Social-Media-Kanal auswählen
Youtube, Instagram oder X? Wie Sie den passenden Social-Media-Kanal finden

Ein Reel auf Instagram – oder doch lieber ein Post auf dem Kurznachrichtendienst X? Mit diesem Leitfaden finden Sie den richtigen Social-Media-Kanal für Ihr Unternehmen.

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Social Media Kanal auswählen
© Marie Maerz / Photocase

Social Media, da war doch was…? Viele Unternehmer wissen zwar, dass die Präsenz in Sozialen Netzwerken wie Facebook, Linkedin oder Tiktok immer wichtiger wird, finden im wachsenden Dschungel der Angebote aber nicht so recht den Einstieg.

Zumal es immer neue Plattformen und Kanäle gibt und sich auch in den Netzwerken selbst ständig ändert, wie Content aufbereitet wird. Mit Threads hat Facebook beispielsweise gerade eine neue Alternative zu X (ehemals Twitter) geschaffen, um kurze Nachrichten zu verbreiten. Whatsapp bietet seit einigen Monaten Broadcast-Channels, in denen Nutzer Nachrichten an mehrere Kontakte gleichzeitig senden können. Für Unternehmen kann das praktisch sein kann, um beispielsweise Eventeinladungen zu verschicken.

 (Gute) Gründe, in Sozialen Medien präsent zu sein

Es wird immer wichtiger, sich mit Sozialen Medien zu beschäftigen. Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom aus dem Jahr2023 nutzen mittlerweile 54 Millionen Deutsche mindestens ein Soziales Netzwerk. Im Schnitt besuchen die Internetnutzerinnen und -nutzer regelmäßig vier verschiedene Plattformen, bei den 16- bis 29-Jährigen sind es sogar sieben verschiedene Social-Media-Angebote.

Deren Bedeutung für den Erfolg von Unternehmen nimmt auch weiter zu, weil viele Verbraucherinnen und Verbraucher schon heute direkt über die Plattformen nach Produkten und Dienstleistungen suchen. Wer hier nicht stattfindet, verpasst die Chance, potenzielle Kunden oder Bewerberinnen zu erreichen. Denn die Präsenz auf einer Social-Media-Plattform ist immer auch eine Möglichkeit, mit Kunden und Kundinnen direkt in Kontakt zu treten – und ihre Vorlieben und Abneigungen zu analysieren. Kommentare und das Engagement der Nutzer bieten direktes Feedback und können zur Produktentwicklung und -verbesserung beitragen.

So definieren Sie Ihre Social-Media-Strategie

Aber natürlich können Unternehmen nicht auf allen Plattformen präsent sein. Wie findet man also die Plattform, die zur eigenen Firma passt?

Der erste Schritt zur Social-Media-Strategie: Legen Sie die Scheu davor ab, einfach anzufangen. „Diese Plattformen wurden dafür geschaffen, intuitiv bedienbar zu sein. Jeder, der sich zwei Tage damit beschäftigt, versteht danach, wie sie funktionieren“, sagt Markus Mensch, der Unternehmen im Online-Marketing berät.

Die Auswahl der richtigen Plattform, hängt stark von dem Ziel ab, das Ihre Sozial-Media-Aktivität erfüllen soll. „Der Köder muss dem Fisch schmecken – also suchen Sie die Plattformen nicht danach aus, was Sie selber gut finden, sondern danach, wo Ihre Kunden sich aufhalten“, rät Berater Markus Mensch.

Mögliche Ziele einer Social-Media-Strategie können sein:

  • Markenbekanntheit steigern
  • Kundenbindung und -service verbessern
  • Verkäufe oder Leads generieren
  • Neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gewinnen
Der Experte
Markus MenschMarkus Mensch bietet als Berater Firmen Seminare und individuelle Schulungen, um ihr Marketing in die Hand zu nehmen. In seinem Podcast „Kein Erfolg ist eine Absicht“ spricht er über die Dos and Don'ts im Social-Media-Marketing.

Ein Handwerksbetrieb, der sich als Arbeitgeber präsentieren will, ist beispielsweise auf Facebook gut aufgehoben, wo er eine breite Nutzerbasis und lokale Gemeinschaften findet sowie eine eigene Karriereseite mit Infos aufbauen kann.

Ein lokaler Fitnessstudio-Betreiber, der neue Mitglieder finden will, kann dagegen besser auf Instagram Workout-Videos oder eine Q&A-Runden mit Trainern anbieten.

„Als Unternehmen müssen und können Sie aber auch nicht überall vertreten sein, sondern sollten sich auf ein bis zwei Kanäle fokussieren“, rät Mensch. „In diesen sollten Sie dann aber auch kontinuierlich auftauchen.“

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Außerdem hängt die Auswahl der richtigen Plattform auch an der Frage, welche Art von Content Creator Sie sein wollen – und können, also „ob Sie beispielsweise mit Bewegtbild klarkommen oder doch eher auf Text oder Bild setzen“, sagt Mensch. Beim Social-Media-Marketing geht es darum, eine soziale Bindung aufzubauen. „Und das geht nur, wenn Sie authentisch sind“, so der Berater.

Die beliebtesten Social-Media-Plattformen in Deutschland und ihre Nutzer

Jede Social-MediaPlattform hat ihre eigene Dynamik und Nutzerbasis. Während Instagram ideal für visuell orientierte Marken ist, finden Sie auf Linkedin eher den Austausch mit Branchenspezialisten und Geschäftskunden. Tiktok wiederum eröffnet Möglichkeiten für virales Marketing mit kurzen Videoinhalten und spricht vor allem junge Menschen an.

Ein Verständnis diese Dynamiken ist entscheidend, um zu bestimmen, wo Sie Ihre Ziele am besten umsetzen können. Welche Plattform wird von Ihrer Zielgruppe bevorzugt genutzt? Ein Blick auf die beliebtesten Social-Media-Netzwerke und ihrer Struktur, hilft bei der ersten Orientierung:

Youtube

Nutzer in Deutschland: 70,9 Millionen Menschen; sehr breite Altersgruppe, von Kindern bis zu älteren Erwachsenen.

Einsatzbereich: Videomarketing, Bildungsinhalte, Produktreviews, Unterhaltung.

So funktioniert die Plattform: Youtuber haben oft treue Fangemeinden, die aktiv an Diskussionen teilnehmen und Feedback geben. Die Plattform bietet zwar eine massive Reichweite. Neue oder kleinere Kanäle können es aufgrund der hohen Konkurrenz und des Algorithmus aber schwer haben, sich zu etablieren. Die Produktion qualitativ hochwertiger Videos erfordert zudem Zeit und Know-how, was Einzelpersonen oder kleinere Marken an die Grenze der Ressourcen bringen kann.

Whatsapp

Nutzer in Deutschland: 58 Millionen Menschen; die App wird quer durch alle Altersstufen genutzt.

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Einsatzbereiche: Direkte Kommunikation mit Kunden, zum Beispiel für Bestellungen, Kundenservice oder zur Vereinbarung von Terminen. Whatsapp Business bietet spezielle Funktionen wie automatisierte Nachrichten.

So wird Whatsapp genutzt: Unternehmen können ihre Zielgruppe auf Whatsapp relativ genau definieren und ansprechen, zum Beispiel nach Standort, Interessen oder Verhalten. Die Stärke von Whatsapp liegt im direkten Kontakt mit den Kunden aufgrund der persönlichen Ansprache. Die Nutzung durch Unternehmen erfordert jedoch einen sorgfältigen Umgang mit personenbezogenen Informationen im Hinblick auf den Datenschutz.

Mehr zum Thema: Wie WhatsApp Business Ihrem Unternehmen hilft

Instagram

Nutzer in Deutschland: 27,45 Millionen Menschen; jüngere Altersgruppen (insbesondere zwischen 18 und 34 Jahren), Influencer, Marken, Einzelhändler.

Einsatzbereich: Branding, Produktmarketing, Influencer-Marketing, visuelles Storytelling.

So wird Instagram genutzt: Instagram setzt auf visuelle Kommunikation per Bild oder Video und gilt als DIE Plattform für Markenwerbung. Sie eignet sich besonders für das Influencer-Marketing. Trotz der hohen Reichweite ist die Engagement-Rate bei Instagram-Reels im Jahr 2023 um 25 Prozent zurückgegangen – wer hier Aufmerksamkeit generieren will, muss also Inhalte auf hohem (visuellem) Niveau bieten.

Facebook

Nutzer in Deutschland: 24,5 Millionen Menschen; breite Altersgruppe, mit einer zunehmenden Verschiebung hin zu älteren Nutzern (30+).

Einsatzbereich: Markenbekanntheit, Kundenbindung, Veranstaltungsmanagement, Werbung.

So wird Facebook genutzt: Trotz eines Rückgangs in der Popularität unter jüngeren Nutzern bleibt Facebook in Deutschland eine wichtige Plattform für Unternehmen, um eine breite Zielgruppe zu erreichen. Sie finden hier sowohl B2B- als auch B2C-Kunden. Die Zielgruppe kann nach Alter, Geschlecht, Standort, Interessen und Verhalten definiert werden.

Tiktok

Nutzer in Deutschland: 20,9 Millionen Menschen; sehr junge Nutzerbasis (vorwiegend Teenager und junge Erwachsene).

Einsatzbereich: Virales Marketing, Trendmarketing, Influencer-Kollaborationen.

So wird Tiktok genutzt: Tiktok ist vor allem bei jungen Menschen beliebt. Marken, die diese Zielgruppe ansprechen wollen, nutzen die Plattform für kreative und trendige Kampagnen. Noch mehr als bei Instagram kann die kontinuierliche Produktion ansprechender Inhalte für Unternehmen mit begrenzten Ressourcen allerdings eine Herausforderung sein.

Mehr zum Thema: Lohnt sich Tiktok für kleine Betriebe?

Linkedin

Nutzer in Deutschland: 14,1 Millionen Menschen; vor allem Fach- und Führungskräfte, Unternehmen, Akademiker.

Einsatzbereich: Netzwerkaufbau, Personalbeschaffung, B2B-Marketing.

So wird Linkedin genutzt: In Deutschland ist LinkedIn besonders bei Fach- und Führungskräften sowie im B2B-Sektor beliebt. Unternehmen nutzen die Plattform für fachliche Diskussionen, um die Unternehmensmarke zu stärken oder auch zum persönlichen Branding von Führungskräften und Corporate Influencern. Neben dem Content Marketing spielte die Generierung von B2B-Leads und das Employer Branding eine große Rolle.

Xing

Nutzer in Deutschland: 18,5 Millionen; ähnliche Zielgruppe wie LinkedIn, jedoch mit stärkerem Fokus auf den deutschsprachigen Raum.

Einsatzbereich: Netzwerkaufbau, Karriereentwicklung, lokale B2B-Verbindungen.

So wird Xing genutzt: Xing ist eine in Deutschland beliebte Plattform für berufliches Networking. Sie bietet ähnliche Funktionen wie LinkedIn, konzentriert sich jedoch stärker auf den DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz).

X (ehemals Twitter)

Nutzer in Deutschland: 14,1 Millionen Menschen; vor allem Nachrichtenbegeisterte, Politiker, Fachleute, Marken.

Einsatzbereich: Nachrichtenverbreitung, Kundendialog, Markenkommunikation und –werbung.

So wird X genutzt: X wird vor allem für den Nachrichtenaustausch und als Plattform für öffentliche Diskussionen genutzt. Seit der Übernahme durch Elon Musk gibt es allerdings kaum noch Moderation und auch die Nutzerzahlen sollen eingebrochen sein. Einige große Unternehmen haben sich daher schon von Twitter verabschiedet.

So bauen Sie Ihren Content nach und nach auf

Als Social-Media-Neuling beginnen Sie am besten mit ein oder zwei Plattformen, um Erfahrungen zu sammeln und dann Ihre Strategie anzupassen. Das schont die zeitlichen Ressourcen, denn anfangs sollten Sie genau beobachten, welche Reaktionen Sie erzielen und welche Inhalte Interaktionen wie etwa Kommentare auslösen.

Mensch rät Unternehmern und Unternehmerinnen Social Media zumindest am Anfang als Chefsache zu betrachten. „Wenn Sie dann einen roten Faden in Ihren Postings etabliert haben, können Sie die Erstellung der Beiträge langfristig auch an Mitarbeiter oder eine Agentur abgeben“, sagt er.

Was der Algorithmus liebt, ist regelmäßiges Posten. „Die Inhalte müssen dabei gar nicht perfekt ausgearbeitet sein oder besonders ausführlich. Es reichen kurze Impulse, damit die Follower Sie immer wieder auf dem Schirm haben“, sagt Mensch.

Unternehmer sollten sich dabei ein festes Intervall vornehmen, beispielsweise drei Posts pro Woche, und diesen Plan dann auch durchhalten. „Denn es wird leichter, die Aufgabe ´Social Media´ zu meistern, wenn Sie daraus eine Routine entwickeln“, sagt Mensch.

Den Hype um tagesaktuelle Trendthemen können Unternehmer und Unternehmerinnen dagegen getrost ignorieren. „Mit einem Trendthema viral zu gehen, ist zwar gut fürs Ego. Das eigentliche Ziel, aus Interessenten langfristig Konsumenten oder Fans zu machen, erreichen Sie so aber nicht“, so der Berater.

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Social Media, da war doch was…? Viele Unternehmer wissen zwar, dass die Präsenz in Sozialen Netzwerken wie Facebook, Linkedin oder Tiktok immer wichtiger wird, finden im wachsenden Dschungel der Angebote aber nicht so recht den Einstieg. Zumal es immer neue Plattformen und Kanäle gibt und sich auch in den Netzwerken selbst ständig ändert, wie Content aufbereitet wird. Mit Threads hat Facebook beispielsweise gerade eine neue Alternative zu X (ehemals Twitter) geschaffen, um kurze Nachrichten zu verbreiten. Whatsapp bietet seit einigen Monaten Broadcast-Channels, in denen Nutzer Nachrichten an mehrere Kontakte gleichzeitig senden können. Für Unternehmen kann das praktisch sein kann, um beispielsweise Eventeinladungen zu verschicken.  (Gute) Gründe, in Sozialen Medien präsent zu sein Es wird immer wichtiger, sich mit Sozialen Medien zu beschäftigen. Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom aus dem Jahr2023 nutzen mittlerweile 54 Millionen Deutsche mindestens ein Soziales Netzwerk. Im Schnitt besuchen die Internetnutzerinnen und -nutzer regelmäßig vier verschiedene Plattformen, bei den 16- bis 29-Jährigen sind es sogar sieben verschiedene Social-Media-Angebote. Deren Bedeutung für den Erfolg von Unternehmen nimmt auch weiter zu, weil viele Verbraucherinnen und Verbraucher schon heute direkt über die Plattformen nach Produkten und Dienstleistungen suchen. Wer hier nicht stattfindet, verpasst die Chance, potenzielle Kunden oder Bewerberinnen zu erreichen. Denn die Präsenz auf einer Social-Media-Plattform ist immer auch eine Möglichkeit, mit Kunden und Kundinnen direkt in Kontakt zu treten – und ihre Vorlieben und Abneigungen zu analysieren. Kommentare und das Engagement der Nutzer bieten direktes Feedback und können zur Produktentwicklung und -verbesserung beitragen. So definieren Sie Ihre Social-Media-Strategie Aber natürlich können Unternehmen nicht auf allen Plattformen präsent sein. Wie findet man also die Plattform, die zur eigenen Firma passt? Der erste Schritt zur Social-Media-Strategie: Legen Sie die Scheu davor ab, einfach anzufangen. „Diese Plattformen wurden dafür geschaffen, intuitiv bedienbar zu sein. Jeder, der sich zwei Tage damit beschäftigt, versteht danach, wie sie funktionieren“, sagt Markus Mensch, der Unternehmen im Online-Marketing berät. Die Auswahl der richtigen Plattform, hängt stark von dem Ziel ab, das Ihre Sozial-Media-Aktivität erfüllen soll. „Der Köder muss dem Fisch schmecken – also suchen Sie die Plattformen nicht danach aus, was Sie selber gut finden, sondern danach, wo Ihre Kunden sich aufhalten“, rät Berater Markus Mensch. Mögliche Ziele einer Social-Media-Strategie können sein: Markenbekanntheit steigern Kundenbindung und -service verbessern Verkäufe oder Leads generieren Neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gewinnen [zur-person] Ein Handwerksbetrieb, der sich als Arbeitgeber präsentieren will, ist beispielsweise auf Facebook gut aufgehoben, wo er eine breite Nutzerbasis und lokale Gemeinschaften findet sowie eine eigene Karriereseite mit Infos aufbauen kann. Ein lokaler Fitnessstudio-Betreiber, der neue Mitglieder finden will, kann dagegen besser auf Instagram Workout-Videos oder eine Q&A-Runden mit Trainern anbieten. „Als Unternehmen müssen und können Sie aber auch nicht überall vertreten sein, sondern sollten sich auf ein bis zwei Kanäle fokussieren“, rät Mensch. „In diesen sollten Sie dann aber auch kontinuierlich auftauchen.“ Außerdem hängt die Auswahl der richtigen Plattform auch an der Frage, welche Art von Content Creator Sie sein wollen – und können, also „ob Sie beispielsweise mit Bewegtbild klarkommen oder doch eher auf Text oder Bild setzen“, sagt Mensch. Beim Social-Media-Marketing geht es darum, eine soziale Bindung aufzubauen. „Und das geht nur, wenn Sie authentisch sind“, so der Berater. Die beliebtesten Social-Media-Plattformen in Deutschland und ihre Nutzer Jede Social-MediaPlattform hat ihre eigene Dynamik und Nutzerbasis. Während Instagram ideal für visuell orientierte Marken ist, finden Sie auf Linkedin eher den Austausch mit Branchenspezialisten und Geschäftskunden. Tiktok wiederum eröffnet Möglichkeiten für virales Marketing mit kurzen Videoinhalten und spricht vor allem junge Menschen an. Ein Verständnis diese Dynamiken ist entscheidend, um zu bestimmen, wo Sie Ihre Ziele am besten umsetzen können. Welche Plattform wird von Ihrer Zielgruppe bevorzugt genutzt? Ein Blick auf die beliebtesten Social-Media-Netzwerke und ihrer Struktur, hilft bei der ersten Orientierung: Youtube Nutzer in Deutschland: 70,9 Millionen Menschen; sehr breite Altersgruppe, von Kindern bis zu älteren Erwachsenen. Einsatzbereich: Videomarketing, Bildungsinhalte, Produktreviews, Unterhaltung. So funktioniert die Plattform: Youtuber haben oft treue Fangemeinden, die aktiv an Diskussionen teilnehmen und Feedback geben. Die Plattform bietet zwar eine massive Reichweite. Neue oder kleinere Kanäle können es aufgrund der hohen Konkurrenz und des Algorithmus aber schwer haben, sich zu etablieren. Die Produktion qualitativ hochwertiger Videos erfordert zudem Zeit und Know-how, was Einzelpersonen oder kleinere Marken an die Grenze der Ressourcen bringen kann. Whatsapp Nutzer in Deutschland: 58 Millionen Menschen; die App wird quer durch alle Altersstufen genutzt. Einsatzbereiche: Direkte Kommunikation mit Kunden, zum Beispiel für Bestellungen, Kundenservice oder zur Vereinbarung von Terminen. Whatsapp Business bietet spezielle Funktionen wie automatisierte Nachrichten. So wird Whatsapp genutzt: Unternehmen können ihre Zielgruppe auf Whatsapp relativ genau definieren und ansprechen, zum Beispiel nach Standort, Interessen oder Verhalten. Die Stärke von Whatsapp liegt im direkten Kontakt mit den Kunden aufgrund der persönlichen Ansprache. Die Nutzung durch Unternehmen erfordert jedoch einen sorgfältigen Umgang mit personenbezogenen Informationen im Hinblick auf den Datenschutz. Mehr zum Thema: Wie WhatsApp Business Ihrem Unternehmen hilft Instagram Nutzer in Deutschland: 27,45 Millionen Menschen; jüngere Altersgruppen (insbesondere zwischen 18 und 34 Jahren), Influencer, Marken, Einzelhändler. Einsatzbereich: Branding, Produktmarketing, Influencer-Marketing, visuelles Storytelling. So wird Instagram genutzt: Instagram setzt auf visuelle Kommunikation per Bild oder Video und gilt als DIE Plattform für Markenwerbung. Sie eignet sich besonders für das Influencer-Marketing. Trotz der hohen Reichweite ist die Engagement-Rate bei Instagram-Reels im Jahr 2023 um 25 Prozent zurückgegangen – wer hier Aufmerksamkeit generieren will, muss also Inhalte auf hohem (visuellem) Niveau bieten. Facebook Nutzer in Deutschland: 24,5 Millionen Menschen; breite Altersgruppe, mit einer zunehmenden Verschiebung hin zu älteren Nutzern (30+). Einsatzbereich: Markenbekanntheit, Kundenbindung, Veranstaltungsmanagement, Werbung. So wird Facebook genutzt: Trotz eines Rückgangs in der Popularität unter jüngeren Nutzern bleibt Facebook in Deutschland eine wichtige Plattform für Unternehmen, um eine breite Zielgruppe zu erreichen. Sie finden hier sowohl B2B- als auch B2C-Kunden. Die Zielgruppe kann nach Alter, Geschlecht, Standort, Interessen und Verhalten definiert werden. Tiktok Nutzer in Deutschland: 20,9 Millionen Menschen; sehr junge Nutzerbasis (vorwiegend Teenager und junge Erwachsene). Einsatzbereich: Virales Marketing, Trendmarketing, Influencer-Kollaborationen. So wird Tiktok genutzt: Tiktok ist vor allem bei jungen Menschen beliebt. Marken, die diese Zielgruppe ansprechen wollen, nutzen die Plattform für kreative und trendige Kampagnen. Noch mehr als bei Instagram kann die kontinuierliche Produktion ansprechender Inhalte für Unternehmen mit begrenzten Ressourcen allerdings eine Herausforderung sein. Mehr zum Thema: Lohnt sich Tiktok für kleine Betriebe? Linkedin Nutzer in Deutschland: 14,1 Millionen Menschen; vor allem Fach- und Führungskräfte, Unternehmen, Akademiker. Einsatzbereich: Netzwerkaufbau, Personalbeschaffung, B2B-Marketing. So wird Linkedin genutzt: In Deutschland ist LinkedIn besonders bei Fach- und Führungskräften sowie im B2B-Sektor beliebt. Unternehmen nutzen die Plattform für fachliche Diskussionen, um die Unternehmensmarke zu stärken oder auch zum persönlichen Branding von Führungskräften und Corporate Influencern. Neben dem Content Marketing spielte die Generierung von B2B-Leads und das Employer Branding eine große Rolle. Xing Nutzer in Deutschland: 18,5 Millionen; ähnliche Zielgruppe wie LinkedIn, jedoch mit stärkerem Fokus auf den deutschsprachigen Raum. Einsatzbereich: Netzwerkaufbau, Karriereentwicklung, lokale B2B-Verbindungen. So wird Xing genutzt: Xing ist eine in Deutschland beliebte Plattform für berufliches Networking. Sie bietet ähnliche Funktionen wie LinkedIn, konzentriert sich jedoch stärker auf den DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz). X (ehemals Twitter) Nutzer in Deutschland: 14,1 Millionen Menschen; vor allem Nachrichtenbegeisterte, Politiker, Fachleute, Marken. Einsatzbereich: Nachrichtenverbreitung, Kundendialog, Markenkommunikation und –werbung. So wird X genutzt: X wird vor allem für den Nachrichtenaustausch und als Plattform für öffentliche Diskussionen genutzt. Seit der Übernahme durch Elon Musk gibt es allerdings kaum noch Moderation und auch die Nutzerzahlen sollen eingebrochen sein. Einige große Unternehmen haben sich daher schon von Twitter verabschiedet. [mehr-zum-thema] So bauen Sie Ihren Content nach und nach auf Als Social-Media-Neuling beginnen Sie am besten mit ein oder zwei Plattformen, um Erfahrungen zu sammeln und dann Ihre Strategie anzupassen. Das schont die zeitlichen Ressourcen, denn anfangs sollten Sie genau beobachten, welche Reaktionen Sie erzielen und welche Inhalte Interaktionen wie etwa Kommentare auslösen. Mensch rät Unternehmern und Unternehmerinnen Social Media zumindest am Anfang als Chefsache zu betrachten. „Wenn Sie dann einen roten Faden in Ihren Postings etabliert haben, können Sie die Erstellung der Beiträge langfristig auch an Mitarbeiter oder eine Agentur abgeben“, sagt er. Was der Algorithmus liebt, ist regelmäßiges Posten. „Die Inhalte müssen dabei gar nicht perfekt ausgearbeitet sein oder besonders ausführlich. Es reichen kurze Impulse, damit die Follower Sie immer wieder auf dem Schirm haben“, sagt Mensch. Unternehmer sollten sich dabei ein festes Intervall vornehmen, beispielsweise drei Posts pro Woche, und diesen Plan dann auch durchhalten. „Denn es wird leichter, die Aufgabe ´Social Media´ zu meistern, wenn Sie daraus eine Routine entwickeln“, sagt Mensch. Den Hype um tagesaktuelle Trendthemen können Unternehmer und Unternehmerinnen dagegen getrost ignorieren. „Mit einem Trendthema viral zu gehen, ist zwar gut fürs Ego. Das eigentliche Ziel, aus Interessenten langfristig Konsumenten oder Fans zu machen, erreichen Sie so aber nicht“, so der Berater.