Tankkarte
Geld sparen auch bei kleinen Fuhrparks

Mit Tank- und Ladekarten können auch kleine Unternehmen sparen – wenn sie das passende Angebot finden. Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten und welche Kostenfallen Sie kennen sollten.

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Eine Nahaufnahme davon, wie eine Hand ein Auto betankt.
© Sandor Jackal / Fotolia.com

In Unternehmen mit großen Fuhrparks sind Tankkarten für Verbrenner und Ladekarten für Elektroautos Standard. Doch sie bringen auch kleinen Unternehmen Vorteile. „Die Karten können sich auch schon für wenige Fahrzeuge lohnen“, sagt Axel Schäfer vom Bundesverband Betriebliche Mobilität. Denn sie helfen zum Beispiel, die Buchhaltung zu digitalisieren: Mitarbeitende müssen keine Tankbelege mehr einreichen. Stattdessen bündelt der Tank- oder Ladekartenanbieter die Abrechnung digital. Das Unternehmen erhält – je nach Anbieter – 14-tägig oder einmal im Monat eine gebündelte Abrechnung.

Wie funktionieren Tank- und Ladekarten?

Grundsätzlich funktionieren Tank- und Ladekarten so ähnlich wie Kreditkarten: An Tankstellen und Ladesäulen kann man damit bargeldlos bezahlen. Viele der Karten können außerdem für Dienstleistungen an der Tankstelle genutzt werden. Zum Beispiel für die Pannenhilfe oder die Abrechnung von Mautgebühren.

Nicht nur Mineralölgesellschaften wie Shell, BP oder Total geben Tankkarten aus, sondern auch unabhängige Anbieter. Da immer mehr Firmen auch Elektroautos und Hybride in ihren Flotten haben, bieten die meisten inzwischen auch Ladekarten und Kombi-Angebote an.

Viele Dienstleister haben zusätzlich Apps im Angebot, mit denen Mitarbeitende den Ladevorgang steuern oder an der Tankstelle digital bezahlen können, ohne sich anzustellen.

Welche Vorteile haben Tank- und Ladekarten?

Kostenkontrolle

Für Mitarbeitende kann online festgelegt werden, was sie mit den Karten kaufen können und was nicht. Welche Dienstleistungen sie nutzen dürfen (beispielsweise: Autowaschen), ob sie Produkte im Shop kaufen dürfen (beispielsweise: Frostschutzmittel), zu welcher Zeit und in welcher Region die Karte genutzt werden darf und wie viel damit getankt oder geladen werden kann.

Digitale Buchhaltung

Das Sammeln und Kleben von Bons und Kassenzetteln entfällt und Mitarbeitende müssen nicht in Vorleistung treten – alle Umsätze sind über die Onlineportale der Anbieter einsehbar. Die Funktionen unterscheiden sich je nach Anbieter leicht. Meist lassen sich monatliche Abrechnungen und Statistiken online nachvollziehen. Dazu zählen auch Daten wie zum Beispiel gefahrene Kilometer und Kraftstoffverbrauch. Die Daten können direkt weiter an das Finanzamt geschickt werden – das reduziert den bürokratischen Aufwand.

Zur Person
Axel SchäferAxel Schäfer ist Geschäftsführer des Bundesverband betriebliche Mobilität.

Rabatte

Bei den meisten Tank- und Ladekarten können Unternehmen eine oder sogar mehrere Stammtankstellen auswählen, bei denen sie dann einen Rabatt auf die Kraftstoffpreise erhalten. Manche Anbieter gewähren darüber hinaus Rabatte an allen Partnertankstellen.

Wie sicher sind Tankkarten?

Wie eine Kreditkarte sind auch Tankkarten durch PIN-Codes geschützt, die nur der Kartenbesitzer kennt. Zudem lassen sich Tages-, Wochen-, und Monatslimits einrichten. Alle Transaktionen können online und oft auch in einer App eingesehen werden. Gibt es Unregelmäßigkeiten oder wurde das Portemonnaie geklaut, kann man eine Karte jederzeit sperren.

Ist eine Tankkarte ein geldwerter Vorteil?

Nutzt der Arbeitnehmer die Tankkarte auch privat, gilt sie als geldwerter Vorteil und wird steuerlich genauso behandelt wie der Firmenwagen. Dabei kommen zwei unterschiedliche Methoden zu Anwendung: das Fahrtenbuch oder die pauschale Besteuerung nach der Ein-Prozent-Regelung.

Steuerfrei sind hingegen Benzingutscheine, wenn ihr monatlicher Wert den Freibetrag für steuerfreie Sachbezüge nicht übersteigt. Dieser wurde zum 1. Januar 2022 von 44 Euro auf 50 Euro erhöht.

Welche Karte ist die richtige für mein Unternehmen?

Auch wenn sich die Leistungen vieler Anbieter ähneln, finden sich Unterschiede im Detail. Es lohnt sich, die genauen Konditionen zu vergleichen, um das beste Angebot herauszusuchen.

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„Besonders bei Ladekarten sollte man sich über den Umgang mit Fremdtarifen informieren. Das Laden kann schnell extrem teuer werden“, rät Axel Schäfer vom Bundesverband Betriebliche Mobilität. Den richtigen Tarif für das eigene Unternehmen zu finden, sei aktuell schwierig. „Wir haben beim Laden ein Wirrwarr von ungefähr 230 verschiedenen Tarifen“, so Schäfer.

Einige Anbieter legen eine gewisse Abnahmemenge Treibstoff, eine Nutzungsgebühr oder eine Mindestanzahl genutzter Karten fest. Genauso unterscheiden sich auch die Abrechnungszeiträume: Sie können monatlich, aber auch 14-tägig sein.

Fahren die Mitarbeiter weite Strecken, bietet sich ein Kartenanbieter an, der mehrere Netze kombiniert.

Überblick: Anbieter von Tankkarten

Kartenname Tanken Laden Kosten für die Karte Voraus-setzungen Tank- und Ladenetz
Aral Fuel & Charge x x 3,70 Euro pro Karte und Monat 450.000 Ladestellen europaweit, 105.000 davon in Deutschland; 24.000 Tankstellen europaweit
Aral Komfort x 1 Euro netto pro Tankkarte und Monat für kleine Unternehmen mit bis zu fünf Fahrzeugen 2400 Tankstellen in Deutschland
Aral Pulse x auf Anfrage 71.100 Ladestellen in Deutschland, 375.000 in Europa
UTA Card x x auf Anfrage kein Mindestumsatz 62.700 Tankstellen und 415.000 Ladestellen in Europa
DKV Card x x 0,95 Euro bis 5,49 Euro pro Karte und Monat kein Mindestumsatz 14.000 Tankstellen in Deutschland, 66.000 in Europa
Avia Card x x auf Anfrage kein Mindestumsatz 2400 Tankstellen in Deutschland
Esso Card x x 4 Euro pro Karte und Monat bei Nichtnutzung fallen Gebühren an 2761 Tankstellen in Deutschland
Shell Card X x Jahresservice-Pauschale pro Karte: 19,90 bis 34,90 Euro kein Mindestumsatz 5300 Tankstellen in Deutschland
JET Card x keine Gebühren kein Mindestumsatz 680 Tankstellen und 130 SB-Tankstellen in Deutschland
ENI Multicard und Multicard easy x 2 Euro pro Karte und Monat auf Anfrage 18.000 Tankstellen in Europa
Mycard HEM x 2,50 Euro Ausgabegebühr pro Karte kein Mindestumsatz 400 Tankstellen in Deutschland
Novofleet Card x x auf Anfrage kein Mindestumsatz 7000 Tankstellen in Deutschland und mehr als 500.000 Ladestellen in Europa
Star Flottenkarte x auf Anfrage auf Anfrage 680 Tankstellen in Deutschland
Fleet Card Multi-Energie (TotalEnergies) x x 1,50 Euro pro Karte und Monat bis 3000 Euro Umsatz monatlich 5000 Tankstellen in Deutschland und 21.000 in Europa sowie 300.000 Ladestellen in Europa
Flottenkarte von Westfalen x x keine Gebühren auf Anfrage 5500 Tankstellen in Deutschland und mehr als 200.000 Ladestellen in Europa
In Unternehmen mit großen Fuhrparks sind Tankkarten für Verbrenner und Ladekarten für Elektroautos Standard. Doch sie bringen auch kleinen Unternehmen Vorteile. „Die Karten können sich auch schon für wenige Fahrzeuge lohnen“, sagt Axel Schäfer vom Bundesverband Betriebliche Mobilität. Denn sie helfen zum Beispiel, die Buchhaltung zu digitalisieren: Mitarbeitende müssen keine Tankbelege mehr einreichen. Stattdessen bündelt der Tank- oder Ladekartenanbieter die Abrechnung digital. Das Unternehmen erhält – je nach Anbieter – 14-tägig oder einmal im Monat eine gebündelte Abrechnung. Wie funktionieren Tank- und Ladekarten? Grundsätzlich funktionieren Tank- und Ladekarten so ähnlich wie Kreditkarten: An Tankstellen und Ladesäulen kann man damit bargeldlos bezahlen. Viele der Karten können außerdem für Dienstleistungen an der Tankstelle genutzt werden. Zum Beispiel für die Pannenhilfe oder die Abrechnung von Mautgebühren. Nicht nur Mineralölgesellschaften wie Shell, BP oder Total geben Tankkarten aus, sondern auch unabhängige Anbieter. Da immer mehr Firmen auch Elektroautos und Hybride in ihren Flotten haben, bieten die meisten inzwischen auch Ladekarten und Kombi-Angebote an. Viele Dienstleister haben zusätzlich Apps im Angebot, mit denen Mitarbeitende den Ladevorgang steuern oder an der Tankstelle digital bezahlen können, ohne sich anzustellen. [mehr-zum-thema] Welche Vorteile haben Tank- und Ladekarten? Kostenkontrolle Für Mitarbeitende kann online festgelegt werden, was sie mit den Karten kaufen können und was nicht. Welche Dienstleistungen sie nutzen dürfen (beispielsweise: Autowaschen), ob sie Produkte im Shop kaufen dürfen (beispielsweise: Frostschutzmittel), zu welcher Zeit und in welcher Region die Karte genutzt werden darf und wie viel damit getankt oder geladen werden kann. Digitale Buchhaltung Das Sammeln und Kleben von Bons und Kassenzetteln entfällt und Mitarbeitende müssen nicht in Vorleistung treten – alle Umsätze sind über die Onlineportale der Anbieter einsehbar. Die Funktionen unterscheiden sich je nach Anbieter leicht. Meist lassen sich monatliche Abrechnungen und Statistiken online nachvollziehen. Dazu zählen auch Daten wie zum Beispiel gefahrene Kilometer und Kraftstoffverbrauch. Die Daten können direkt weiter an das Finanzamt geschickt werden – das reduziert den bürokratischen Aufwand. Rabatte Bei den meisten Tank- und Ladekarten können Unternehmen eine oder sogar mehrere Stammtankstellen auswählen, bei denen sie dann einen Rabatt auf die Kraftstoffpreise erhalten. Manche Anbieter gewähren darüber hinaus Rabatte an allen Partnertankstellen. Wie sicher sind Tankkarten? Wie eine Kreditkarte sind auch Tankkarten durch PIN-Codes geschützt, die nur der Kartenbesitzer kennt. Zudem lassen sich Tages-, Wochen-, und Monatslimits einrichten. Alle Transaktionen können online und oft auch in einer App eingesehen werden. Gibt es Unregelmäßigkeiten oder wurde das Portemonnaie geklaut, kann man eine Karte jederzeit sperren. Ist eine Tankkarte ein geldwerter Vorteil? Nutzt der Arbeitnehmer die Tankkarte auch privat, gilt sie als geldwerter Vorteil und wird steuerlich genauso behandelt wie der Firmenwagen. Dabei kommen zwei unterschiedliche Methoden zu Anwendung: das Fahrtenbuch oder die pauschale Besteuerung nach der Ein-Prozent-Regelung. Steuerfrei sind hingegen Benzingutscheine, wenn ihr monatlicher Wert den Freibetrag für steuerfreie Sachbezüge nicht übersteigt. Dieser wurde zum 1. Januar 2022 von 44 Euro auf 50 Euro erhöht. Welche Karte ist die richtige für mein Unternehmen? Auch wenn sich die Leistungen vieler Anbieter ähneln, finden sich Unterschiede im Detail. Es lohnt sich, die genauen Konditionen zu vergleichen, um das beste Angebot herauszusuchen. „Besonders bei Ladekarten sollte man sich über den Umgang mit Fremdtarifen informieren. Das Laden kann schnell extrem teuer werden“, rät Axel Schäfer vom Bundesverband Betriebliche Mobilität. Den richtigen Tarif für das eigene Unternehmen zu finden, sei aktuell schwierig. „Wir haben beim Laden ein Wirrwarr von ungefähr 230 verschiedenen Tarifen“, so Schäfer. Einige Anbieter legen eine gewisse Abnahmemenge Treibstoff, eine Nutzungsgebühr oder eine Mindestanzahl genutzter Karten fest. Genauso unterscheiden sich auch die Abrechnungszeiträume: Sie können monatlich, aber auch 14-tägig sein. Fahren die Mitarbeiter weite Strecken, bietet sich ein Kartenanbieter an, der mehrere Netze kombiniert. Überblick: Anbieter von Tankkarten Kartenname Tanken Laden Kosten für die Karte Voraus-setzungen Tank- und Ladenetz Aral Fuel & Charge x x 3,70 Euro pro Karte und Monat 450.000 Ladestellen europaweit, 105.000 davon in Deutschland; 24.000 Tankstellen europaweit Aral Komfort x 1 Euro netto pro Tankkarte und Monat für kleine Unternehmen mit bis zu fünf Fahrzeugen 2400 Tankstellen in Deutschland Aral Pulse x auf Anfrage 71.100 Ladestellen in Deutschland, 375.000 in Europa UTA Card x x auf Anfrage kein Mindestumsatz 62.700 Tankstellen und 415.000 Ladestellen in Europa DKV Card x x 0,95 Euro bis 5,49 Euro pro Karte und Monat kein Mindestumsatz 14.000 Tankstellen in Deutschland, 66.000 in Europa Avia Card x x auf Anfrage kein Mindestumsatz 2400 Tankstellen in Deutschland Esso Card x x 4 Euro pro Karte und Monat bei Nichtnutzung fallen Gebühren an 2761 Tankstellen in Deutschland Shell Card X x Jahresservice-Pauschale pro Karte: 19,90 bis 34,90 Euro kein Mindestumsatz 5300 Tankstellen in Deutschland JET Card x keine Gebühren kein Mindestumsatz 680 Tankstellen und 130 SB-Tankstellen in Deutschland ENI Multicard und Multicard easy x 2 Euro pro Karte und Monat auf Anfrage 18.000 Tankstellen in Europa Mycard HEM x 2,50 Euro Ausgabegebühr pro Karte kein Mindestumsatz 400 Tankstellen in Deutschland Novofleet Card x x auf Anfrage kein Mindestumsatz 7000 Tankstellen in Deutschland und mehr als 500.000 Ladestellen in Europa Star Flottenkarte x auf Anfrage auf Anfrage 680 Tankstellen in Deutschland Fleet Card Multi-Energie (TotalEnergies) x x 1,50 Euro pro Karte und Monat bis 3000 Euro Umsatz monatlich 5000 Tankstellen in Deutschland und 21.000 in Europa sowie 300.000 Ladestellen in Europa Flottenkarte von Westfalen x x keine Gebühren auf Anfrage 5500 Tankstellen in Deutschland und mehr als 200.000 Ladestellen in Europa