah­rens.

Welche Frist gilt für die Abgabe, wenn ich die Steuererklärung 2019 von einem Steuerberater erledigen lasse?

Nur diejenigen, die ihre Steuerklärung selbst einreichen wollen, müssen dies bis 31. Juli 2020 tun. Wer hingegen einen Steuerberater damit beauftragt, hat Zeit bis Ende Februar des jeweils übernächsten Jahres: Stichtag für die Steuererklärung 2019 ist also der 28. Februar 2021. Das gilt ebenso für alle, die sich bei ihrer Steuererklärung von einem Lohnsteuerverein helfen lassen (diese Möglichkeit steht allerdings nur Angestellten offen).

Wie kann ich eine Fristverlängerung beantragen?

Wer seine Steuererklärung bis 31. Juli 2020 nicht fertig bekommt, weil er über Lose-Blatt-Sammlungen mit Rechnungen und Belegen brütet oder an den Formularen des Finanzamts verzweifelt, kann eine Fristverlängerung beantragen. Dafür muss man keine Formulare ausfüllen – es reicht, ein formloses Schreiben per Brief oder Fax ans Finanzamt zu schicken.

Darin sollte man seine Steuernummer angeben und kurz begründen, warum man einen Aufschub benötigt. Sie können Ihren Sachbearbeiter auch anrufen und um eine Fristverlängerung bitten – er vermerkt dies dann in Ihrer Akte.

Welche Frist gilt für die freiwillige Steuererklärung?

Alle, die ihre Steuererklärung freiwillig abgeben, haben vier Jahre Zeit dafür. Die Fristen lauten folglich:

  • Steuererklärung 2016: 31. Dezember 2020
  • Steuererklärung 2017: 31. Dezember 2021
  • Steuererklärung 2018: 31. Dezember 2022
  • Steuererklärung 2019: 31. Dezember 2023

Wer ist überhaupt gesetzlich verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben?

Grundsätzlich müssen alle Selbstständigen, Unternehmer, Gewerbetreibenden und Freiberufler eine Steuererklärung abgeben. Es gelten jedoch folgende Einkommens-Untergrenzen:

  • 9408 Euro Jahreseinkommen für Singles
  • 18.816 Euro Jahreseinkommen für Ehepartner

Dieser Grundfreibetrag ist festgelegt in § 32a Einkommensteuergesetz (EStG). Wer ihn unterschreitet, ist nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet.

Arbeitnehmer müssen nur unter folgenden Bedingungen eine Steuererklärung abgeben:

  • Einer der Ehepartner hat Steuerklasse 3 oder 4.
  • Für den Steuerzahler oder Ehepartner gelten Freibeträge.
  • Der Steuerzahler hatte neben dem Gehalt weitere Einkünfte oder bezog Lohnersatzleistungen (etwa Arbeitslosengeld, Elterngeld oder Krankengeld) in Höhe von mehr als 410 Euro im Jahr.
  • Der Steuerzahler hat von mehreren Arbeitgebern ein Gehalt erhalten, das nicht pauschal versteuert wurde.
  • Der Steuerzahler wurde geschieden und er selbst oder sein ehemaliger Ehepartner haben im selben Jahr wieder geheiratet.

Gelten die oben genannten Punkte nicht und der Arbeitnehmer war das gesamte Jahr über beim selben Arbeitgeber angestellt, ist er also nicht von der Frist betroffen. Rentner müssen nur eine Steuererklärung abgeben, wenn sie mehr Rente als den oben genannten Grundfreibetrag erhalten.

Was passiert, wenn ich die Steuererklärung nicht rechtzeitig einreiche?

Wenn Sie zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind und dies vergessen, schickt das Finanzamt als Erstes eine Mahnung. Darin wird ein Termin festgelegt, bis zu dem Sie die Steuererklärung nachreichen müssen. Liegen Ihre Unterlagen auch an diesem Termin noch nicht vor, schätzt der Finanzbeamte Ihr Einkommen und verschickt den Steuerbescheid. Danach haben Sie noch vier Wochen Zeit, dem Bescheid zu widersprechen. Ist diese Frist verstrichen, steht Ihre Steuer für 2020 fest – steuerliche Vergünstigungen, etwa durch Werbungskosten, können dann nicht mehr geltend gemacht werden.

Wer sich zu lange für seine Erklärung Zeit lässt, dem droht zusätzlich ein Verspätungszuschlag – und das ganz automatisch. Der Verspätungszuschlag beträgt für Steuererklärungen, die sich auf ein Kalenderjahr beziehen (z.B. Einkommen- ,Körperschaft- oder Gewerbesteuererklärung), 0,25 Prozent der um die festgesetzten Vorauszahlungen und die anzurechnenden Steuerabzugsbeträge verminderten festgesetzten Steuer; mindestens jedoch 25 Euro pro angefangenen Monat der eingetretenen Verspätung. Der Verspätungszuschlag ist auf höchstens 25.000 Euro beschränkt.

Der automatische Verspätungszuschlag trifft jedoch nur diejenigen, die Steuern nachzahlen müssen. Bei einer Steuererstattung oder wenn das Finanzamt die Steuer auf 0 Euro festsetzt, greift der automatische Verspätungszuschlag nicht. In diesen Fällen liegt es im Ermessen der Finanzbehörden, ob sie einen Verspätungszuschlag festsetzen.

Daniela Ebert, Steuerexpertin des Deutschen Steuerberaterverbands, erklärt, was das bedeutet: Wer seine Steuererklärung für das Jahr 2019 ohne professionelle Hilfe erledigt und sie erst am 1. März 2021 oder später abgibt, muss automatisch den Verspätungszuschlag zahlen. „Aber auch für verspätete Abgaben vor diesem Stichtag kann die Finanzverwaltung im Einzelfall entscheiden, ob sie dem Steuerpflichtigen einen Verspätungszuschlag aufdrückt“, so Ebert. „Beratene Steuerpflichtige haben grundsätzlich länger Zeit, ihre Steuererklärung für 2019 abzugeben. Sie können mit der Abgabe bis Ende Februar 2021 warten. Da der 28. Februar 2021 auf einen Sonntag fällt, haben sie sogar bis 1. März 2021 Zeit. Aber danach würde sofort der automatische Verspätungszuschlag festgesetzt.“

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