Vielredner Mit diesen 7 Tricks stoppen Sie nervige Schwätzer

Vielrednern möchte man manchmal gern eine klare Ansage machen. Doch es gibt elegantere Methoden.

Vielrednern möchte man manchmal gern eine klare Ansage machen. Doch es gibt elegantere Methoden. © knallgrün / photocase.de

Ob Kunde, Mitarbeiter oder Freund: Wenn jemand wortreich wenig sagt oder immer wieder das Gleiche, zerrt das an den Nerven. 7 Tricks, wie Sie Schwätzer elegant – und höflich – zum Schweigen bringen.

Forscher vom Max-Planck-Institut für Psycholinguistik haben kürzlich ein neues Mittel gegen nervige Vielredner gefunden. Sie untersuchten für eine Studie, welchen Einfluss Blinzeln auf Gespräche hat. Das Ergebnis: Fielen die Lidschläge des Gegenübers besonders lang aus, sprachen die Testpersonen kürzer. Offensichtlich, so der Schluss der Wissenschaftler, vermittelt langes Blinzeln dem Gegenüber: „Die Informationen, die ich von dir gehört habe, genügen für meine Zwecke.“

Für alle, die sich nicht allein auf nonverbale Signale verlassen möchten, um Dauerredner zu stoppen, hat Kommunikations-Expertin Isabel Garcia sieben Tricks parat, die gegen Schwätzer helfen:

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1. Der Bäm-Bäm-Bäm-Trick

Jemand spricht ohne Punkt und Komma – Sie wollen ihn aber nicht rüde unterbrechen, um nicht unhöflich zu wirken? „Stellen Sie in solchen Situationen eine geschlossene Frage, auf die Ihr Gegenüber nur mit ‚Ja‘ oder ‚Nein‘ antworten kann.“

Redet beispielsweise ein Kunde viertelstundenlang von seinem Urlaub, können Sie einhaken mit: „Ach wirklich, auf Korfu waren Sie?“ Und dann, nach dem zu erwartenden „Ja!“, mit einer weiteren Frage etwas aufgreifen, das Sie aus dem Gespräch bereits wissen: „Und es war wirklich ein kleines Fischerdorf an einer Steilküste?“

Wer drei solche Fragen direkt hintereinander stellt – Bäm! Bäm! Bäm! –, bringt seinen Gesprächspartner ins Zögern, weiß die Expertin. „In diesem Moment, wenn Ihr Gegenüber kurz nicht weiß, worüber es reden soll, schlägt Ihre große Stunde: Sie können das Thema wechseln – oder sich höflich von Ihrem Gesprächspartner verabschieden“, so Garcia.

2. Der Kaputte-Schallplatte-Trick

Menschen, die immer wieder das Gleiche erzählen – etwa darüber jammern, dass sie nur schwer passende Mitarbeiter finden oder kaum Aufgaben delegieren –, sollten Sie höflich, aber bestimmt klarmachen, dass solche Gespräche beiden Seiten nur Lebenszeit rauben.

„Eine Freundin etwa hat lange einem Mann hinterhergeweint, den sie aber gar nicht zurückwollte. Und mir immer wieder Anekdoten aus der gemeinsamen Vergangenheit erzählt. Da habe ich gesagt: ‚Stopp, du hörst jetzt auf zu jammern. Es bringt dir nichts und du willst ihn nicht zurück.‘ Das habe ich jedes Mal wiederholt, wenn sie wieder davon anfing – wie eine Schallplatte, die einen Sprung hat“, so Garcia. Das vermittle dem Gegenüber die Sinnlosigkeit seiner Worte.

3. Der Nachfassen-Trick

Was nur tun, wenn der Vielredner unser Partner, Freund oder Stammkunde ist, also jemand, den wir schätzen – und dem wir weder ausweichen wollen noch können? „Dann schenken Sie diesem Menschen genau einmal Ihre Zeit, damit er sein Problem, sein Projekt oder was auch immer in Ruhe vorstellen kann. Und fragen Sie ihn am Schluss, welche ein, zwei Schritte er unternehmen will, um bei dieser speziellen Sache voranzukommen.“

Der Vorteil: Beim nächsten Gespräch haben Sie einen Anknüpfungspunkt, sobald es wieder auf das Thema kommt. Und können Ihr Gegenüber unterbrechen mit Sätzen wie: „Dazu hatten wir ja neulich genaue Schritte überlegt. Welche bist du inzwischen gegangen? Keinen? Dann lass uns wieder darüber reden, wenn du etwas getan hast.“

Auf diese Weise, so die Expertin, vermeiden Sie, bereits Gehörtes noch einmal anhören zu müssen, wirken zugleich aber freundlich und zugewandt.

4. Der Jammer-Uhr-Trick

Arrrgh, wieder so ein Meeting, in dem sich einer berufen fühlt, sein Dasein als Opfer wortreich darzulegen? „Dann hilft es, das Jammern zu moderieren“, erklärt Garcia. „Etwa zu sagen: ‚Ok, ich sehe, das Projekt ist schlecht gelaufen. Wie wäre es, wir stellen die Uhr – und jeder darf zwei Minuten lang sagen, was ihn stört. So kommt jeder an die Reihe“, erklärt Garcia.

Damit sei garantiert, dass alle ihrem berechtigten Bedürfnis, Frust zu artikulieren, nachgehen könnten – das Ganze aber nicht zum sinnentleerten Dauer-Lamento wird. „Außerdem vermitteln Sie auf diese Weise, dass Sie bereit sind, anderen Zeit zu schenken. So wirkt die Gesprächsmoderation nicht zurückweisend, sondern wertschätzend.“

Weiterer Vorteil: Im Anschluss an die festgelegte Jammerzeit lässt sich der Fokus leicht darauf lenken, Lösungen zu finden.

5. Der Neinsager-Trick

Besonders üble Schwätzer sind jene, die in Gesprächen nur sich und ihr Produkt verkaufen wollen – etwa auf Netzwerktreffen. Und dabei versuchen, ihr Gegenüber mit Fragen einzulullen, auf die es nur „Ja“ als Antwort zu geben scheint. „Das geht von Fragen wie: ‚Sie wollen doch im Alter sicher gut abgesichert sein‘ bis zu emotionaler Erpressung à la: ‚Sicher möchten Sie, dass es Ihren Kindern auch in Zukunft gut geht, richtig?’“, erklärt Garcia.

Wer diesen Typ Schwätzer vor sich habe, solle schlicht die überraschende Antwort „Nein“ geben. „Damit sind solche Verkaufsgespräche meist beendet. Weil die Vielredner auf diese Reaktion nicht vorbereitet sind“, erklärt die Expertin.

Hakt das Gegenüber dennoch nach? Dann einfach nochmals eine unerwartete Antwort geben!

6. Der Führen-Trick

Frau Müller, deren Waschmaschine kaputt ist, erzählt dem Handwerker noch auf der Türschwelle, wann Sie das Gerät wo gekauft und an welchem Tag das erste Mal benutzt hat? „In solchen Situationen gilt: ‚Wer fragt, führt‘. Stellen Sie also eine Frage, die zur Lösung des Problems beiträgt. In diesem Fall: ‚Wo steht denn die Waschmaschine?‘“, rät Garcia. Wichtig sei dabei, am Ende des Kontakts für einen positiven Abschluss zu sorgen, etwa mit Sätzen wie: „Super, dass wir das Problem zusammen so schnell lösen konnten, oder?“

7. Der Ehrlich-sein-Trick

So typisch: Der Chef möchte von einem Mitarbeiter eine einzige Information – und dieser nimmt die Frage danach zum Anlass, einen wortreichen Ausflug zum persönlichen Erfahrungsschatz zu starten. Dann empfiehlt Expertin Garcia, das Gegenüber mit einem ehrlichen Argument zu stoppen, etwa so: „‘Ich höre Ihre Geschichten/Ratschläge immer sehr gern, aber leider habe ich als Chef dafür nicht immer Zeit – seien Sie mir bitte nicht böse‘“. Wichtig sei dabei, dass solche Worte nur unter vier Augen fallen. „Dann kommen ehrliche Hinweise in aller Regel gut an“, so Garcia.

Ähnlichen Erfolg verspricht diese Strategie bei besonders informierten Mitarbeitern/Kunden/Geschäftskollegen, die ihr Wissen gern ausführlich teilen. Hier helfen Sätze wie: „Ich schätze es sehr, dass Sie so viele Einzelheiten zu diesem Thema wissen. Aber könnten Sie mir bitte kurz nur das Wichtigste mitteilen? Ich habe leider nur eine Minute Zeit, denn ich muss gleich weiter.“

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2 Kommentare
  • Kerstin Frings 26. März 2019 16:50

    Grundsätzlich gute Tipps, denn nervige Schwätzer zu bremsen ist immer eine gute Idee. Allerdings: ‘Ich höre Ihre Geschichten/Ratschläge immer sehr gern, aber leider habe ich als Chef dafür nicht immer Zeit – seien Sie mir bitte nicht böse‘ rollt mir so ein bisschen die Fußnägel hoch. Die Hierarchiekeule rausholen ist übel. Selbst in diesem Fall.

  • Andrea Gehrmann 28. Januar 2019 09:00

    Telefonlotterielosverkäufer: „Guten Tag Frau G. Hätten Sie nicht auch gern die Taschen voller Geld?“

    Frau G: „Nein!“

    Telefonlotterielosverkäufer: „Nein, wären Sie nicht gern reich?“

    Frau G: „Ich fühle mich reich, denn ich habe immer einen Euro mehr in der Tasche, als ich brauche.“

    Telefonlotterielosverkäufer: „Wollen Sie mir etwas abgeben von Ihrem Reichtum, darf ich Ihnen meine Kontonummer geben?“

    Frau G: „Spielen Sie doch Lotto!“

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