Krankfeiern Verdacht auf Blaumachen: Das können Chefs tun
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Einfach mal im Bett geblieben? Wenn Mitarbeiter krankfeiern, müssen Arbeitgeber das nicht hinnehmen.

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Wie können Chefs beweisen, dass ein Mitarbeiter blaumacht? Und welche Sanktionsmöglichkeiten gibt es dann? Die Rechtslage verständlich erklärt.

Rund zehn Prozent der deutschen Arbeitnehmer machen gelegentlich blau. Vielleicht liegt die Dunkelziffer sogar noch höher – so viele jedenfalls gaben es bei einer Umfrage von Harris Interactive im Auftrag von Glassdoor zu. Männer scheinen öfter krankzufeiern als Frauen: Fast vierzehn Prozent der Männer, aber nur knapp sechs Prozent der Frauen planen laut eigenen Aussagen zufolge schon jetzt, im nächsten Monat einen Tag blau zu machen. Manche Mitarbeiter nennen die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) sogar ironisch „gelber Urlaubsschein“. Was können Chefs tun, wenn sie den Verdacht haben, dass Mitarbeiter krankmachen?

Alles, was Arbeitgeber über Krankmeldungen und Krankfeiern wissen sollten, im Überblick.

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Wann muss der Arbeitgeber bei Krankheit informiert werden?

Ist ein Mitarbeiter arbeitsunfähig, muss er den Arbeitgeber unverzüglich darüber informieren. Unverzüglich heißt: spätestens zu Beginn der Arbeitszeit am ersten Tag der Erkrankung. Die Krankmeldung darf per Telefon, E-Mail oder Fax erfolgen. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Tage, muss der Mitarbeiter zusätzlich eine von einem Arzt ausgestellte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen, besser bekannt als gelber Schein oder Krankenschein. Diese Anzeige- und Nachweispflichten bei Erkrankung sind im Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) in Paragraf 5 festgeschrieben. So soll das Blaumachen erschwert werden.

Lesen Sie auch: „Krankmeldung: Diese Rechte haben Arbeitgeber, wenn Mitarbeiter krank sind“.

Krankfeiern ohne gelben Schein: Wann kann der Arbeitgeber ein Attest fordern?

Nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz ist der Krankenschein nach drei Tagen Erkrankung vorzulegen. Und wenn ein Mitarbeiter sich ständig nur für zwei Tage krank meldet? Der Arbeitgeber kann dann verlangen, dass er schon am ersten Fehltag einen Krankenschein vorlegen muss – und zwar unabhängig davon, ob er den Verdacht hat, dass der Mitarbeiter blaumachen möchte.

Achtung: Der Arbeitgeber kann auch generell von seinen Mitarbeitern fordern, früher (zum Beispiel am zweiten Tag der Krankheit) ein ärztliches Attest vorzulegen. Für so eine Attestpflicht benötigt er allerdings die Zustimmung des Betriebsrats.

Schwierig kann es werden, wenn im Arbeitsvertrag steht, dass erst ab dem dritten Krankheitstag die Pflicht für das Attest besteht, die ersten zwei Tage Krankmeldung ohne gelben Schein also erlaubt sind. Dann wird möglicherweise eine Änderungskündigung nötig. Von einer solchen Formulierung raten einige Anwälte daher ab. Also entweder gar keine Frist bestimmen – oder sich vorbehalten, dass man bereits ab dem ersten Tag einen Krankenschein verlangen darf.

Lesen Sie auch: „Krankschreibung: 12 Irrtümer rund um den gelben Zettel

Bei Verdacht auf Krankfeiern: Kann der Arbeitgeber ein Attest zurückweisen?

Grundsätzlich ja. Der Arbeitgeber kann die Bescheinigung mit der Begründung zurückweisen, dass es sich um eine Gefälligkeitsbescheinigung handele, und daran arbeitsrechtliche Konsequenzen knüpfen. Reagiert er milde, kann er eine Abmahnung aussprechen. Greift er zu härteren Maßnahmen, spricht er eine Kündigung wegen Krankfeiern aus: Arbeitnehmer, die krankfeiern und sich dadurch Entgeltfortzahlung erschleichen, begehen einen (versuchten) Betrug zu Lasten des Arbeitgebers. In diesem Fall kann der Arbeitgeber auch ohne vorherige Abmahnung eine fristlose Kündigung aussprechen (siehe „Sanktionen“ weiter unten).

Allerdings kann der Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit nicht einfach aus dem Bauch heraus anzweifeln. Er braucht stichhaltige Beweise. Dem ärztlichen gelben Schein kommt nämlich ein hoher Beweiswert zu. Die Beurteilung, ob eine Arbeitsunfähigkeit vorliegt, entscheidet nun mal der behandelnde Arzt. Die Grundlagen für dessen Entscheidung sind in der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie geregelt. Um diesen Beweis zu erschüttern, muss der Arbeitgeber Tatsachen vortragen, die “ernsthafte und begründete Zweifel” an der attestierten Arbeitsunfähigkeit aufkommen lassen.

Wann sind Zweifel an einer vorgelegten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung angebracht?

  • Der Mitarbeiter kommt der Aufforderung nicht nach, sich durch den Medizinischen Dienst begutachten zu lassen.
  • Der Mitarbeiter kündigt das Krankfeiern quasi an – nach einer Auseinandersetzung mit dem Arbeitgeber oder nach dessen Weigerung, Urlaub zum gewünschten Termin zu gewähren (“Dann bin ich eben ab morgen krank!”).
  • Der Mitarbeiter ist ständig krank nach dem Urlaub oder meldet sich immer krank, wenn er anschließend Urlaub hat.
  • Der Mitarbeiter wird während der angeblichen Erkrankung bei einer Tätigkeit beobachtet, die von einem Kranken nicht erwartet wird, etwa bei der Arbeit auf der Baustelle des Nachbarn oder bei übermäßigem Alkohol- und Nikotingenuss. Einem krankgeschriebenen Arbeitnehmer, der in der Nacht als DJ arbeitete, durfte zum Beispiel außerordentlich gekündigt werden, wie das Arbeitsgericht Köln entschied (Aktenzeichen CA 4192/13).
  • Der „gelbe Schein“ selbst wirft Fragen auf. Etwa weil der Arbeitnehmer für mehr als drei Tage rückwirkend krankgeschrieben wurde (diesen Fall hat das LAG Köln beurteilt: Aktenzeichen 4 Sa 588/03).
  • Der Arzt hat die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausgestellt, ohne den Patienten vorher zu untersuchen. Es gibt beispielsweise Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen via Internet.

Übrigens: Wird ein krankgeschriebener Mitarbeiter dabei beobachtet, wie er seinem Nachbarn beim Baumfällen hilft, dann bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass er seine Arbeitsunfähigkeit nur vorgetäuscht hat. Es kann jedoch bedeuten, dass er zwar arbeitsunfähig war, sich aber entgegen dem ärztlichen Rat körperlich anstrengt und so seine Genesung verzögert. In diesem Fall kann der Arbeitgeber abmahnen und den Mitarbeiter warnen, dass ihm die Kündigung droht, wenn er noch einmal dasselbe tut.

Lesen Sie auch: Abmahnungsgründe: So nicht! 9 Gründe für eine Abmahnung“

Was kann der Arbeitgeber mit dem Anzweifeln einer Krankschreibung bewirken?

Mahnt der Chef den Arbeitnehmer ab, geht dieser vielleicht nicht dagegen vor. Kündigt der Arbeitgeber aber, geht der gekündigte Mitarbeiter in der Regel zum Arbeitsgericht und reicht eine Klage ein und es kommt zu einem Kündigungsschutzprozess. Deutsche Arbeitsgerichte machen sich die Arbeit einfach – unter Beachtung der bisherigen Rechtsprechung. Sie sagen: „Wir gehen davon aus, dass kein Arzt, weder bei uns in der Bundesrepublik noch im Ausland, eine reine Gefälligkeitsbescheinigung erstellt.“ Es ist dann die Aufgabe des Arbeitgebers, diesen Beweiswert zu erschüttern. Am überzeugendsten wäre, dass der Arzt aussagt, dass er eine Gefälligkeitsbescheinigung ausgestellt hat. Dass der Arzt dies zugibt, ist aber höchst unwahrscheinlich.

Arbeitgeber haben nur die Möglichkeit, Indizien heranzutragen, die dafür sprechen, dass die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu Unrecht ausgestellt wurde. Da der Arbeitgeber im Regelfall aber weder etwas über die Art der Erkrankung noch deren Ursache erfährt, ist das nicht leicht. Mitunter werden Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen allerdings so fehlerhaft ausgestellt, dass ihr Beweiswert automatisch erschüttert ist.

Wie kann der Chef Krankfeiern nachweisen?

Möglichkeit 1: Recherchieren

Der Arbeitgeber kann Recherchen anstellen, um dem angeblich krankfeiernden Arbeitnehmer auf die Schliche zu kommen. Zudem kann er Krankenbesuche durchführen, um zu überprüfen, ob der Arbeitnehmer tatsächlich krank ist. So lassen sich Informationen beschaffen, mit denen er den Beweiswert eines ärztlichen Attests erschüttern kann. Doch Vorsicht: Wer einen Detektiv beauftragt, hat vor Gericht unter Umständen schlechte Karten, weil dieses die Rechercheergebnisse eventuell nicht als Beweismittel zulassen wird. Denn: Arbeitgeber dürfen ihre Mitarbeiter nur dann durch einen Detektiv überwachen lassen, wenn sie den Verdacht haben, dass eine Straftat vorliegt (Urteil des Landesarbeitsgerichts Baden-Württemberg, Aktenzeichen 4 sa 61/15). Man braucht also sehr konkrete Verdachtsmomente, dass der Mitarbeiter blau macht, ein bloßes Bauchgefühl reicht nicht aus, um ihn überwachen zu lassen. Außerdem darf der Arbeitnehmer einen Privatdetektiv nur mit Beobachtungen beauftragen, die nicht zu stark in die Privatrechte des Arbeitnehmers eingreifen. Auch Krankenbesuche sind nicht unbedingt erfolgsversprechend: Denn der Mitarbeiter ist nicht verpflichtet, dem Arbeitgeber oder Kollegen Auskünfte über seine Krankheit zu geben oder überhaupt mit ihm zu sprechen.

Möglichkeit 2: Die Krankenkasse einbeziehen

Der Arbeitgeber kann auch den Medizinischen Dienst der gesetzlichen Krankenkasse einschalten. Die Entscheidung darüber, ob die Krankenkasse ein Gutachten einholt, liegt aber alleine bei der Kasse. Wenn diese aufgrund der Diagnosen des Arztes der Auffassung ist, dass die Arbeitsunfähigkeit eindeutig ist, wird die Kasse ein Gutachten ablehnen.

Die Krankenkasse ist aber unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtet, eine gutachtliche Stellungnahme des Medizinischen Diensts einzuholen. Zum Beispiel wenn:

  • der Arbeitnehmer auffällig häufig oder besonders oft nur für kurze Zeit arbeitsunfähig ist,
  • der Beginn der Arbeitsunfähigkeit meist auf einen Arbeitstag am Beginn oder am Ende einer Woche fällt
  • oder die Arbeitsunfähigkeit von einem Arzt festgestellt worden ist, der durch die Menge der von ihm ausgestellten Bescheinigungen auffällig geworden ist.

Nach der Untersuchung durch den manchmal auch Vertrauensarzt genannten Medizinischen Dienst wird dem Arbeitgeber keine Diagnose mitgeteilt. Er bekommt nur eine Mitteilung, ob eine Arbeitsunfähigkeit bestand oder nicht. Ein Nachteil dieses Vorgehens: Es dauert meist einige Tage, bis der Arbeitnehmer zur Untersuchung geladen wird. Feiert der Arbeitnehmer nur wenige Tage krank, dann wird es nicht weiterhelfen, den Medizinischen Dienst der Krankenkassen einzuschalten.

Den Mitarbeiter zum Betriebsarzt zu schicken (wenn man einen hat), ist übrigens keine Möglichkeit. Grundsätzlich ist der Arbeitnehmer nicht verpflichtet, die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung durch einen vom Arbeitgeber ausgewählten Arzt bestätigen zu lassen. Es gehört außerdem nicht zur Aufgabe der Betriebsärzte, Krankschreibungen auf ihre Richtigkeit zu prüfen.

Wie weit dürfen Arbeitgeber bei Verdacht auf Krankfeiern gehen?

Wie bereits erwähnt dürfen Chefs versuchen, Informationen über einen Mitarbeiter einzuholen, wenn sie einen Verdacht auf Blaumachen haben. Sie können dem Mitarbeiter hinterherfahren und schauen, was er den ganzen Tag macht. Sie müssen dabei natürlich seine Privatsphäre wahren, sie dürfen ihn zum Beispiel nicht im eigenen Haus ausspionieren. Auch die Persönlichkeitsrechte der Arbeitnehmer müssen beachtet werden: Chefs können diese etwa nicht ohne Weiteres per Video oder Kamera überwachen lassen. Sie dürfen bei Verdacht auf Krankfeiern allerdings unter Umständen soziale Netzwerke überprüfen, wie zum Beispiel die Facebook-Seite des Mitarbeiters.

Ein Beispiel: Schlagzeilen machte ein Fall, bei dem eine Auszubildende bei Facebook einen Beitrag “Ab zum Arzt und dann Koffer packen!” einstellte. Sie legte eine Krankschreibung vor und meldete sich bei ihrem Arbeitgeber krank. Trotzdem verbrachte sie dann einen Urlaub auf Mallorca und veröffentlichte Urlaubsfotos über Facebook. Zudem ließen ihre Facebook-Einträge und Fotos erkennen, dass sie sich während ihrer angeblichen Arbeitsunfähigkeit tätowieren ließ und eine Düsseldorfer Diskothek besuchte. Nachdem der Arbeitgeber davon Kenntnis erlangt hatte, sprach er für das Krankfeiern eine fristlose Kündigung wegen vorgetäuschten Arbeitsunfähigkeit aus (Arbeitsgericht Düsseldorf, Az. 7 Ca 2591/11).

Die Auszubildende brachte entgegen, dass ihr Arzt psychosomatische Symptome bei ihr festgestellt hätte. Die Entscheidung eines Urlaubsaufenthalts sei auf Empfehlung des Arztes getroffen worden, da man sich hierdurch eine positive Wirkung auf den Heilungsverlauf erhofft hatte. Das Arbeitsgerichts Düsseldorf musste in diesem Fall prüfen, inwieweit das Verhalten der Mitarbeiterin während der Krankschreibung den Beweiswert der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erschüttert hat. Die Parteien schlossen letztlich jedoch einen Vergleich, so dass das Arbeitsgericht hierüber keine Entscheidung treffen konnte.

Ein ähnlicher Fall landete vor dem Arbeitsgericht Krefeld: Ein Lagerist hatte sich wegen eines Bandscheibenvorfalls über einen längeren Zeitraum krankschreiben lassen. In diesem Zeitraum heiratete er und stellte Fotos von der Hochzeit bei Facebook ein – unter anderem davon, wie er seine Braut auf dem Arm trug. Seine Chefin kündigte ihm fristlos, der Mitarbeiter klagt. Die Argumentation der Arbeitgeberin: Da er während seiner Krankschreibung den geschädigten Rücken belaste, würde er nicht zur Besserung der Beschwerden beitragen. Die Parteien einigten sich zwar auch hier auf einen Vergleich, bevor der Fall weiter verhandelt wurde, die Kündigung blieb aber bestehen.

Ob der Arbeitgeber zum Nachweis der vorgetäuschten Arbeitsunfähigkeit überhaupt auf (private) Facebook-Einträge zurückgreifen darf, wird zum Teil aus Datenschutzgründen in Frage gestellt. Party- oder Urlaubsbilder müssen in jedem Fall aber dann als Beweismittel zulässig sein, wenn der Mitarbeiter diese von sich aus öffentlich auf seine Pinnwand postet.

Welche Sanktionen für Mitarbeiter sind möglich bei Krankfeiern?

Legt ein Mitarbeiter kein ärztlichen Attests vor, kann der Arbeitgeber die Entgeltfortzahlung zunächst zurückhalten. Bei wiederholten Verstößen gegen die Nachweispflichten im Krankheitsfall droht dem Mitarbeiter nach einschlägiger Abmahnung eine verhaltensbedingte Kündigung. Mit seinem Fehlverhalten kann der Mitarbeiter zudem Schadensersatzansprüche auslösen, etwa wenn er seine Krankheit nicht ordnungsgemäß anzeigt und dem Arbeitgeber ein Schaden daraus entsteht, weil er nicht rechtzeitig umdisponieren konnte.

Sobald der Arbeitnehmer aber die notwendigen Informationen zur Krankheit nachreicht, liegt keine Pflichtverletzung mehr vor und das Leistungsverweigerungsrecht erlischt rückwirkend. Die zunächst verweigerte Lohnfortzahlung im Krankheitsfall muss der Arbeitgeber dann nachholen.

Was Sie bedenken sollten, wenn Sie über eine ordentliche Kündigung nachdenken, lesen Sie in unserem Artikel „Ordentliche Kündigung: So geht’s„.

Kann der Arbeitgeber nachweisen, dass der Mitarbeiter seine Arbeitsunfähigkeit nur vorgetäuscht und blaugemacht hat, kann er das Arbeitsverhältnis kündigen, und zwar fristlos – auch ohne vorherige Abmahnung. Arbeitnehmer, die krankfeiern und sich dadurch ungerechtfertigt die Entgeltfortzahlung verschaffen, begehen außerdem einen strafrechtlich relevanten Betrug zu Lasten des Arbeitgebers (Lesen Sie hier, wie Sie Betrug im Betrieb aufdecken). Jedoch ist es nur im Einzelfall sinnvoll, auch die Staatsanwaltschaft einzuschalten.

Was gilt beim Krankfeiern wegen eines Katers?

Erst feiern, dann krankfeiern? Wenn an Karneval oder nach der Betriebsfeier die Büros und Werkstätten leerer sind als sonst, beschleicht viele Chefs das ungute Gefühl, dass hier so mancher Mitarbeiter gar nicht ernsthaft erkrankt ist, sondern lediglich krankmacht.

Wacht der Mitarbeiter nach einer Party aber so verkatert auf, dass er nicht arbeiten kann, gilt er tatsächlich als arbeitsunfähig und macht strenggenommen gar nicht blau. Selbst wenn der Arbeitgeber der Meinung ist „Wer saufen kann, kann auch arbeiten“: Eine Handhabe hat er zunächst nicht – so lange sich der Mitarbeiter ordnungsgemäß krankmeldet.

Anders sieht es aus, wenn der Arbeitnehmer ohne Mitteilung nicht bei der Arbeit auftaucht: Dann kann der Chef eine Abmahnung wegen unentschuldigten Fehlens aussprechen. Und wenn der Krankfeierer am Abend auf der nächsten Party tanzt? Kann der Arbeitgeber das nachweisen, drohen dem Simulanten ernsthafte arbeitsrechtliche Probleme (siehe oben: „Sanktionen für Mitarbeiter“).

Apropos Alkohol: Verursacht der Arbeitnehmer beispielsweise einen Verkehrsunfall, weil er mit Alkohol im Blut oder generell zu schnell gefahren ist, hat er leichtfertig seine Arbeitsfähigkeit aufs Spiel gesetzt. Erfährt der Arbeitgeber davon, hat er das Recht, eine Entgeltfortzahlung zu verweigern. Das gilt auch, wenn sich ein Mitarbeiter krankmeldet, der sich durch eigenes Überschätzen beim Sport verletzt hat.

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17 Kommentare
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    Maxi Mustermann 12. November 2019 22:00

    MA kommt einen Tag früher zur Arbeit aus der Krankschreibung. Dann bemerkt er den Fehler und geht gleich wieder.
    Wie ist die Lage hier?

  • Avatar
    Henning 29. Oktober 2019 11:02

    Der 14 % höhere Krankenstand bei Frauen bedeutet:
    Krankenquote Männer: 4 %
    Krankenquote Frauen 4,5 %
    Entspricht ca. einem Tag im Jahr. Man muss auch die Verhältnismäßigkeit betrachten und nicht nur mit spektakulären Zahlen um sich werfen.

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    Gaby 20. August 2019 16:01

    meine angestellte ist mehrfach krank gewesen, diesmal hat sie es bei den kollegen angekündigt. Des weiteren hat sie bei bekannten geprahlt, dass die krankgeschrieben sei (knieprobleme) zeigt aber keinerlei probleme beim laufen oder fahrradfahren. eigene aussage, dass sie sowieso nicht länger bei mir arbeiten würde als nötig gab es auch.

    bin unentschlossen, was ich jetzt am besten machen soll

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    Albrecht Haas 6. August 2019 18:43

    Ich habe einen Bekannten, der angabegemäß dauerhaft an Athrose erkrankt ist und in eine Kur muß. Zwischenzeitlich gibt er an, dass er innerhalb der letzten Wochen Arbeitstäglich von früh um 6.00 Uhr bis abends um 22.00 Uhr gearbeitet haben.

    Das kann doch nicht rechtens sein. Da entstehen doch erheblich Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Erkrankung.

    Was sollte man da tun? Der „Kranke“ ist arbeitslos und erhält Zahlungen vom Arbeitsamt.

    MFG
    ah

    • Angelika Unger
      Angelika Unger 7. August 2019 08:03

      Hallo Albrecht Haas,

      Rechtsberatung in Einzelfällen geben wir als Redaktion nicht.

      Viele Grüße vom impulse-Team

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    Ralf Hauck 2. Juli 2019 11:37

    Innerhalb welcher Zeit muss der Arbeitgeber nach Vorlage der Krankmeldung den medizinischen Dienst einschalten? Gibt es dazu eine Frist?

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    Reich 9. Juni 2019 10:20

    wenn ein Mitarbeiter sich anfang der Woche wegen einer Erkältung krank meldet, der Krankenschein ist übrigens bis heute nicht im Unternehmen angekommen, und am Samstag Mittag auf ein Konzert geht(Arbeitswoche ist von Montag bis Samstag), und dieses seinem Vorgesetzten auch noch zugibt, kann man da nicht außerordentlich kündigen??
    auf nachfrage wurde dem Chef die Aussage des Mitarbeiters gestern zuteil, er sei wegen psychischer Probleme krankgeschrieben und der Arzt hätte außdrücklich befürwortet das er das Haus verlässt.
    kann man als Arbeitgeber keine Auskunft bei der Krankenkasse über den Diagnosegrund erhalten.
    denn eigentlich müsste der Mitarbeiter ja über 2 Kankschreibungen verfügen, die 1 ab Montag wegen dem schlimmen Husten und noch eine weitere wegen der psychischen Probleme. es ist ja fast zu lachen so ein Verhalten, wenn es nicht so traurig für ein Unternehmen wäre. hat da jemand eine Info für mich?? danke und schöne Pfingsttage

    • Angelika Unger
      Angelika Unger 11. Juni 2019 08:53

      Guten Tag,

      ich empfehle Ihnen unseren Artikel „12 Irrtümer zur Krankschreibung“: https://www.impulse.de/recht-steuern/rechtsratgeber/irrtuemer-krankschreibung/2129279.html

      Dort finden Sie die folgenden Antworten auf Ihre Fragen:

      – Arbeitnehmer müssen ihrem Arbeitgeber nicht mitteilen, woran sie erkrankt sind.
      – Erkrankte Arbeitnehmer dürfen das Haus verlassen, so lange sie dadurch die Heilung nicht verzögern.

      Viele Grüße aus der impulse-Redaktion

  • Avatar
    Evelyne Farrenkopf 11. Mai 2019 12:13

    Liebes „Impulse“ Team,
    der Fairness halber muss ich auf die Süddeutsche Zeitung verweisen, laut der einer Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit, Frauen einen 14 Prozent höheren Krankenstand als Männer aufweisen (!!!). Als Abteilungsleiterin eines großen Bayerischen Unternehmens kann ich das voll und ganz bestätigen. Meine weiblichen Angestellten bringen regelmäßig unsere Personalplanung durcheinander ;-((((

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    Jürgen 3. Januar 2019 22:53

    Herzlichen Dank für die ausführlich aufbereiteten Informationen

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    Senol Sahin 2. März 2018 23:18

    Hallo,

    mein Mitarbeiter war letzte Zeit oft Krank. Ich habe das mitgekriegt dass er an diesem Zeit mit seinem Onkel gearbeitet hat. Aber das kann ich nicht beweisen.
    ich glaube nach 3 wochen wollte der Arzt nicht mehr krank schreiben. Der hat die Woche bis Mittwoch Krankmeldung gekriegt. Danach hat er sich bei nicht gemeldet bis ich am Freitag abend frage ob er wieder Gesund ist oder nicht.
    Meine Frage; kann ich ihm wegen diesem Grund kündigen dass er sich bei mir nicht gemeldet hat?

    Mit freundlichen Grüßen,

    Senol Sahin

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    Sven Hartwig 19. Dezember 2017 14:25

    Schöner Artikel, allerdings geht die Möglichkeit 2 (Betriebsarzt) nicht…!
    § 3 Abs. 3 ASiG: „Zu den Aufgaben der Betriebsärzte gehört es nicht, Krankmeldungen der Arbeitnehmer auf ihre Berechtigung zu überprüfen.“
    http://www.gesetze-im-internet.de/asig/__3.html

    Mit besten Grüßen

    • Nicole Basel
      Nicole Basel 19. Dezember 2017 15:59

      Lieber Herr Hartwig, danke für Ihren Kommentar. Sie haben Recht. Wir haben den Absatz korrigiert.

      Beste Grüße aus der impulse-Redaktion, Nicole Basel

  • Avatar
    Oliver 26. September 2017 22:16

    Google hat mich hergeführt. Vielen dank für diesen Artikel.
    Bin kein Jurist. Wollte nur wissen, was man als Arbeitgeber tun kann.
    Schön ausgelotet.
    Danke

  • Avatar
    Günther Schermelleh 2. Juli 2015 14:17

    Hallo!
    Gibt’s eigentlich bei Impulse ein Archiv, in welchem ich mit Stichworten suchen kann?

    Herzlichst
    Günther Schermelleh

    • Verena Bast
      Verena Bast 2. Juli 2015 15:36

      Lieber Herr Schermelleh,

      sind Sie auf der Suche nach Texten auf unserer Webseite oder aus dem Magazin? Auf der Webseite können Sie Stichwörter in das Suchfeld links über dem Aufmacherbild (aktuell das Bild mit der Hängematte) eingeben. Dann werden in einer chronologischen Reihenfolge Artikel angezeigt, in denen das Stichwort vorkommt.

      Für Artikel aus dem impulse-Magazin gibt es leider derzeit kein Themenarchiv, dass Sie durchforsten könnten. Aktuelle Ausgaben finden Sie hier.

      Nach welchen Inhalten suchen Sie konkret? Unsere Kollegen aus der Kundenbetreuung (040/609452277) helfen Ihnen gerne bei der Recherche.

      Herzliche Grüße aus der impulse-Redaktion

      Verena Bast

  • Avatar
    Jürgen Joseph Jansen 26. September 2014 19:54

    Wie wäre es, wenn das Unternehmen etwas Neues einführen würde,was diese Art der „selbst entschiedenen Freizeit“ ad absurdum werden lässt? In einem Betrieb, wo Liebe, Zusammenhalt, gemeinsam gelebte Vision, Selbstverantwortung und keine Machtstrukturen gelebt wird, da wird kein Detektiv benötigt.

    Diese Art des neuen Unternehmertums hat in kleinen als auch besonders in großen Unternehmen zu mehr Gewinn geführt. Aber darum gehts nicht in erster Linie, sondern dies ist der Erfolg der neuen Struktur und Denkens. Gerd Gerken hat damit schon vor über 25 Jahren angefangen zu publizieren, nur haben ihn wenige verstanden. Jetzt ist es an der Zeit, ein neues Denken, ein „Fühlen“ als Management Disziplinm einzuführen, denn die Betriebswirtschaft als eine Lehre aus dem vorigen Jahrtausend ist genau so zeitgemmäß wie die Schulmedizin. Manchmal kann sie ganz nützlich sein.

    Jürgen J Jansen
    Die Unternehemensenergethiker europe gmbh

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